Offene Ladenkasse, Kassenbuch

  • Na ja, wo ist dann der Unterschied zum Kassenbuch?

    Ohne, dass das zu weit ausschweift: an ein ordnungsgemäßes Kassenbuch werden weitreichende Anforderungen gestellt (z.B. tägliche Aufzeichnungspflicht, Zählprotokoll,...)


    Das geht weit über eine Belegsammlung hinaus, aus diesem Grund die Empfehlung eben kein Kassenbuch im steuerlichen Sinn zu führen, wenn ich gesetzlich dazu nicht verpflichtet bin...

  • Wolfgang, es ist ganz sicher nicht so, dass Peter hier nur seine eigene Meinung hätte oder sich solche Fragen für ihn lediglich theoretisch stellen würden.

    Das Finanzamt bewegt sich aber nicht im rechtsfreien Raum. Es gibt einschlägige Urteile, die ich gern heraussuchen kann. Das Beispiel jedenfalls mit der Cent-Abweichung bei der Kasse kann niemals dazu führen, dass das FA die Buchhaltung zu Recht verwirft. Gegen eine solche Schikane gibt es rechtliche Mittel.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Na ja, wo ist dann der Unterschied zum Kassenbuch?

    Ein Kassenbuch würde alle Geschäftvorfälle lückenlos erfassen. Bei den Aufzeichnungspflichten nach § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) müssen dagegen nur Geschäftsvorfälle zusätzlich aufgezeichnet werden, für die keine eigenen Belege (Eingangs- oder Ausgangsrechnungen) vorliegen. Das sind Bareinnahmen bis zu einer gewissen Einzelbetragsgrenze (ca. 100 Euro pro Kunde). Die werden dann als "Tageslosung" oder Tageskassenabrechnung dargestellt und entsprechend abgeheftet.

    Nach § 146 AO gilt nämlich: "Die Pflicht zur Einzelaufzeichnung (...) besteht aus Zumutbarkeitsgründen bei Verkauf von Waren an eine Vielzahl von nicht bekannten Personen gegen Barzahlung nicht. Das gilt nicht, wenn der Steuerpflichtige ein elektronisches Aufzeichnungssystem im Sinne des § 146a verwendet."

    Des weiteren gilt für Nichtbilanzierer: "Die Bücher und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen können auch in der geordneten Ablage von Belegen bestehen..."

    Aufzeichnungen sind also genau genommen nur deswegen erforderlich, weil sich die Belege nicht von allein zusammenzählen. Diese Aufzeichnungen sind aber "überobligatorisch" (Finanzgericht Münster, Urteil vom 29.04.2021, 1 K 2214/17), für das FA also nicht relevant.

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  • Ja, es gibt eine kleine PV, die aber bei weitem nicht den Stromverbrauch deckt.

    Dann wären nur drei Fragen zu klären:

    1. Ist der Gesamtumsatz (Honig, Getränke, PV usf) über 22.000 Euro im Jahr?

    2. Hast Du dem Finanzamt gegenüber zur Regelbesteuerung optiert?

    3. Wie hoch sind die Umsätze, die nicht der Durchschnittssatzbesteuerung unterliegen, aber mit der Landwirtschaft zu tun haben (also in die 4.000-Euro-Grenze fallen)?

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