Totale Brutentnahme zur Schwarmverhinderung ???

  • Im Pannenfaden wird von missglückten TBE im Mai zur Schwarmverhinderung berichtet. Mir fallen zu diesem Verfahren einige Gründe ein, die mich davon abhalten es anzuwenden. Könnt ihr mal mit Argumenten aushelfen, die dafür sprechen? Ich habe daran einen eklatanten Mangel.

  • 2019 hat Dr. Büchler mehrere Vorträge in den USA gehalten. Im dritten Vortrag gibt es eine Folie, wo er die Ergebnisse einer Brutentnahme im Mai vorstellt, die die Varroa-Belastung dramatisch senkt. War hier im Forum auch schon mal verlinkt.

    Relative Brutinfektion von 36,6 % auf unter 10 % - d. h. auf 8,8 % gedrückt.

    Ist ein Weg zum medikamentenarmen Varroa-Management.

    Büchler, Ralph: Sustainable Varroa Management (Part 3 of 4); A lecture given by Ralph Büchler at the 2019 National Honey Show entitled "Understanding the Complex Biology of Honey Bee Colonies and its Links to Colony Health"; Abruf am 15.03.2022

    Sustainable Varroa Management (Part 3 of 4) Ralph Büchler
    A lecture given by Ralph Büchler at the 2019 National Honey Show entitled "Sustainable Varroa Management Based on Biological and Technical Methods (Part 3 of...
    youtu.be

    Grüße Bruno

    12 Völker US-Dadant ... schauend, staunend, lernend ...

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  • Für mich erschien es schlüssig. Schließlich sind „Flugling“ und „Brutling“ altbewährte Schwarmverhinderungsmethoden.

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 5 Völker

  • Ich hatte es ja schon im anderen Thread erwähnt, dass ich mich aktuell schwer damit tue Völker mit aktuell 4 relativ voll getragenen Honigräumen die Brutwärme zu nehmen.

    Habe ich dann noch die Chance auf trockenen Honig?


    Was passiert wenn ich die Königin beim abschütteln beschädige? Löst sich das Volk dann wie ein Schwarm ohne Königin auf?und den Inhalt der Honigräume finde ich in den anderen Völkern wieder? Schätze die Fangwabe ist also lebenswichtig…


    Vorteile sehe ich folgende:


    maximale Varroareduzierung nach dem Frühjahrsbruthoch


    Für Imker die mit der Zeit haushalten müssen, ist es maximal einfach und schnell. Keine großes Zellen oder Königinnengesuche… auch die nächsten Tage nicht mehr… mit einem Schritt (eventuell später noch die Fangwabe entfernen) ist alles erledigt.


    Bei einem weiter entfernten Aussenstand stelle ich mir das Management eines schwarmlustigen oder entweiselten Volkes schwieriger bzw. aufwändiger vor als bei dieser Methode.

  • Ich hab es dieses Jahr mit einem Volk durchgezogen als der Raps los ging. An diesem Stand hab ich 4 Völker auf Waagen.

    Ja kurzzeitig war die Gewichtszunahme höher die mussten aber auch die Mw ausbauen, am Ende brachten die weniger ein als die anderen Völker obwohl es vorher zu den beiden stärksten zählte. Harakiri mäßig hatte ich alle Bw vor das Flugloch abgeklopft, auch die Kö da ich diese gerade nicht fand.


    Vorteil

    - Tbe ging schnell

    - reduziert den Krankheitsdruck

    - keine Schwarmkontrolle notwendig (zumindest in den ersten paar Wochen nach der Tbe)


    Nachteil

    - wieder ein Volk mehr, wenn man die Brut extra in eine Kiste packt

    - im ganzen betrachtet weniger Honigertrag ( Gesamtjahr)


    Für mich persönlich, ich würde den "Hammer" wieder raus holen wenn das Volk unbedingt schwärmen wollte und ich die Königin aber behalten will. Ansonsten sperre ich die Königin lieber auf eine Bannwabe und entnehme diese nach einer Woche. Somit alle Brut verdeckelt jetzt Zuchtstoff oder was auch immer rein und die Sicherheit das nur davon was nachgezogen wird.

  • die dafür sprechen? Ich habe daran einen eklatanten Mangel

    dagegen würde das Wetter sprechen, versagt die Tracht....

    Die folgenden Trachten sind auch hin, Bienenmangel...

    Ich find da nix was dafür spricht.

    Wenn ich da ma bis August rechne, 2 und ein halber Monat reichen den Milben....(is ja nix behandeld, reichlich Restmilben), und dann? nochmal?

    Ich muss grad an das russische Pferd denken, dem man das Fressen abgewöhnte.

    Bruder Adam versuchte das schon vor 50 Jahren, er hat es wieder aufgegeben, und damals gab es hier noch keine Milben......

    Er brauchte starke Völker für die Heide, wir brauchen starke Völker für den Winter.

    Berggeist, mir gehts wie dir!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels

  • Leg los.

