Leute, achtet aufs Futter - gerade bei den starken Völkern 2022

  • Moin zusammen,


    ich versuche mich sehr pragmtatisch ein zu schießen.

    Segeberger auf 2 Zargen, so wintere ich alle Völker ein, auch Ableger und späte Ableger (2 aus dem Juli).

    Ich wiege nur noch 1 x hinten und multipliziere dann im Kopf x 2. Die Beuteteile habe ich einmalig genau eingewogen. Ich komme dann auf ca. 15 kg für die Beute inkl. 2 kg Bienen.

    Der Rest ist Futter. Mal schauen, wieviel Futter ich zur Kirschblüte entnehme?

    Habe für 2022 10 Ableger geplant, da werde ich die dann schon los.

    Bis auf 2, haben alle noch > 15 kg Futter drin. Die beiden Ausreißer, 1 x geräubert im OIktober und einmal die Maus, aben noch 8 kg drin. Alles rechnerisch.

    Nächte Woche ist Futterkranzprobe, da schaue ich dann auch gleich mal rein.


    Bin gespannt, ob man so pragmatisch pauschalisieren kann und so sorglos durch den Winter kommt. Hatte mir die gleichen Fragen gestellt, wie WFLP, aber nicht getraut hier zu fragen :/  ;)

    Man sieht ja, wie sensibel das Thema ist, die Welt scheind gerade ein Pulverfass zu sein :(

    Lasst uns wenigstens vernünftig miteinander umgehen :thumbup:<3

  • ... aber Ausreißer gibt es immer wieder.

    Ich könnte mir vorstellen, dass ein Volk noch im Vorjahr ausgeräubert wurde. Das sollte man aber nicht übersehen dürfen. Aber die Futtermenge kalkuliere ich immer so üppig, dass auch "Ausreißer" genug haben. Es kam bei mir noch nie vor, dass ein Volk im Frühjahr zu wenig Futter hatte.

    Wer so spät füttert, dass die Bienen nicht mehr genug Futter abnehmen, hat etwas falsch gemacht. Ich kann deswegen keinen Grund für zu wenig Futter in Frühjahr erkennen, bei dem das Problem nicht auf der Imkerseite liegt.

    Und das meine ich jetzt nicht polemisch, sondern als Empfehlung zur selbstkritischen Fehlersuche.

    Dann hilf mir doch bitte mal. Das Volk das jetzt fast leer ist hatte in der ersten Oktoberwoche zwischen 16 und 18 kg Futter drin. Im November und Dezember habe ich nur mit der Hand angehoben und da war die Kiste immer noch schwer, wie ein Stein. Was hätte ich anders machen sollen? 10er Dadant, zehn Waben ohne Schied.


    Wieviel Kilo Futter sind in deinen Völkern, wenn du fertig mit Füttern bist?

  • (...) Übrigens empfinden das meine Bienen auch so. Sie lieben diesen von mir eingerichteten Futterkranz. (...)

    Ulrich, es gibt ja Imker, die Futterteig im Frühjahr regelrecht verteufeln.

    Da wird sogar davon gesprochen, sich eher die Hände abzuhacken, etc.


    Ist Futterteig für Dich auch nur eine Notlösung? Oder nutzt Du ihn gezielt, auch wenn ausreichende Vorräte in der Kiste sind?

    Die von Dir genannten schwer erreichbaren Futterwaben könnte man ja alternativ auch an's Brutnest ranrücken.


    Vielleicht ist durch die vielen gelöschten Beiträge der Kontext verloren gegangen - würde mich freuen, Dein Vorgehen besser verstehen zu können 🙂


    Liebe Grüße;

    Sabine

  • Das Volk das jetzt fast leer ist hatte in der ersten Oktoberwoche zwischen 16 und 18 kg Futter drin.

    Ich weiß nicht wie der Durchschnittverbrauch bei Dir ist, aber 16 bis 18 Kilo Futter können zu wenig sein.

    Man muss ohnehin anders rechnen. Die Grundregel lautet: Es sollten immer mindestens 4 Kilo Futter im Volk sein. Das heißt bei einem Winterverbrauch von 16 Kilo muss ich auf mindestens 20 Kilo auffüttern. Der Winter endet futtertechnisch betrachtet erst, wenn die Tracht so gut ist, dass wieder Überschüsse eingelagert werden. Das kann auch mal Mai werden, wie wir letztes Jahr gesehen haben.


    Wieviel Kilo Futter sind in deinen Völkern, wenn du fertig mit Füttern bist?

    Ich rechne gut 20 Kilo. Dafür ist bei 1,5 Normalmaß auch gut Platz, ohne die Bienen im Spätersommer aus der Brut zu drängen (in der Regel wintere ich auf 10 bis 11 Waben ein).

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich füttere die 12 er Kiste auf nur 10 Waben, weil ich keine frühen Ableger machen will, weil ich möglichst wenige volle Futterwaben rausnehmen will.

    Ich wiege mit der Hand. Bei Verdacht kommt sofort Futterteig drauf, ohne dass ich da Waben schiebe. Die Hälfte meiner Völker ist jetzt durchgesehen, Schied (nicht eng) gesetzt und Futterstand kontrolliert, leere Waben raus. Fast alle von den durchgesehenen bekommen spätestens jetzt den Futterteig gezielt oben auf. Kurze Wege zum Futter. In die Futterwabe(n) können sie reinbrüten, wenn das Wetter stabil ist. Futter über Kopf ist viel besser, als Futter seitlich. Zweizargenimker müssen sich da keine Gedanken machen. dafür haben sie aber andere Baustellen.



