Leute, achtet aufs Futter - gerade bei den starken Völkern 2022

  • Moin,

    ich finde das gar nicht so verwunderlich, da nicht jedes Jahr gleich ist. Und Erfahrung macht nur einen Teil aus. Man muss halt beobachten, realisieren und vor allem handeln!

    Wie ist der Futterzustand vor Winter, wie hab ich eingefüttert, was ist mein Zielgewicht, wie ist der Brutzustand im Winter und wie kommen die Völker aus dem Winter heraus? Zielgewicht zum Einfüttern kann man anpeilen und notieren für Folgejahre.

    Aber entscheident ist nicht, wieviel hab ich eingefüttert (genug drin zu haben wäre optimal, am besten die letzte leere Futterwabe mit dem Einsetzen der Weiden(tracht) rausnehmen können;-))) sondern dass ich reagiere, wenn ich merke, die brauchen im Frühjahr noch was! Ist doch egal, wenn ein Volk weniger hat als die anderen! Aber dann nicht zu reagieren wäre blöd. Zack, Futterteig rauf, fertig! Futterstrom vorhanden, Bienen glücklich!

    Ich hab dieses Jahr das Gefühl, dass meine Völker schlechter aus dem Winter rausgekommen sind. Ich vermute, dass denen der Pollen fehlt und/oder sie durch den wochenlangen Sturm aus der Brut sind (was ggf. gut war).

    Futter ist (noch) ok, aber trotzdem nicht mehr so viel vorhanden, wie erhofft.

    Hatte im Gegensatz zum letzten Winter weniger eingefüttert, nachdem ich je Volk 2-4 nahezu volle! Futterwaben entnommen hatte (DN1,5), sprich mind. 3-5kg je Volk. Die hatte ich im Laufe des Herbstes noch als Goodie on top gegeben. Und trotzdem sieht es dieses Jahr deutlich magerer aus. So kann man sich täuschen...

    Wärmerer Winter mit der windigen, regnerischen Gesamtwetterlage!

    Aber wie gesagt, wenn das jetzt noch eng wird, kommt Futterteig drauf! Punkt!

    By the way: Einseitiges Wiegen finde ich unglücklich, da man nicht weiß, wo das Futter ist. Besser ist in meinen Augen, das Volk beidseitig zu wiegen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Bei meinem Volk, das wohl am stärksten aus dem Winter gekommen ist (lt Bodenschieber und Flugbetrieb - Wirtschaftsvolk mit junger Königin) hab ich heut durch die Folie geschaut. Sitzen komplett oben, Oberträger voller Bienen (zweizargiges Volk). Rein rechnerisch hat es auch nur noch 8 kg Futter. War auf 24 kg eingefüttert Gleich Teig drauf oder reinschauen?

    Den Einzargern wollt ich morgen ohnehin Teig auflegen. Die hatte ich auf 14 kg eingefüttert, sind aktuell rechnerisch auch noch so 7,5 bis 8 kg Futter drin. Aber die sind halt natürlich nicht so stark.


    Bei allen Völkern dicke Pollenhöschen. :)

  • Rein rechnerisch hat es auch nur noch 8 kg Futter. War auf 24 kg eingefüttert Gleich Teig drauf oder reinschauen?

    Teig kostet 2,5€ das Päckchen, ein WV ~120-200€.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich habe ein Volk, das nur noch drei, vier Kilo Futter hat. Ich gebe da aber keinen Futterteig, sondern hänge Futterwaben aus anderen Völkern zu. Davon sind am Ende (also bei Beginn der ersten Massentrachten) immer welche übrig.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich habe ein Volk, das nur noch drei, vier Kilo Futter hat. Ich gebe da aber keinen Futterteig, sondern hänge Futterwaben aus anderen Völkern zu. Davon sind am Ende (also bei Beginn der ersten Massentrachten) immer welche übrig.

    Ja, ich heb die mir gern für die Ableger/Neuvölker auf, da hab ich mit Futterwaben am wenigsten Räuberei.

  • Heute 11 Völker geschiedet auf 4 bzw. 5 Waben; alle mit Brutnest, diese aber nicht angerührt und auch keine Königinnen-Kontrolle. Das 12. Volk Schwächling, war Schaubeute; auf 6 Waben überwintert. Einzig OS-Sprühbehandlung. Wahrscheinlich Varroa-Schaden.


    Futter überall noch reichlich vorhanden. Meine monatliche Gewichtskontrolle mit 100 kg-Federwaage war bisher aussagekräftig. Die drei stärksten Völker sind ehemalige 2 Königinnen-Völker mit aufgesetzten HR über ASG.

    Ehemalig, denn von den 6 Königinnen haben sich 3 behauptet, bei den anderen Verbleib unbekannt. Die Honigräume sind zu gut ½ vollgetragen und verdeckelt mit virtuellem Brutnest.


    Futterteig auflegen nicht erforderlich. Wird auch nur in Notsituationen praktiziert.


