Liebig-Dispenser: zu schnelle Verdunstung

  • Hallo,


    seit ein paar Tagen habe ich die Liebigdispenser mit AS 85% auf den Völkern. Bei der Dochtgröße habe ich mich nach den Anweisungen der Firma gerichtet; da die Dadantkästen nur mit 7 statt 12 Rähmchen besetzt sind, habe ich mich etwa an der Angabe für einzargige Zandermagazine und 12-15 °C Außentemperatur orientiert, die Temperaturvorhersage lag nur bei 11 °C. Viel wärmer wurde es auch nicht, es regnete in Strömen.


    In den nächsten Tagen mußte ich die Dochte erheblich verkleinern, da die Säure viel zu schnell verdunstete - im stärkeren Volk 40 ml/Tag! Dazu hunderte toter Bienen, hauptsächlich frisch geschlüpfte. Jetzt bange ich um die Königin.


    Offenbar sind die Dochtgrößenangaben viel zu großzügig. Wie sind Eure Erfahrungen?


    Hattet Ihr schon Königinnenverluste durch AS?


    Besorgte Grüße, Johannes

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Johannes,


    ich habe von zwanzig Völkern bei wenigen die gleiche Dochtgröße, fast alle unterschiedlich.
    In den ersten 24 Std. war bei mir auch ein Verbrauch von 30- 40ml angesagt, ich habe dann überall mindestens noch einen Streifen abgenommen, und hatte schon weniger als beschrieben.
    Am fünften Tag habe ich noch einmal nachgesehen und es hatte sich einreguliert.
    Nun muss ich aber dazu sagen das mein Behandlungszeitraum in einige Tage Anfangs 28°, bis jetzt 10° fiel also jeden Tag anderes Wetter mit Sonne, Regen und Sturm.
    Totenfall hatte ich auch, aber nicht viel und überwiegend Altbienen, keine Königin.
    Auch der Totenfall bei den Milben ist erschreckend wenig, ich hatte nie viele, aber dieses Jahr ist Rekordverdächtig.
    Wenn ich ehrlich sein soll kam es mir auch schon in den Sinn, mir so einen OS- Puster zuzulegen, nur, wo soll es enden, nächstes Jahr kommt wieder was Neues und wieder….
    Ich musste meinem Lieferanten schon schriftlich bestätigen das ich die ganzen Säuren nur zur Varrosebehandlung nehme und nicht zur Rauschgift-Herstellung.
    Jetzt bekommen sie Weihnachten noch ihren Schluck Bienenwohl und dann will ich sehen was im Frühjahr wieder herausgekrabbelt kommt.
     
    Ich wünsche, viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Hallo Johannes,


    auch bei mir lag die Verdunstung anfangs bei 35ml im DNM Warmbau in 2 Holzbeuten. (2 zargig) Allerdings haben sich die Werte nach 2 Tagen auf die angegebene Maße eingependelt. Totenfall hatte ich ebenfalls nicht. Gefallen sind ca. 300 Milben. Die Temperatur lag um die 20°C.
    Jedoch habe ich die Zahlenagaben des Herstellers nicht ganz verstanden.
    Bei 150ml Füllmenge soll der Dispenser 2-3 Wochen in der Beute stehen. Bei einer täglichen Verdunstungsmenge von 20-30ml ist der Dispenser aber nach 5-8 Tagen leer. Vielleicht kann mir da jemand auf die Sprünge helfen.


    Viele gesunde Winterbienen wünscht Euch


    Lutz

  • Hallo ,
    Die angaben zur Dochtgröße scheinen wirklich nicht zu stimmen . Ich habe bei meinen Völkern (2 Zargen Segeberger ) erst mit ganzem Docht behandelt . Dabei sind innerhalb von 12 Stunden 30 ml augetreten und es gab einige tote Bienen . Bei einem anderen Volk hatte ich den Docht um 2 Streifen kleiner benutzt und in 24 Stunden traten 40 ml aus was wieder zu toten Bienen führte .
    Die Behandlungen hatte ich dann erstmal abgebrochen .
    Man darf aber nicht vergessen das wenn 40ml aus der Flasche sind nicht gleich auch 40ml verdunsten , da ja noch einiges im Docht ist .


    Milben sind bei mir ordentlich gefallen . Der Totenfall der Milben hielt auch gut 10 Tage an .


    Gruß Florian

  • Hallo, Lutz,


    normalerweise geht Liebig davon aus das 10-15ml pro Tag verdunsten sollen.
    Ist aber eigentlich nur möglich bei trockenem Wetter, ich hatte sechs Tage, bei Regen anschließend, läuft das Wasser an den Wänden herunter.
    Und die Bienen fächeln wie verrückt, somit auch die Säure hinaus.


    Grüße
    Margret

  • Hallo, Margret und andere,


    Nachtrag: im "schnellverdunstenden Volk" ist die Flasche jetzt leer, und die Bienen tragen jetzt massenhaft Pollen ein... Ich nehm' das mal als Hinweis auf eine lebendige Königin...


    (Oder?)


    Grüße, Johannes

  • Liebe Imkerfreunde,


    es stimmt, manchesmal verdunstet am Anfang unheimlich viel. Ich hatte schon 60 und 70 ml Verdunstungsmenge am ersten Tag. Da war was los, hauptsächlich in den Sch.... Segebergern!
    Ich helfe mir damit, daß ich den Docht vorm Einlegen anfeuchte, z.T. richtig gut. Erstens sickert dann nicht gleich so viel AS aus der Flasche und zweitens gewöhnen sich die Bienen besser an das langsam einsetzende AS-Klima. :lol:


    Wenn es allerdings viele tote Jungbienen gibt, sollte man abbrechen.
    Wenn der Honigkranz auf der Brutwabe schmal ausfällt, dann sind m.a.W. die schlüpfenden Jungbienen verdammt dicht am Verdunster. :cry: Man könnte die erste und zweite Brutzarge vertauschen, um die schlüpfende Brut zu distanzieren...
    Habe das noch nicht probiert, aber im neuen Jahr werde ich dran denken.


    Guten Rutsch ins Neue Jahr :D 
    Philipp

  • Hallo Philipp,
    das mit dem befeuchten ist der absolut falsche Tipp, vor allem für Anfänger!! Die Verdunstungsgmenge ist hierdurch nicht mehr abschätzbar u. in vielen Fällen wird sie zu wenig sein. Wenn die Menge in der Flasche am ersten Tag stark gesunken ist, heißt das nicht gleich, dass sie auch im Volk verdunstet ist. Beim Flaschenverdunster befindet sich ein Großteil der Säure dann im Docht. Mit dem Dispenser habe ich zwar noch keine Erfahrung, ich schätze aber, dass er dem Tellerverdunster im Prinzip entspricht.
    Mal ganz davon ab, dass Zargen tauschen u. sämtliches "Brutrumgewühle" eher schädlich als nützlich ist, braucht ein Verdunster auch entsprechende Temperatur um zu funktionieren. Ist der Verdunster zu weit von der Brut weg, ist die Verdunstungsmenge bei kälterem Wetter unzureichend und erst recht wenn zu wenig Bienen auf 2 Räumen eingewintert werden sollen. Am sichersten funktioniert der Verdunster in einräumigen Völkern. Ein paar tote Jungbienen u. ausgeräumte Brut lassen sich nicht verhindern.


    Gruss M. Brandt