    Falsche Reihenfolge

    Schließlich sind „Flugling“ und „Brutling“ altbewährte Schwarmverhinderungsmethoden.

    Ist das denn das selbe?


    Im dritten Vortrag gibt es eine Folie, wo er die Ergebnisse einer Brutentnahme im Mai vorstellt, die die Varroa-Belastung dramatisch senkt.

    Schöne Ausührung, die leider nichts (wenig) mit der Frage zu tun hat.

  • dramatisch senkt.

    so so....

    Zahlen......

    Überleben müssen die Bienen!

    Jegliche Auslese wird unmöglich.

    Im nächsten Jahr gibts Geld für was anderes, und dann wird vergessen und anderes erzählt.

    Das einzige was langfristig nutzt, ist die Zucht von Stahlbienen, die Pest an der Wurzel packen...

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels

    Einmal editiert, zuletzt von wasgau immen ()

  • Ist das denn das selbe?

    Vielleicht sollten wir erst mal die Begrifflichkeiten klären, ob wir über das selbe reden. Für mich ist:


    Fluglinie/Brutling: Verstellung der Kiste eines Volkes mit gesamtem Inhalt an einen anderen Platz (Brutling). Leere Kiste an den alten Platz entweder mit der Königin drin (weiselrichtiger Flugling) oder einer Brutwabe oder Zelle (weiselloser Flugling).


    In verschiedenen Anleitungen liest man, der Flugling könne schon gleich wieder die Honigräume bekommen.


    TBE ist an sich ja schon eine mehrdeutige Abkürzung. Man kann sie in meinem Verständnis interpretieren als:


    Totale Brutentnahme (also alle Brutwaben eines Volkes raus)


    Totale Bauerneuerung (alle Waben eines Volkes raus)


    Die Idee mit der „TBE im Raps“ hat rase in seinen Videos aufgebracht. Ich fand die Idee clever, da ich mir vorgestellt habe, dass wenn ich unten eine TBE mache (in diesem Fall für mich als totale Bauerneuerung interpretiert) und oben die ausgebauten Honigräume aufsetze, sollten sie oben eintragen während sie unten eine Brutpause bekommen bis Waben da sind. Also Honigernte mit Varroareduktion und Schwarmverhinderung in einem. Klingt doch nach eierlegender Wollmilchsau oder?

    Der Unterschied zum weiselrichtigen Flugling lag für mich in der Bienenmasse und -Zusammensetzung. Wenn ich die Brutwaben abfege anstatt nur die Kiste zu verstellen, hat das am Standplatz verbleibende Volk mehr Bienenmasse und nicht nur die Flugbienen.


    Naja soweit die graue Theorie. Das Häuflein Elend das jetzt in meinem Garten mit Futter auf dem Kopf steht ist alles, aber kein Wirtschaftsvolk. Die müssen jetzt ganz von vorne anfangen.


    In meinem Fall soweit ich das jetzt retrospektiv beurteilen kann und nachdem ich mir heute morgen die Traube, die auch den Namen nicht verdient, angesehen habe , waren da viele Fehler drin die letztendlich zum Desaster geführt haben:


    1) Ich war nicht konsequent. Habe die Waben nicht komplett abgefegt, sondern einen Brutling gebildet. Dafür habe ich die Brut-Zargen nur einmal in die Kiste am alten Standplatz abgestoßen damit soviel Bienen wie möglich runterpurzeln. Ergo weniger Bienenmasse in der Kiste und möglicherweise keine die gerade in Baustimmung waren.


    2) Die Tageszeit zu spät, ich war am späten Nachmittag da. Wahrscheinlich habe ich einen großen Teil der Flugbienen mit dem „Brutling“ mitgenommen.


    3) Das Volk war insgesamt zu schwach für so einen aggressiven Eingriff. Vielleicht war die Zelle, die ich gefunden hatte gar keine Schwarm- sondern eine Umweiselungszelle.


    4) Anstatt die Bienen nach der Wabenentnahme eine Nacht in der leeren Kiste hängen zu lassen, damit sie in den „geschwärmt-Modus“ umschalten können, habe ich die Kiste direkt mit Rähmchen möbliert und die Honigräume über Absperrgitter aufgesetzt.


    5) Dadurch dass sie Waben hatten in die sie die Tracht eintragen konnten, haben die Bienen möglicherweise hier Prioritäten gesetzt und deshalb keinen Anlass gehabt, Waben zu bauen. Das hat wiederum dazu geführt, dass die Königin nicht legen konnte und Pheromon/Duft abgebaut hat. Möglicherweise sind in der Woche dann noch weitere Bienen zu den besser aufgestellten Nachbarvölkern abgewandert.


    Eine ganze Reihe von Fehlern, die letztendlich ein Volk ruiniert hat. So kommt’s wenn der Anfänger eine schlaue Idee aufschnappt aber nicht 100% versteht oder umsetzt. Möge nicht nur ich daraus lernen.

