'Sortenhonig' mit Ganzzargen?

  • ist nach meiner Meinung das System gut, das Mal erfunden wurde um die vielen gebräuchlichen Systeme auch aus Kostengründen zu vereinheitlichen.

    Wenn es die Väter von DN mit den Kosten ernst genommen hätten, hätten Sie Langstroth genommen. So haben sie noch ein proprietären Maß mehr geschaffen, das nicht mal in ganz Deutschland überall das normale Maß ist.

    Nagut, fairerweise muss man sagen, dass die örtlichen Maße ja schon deutlich weniger geworden sind. Nidda Maß hat selbst in und um Nidda kaum noch jemand.

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    (bei dem können wir hier gern bleiben!)


    Wenn er etwas streng roch, fällt meine Schätzung auf Löwenzahn. Löwenzahnhonig ernten ist reines Casino. Er blüht nur kurz, und in dieser Woche muss wettertechnisch alles passen. Es kann also durchaus lohnenswert sein, selbst einzelne Waben davon heraus zu nehmen, weil das Zeug echt lecker ist. Vorbereiten kann man sich eher nicht darauf.

    Ja, er riecht etwas 'seltsam'.

    Und schmeckt toll!

    Und ja, mein Stand ist (in einer Richtung) an einer Löwenzahnwiese.

    Kann sehr gut sein!!


    Danke.

  • Hi,


    ich stelle fest, dass du ein ähnliches "Problem" hast wie ich. Ich habe hier als Standimker auch ein tolles Trachtband und eigentlich keine Chance irgendwelchen Sortenhonig zu ernten. Einzig der Löwenzahn ist auffällig anders und wird, wenn er denn honigt, einigermaßen sortenrein angeschleppt. Man kann das sogar an den verdeckelten Waben erkennen weil die Deckel etwas gelber sind als der weiße Rest.

    Problem ist, dass der Löwenzahn allerdings zum Honigen recht hohe Temperaturen von um die 18 Grad (nur angelesen) braucht. Deswegen wird bei suboptimalen Löwenzahnbedingungen dann eher etwas anderes gesammelt. Bei mir ist das wohl hauptsächlich die wilde Kirsche. Es ist also relativ egal wie deine Zargengröße ist, du wirst immer eine Durchmischung haben. Je nach Temperaturverlauf zur Löwenzahnzeit. Dazu honigt der Löwenzahn nicht sehr lange. D.H. für eine Ganzzarge wird es schlichtweg von der Gesamtmenge her knapp.

    Ich habe mir deshalb vor drei (oder waren es vier?) Jahren die ersten Halbzargen angeschafft. Die haben zwar ein recht suboptimales Holz-Waben-Verhältnis können aber zur größten Not auch mit Ganzrähmchen kombiniert werden. Noch dazu finde ich die bei Einraumzander top als virtuellen Brutraum (1. Honigraum) der sehr früh gegeben wird, aber dann auch ganzjährig als Vorrat drauf bleibt.

    Mit den Halbzargen ist es allerdings auch nicht einfach den Löwenzahn zu trennen. Aus den obigen Gründen. Meist ist schlichtweg schon vor dem Löwenzahn irgendwas anderes angetragen was dann mit Löwenzahn aufgefüllt wird bevor die angedachte Zarge auch zur Füllung kommt.

    Dieses Jahr habe ich noch mehr Halbzargen und bin etwas zuversichtlicher. Der virtuelle Brutraum ist drauf (0,5) und wurde gut mit Weide angetragen was jetzt gerade wieder gezehrt wird. Ein zweiter 0,5er ist drauf und ich hoffe da dann evtl. auch Löwenzahn.

    Allerdings ist der dummerweise noch nicht ausgebaut. Das wäre nämlich auch noch wichtig m.M.n. Letztes Jahr war aber Mist und alles ist zögerlich und zu wenig ausgebaut worden.


    Fazit: Ich bin dran. ;) Ganzzargen halte ich aber für nahezu unbrauchbar. Auch mit Halbzargen wird es schwierig.


    Aber probiers einfach mal und besorg dir ein paar Halbzargen. Ich hab beides und möchte das nicht mehr missen. Man kann einfach die Honigraumgabe besser steuern. Bei meiner handvoll Völker ist auch das Kuddelmuddel der unterschiedlichen Honigräume egal.


    Viel Erfolg und viele Grüße.


    Roman

  • Vielen Dank.

    Ja, Halbzargen klingen immer mal wieder verlockend. Wär ja auch super zum Einfüttern und danach untersetzen.

    Ich bin ja erst im dritten Jahr und hab noch Zeit.... :D

    Vielleicht probier ich es im nächsten Jahr mal...

    Den Vorteil der 'leichteren' (nicht leichten!) Sortentrennung hätt es auf jeden Fall.


    Danke

  • Wenn der Löwenzahn honigt, honigt er richtig. Der Geschmack ist auch durchdringend und kann die ein oder andere Tracht überdecken.

    Er riecht übrigens wie gebrauchter Sportschuh.


    Die Kombination von ausgebauten Waben und Mittelwänden im Brutraum, sollte es dir ermöglichen einen recht hochkonzentrierten Löwenzahnhonig zu ernten, indem du den Vorsprung der ausgebauten Waben nutzt und nur diese nach der Löwenzahnblüte schleuderst.


    Der Wassergehalt kann dabei allerdings hoch sein.

    Manchmal, gar nicht so selten, ist der Löwenzahn auch parallel zum Raps. Dann ist der Rapseintrag und Geschmack meist dominierend.

