Winterruhe

  • Guten Morgen,
    kann ich jetzt noch ein Volk mit dem Auto transportieren, oder gefährde ich es dadurch? Durch eine Baumassnahme wäre es nötig, ich könnte es aber notfalls auch vermeiden.
    grüße
    petra

  • Hallo Petra,


    ja. Solange die Bienen noch fliegen ist das OK.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke schön für die schnelle Antwort,
    das Problem ist, dass die Bienen ja zur Zeit (bei uns) nicht mal mehr ihr Näschen vor die Beute strecken. 10 Grad und ekliger Wind mit Regen. Trotzdem??
    Viele Grüße
    Petra

  • Hallo Petra,


    beim Verstellen außerhalb des Flugkreises (und ich denke darum geht es) können neben dem eigentlichen Transport nicht so viele Probleme auftreten. Noch ist es nicht so kalt, daß die Wintertraube fest sitzt. Die Bienen fliegen eigentlich noch. Nur wenn's grade regnet und stürmt eben nicht.
    Wichtig ist vielleicht ein Phänomen zu beachten und dafür zu sorgen, daß sich die Bienen gleich nach dem (mindestens) für sie aufregenden Transport einfliegen können. Wenn nach dem Transport mehrere Tage ununterbrochen kein Flugwetter herrscht, passiert es, daß wenn dann Flugwetter einsetzt alle Flugbienen verloren gehen, weil sie nicht heimfinden. Sie haben sich dann am neuen Ort schon wieder beruhigt und "denken" sie seien zu Hause und fliegen ohne sich nochmal umzuschauen aus und auf und davon. Das hat nichts mit Flugling zu tun, wo sie sich ja nach Hause, also zu ihrem alten Standplatz, zurückfinden. Die Bienen gehen tatsächlich verloren.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Johannes,


    das Phänomen ist zum Beispiel beschrieben vom Imkermeister Wolfgang Kusche, Weihenstephan in den Monatsbetrachtungen. Leider ist die Seite nicht mehr ereichbar, da jetzt nichts mehr über Bienen auf der Web-Site von Weihenstephan zu finden ist. (Google findet den Artikel unter "Kusche Monatsbetrachtungen" zwar noch, aber der Link führt nur zur Hauptseite.)


    Selbst erlebt haben es wohl auch mir bekannte Imker, die nur etwa 30km weit gewandert waren und deshalb schon vor Sonnenaufgang die Kästen wieder offen hatten. Den ganzen Tag über regnete es. Damals hat wohl einer der Wanderimker schon gewarnt und wäre lieber am Mittag wieder mit seinen Bienen zurück gefahren. Das ging aber nicht, da sich die Zugmaschine während des Rückens im Regen festgefahren hatte. Auch am folgenden Tag regnete es und es war nicht möglich Bienenwagen und Zumaschine zu bergen. Nach zwei Regentagen sind dann die beschriebenen Flugbienenverluste eingetreten. Bemerkt wurde es wohl vom Trekerfahrer, der gefragt hat, ob denn überhaupt Bienen in den Wagen waren, weil er bei schönstem Wetter keine hat fliegen sehen.


    Danach soll es in dem Jahr nicht ein einziges schwarmtriebiges Volk auf den Wagen gegeben haben. Aber das ist alles Hörensagen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Das ist ja eine ganz neue Entdeckung bei den Bienen, aber man soll nicht alles glauben was so mancher Imker von sich gibt. :wink:


    Ich war immer der Meinung, dass die Bienen sowieso nur für ein paar Tage ihre Orientierung behalten können und sich nach ca. drei bis vier Tagen schlechtem Wetter auch am eigenen Stand neu einfliegen müssen.


    Ganz was neues ist dass Bienen denken können, man lernt halt nicht aus.


    Günter

  • Hallo Johannes (und natürlich auch alle anderen)


    ich hab' die Monatsanweisungen von Wolfgang Kusche noch auf meiner Platte gefunden. 256KB mit 42 sehr interessanten Seiten. (Auch über das Gedächtnis der Bienen) Wer's möchte oder wieder irgendwo online-stellen kann --> kurze eMail an mich.
    Das Phänomen ist dort auf Seite 7 im Rahmen einer Heidewanderung beschrieben.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Hallo alle Interessierte,


    die Monatsbetrachtungen von Kusche-Weihenstephan gibt's noch, sie wurden nur versteckt ;-)


    < http://www.fh-weihenstephan.de/fgw/wissenspool/infos/kurzinfos-liste.php?suchkategorie=14&suchtext=&anfang=0&schrittzahl=14 >

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


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    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)