Schwarm gefangen was nun?

  • Hallo,

    Ich hatte das grosse Glück, vor zwei Tagen einen Schwarm einfangen zu können.

    Der Schwarm ist jetzt in seiner Beute eingeschlagen.

    Rähmchen dazu, teils ausgebaute, teils zum Ausbauen.

    Auch schon die ersten Stifte der gefundenen KÖ vorhanden.

    Die Königin ist nicht markiert, somit kann man auch nicht sagen wie alt die ist. Was wäre jetzt gut?

    Die KÖ im Volk lassen und die Entwicklung beobachten und bis zum Frühjahr warten oder Im Herbst umweiseln!

    Danke

  • Wer einmal schwärmt, dem glaubt man nicht… ;)

    Also im Herbst umweiseln. Die Frühjahrsentwicklung kennst du ja im Prinzip schon.

    ...so eine (grundsätzliche) Empfehlung kann ich nicht für gut heißen. Warum soll man eine KÖ töten/abdrücken, wenn man nicht einmal weiß, ob das eine 'alte' oder eine 'neue' bzw. frisch geschlüpfte ist?

    Und, nur weil ein Volk geschwärmt hat, ist das doch keine Tatsache, dass eine KÖ schlecht ist.

    Jonas

  • Was wäre jetzt gut?

    Hallo,

    entmilben mit Milch- oder Oxalsäure ist auch aus meiner Sicht sinnvoll, da die Brutfreiheit nicht gleich wieder kommt und das Volk vielleicht ohne weitere Behandlung über den Winter kommt.


    Ein Futterstoß 1:1 macht nur in einer Trachtlücke oder Schlechtwetterlage Sinn.


    Umweiseln würde ich zumindest dieses Jahr noch nicht wenn sich der Bien gut entwickelt. Die Chance nächstes Jahr vielleicht von einem lieben Volk 60kg Honig zu ernten und nachzuziehen würde ich mir nicht entgehen lassen, weiss man ja vorher nie.


    Nur umweiseln weil sie geschwärmt sind und sich einfach nur an Mutter Naturs Plan halten finde ich sehr leichtfertig, denn ein Schwarmabgang kann auch bei einem schwarmträgen Volk noch andere Gründe haben (Imkerversäumnisse, Beute zerstört, Ableger war übervoll etc.)


    Lass dich von Kopf UND Bauch beraten und entscheide stets mit leichtem Herzen.

  • Wer einmal schwärmt, dem glaubt man nicht… ;)

    Also im Herbst umweiseln. Die Frühjahrsentwicklung kennst du ja im Prinzip schon.

    ...so eine (grundsätzliche) Empfehlung kann ich nicht für gut heißen. Warum soll man eine KÖ töten/abdrücken, wenn man nicht einmal weiß, ob das eine 'alte' oder eine 'neue' bzw. frisch geschlüpfte ist?

    Und, nur weil ein Volk geschwärmt hat, ist das doch keine Tatsache, dass eine KÖ schlecht ist.

    Jonas

    Probiere es gerne aus mit unbekannter Genetik. Mir ist das persönlich spätestens im 2. Jahr viel zu viel Aufwand für in der Regel ein mittelmäßiges Ergebnis.


    Empfehlung für einen fremden Schwarm:

    1. Nach 3 Tagen Wabenwerk entfernen, erst dann Waben geben

    2. Mit Oxalsäure besprühen vor erstem Futtersaft

    3. Entwicklung beobachten und ggf. für die Sommertracht und/oder Spättracht einsetzen. Wichtig ist das besondere Augenmerk auf die Milbenlast, selbst wenn bei der Ox-Behandlung viele Milben fallen.

    4. Im Herbst immer umweiseln auf bewährtes Zuchtmaterial

  • ....ich arbeite seit über 20 Jahren mit 'unbekannter Genetik'.

    Anscheinend ist für viele Imker ein Schwarm oder das Schwärmen mit Negativem besetzt. Für mich nicht. Obwohl die KÖ nur ein kleines Insekt ist, liegt mir das gezielte Töten fern. Hat diese KÖ mir doch 1-3 Jahre redlich ihr Volk geführt und mich als Imker mit Honig versorgt.

    Und als mechanische Varroa-Behandlung eines Schwarmes mit 'unbekannter Genetik', schlage ich ganz einfach eine Behandlung mit .bienenhilfe@ in unserem Schwarmkorb vor. Die Fotos auf unserer Internetseite zeigen wie's geht.

    Jonas

  • Ich nehme den gutgemeinten Rat, umzuweiseln, zum Anlass, eine Frage zu stellen.

    Da ist eine Königin edler Herkunft. Im ersten Jahr ist das Volk samt Wabenwerk noch im Aufbau. Guter Ertrag, gute Gesundheit, wenig Milben.

    Im zweiten Jahr so ähnlich. Doch das Volk ist reif zur Vermehrung UND tut es auch.

    Er verschwindet recht schnell und wird eingefangen.

    Ein fremder Schwarm!

    Was macht der Imker, dem der Schwarm entflogen ist, mit der Nachzucht vom ersten Jahr?

    Nach hier geäußerten Meinungen: Eine schlechte, weil unbekannte Königin!

    Nein!

    Das ist doch einfach oberflächlich und ignorant, auch überheblich.

    Achso, ich vergaß: Wir lieben unsere Bienen.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Und, nur weil ein Volk geschwärmt hat, ist das doch keine Tatsache, dass eine KÖ schlecht ist.

