Völkerführung mit 2 Schieden: Vor- und Nachteile

  • Hallo Zusammen,

    ich schiede meine Völker auch mit zwei Thermoschieden im Februar, jetzt das dritte Jahr. (12er DD)


    Doppelte Futtertasche ist ganzjährig drin. Es wird auf 8-10 Waben aufgefüttert.

    Im Februar kommen die 1-2 leeren Futterwaben raus, Brutnest in der Mitte zwischen zwei Thermos.

    Futterwaben links und rechts vom Schied, so können sie von beiden Seiten Futter holen, und müssen sich dazu nicht soo weit vom warmen Brutnest entfernen.


    In meinen Augen liegt der Vorteil in der gelichmäßigeren Ausbreitung des Brutnests, die Randwabe an der Beutenwand entfällt und es entsteht kein Pollenbrett, bzw wird dieses früher durch Brut 'gesprengt' und dadurch aufgelöst.

    Wenn man das Brutnest in einer 12er Beute mittig haben will ist ein zweites Schied meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit.


    So in der Art gehen die Völker bei mir übers Jahr, zwischen zwei Thermos. Ich bin zufrieden damit. Der HR füllt sich gleichmäßiger, und ich komme von beiden seiten gut ran. :)


    IMG_1914.jpg


    Beste Grüße

    Luis

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Ich glaube die Schätzergebnisse sind viel mehr vom Schätzer abhängig, als ich bisher glaubte.

    Deswegen hast du bei Versuchen auch immer den gleichen Schätzer. Oder teilst die Versuchsgruppen gleichmäßig zwischen den Schätzenden auf, so dass sich die Unterschiede auspendeln.


    Bei solchen Werten sind auch nicht die absoluten Zahlen relevant, sondern die Unterschiede zueinander, d.h. es ist egal ob die 8000 Bienen nun wirklich 8000 oder vielleicht 7000 oder 9000 sind, solange sich diese Schätzungenauigkeit gleich auf alle Gruppen auswirkt.


    Ist nicht unähnlich der Stockwaagen. Ob das Volk jetzt wirklich 44.34 kg wiegt oder nicht ist eher unerheblich, solange die Waage den Trend verlässlich anzeigt.

  • Wir haben gestern und heute alle Völker geschiedet. An die Wand kommt eine Futterwabe, dann das erste Schied und danach der Brutnestbereich auf 3-6 Waben Zander oder 3-5 Waben Zadant je nach Stärke, dann das zweite Schied und dahinter werden Futterwaben aufgefüllt. Unsere Schiede sind aus dem gleichen Material wie die Honigräume, ein 20mm Vollholzbrett aus Strobe in ein altes mod. Zanderrähmchen ohne Unterträger getackert Höhe 260mm. Außerdem kommt unter den Brutbereich ein Wärmebrett, etwas größer als Beer es empfahl. Je nach Brutnestentwicklung wird meist bis zum Raps auf max. 8 Zander- oder 6 Zadantwaben im Brutbereich erweitert und erst zur Einfütterung dann auf 10 Zander/Zadant aufgefüttert.

  • Bei mir gibt's nur dünne Schiede aus einfacher Siebdruckplatte an OT. Heute alle Völker unterwegs - bekamen alle das Schied auf 4 bis 6 ehem. Brutwaben.


    Der Zeitpunkt ist wichtig, nicht die Temperatur. Was noch nicht brütet, startet in den nächsten Wochen. Und da müssen sie eng und warm sitzen. Der Bien heizt das locker in zwei Tagen wieder auf Solltemperatur, wenn die Völker es von der Stärke her erlauben.

  • Moin,

    danke für eure ganzen Ausführungen!

    Ich habe bei meinem Bedarfshändler erstmal ein paar Thermoschiede aus diesem festen Styropo (Hartpor?) angefragt. Vielleicht baue ich mir auch noch ein paar zusätzlich Wärmeschiede aus Sauna-Dämm-Platten 30mm (erscheint mir etwas dick, soll aber auch funktionieren). Zusätzlich Styrodor mit Alufolie o.ä. bekleben/beschichten.

    Tja, und dann werde ich meine Kaltbauvölker einmal schieden.

    Hab gestern die Stunde leider nicht nutzen können, als es sonnig und schön war und die Bienen geflogen sind. Aber ich hoffe auf weitere schöne Tage...

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ich finde die Ausführungen von Ralf Kolbe ausgesprochen umfangreich und schlüssig und ahme das dieses Jahr konsequent nach - auch aus den gleichen Gründen wie JaKi, um beim Wandern die Rähmchen nicht mehr extra absichern zu müssen (habe den Beespace ebenfalls oben).


    Meine Erfahrungen aus dem letzten Jahr haben auch gezeigt, dass ein zu enges Schieden im Grunde kaum möglich ist, wenn denn noch Waben vorhanden sind: Eine Königin, die mit dem gegebenen Platz nicht mehr auskommt, umrundet das Schied und macht dann einfach auf der anderen Seite weiter.


    Ich habe ebenfalls gestern etliche Völker geschiedet, dabei war auch zu sehen, dass die Bienen fleißig Futter von außen nach innen tragen, während die Königinnen kleine Brutnester angelegt haben.


    Was Ralf Kolbe auch ausführt, hier aber bisher wohl nicht erwähnt wurde: Er setzt erst HR auf, wenn auch Druck von unten gegeben ist, sprich: Die Kiste ist voll mit Brut und Bienen.

