Sehr großer Schwarm - Milchsäure?

  • Zu dieser Jahreszeit bei diesen Temperaturen finde ich Oxalsäure 3% am besten. Gummihandschuhe, Schutzbrille, FFP2 Maske, Flasche Wasser mit an den Stand, falls doch was ins Auge kommt. Angst braucht man keine zu haben bei dieser niedrigen 3% Konzentration.


    Ja, das Zeug ist natürlich nicht ganz ohne. Die Wirksamkeit ist aber richtig gut und führt sogar häufig dazu, dass man die Sommerbehandlung dann komplett weglassen kann und das Volk erst zum Winter wieder behandelt werden muss, das hatte ich letztes Jahr bei vier Schwärmen, Diagnoseverfahren war die Puderzucker-Methode. Dazu das Argument mit der Honigernte.


    Letztlich entscheidet jeder für sich, der Erfolg ob man richtig lag, zeigt sich dann regelmäßig am Zustand der Völker.


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Erst beschwerst du dich über die hohen Völkerverluste anderer Imker und argumentierst dann, dass man das brutfreie Fenster nicht unbedingt zur Behandlung nutzen müsse 🤔

  • ...Deshalb darf nur der approbierte Mensch, eine Behandlungsempfehlung aussprechen und steht auch dafür gerade.

    Diese personelle Beschränkung gilt (nur) für verschreibungspflichtige TAM.


    Im Gegensatz dazu sind frei verkäufliche - in diesem Faden bspw. Milchsäure (MS) oder deren Alternative Oxalsäure (OX) in Sprühapplikation - der eigenständigen Diagnose -> Behandlung durch den Tierhalter anvertraut, eine gängige Regelungs- und Handhabungspraxis in der Veterinärmedizin. Parallelen gibts sogar in der Humanmedizin, aber das ist hier ja nicht Thema.


    Ich vermute, daß Deutschlands Tierärzte (das waren knapp 44.000, davon nur rd. 24.000 praktizierend an Tieren tätig, davon nur 8 aktive Fachtierärzte für Bienen (!) n. Stand 2020)


    https://www.bundestieraerztekammer.de/btk/statistik/downloads/2020.pdf

    https://www.bundestieraerztekammer.de/btk/statistik/downloads/2019.pdf


    hoffnungslos überlastet wären, wenn sie jedem der ca. 1 Mio. Bienenvölker in Deutschland einen oder gar mehrere Hausbesuche/Jahr abstatten (Frühjahr, Sommer, Herbst und zur Restentmilbung zu Beginn des Winters), Diagnosen stellen und ggf. veterinärmedizinische Verordnungen bspw. für MS-Sprühen ausstellen müßten - und dazu noch für jeden Schwarm kurzfristig nach dessen Fang.

  • ribes

    Wäre aber bei der hohen Verlustrate und im Sinne der Seuchenbekämpfung vielleicht zielführender, oder meinst du wirklich, wir sollen einfach immer so weiter machen?

    Einerseits machen wir so einen riesen Aufwand bei einer Seuche, deren Häufigkeit bei 0,3 % liegt. Andererseits wird eine 20% Verlustrate unter den Tisch gekehrt und dem Laien überlassen.


    Da du behauptest zu wissen, was man so als Tierarzt macht. Bist du vermutlich einer der acht und kannst das auch beurteilen?


    Aber es zeigt sehr schön das Problem.


    Selbst wenn dir ein Tierarzt etwas dazu sagen würde, würdest du es immer noch anders machen, weil der kann ja nicht besser sein und mehr wissen, als du. Und so sehen das viele Imker. Sie stehen alleine am Volk, warum sollten sie etwas anders machen? Es geht auch über Jahre gut.


    Bei uns musste das Bieneninstitut zugeben, dass es massive Verluste hatte. Das haben sie nicht freiwillig getan. Es war die Reinvasion.

    Doch genau diese Fachleute beraten dann über die Varroabehandlung.


    Und so dreht man sich immer im Kreis und treibt eine Sau alle 20 Jahre wieder durch das Dorf.


    Veränderungen sind sehr schwierig, doch hier wäre es für das Wohl der Bienen mal angebracht.

  • Selbst wenn dir ein Tierarzt etwas dazu sagen würde, würdest du es immer noch anders machen, weil der kann ja nicht besser sein und mehr wissen, als du. U

    Nach meinen Erfahrungen mit den hiesigen Veterinären... Ja, die wissen das nicht besser als der durchschnittliche Imker. Eher im Gegenteil. Die 8 genannten sind da sicher ausgenommen.

  • Andererseits wird eine 20% Verlustrate unter den Tisch gekehrt und dem Laien überlassen.

    Ja, da sagst du was. Ich könnte mir vorstellen, dass kluge Tierärzte dann sowas sagen wie "Ach, wunderbar, wir haben zwei Varroazide die unterschiedlich wirken. Nehmen Sie in geraden Jahren Flumetrin und in ungeraden Amitraz." Landwirte wären froh, wenn sie sowas für ihre Schädlinge hätten.

    Gut, angesichts der Völkerverluste und da so viele Imker wirklich nicht in der Lage oder gewillt sind zuverlässig und wetterunabhängig zu behandeln, wäre das für die Bienen wahrscheinlich wirklich das beste.