    Auf jeden Fall sollte man denke ich die Qualität der Königin beurteilen, sobald sie ihr Brutnest aufgebaut hat. Sehe ich richtig schöne Brutbretter, spricht das sicherlich für die Königin, genauso wie die Sanftmut oder Honigeintrag, was man alles ohne viel Aufwand beobachten kann. Tendenziell, wenn ich wirklich viele Völker betreuen würde, würde ich dennoch eher zum Umweiseln im September raten, weil eine Jungkönigin soweit ich das bisher gesehen habe, meist nochmal ganz anders Gas gibt, die Winterbienen aufzubauen und - sofern Varroabehandlung usw. gut erfolgt ist - für eine tendenziell stärkere Ein- und Auswinterung sorgt. Die Trachtsituation im Frühjahr spielt sicher auch eine Rolle: Wenn es in der Gegend immer erst später im Jahr eine Ernte gibt und für ein vom Honigertrag her erfolgreiches Imkern kein Zwang für ein starkes Volk im Frühjahr besteht, kann man das Risiko einer schwächelnden Königin mit Umweiseln ggf. im Frühjahr eher eingehen, als wenn z.B. nur der Raps geerntet werden kann und den Rest des Jahres nix mehr läuft. Spielen einige Faktoren eine Rolle.

    Ja, nach drei Tagen würde ich auch OXY 3% Sprühbehandlung machen, und wenn in den ersten Tagen nix an Tracht reinkommt, mit Futterteig aushelfen, bis eine Schlechtwetterphase vorbei ist.


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Hier liegt glaube ich ein Irrtum vor. Schwärme sind nicht negativ. Schwärme sind ein unglaublich tolles Naturschauspiel. Schwärme fangen sind leicht verdiente überwinterte Völker (sofern Fremdschwarm). Daneben gibt es das Gefühl, ein Volk vor dem mehr oder weniger sicheren Varroatod im ersten zweiten oder dritten Winter zu retten, gratis dazu.


    Fremd(-Schwärme) sind nichts negatives, aber auch immer unbekannte Faktoren. Unbekannt bzgl Varroalast, Genetik, Krankheiten.


    Mein Punkt ist, dass es in der Imkerei genug Faktoren gibt, die wir nicht beeinflussen können und noch mehr, die wir nur bedingt beeinflussen können. Da werde ich nicht hingehen und mir mehrere weitere Unbekannten in die Gemengelage reinholen, wenn ich sie recht leicht erheblich beeinflussen kann.


    Das Argument „gezieltes Töten“ ist halt ein ganz schwaches, weil ich hier das Leben eines einzelnen Insektes über das von mehreren Zehntausend stelle. Wenn dir in deiner Imkerlaufbahn auch nur ein einziges Volk eingeht, weil du in einem Schwarm eine angeschossene oder alte Königin überwinterst, ist die Rechnung schon zu Gunsten der gezielten Umweiselung ausgefallen. Es dürfte unstrittig sein, dass eine 1-jährige Kö das Volk mit höherer Wahrscheinlichkeit über den Winter bringt als eine unbekannte ggf sogar schon 3-jährige Schwarmkönigin.


    Es ist kein gezieltes Töten, sondern Vorsorge für die Völker als Gesamtheit.


    P.S. Mir tut es dennoch bei jeder Kö weh! Da seid euch sicher

  • Bei einem Schwarmvolk die Königin auswechseln heißt doch nicht automatisch abdrücken. Man kann sie doch im Herbst gegen eine, in einem Miniplus selbstgezogene Königin, austauschen. Als Reservekönigin ist sie immernoch gut.

    @ keinimker: Das wäre weder oberflächlich und ignorant noch überheblich.

    VG BeeMarie

  • Es ist kein gezieltes Töten, sondern Vorsorge für die Völker als Gesamtheit.

    ..so kann man sich auch seine Welt zurecht legen. Ich will ja jetzt nicht hier Erbsen zählen. Aber überleg' doch bitte mal was Du hier geschrieben haben hast. !!!


    Du drückst eine KÖ ab (allein dieser stehende Begriff für das Töten einer KÖ sagt ja schon alles, um das Wort töten in diesem Zusammenhang zu vermeinden. Es ist eine Verharmlosung).


    Und Du tust es ganz gezielt und mit Absicht. Und dann Deine Erklärung, dass DU als Imker VORSORGE betreibst für die Gesamtheit eines Volkes.

    Dein aktives Tun des 'Abdrückens einer KÖ' wird davon doch gar nicht berührt.


    Und ganz allgemein, denke ich, dass ein Bienenvolk etwas mehr über sich weiß und wie es sich am besten verhalten soll, als ein Imker es je tun wird. Des Imkers Bestreben, einem Bienenvolk den Honig wegzunehmen, steht dem leider entgegen. Die Ursachen, dass es den Bienen/Insekten nicht gut geht, haben z.B. die Bienen schicht und einfach den Menschen zu verdanken.

    Jonas

  • Die KÖ im Volk lassen und die Entwicklung beobachten und bis zum Frühjahr warten oder Im Herbst umweiseln!

    Danke

    Guten Tag Matt03


    Von meiner Seite her, gebe ich nun auch noch einen Hinweis.


    Wer auf der sicheren Seite sein will, der weiselt Schwärme von unbekannter Herkunft, prinzipiell um....Dann weis man, was man hat.


    Wer es sich leisten kann, ein Volk zu überwintern, welches nach dem Grundsatz des "lass dich überraschen", sowohl gut wie auch schlecht sein kann, der kann die Königin auch im Volk machen lassen.

    Es kommt auch vor, dass ein Schwarm vom Frühjahr, im Juli/August selber umweiselt. Auch darauf, kann man ein Augenmerk halten.


    Diese Entscheidung, muss ein jeder für sich selber treffen....Ein moralischer Zeigefinger, ist dabei nicht hilfreich.


    Lg Sulz....Der sich gerne "überraschen" lässt.