    24 Schiede aus Stegplatte mit Thermofolie (aufgetackert) eingesetzt.

    Stegplatte mit Thermofolie.jpg


    Schiede mit Torf-, Hanfhäcksel- und Stroh-Füllung haben sich im vergangenen Jahr nicht bewährt wegen Schimmel. Selbstklebende Styropormatte mit Alufolie (für Wände hinter Heizkörper) hat sich ebenfalls nicht bewährt, da Bienen Styropor herausknabbern.

    Bruno

    12 Völker US-Dadant ... schauend, staunend, lernend ...

  • Ich wundere mich ja immer auf's Neue, dass dieser Hinweise jeden Spätwinter wieder auftaucht. Wie wäre es denn mit einem Thread: "Leute, füttert Eure Bienen im Spätsommer ausreichend, damit ihr Euch im zeitigen Frühjahr keine Sorgen machen müsst"?

    Wo liegt denn das Problem eigentlich? Ist das Geiz? Ist weithin unbekannt, wie viel Futter ein Bienenvolk zum Überwintern braucht? Gibt es Imker, die es darauf anlegen, kein Kilo Futter zu viel zu geben? Sind Eure Kisten zu klein? Es ist mir ein Rätsel.

    Warum "ein Rätsel", du scheinst es doch schon erfasst zu haben:

    - Jedes Jahr gibt es auch Neuimker:Innen - dieses Forum ist öffentlich, d.h. auch Neue bzw. Anfänger:Innen sind hier beteiligt.

    - Die Imker:Inn ist der hauptsächliche Selektionsfaktur/Umweltfaktor unserer Bienen (m=nix mit 'Symbiose') - einige von uns ändern z.B. dynamisch die Betriebsweise, die Beuten, bzw. lassen die eignene Bienenkollonien(genetik) sich anpassen, d.h. Futtermenge ist z.B. Zuchtfaktor (nicht alle von uns haben nur die Wirtschaftsbienenstöcke (honey money) im Blick)

    - Unfall, bzw. umstandshalbere Futtermangelversorgung

    - da gibt es keine Rätsel - sonst gäbe es wohl langsam auch keine "Monatsbetrachtungen" mehr, die auch voll von solchen guten Ratschlägen sind

    - "ich dachte ich hätte noch Zeit" - Ralfs Motto trifft ins Schwarze, manchmal braucht es einen Ruck od. Ruckgeber:Inn um das Richtige zu tun :)

    Aloha ❀ Markus F.

    ✦ Liebe deine Bienen wie dich selbst - Liebe ist Verantwortung eines Ichs für ein Du, hierin besteht, was in keinem Gefühl bestehen kann, die Gleichheit aller Liebenden.

  • Hallo WFLP,

    woher kommt diese Grundregel mit den 4 kg Futter?

    Ries schreibt von 10 kg und dass die Völker bei weniger als 10 kg anfangen zu leiden.

    Grüße

    Lars

  • Hallo, ich wiege seit diesem Frühjahr auch regelmäßig ab mitte Februar.

    Aldi Kofferwaage.jpg

    Billige digitale Aldi Kofferwaage mit nicht sonnengebleichten Reststück von abgerissenen Beutengurt und irgendwelchen Schnallen von einem zerissenen Rucksack und einem bearbeiteten Edelstahlreststück.


    Der Blick durch die Fenster sagt dieses Jahr oft nur, das noch verdeckeltes Futter am Rand vorhanden ist. Die Wabengassen kann ich trotz Nacht und Taschenlampe bei vielen Völkern dieses Jahr nicht mehr entlang schauen - zuviel drin/los in der Beute. Bei mir machen die bei dem gringen Frost Abends keine Traube (vielleicht höchstens frühmorgens - was aber nicht meine Stunde ist), an der man vorbei leuchten könnte (geschlossener Boden). Die letzten beiden Jahre waren die Völker zu dieser Zeit äh ... übersichtlicher.


    Der maximale Gewichtsverlust der letzten drei Wochen betrug 600g/Woche. Sie sind noch reichlich vom Mindestgewicht entfernt, so das ich trotz steigendem Brutgewicht mit der zur Durchsicht bis nach der Salweide warten kann.

    Schlossimker - ein Kaiserfranke.

    Anfänger 2019 - 2023, einstellige Völkerzahl. Modifizierte Warre, 9 Waben, Ohren wie Spock, Hohenheimer Griffe, integriertes Fenster, mobiler Naturbau in Halbrähmchen. Wabenhonig während der Saison im runden oder sechseckigen Furnierstreifenrahmen, und ausdrücklich ohne Patent- und Markenschutz.

  • Habe heute auch bei einem Volk 2,5kg drauf gepackt, nachdem es an die 5 Kilo Grenze ging. Freue mich, dass alle gut durch den Winter gekommen sind :)


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Was hatte ich heute Schwein: komme kurz nach Mittag heim und sehe gleich, da stimmt was nicht. Genau geguckt, aha, da hat sich das Holz der Flachzargen derart verzogen, dass die Bienen hinten ein zweites Flugloch bekamen. Also alles auf, und siehe da, obwohl die Stockwaage 30 kg anzeigt, ist praktisch kein Futter mehr im Volk. Also alle Völker mit Futterteig beglückt, … Schwein gehabt! Verzogene Zarge