Bienen im Winter aggressiv?

  • Hallo zusammen,


    gestern war ich (seit 3 Monaten "Besitzer" von 6 Völkern - Imker wage ich mich (noch) nicht zu nennen) bei meinen Bienen. Dabei habe ich bei einem Volk die obere Zarge abgenommen (zwecks Futter- und Brut-Kontrolle). Die Bienen der unteren Zarge haben dermaßen aggressiv reagiert, dass eine noch nicht mal sonderlich rasche Bewegung mit der Hand ausreichte, 10-20 Stück "wütend" abheben und mich "attackieren" zu lassen.
    Sind Bienen denn im Winter aggressiver als sonst (weil nix zu tun)? Ich hatte (durch die Kälte) eher das Gegenteil erwartet!


    Ich vermute eher, dass das Volk zu den stechlustigen zählt (wobei ich selber das alles andere als lustig finde :-? )
    Macht es Sinn, jetzt noch eine andere Königin einzuweichseln??


    Generelles Problem: Alle Völker haben ungekennzeichnete Königinnen :( . Wann ist der beste Zeitpunkt für eine solches Kennzeichnen? Gibt es ein paar Tricks, sie zu finden? Ich las schon mal was vom "Sieben" des Bienenvolkes... Aber ich schätze, das täte einem Volk kurz vor Winter gar nicht gut, oder?


    Viele Grüße
    Erich

  • Hallo Erich,


    entschuldige bitte, wir schreiben den 12.November!! Warum machst du da bei deinen Bienen einen derart massiven Eingriff????????????? Die Bienen befinden sich bereits im Winter. Um diese Jahreszeit ist es (für dich) egal ob Brut drin ist oder nicht. Du musst es nicht wissen. Königin austauschen würde gut funktionieren, aber woher würdest du eine selbige nehmen? Und das Futter (Gewicht) kannst du durch Anheben checken, das sollte aber schon lange passiert sein, denn Nachfüttern kannst du jetzt auch nix mehr. Also WARUM die Störung?


    Naja, du hast erst seit drei Monaten Bienen, dann verbuchen wir das ganze mal aufs Konto Neugier und Unwissenheit. Ich wollte dir nur zu verstehen geben, dass du ab Ende Oktober solche Eingriffe besser läßt. Ändern kannst du eh nix mehr. Ausnahme: weiselloses Volk, das erkennst du aber durch die hörbare Unruhe und mangelnd kompakten Wintersitz schon beim Deckelanheben und kurzem Reinschauen. Dann könntest du einfach zwei Völker vereinigen, sprich eines auf das andere setzen o.ä.


    Einzige Eingriffe um diese Zeit sind Varroabehandlungen. Ansonsten gönne deinen Bienen RUHE und dir ein gutes Imkerbuch als Winterlektüre.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Reiner,


    mein Hauptaugenmerk war tatsächlich die Varroabekämpfung - die ja nur bei Brutfreiheit voll wirksam ist.
    Und dazu wollte ich lediglich eine zentrale Wabe ziehen, um diese auf Brut zu prüfen. Aber soweit bin ich ja gar nicht gekommen... :-? 
    Nebenbei: Wenn ich mit Oxallösung sprühen würde (was ich nicht tue) , wäre ich sogar gezwungen, sämtliche Waben zu ziehen, wenn ich mich nicht irre, oder? Von daher hielt ich diesen Eingriff nicht für so drastisch.


    Viele Grüße
    Erich

  • Hallo,


    auch mich würde das interessieren: wie erkenne ich, ob ein Volk brutfrei ist, ohne es zu öffnen - also, wann ich mit der OS anrücken kann?


    Grüße, Johannes

  • Hallo Erich
    Also, Oxalsäure sprüht man nicht, man träufelt sie in Form von Bienenwohl. Gesprüht wird die Milchsäure.
    Gruß Guido

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo erichs 13,


    zum Thema "Völker öffnen" und "Umweiseln" sei genug gesagt.
    Die Brutfreiheit meiner Völker kontrolliere ich durch Abkippen einer Zarge, festhalten derselbigen mit einer Hand und vorsichtigem Hineinleuchten in eine Wabengasse mit einer kleinen Taschenleuchte.
    Wenn nicht genug Platz ist, schiebe ich die Waben etwas zusammen, auf ein Herausheben verzichte ich.
    Ach so:
    Wenn deine Bienen etwa zu der "flotteren" Sorte gehören, dürfen sie auch im Winter etwas Rauch haben.
    Aber, wie Altmeister Sklenar schon geschrieben hat: "Die Bienen sollen nicht meinen, man wolle sie zu Selchfleisch verarbeiten."
    Zeichnen kannst Du deine Königinnen, wenn du sie im Frühjahr bei der Durchsicht mal findest.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Erich
    Ist mir letztes Jahr genauso gegangen. Ich hab übers Jahr Bienenbücher studiert und im Internet rumgeschnüffelt. Hier im Forum bist du gut aufgehoben, ich denke, man kann sich schon auf die Leute verlassen. Wenn du Fragen hast findest du hier bestimmt die richtige Antwort. Wenn ich da an die „Alten“ bei uns im Verein denke, die sehen uns Junge Imker meist nur als lästige Honig Konkurrenz an. :x
    Mit der Oxalbehandlung hast du den ganzen Winter über Zeit, solang kein Frost ist. Lass deine Beuten zu und blase die Verdampfte OS durch das Flugloch in den Kasten. Die Bienen merken nicht mal, dass du am Stand warst so geräuschlos und schnell geht das. Wenn du nicht sicher bist ob noch Brut vorhanden ist, wiederhole den Vorgang nach einer Woche. Den Bienen tut das nichts, für die zwischenzeitlich geschlüpften Varroa ist es aber absolute tödlich.
    Wichtig ist das kontrollieren der Windeln, wenn keine Milben mehr fallen hast du die Sache im Griff.