    "In einer Demokratie hat jeder das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten."

    aus "Mensch, Erde"

  • Ui, ich dachte, was ist jetzt schon wieder? Aber du hast natürlich recht, ich meinte den Honigraum. Entschuldigt bitte. Danke für das aufmerksame Lesen.

    "In einer Demokratie hat jeder das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten."

    aus "Mensch, Erde"

  • Wie ist eigentlich Schlehen-/Schwarzdornhonig?

    Ich denk das kommt zeitgleich.

    Und Schlehe ist hier echt viel.

    Bei mir gehen die letzten zwei Tagen die Schlehe auf, auch hier massig an Schlehensträuchern an den Bahngleisen und Feldränder.

    Die nächsten Tage bringen ebenfalls Temperaturen zwischen 14 - und 20 Grad.

    Meint ihr hier kommt ordentlich etwas rein? IMG_20220409_125545.jpgIMG_20220409_140638.jpg

    aktuell 6 Völker auf Zander 1-Brutraum

  • Kommt bestimmt was rein, die Frage ist halt, ob was übrig bleibt.... Sie brauchen auch viel.

    Da müssen die Völker schon wirklich stark sein, wenn was übrigbleiben soll.

  • Wie ist eigentlich Schlehen-/Schwarzdornhonig?

    Ich denk das kommt zeitgleich.

    Und Schlehe ist hier echt viel.

    So gut wie das Zeug für die menschliche Nase riecht, im Frühtrachthonig macht sich das nicht sonderlich bemerkbar. Zumal hier meist der Löwenzahn und Wildkirsche gleichzeitig mit am Start sind. Höhenlage- Das mit dem Casino für Löwenzahnhonig kann ich so nicht bestätigen, der kommt hier ziemlich zuverlässig, bis auf letztes Jahr.

  • Meine Bienen stehen ja im hohen Norden... - hier blüht gerade mal die Weide, aber es ist noch zu kalt! Schlehen sind hier auch schon kurz vorm Aufblühen, ebenso der Ahorn (Spitz- und Feldahorn). Das wird nächste Woche wohl erblühen und vlt. honigen.


    Das Problem hier ist, dass all' dieser Nektar der Volksentwicklung dienen wird. Bevor so ein gefüllter Honigraum es bis zur Verdeckelung schafft, ist er schon wieder halb oder ganz leer - je nach Wetter. Dafür "knallt's" dann, wenn Raps & Co. blühen.

    Irgendwie überschneiden sich Mirabelle, Weide und Raps in meiner Gegend dieses Jahr, habe ich das Gefühl. Das hätten viele lieber etwas weiter auseinandergezogen gehabt...


    Elle Ich finde, an Tag X kann man aus betreffenden Völkern jeweils einige Waben entnehmen, vorausgesetzt es verbleibt genug Futter (ca. 5 kilo) für einen Kälteeinbruch. Ein weiterer Vorteil ist die etwas flachere Arbeitsspitze, weil du schon einiges raus hast. Klasse, dass sich die Völker schon so gut entwickelt haben :):thumbup:


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Das mit dem Casino für Löwenzahnhonig kann ich so nicht bestätigen

    Vielleicht ist es bei dir etwas anders, wobei wir nicht so abweichende Klimabedingungen haben. Ich will mal mein "Casino" etwas präzisieren:


    Es ging um spürbare, erntebare Mengen Löwenzahnhonig im Honigraum, nicht um die Trachtwerte. Um diese Jahreszeit ist der Eigenbedarf der Bienen für die Brutaufzucht sehr groß. Selbst wenn gut eingetragen wird, ist der Überschuss nicht selten gering, wenn überhaupt vorhanden. Der Löwenzahn blüht nicht sehr lange. Eine gute Woche und das meiste ist rum. Unterschiedliches Mikroklima kann die Zeit etwas dehnen. Zur Blütezeit ist das Wetter öfter mal mies und ein Trachtflug ist dann nicht möglich. Pollen ist schon bei recht geringen Temperaturen verfügbar, der Nektar braucht es wärmer. So warm, dass dies so früh im Jahr nur selten erreicht wird. Der Überschuss im Honigraum, der auch durch die nächste folgende Kältewelle nicht aufgebraucht wird, ist also nicht so leicht zu erzielen.

    Das Angebot wird noch zusätzlich reduziert, weil die Landwirte in der Lage sind den Löwenzahn aus den Wiesen zu spritzen und dies auch teilweise tun. Ebenso ist es nicht selten der Fall, dass beim ersten schönen Tag, an dem Trachtflug auch für Nektar möglich wäre, die ganze schöne Pracht für den ersten Siloschnitt dahingmeuchelt wird.


    Es muss schon so einiges zusammen kommen, damit man Löwenzahnhonig schleudern kann. So weit weg von Casinobedingungen sind wir da nicht.

    "In einer Demokratie hat jeder das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten."

    aus "Mensch, Erde"

  • Das Angebot wird noch zusätzlich reduziert, weil die Landwirte in der Lage sind den Löwenzahn aus den Wiesen zu spritzen und dies auch teilweise tun. Ebenso ist es nicht selten der Fall, dass beim ersten schönen Tag, an dem Trachtflug auch für Nektar möglich wäre, die ganze schöne Pracht für den ersten Siloschnitt dahingmeuchelt wird.

    Ein wichtiger Aspekt, der schon einige Kilometer weiter auch hier greift. Noch habe ich den Vorteil eines klassischen Weideviehhalters, dem es nicht einfällt, den Löwenzahn kaputt zu spritzen und der es mit dem Silomachen nicht übertreibt.