    Das dumme ist nur, ich habe mal gehört, dass im Studium der Tiermedizin etwa ein halbes Semester Honigbienen gemacht wird. Und das ist ein optionales Fach, macht fast keiner.

    Meine Humanmedizinerin meinte übrigens, weil mein Arm dick wurde, nachdem dort ein Stich rein kam, dass ich allergisch sei ... komisch, dass sich fast niemand mit Bienen auskennt.

  • Und wieder jemand, der genau weiß, wie ein Tierarzt arbeiten würde.....


    Ihr solltet mal die "Die selbsterfüllende Prophezeihung" lesen. :


    Anleitung zum unglücklich sein


    Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. - Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!".


    Ja, natürlich wird der Tierarzt genau deine Erwartungen erfüllen und genau das machen, was du denkst, was er tun sollte. Alles andere wäre ja völlig falsch, nach deiner Ansicht.


    Also probieren wir das erst gar nicht und bleiben beim alten Schema.

  • Und wieder jemand, der genau weiß, wie ein Tierarzt arbeiten würde.....

    Langsam wird mir dein unfreundlicher Ton wirklich zu viel. Wenn du meinen Text genau gelesen hättest, wüsstest du, dass ich dort eine Vermutung geäußert habe. Oder du hast ihn gelesen und unterstellst mir bewusst das Gegenteil. So habe ich jedenfalls keine Lust zu diskutieren und den Rest deines Textes gar nicht erst gelesen.

    Da du mit meiner Vermutung, wie kluge Tierärzte behandeln würden, anscheinend nicht einverstanden bist, hätte ich mir gewünscht, dass du deine eigenen Vermutungen äußerst oder inhaltlich darauf eingegangen wärst, warum Tierärzte meinen Behandlungsvorschlag ablehnen würden.

  • Bei der Gegenseite verlangst Du repräsentative Studien und absolut gleiche Bienenvölker. Bei den Argumenten für deine Seite zauberst du konkrete Zahlen aus dem Nichts. Das finde unfair, unredlich und irreführend. Es würde mich freuen, wenn du die Ansprüche, die du an andere stellst, auch selbst erfüllen würdest.

    Du forderst etwas, was du selber nicht machst.

    Davon abgesehen, hast du ja behauptet, genau zu wissen, was ein Tierarzt machen würde. Was wirklich etwas anmassend und irreführend und unredlich und unfair ist.

    Aber du meinst, dass du mehr Rechte als andere hast und über andere urteilen darfst, nehme ich dir diese Recht nicht.

    Dein Vorschlag habe ich nie widersprochen, wenn du mal meine Texte gelesen hättest. Aber dafür war ich ja dir zu unhöflich. Ich bin kein Tierarzt und du solltest mal einen der Tierärzte fragen. Mir würdest du ja ohnehin nicht glauben.

    Ich habe einen Tierarzt vor fast 30 Jahren gefragt dazu und die Antwort war niederschmettert.


    Die Welt ist eine Scheibe, wenn man nur davon ausgeht, was man selber sieht.

  • Deichkind

    Vielen Dank für das Video! Ich bin gleich rausgegangen zum gucken, sie tragen tatsächlich Pollen ein, sogar noch um kurz vor neun. Das war allerdings schwierig zu sehen, weil das Flugloch zum Busch steht und die Damen es SEHR eilig haben, reinzukommen.

    (Es war so spontan nur ein Platz neben dem Hochbeet frei, vermutlich werde ich das spätestens bei der Wurzelernte bereuen.)

    Der Schwarm ist echt groß, ich hab bis jetzt nur kurz reingeguckt, so wie es aussieht, haben sie schon alle Waben ausgebaut. Ich hab ihnen schon einen zweiten Raum über einem Absperrgitter gegeben, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen. Freitag mach ich die erste Durchsicht, ich bin echt gespannt. Dass es eine weiß gezeichnete Königin ist, weiß ich ja schon.

  • (Es war so spontan nur ein Platz neben dem Hochbeet frei, vermutlich werde ich das spätestens bei der Wurzelernte bereuen.)

    Wenn die Kiste einen Gitterboden hat und man die Windel raus nimmt, kann man auch mal abends nach Bienenflug oder morgens vor Bienenflug das Flugloch zu machen, vormittags im Beet arbeiten und dann wieder auf machen. So machen wir das für die Besitzer der Obstwiese, wenn sie die Äpfel einsammeln.

  • Wenn die Kiste einen Gitterboden hat und man die Windel raus nimmt, kann man auch mal abends nach Bienenflug oder morgens vor Bienenflug das Flugloch zu machen, vormittags im Beet arbeiten und dann wieder auf machen. So machen wir das für die Besitzer der Obstwiese, wenn sie die Äpfel einsammeln.

    Wieso sollen Bienen bei der Obsternte stören?

    Ich habe auf einer meiner Streuobstwiesen zur Erntezeit alle Völker stehen, da dies auch der Überwinterungsstand ist und keine Probleme mit Bienenflug während der Obsternte. Einziges vorstellbares Problem könnte maschinelle Ernte und damit einhergehend hoher Bienenverlust sein...


    Die Wurzelernte im Hochbeet dauert ja bestimmt noch ne Weile, bis dahin kann man die Bienen vielleicht an einen günstigeren Standort umziehen?

    Der Tradition verbunden, der Natur verpflichtet.