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 5 Völker

  • Danke für deinen Beitrag! Dieser zeigt mir wie unterschiedlich man TBE interpretieren und durchführen kann. Ich stoße Bienen von der Wabe grob ab (nie vollständig!) aber fege diese nicht ab. 2 Brutwaben bleiben unabgestoßen und werden mit ansitzenden Bienen entnommen.


    Alles was ich entnommen habe geht in eine neue Kiste als Brutling an einen neuen Ort. So bekomme ich starke Fluglinge aber genug Bienen für den Brutling um die Brut zu wärmen. Die Brutlinge werden ja schnell wieder groß

  • Ich hab das am Mittwoch noch gemacht.


    Ich fange mir die KÖ mit einem Clip. Dann nehme ich mir das Rähmchen mit der schönsten Zelle und packe dieses mit paar aufsitzenden Bienen in einen Ablegerkasten. Die restlichen Waben werden fast vollständig abgeklopft und kommen in den Kasten zu der Zelle. Alle weiteren Zellen werden gebrochen. Auf Futter im Ableger achten, da im Ableger wenige Bienen sind.


    Dem verbleibenden Flugling lasse ich 1-2 Waben mit Brut, gerne viel unverdeckelt.

    Am Ende KÖ aus dem Clip ins Volk.


    Somit bleiben fast alle Bienen beim Volk und die Brutscheune hat bald eine schlüpfende KÖ. Verdeckelte Brut wärmt sich selbst, da muss nichts gewärmt werden. Wenn offene Brut beim Brutling war, muss man ggf. noch Zellen brechen.

  • Ich habe mir durch einen Fehler beim Umsetzen von 3 DD-Beuten um ca 10m einen extrem kräftigen Flugling erstellt.

    Auch eine art der Schwarmverhinderung :saint:

    Nach dem Umsetzen am Abend habe ich am folgenden Tag bei der ersten Kontrolle gegen Mittag etliche Bienen am alten Standort gesehen und wollte diese einfangen und umsetzen.

    Also eine 8-Waben Kiste mit 3 ausgebauten Waben hingestellt und einlaufen lassen.

    Nächste Kontrolle am Nachmittag da war die Kiste schon fast voll mit Bienen und ich konnte zusehen wie alle Flugbienen die an den alten Standplatz geflogen sind in die Kiste eingezogen sind.

    Am Abend habe ich noch eine Brutwabe mit dazugehängt und mit Waben mit Mittelwänden ergänzt damit die Bienen sich eine neue Königin ziehen können.

    1.Honigraum auch gleich mit ausgebauten Waben rauf

    nach 3 Tagen 1.Honigraum fast voll, 2.Honigraum aufgesetzt

    nach weiteren 5 Tagen 2.Honigraum halb voll und 3.Honigraum aufgesetzt

    Ich will eigentlich damit nur mal zeigen daß auch ein Flugling , wenn er stark genug ist , sofort einen Honigertrag bringen kann .

    Wie es im Brutraum allerdings aussieht kann ich noch nicht sagen weil ich auch diese Kiste kurzfristig umsetzen mußt und jetzt warte bis die Bienen sich am neuen Platz richtig eingeflogen haben ohne daß mir der Fehler vom ersten Umsetzen noch einmal passiert.

    Kontrolle kann ich erst morgen machen

    Die ersten zwei Honigräume werde ich nächste Woche abschleudern.

  • Totale Brutentnahme (TBE) im Mai mache ich,


    - wenn ein Formatwechsel ansteht (kommt hier vor wenn man DD und DN parallel hat),

    - wenn ein starkes (!) Volk schon früh in Schwarmdusel gerät und partout nicht zu lenken ist.


    Klar kann man Kö'-Ableger machen. Vorteil der TBE im Mai:

    - Der Schwarmtrieb erlischt momentan im Flugling; weitere Ktr. entfallen,

    - Der Flugling sammelt weiter Honig, bis zur Trachtlücke nach Raps/Weißdorn hier(!), dann wird der Nachschubverlust präsent, aber bis zur Sommertracht wieder ausgeglichen,

    - Der Brutling zieht eine brauchbare F1-Königin und sammelt i.d.R. Sommerhonig,

    - Die Varroalast wird stark reduziert; im Brutling schlüpfen zwar Milben, die aber aufgrund der Brutpause bis zur Eilage der neuen Königin sich nicht groß vermehren;

    - Die beiden Volksteile kann man sich i.d.R. 4 Wochen selbst überlassen.

    - das Brutnest wird komplett neu aufgebaut mit neuen MW oder Naturbau.


    Um das alles zu erreichen, mache ich das nur (!) mit starken Einheiten (6 BWb plus DR), die schwärmen wollen. Da steckt genügend Energie drin, den Eingriff zu bewältigen.

    Bei kleineren Einheiten, die schwärmen wollen, ist der Königinableger sicher die bessere Wahl.


    Zwingend für mich ist der gezielte Transfer der Königin vor der ganzen Aktion, um sie nicht zu gefährden. Bisher hatte ich da noch niemals Probleme bez. Volksentwicklung, weder beim Flugling noch beim Brutling. Bis Mitte Juni hat man i.d.R. 2 starke Einheiten.