    Günter

  • Hallo Erichs13,


    wegen der Zeichnerei empfehle ich die dafür angebotenen Farbstifte. Gerade wenn es schnell gehen soll, weil Du die Weisel gerade mal zufällig gefunden hast. Laß sie noch etwas auf der Wabe, schüttle den Stift, mach irgendwo einen Probestrich oder Punkt (die Spitze muß richtig gut gehen) und dann fang das Mädel. Wenn Du nicht sicher bist mit dem Glasweiselfänger,wenn Du an Drohnen geübt hast auch gleich mit den Fingern. Schaumstoff und Zeichennetzbrauchst Du um die Weisel richtig greifen zu können, zum Zeichnen mit dem Stift sind die Netze aber leider ungeeignet, weil der Farbpunkt an den Fäden verschmiert (Was bei Plättchen ja nicht passieren kann). Du mußt sie also eh in die Finger nehmen. Dann mach ihr den Punkt. Aber bitte nur ein Ping (aus "Jagd auf Roter Oktober") Die Farbe läuft noch etwas breit. Anschließend läßt Du die Weisel etwas trocknen während Du, wenn Du magst, eine Flügelspitze abschneidest. Hierfür eignen sich die kleinen Schneiderscheren mit den langen Schneiden besser, als die kurzen Nagelscheren, wegen des günstigeren Winkels der Schneiden. Anschließend holst Du die Königin mit der Wabe auf der sie war wieder ab oder laß sie auf die Rähmchen krabbeln.


    Es hört sich spannender an als es ist. Ich hatte bei meiner ersten Königin auch einen mords Schiß. Es ist halb so schlimm und schließlich sind ja noch Eier im Volk :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry, hallo Ihr anderen!


    Vielen Dank für die Antwort(en).


    Was mir mehr Kopfschmerzen bereitete war die Vorstellung, alle 20 Waben (x 6 Völker=120) durchsuchen zu müssen und in dem Gewusel die Königin nicht zu finden. Vor allem befürchte ich, bei einer solchen Aktion von den Stechlustigen unter meinen Völkern "gemeuchelt" zu werden :-? 
    Auch wenn Ihr lacht: Ich habe bisher noch nie eine Königin gesehen, habe also keine Vorstellung davon, ob sie deutlich zu erkennen ist oder nicht, d.h., wie schwer das Auffinden ist. Daher meine Frage nach Tricks oder Methoden (z.B. Sieben) beim Suchen.


    Viele Grüße
    Erich

  • hallo erich


    bin zwar auch nur "neuling" hab aber ebenfalls festgestellet dass die bienen gegen ende der saison etwas verteidigungsbereiter werden. ic halte das für eine natürliche reaktion. die wissen wohl dasses ihr ende ist wenn der stock gegen ende der saison geplündert wird.
    ich hab da auch so ein volk an das ich mich nur in ruestung wagen kann( das aber bis mitte august durchaus friedlich war). ich warte mal naechstes jahr ab, markiere die koenigin, wenn ich sie mal erwische, und wenn sie sich dann bis zum herbst nicht gebessert haben werden sie im oktober umgeweiselt.


    an guido:
    auch oxalsäure kann man sprühen. geht sogar besser wie täufeln. kannst dich ja mal bei den schweizern weiterbilden, bei denen kann man viel lernen :lol: 
    http://www.apis.admin.ch/deutsch/Themen/Varroa.htm


    gruss
    wolfgang

  • Hallo Erich,


    man muß die Weisel nicht unbedingt zeichen. Wer oft nach ihr suchen will, wegen Zucht, Einsetzen neuer Weiseln etc., der sollte sie zeichnen. Doch wenn die Völker nicht scharf selektiert werden sollen, geht es ohne. Man sucht dann ja nur die "Stecher-Mütter" (oder andere ungewünschte) und das selten. Dann ist es egal, ob man sie als Jungweisel zum zeichenen sucht oder später zum Abmurksen.
    Wie es um das Volk steht, dazu siehst Du Dir besser die Brut an.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Wolfgang
    "Man muß nicht alles wissen, sondern nur wissen, wo es steht"
    Ist ein Motto, nach dem ich mich richte. Habe jetzt wieder was dazugelernt, und werde mich mal durch diese Seiten lesen. Danke

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Aus meinen Erfahrungen würde ich statt Oxalsäure eher Milchsäure sprühen. Das Sprühen der Oxalsäure hat sich nicht durchgesetzt. Einfacher ist das Träufeln mit der Oxalsäure-Zuckerlösung (z. b. die gebrauchsfertige Oxalsäure-Zuckerwasser-Lösung von Biocontrol oder Bienenwohl). Träufeln darf man aber nur einmal, da sonst es den Bienen schadet. Sprühen und Verdampfen kann mehrmals angewendet werden.

  • Günter Wrobel schrieb:

    Hallo Erich


    Mit der Oxalbehandlung hast du den ganzen Winter über Zeit, solang kein Frost ist. Lass deine Beuten zu und blase die Verdampfte OS durch das Flugloch in den Kasten.


    Günter


    Also wiklich Günter, ich finde es unverantwortlich von dir einem Jungimker (3Monate "Erfahrung" so einen, ich mwill mal sagen lebensgefährlichen Ratschlag zu geben!!!
    OS ist ein starkes Nervengift, das d,durch die Lungen aufgenommen, das zentrale Nervensystem eines Menschen irreversibel schädigt.
    Die Verdampfung von OS ist unnötig und lebensgefährlich!!!)


    Andreas