    Gruss

    Ulrich

  • Unser persönlicher Ausreiser dieses Jahr.


    Wirtschaftsvolk mit frischer Zuchtkönigin von einem bekannten Züchter - im August eingeweiselt.


    Beutenstand des Volkes sehr gut geschützt gegen Ost- Nord und Westwind - diesen Winter 0 Frosttage - meist immer Temperaturen um die 5-7 Grad und auch Nachts ist kein Frost an die Beute gekommen.


    Eingefüttert mit 28 kg Zuckerrübensirup, sehr gut angenommen. Im November immer noch massive Brutfelder über 6 Waben DNM 1,5 zu je 50%. Im Dezember immer noch sehr gut Brut, auch wurde bei jedem möglichen Flugfenster stark geflogen.


    Nächste Kontrolle im Februar, immer noch oder schon wieder starker Bruteinschlag und sehr viele Bienen in der Beute und auch am fliegen - zum Teil auch bei Wetter, wo sich an den anderen Völkern in der Reihe sich nichts gerührt hat. Ab dem Punkt wöchentliche Kontrolle des Futters und ohne des eingreifens, wahrscheinlich und sicher verhungert, da massiv durch gebrütet worden ist und die 28 kg verbraucht waren, dieses Ende Februar.


    Das Volk ist sehr vital und für die Jahreszeit extrem stark. Vergleichsvölker daneben haben zum Teil nur die Hälfte an Bienenmasse und gut Futter.


    Auf jeden Fall ein Kanditat für 1. frühe Schwarmneigung ( kann man ja Gott Lob gegensteuern und 2. eine starker Kandidat für eine frühe Varroabehandlung - direkt am Ende des Raps durch TBE - da sicherlich durch das Durchbrüten massig Varroen drin sind.

  • Hallo,

    ich habe auch schon Probleme damit gehabt. Man weiß ja nicht wie schwer die bewohnte, „futterleere“ Beute wiegt.

    Ich habe mir überlegt die Beuten jetzt im Frühjahr zu wiegen. Und ich werde aufschreiben wie die Beute gestapelt ist.

    Dann habe ich einen Anhaltspunkt.

    Oder ?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Es bleibt immer nur ein Anhaltspunkt. Winterfutter wird zu Brut.

    Ein Liter Winterfutter wiegt 1,4 kg. Ein Liter Brut fast 1 kg. Die Waage zeigt nicht an, was sie da auf der Plattform hat.


    Gruss

    Ulrich

  • Ja sicher ! Aber warum dann überhaupt wiegen?

    Dann das Futter abschätzen, das zu einem bestimmten Zeitpunkt / in einem bestimmten Zeitraum in den Waben ist.

    Das sollte aber erst nach Ende der Brut erfolgen. Dann muss man aber zu so spätem Zeitpunkt jede Wabe anschauen und schätzen.

    Soll das gut sein?

    Dann lieber einfetten und bei der ev. durchzuführenden Winterbehandlung eine Portion Futterteig auflegen. Dessen Kontrolle stört das Volk nur wenig.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Es bleibt immer nur ein Anhaltspunkt. Winterfutter wird zu Brut.

    Ein Liter Winterfutter wiegt 1,4 kg. Ein Liter Brut fast 1 kg. Die Waage zeigt nicht an, was sie da auf der Plattform hat.


    Gruss

    Ulrich

    Ich werde vermutlich noch ca. 37895 Jahre brauchen, bis ich raus habe, wie so viele Imker dann so genau sagen können, wieviel Futter sie in den Beuten haben. Oder ich hole mir, wenn ich dann in absehbarer Zeit in Köln residiere mal den rase ran und der soll mir das vor Ort erklären ^^ Aber bis dahin versuche ich es in dieser Saison mal mit exzessivem Wiegen, Beobachten und Notieren. Das muss doch rauszukriegen sein, ohne die Beuten dafür immer komplett durchwühlen zu müssen.

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Gibt zwei Kenngrößen. Gewicht und Gemüll (im Kaltbau). Wenn die schwer sind, aber nur vorne sitzen, ist vermutlich viel Futter hinten und vorn am Flugloch sitzt die Traube mit Brut. Wenn das Gemüll über die ganzen Wabengassen geht, sind sie mit der Zehrung wohl schon bis dahin angekommen. Gleichschwer, aber vermutlich eben auch Gewicht durch Brut. Da lohnt sich dann der Bilck IN die Kiste. Ist alles keine Raketenwissenschaft.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn die richtig viel Brut haben, ist es ja meistens auch schon so warm, das reingucken kein Problem mehr ist. Völker die durchbrüten und Mitte Februar schon die Kiste voll Brut haben, erkennt man daran, dass die Kiste im Dezember oder Januar schon mal extrem leicht war.

  • Ich wiege die Kisten immer nach dem Abschleudern vor dem Einfüttern.
    Direkt nach dem Schleudern gibt es eine kleine Portion Futter, dass sie auch sicher im Brutraum genug Futter(kranz) haben.

    Dann wird die Winterkonfiguration der Beute vorgenommen (Zahl der Waben festgelegt....) und in dieser Konfiguration gewogen, Gewicht auf Stockkarte vermerkt und dann kommt das zusätzliche Futter für den Winter dazu. So habe ich Leergewicht + Bienenmasse vom Sommer + Futterkranz als Gesamtgewicht ohne Winterfutter. Alles was dann später die Waage noch mehr anzeigt, muss also zusätzliches Winterfutter sein. So kann ich bis zum Zielgewicht füttern (oder Springkraut sammeln lassen und ergänzen).

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)