    Er zeigt das in 2021 mit so vielen Videos, dass das recht gut dokumentiert und nachvollziehbar wird. Aber er macht auch etwas, das für Erwerbsimker eher unüblich ist: Er bearbeitet jedes Volk individuell - bis er dann ab einem bestimmten Punkt mit der Einrichtung des BR fertig ist, und dann nur noch HR gibt und erntet. Und da fängt m.E. die Magie, oder die Erfahrung an, weil er dann irgendwann ab Mai nicht mehr rein schaut, bis Mitte, Ende Juli, und die Völker sich selbst überlassen kann "wenn die Kinderstube eingerichtet ist".

    Da will ich auch hin kommen, das ist das Ziel :)

  • rase, du schiedest die Völker ja relativ spät. Kann es sein, dass die großen Völker zu diesem Zeitpunkt von selbst nur auf sechs Waben brüten? Oder sind dann auch welche dabei, die dann auf mehr Waben brüten?

  • Selten. Und wenn, dann isses eben so. Wenn mehr Waben in der Kiste bleiben, als ich eigentlich will, nehm ich die halt später raus und verstärke damit welche, die zu Beginn vom Raps noch nicht schlagkräftig genug sind. Man kann aus allem 'ne Religion stricken. Zwingt einen aber keiner zu ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Also ich schiede seit 3 Jahren mit zwei Thermoschieden in 10'erDadant. Mir hat das frühe Schieden nicht gefallen. Die Bienen kühlen doch arg aus und sind schnell ungehalten. Seit letztem Jahr setze ich deshalb die Schiede im späten Oktober auf 3-5 Waben, je nach Stärke des Volkes. Die Völker sind bei warmen Tagen dann recht friedlich und wo ihr Hauptsitz für den Winter eingerichtet ist erkennt man schnell. Ich hatte erst Sorge vor Futterabriss, dass ist mir aber bei geschiedeten Völkern noch nie passiert. Gefühlt sind sauber geschiedete Völker sichtbar schneller im Frühjahr unterwegs. Nachteile habe ich noch nicht entdecken können.

  • Die Völker bei meinem Vater in Deutschland sind 1,5er DNM im Warmbau (Heroldbeuten). Ich habe, wenn ich dort bin und reinschaue, das Gefühl, daß sie sich im Frühjahr "selbst schieden", d.h das Brutnest verzettelt sich eh nicht so, sondern die Brutwaben sind - bis auf Honigkranz oben - sehr schön bebrütet. Erst im Sommer "verläppert" sich das kompakte Brutnest. Beobachtet das sonst noch ein Warmbauimker?


    Im Bild eine Wabe eines ungeschiedeten Volks 2004. Damals hatten wir noch nicht lange auf 1,5er Waben umgestellt. Schied war noch kein Thema für uns... wir waren froh, einfach nur einen Brutraum zu haben. :)


    Ah... und die vorderste Wabe ist bei unseren Bienen garantiert ein Pollenbrett im Warmbau. Selbst hinterm Schied (zumindest in unseren Versuchen)

  • Bei meinen Dadant-Beuten schiede ich maximal auf 5 Waben nach den Reinigungsflügen beidseitig mit Thermoschieden und bin damit zufrieden. Das Brutnest wird dann bis 14 Tage vor Honigernte nicht mehr angerührt. Futterwaben sitzen hinter dem Schied und werden, wenn sie leer sind entnommen. Futterteig gibt es bei mir nicht (außer Notfütterung). Fehlendes Futter wird bei Bedarf durch Reserve-Futterwaben ergänzt. Bisher hat die Herbsteinfütterung ausgereicht.


    Es hat etwas gedauert, bis ich das optimale Schied gefunden habe.

    Angefangen habe ich mit selbstklebender alubeschichteter Styropordämmtapete (für Wände hinter Heizkörper - im Baumarkt). Damit wurden die Holzschiede beklebt. Das hat sich aber nicht bewährt, da die Bienen das Styropor herausknabbern. Es bleibt dann die lose Alufolie übrig.


    In Polen werden auch Strohschiede angeboten. So habe ich auch mit Hanfhäcksel, Stroh und Torf experimentiert, wegen dem Raumklima und Feuchtigkeitsaustausch. Ist aber alles zu arbeitsaufwendig. Für interessierte habe ich ein paar Bilder für den Nachbau:

    Torf und Hanf.jpgStroh-Schied.jpgStroh-, Hanf- und Torf-Schiede.jpgHanfhäcksel.jpgTorf-Schied.jpg

    Letztlich hat sich als für mich beste Konstruktion eine an einem Oberträger angeklebte Stegplatte mit aufgetackerter Thermofolie herausgestellt.

    Stegplatte mit Thermofolie.jpg

    Davon benutze ich 24 Stück - Herstellungszeit weniger als ein halber Tag. Das wichtigste, sie werden von den Bienen gut angenommen und bleiben sauber. Die Brut füllt am Schied die gesamte Wabenfläche aus.

    Ich kenne Imker, die bereits im November ihre Völker mit Erfolg schieden - Rolf Schülbe z. B.; da gibt es auch YouTube-Beiträge darüber bei den Sächsischen Buckfastimkern, wo er das sehr gut erklärt.

    Bruno

    12 Völker US-Dadant ... schauend, staunend, lernend ...

  • Bei meinen Dadant-Beuten schiede ich maximal auf 5 Waben nach den Reinigungsflügen beidseitig mit Thermoschieden und bin damit zufrieden. Das Brutnest wird dann bis 14 Tage vor Honigernte nicht mehr angerührt. Futterwaben sitzen hinter dem Schied und werden, wenn sie leer sind entnommen.

    Bei Tracht sind die Waben hinter dem Schied dann aber nicht mehr leer^^

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife