Kaukasierbiene ein Bericht von Gilles Fert

  • ....."daß die natürlichen Bedingungen in Georgien für die Honigproduktion ungünstig wären: Verschiedenheit der Geländeoberfläche,Klimawechsel,lange Trockenperioden während der Trachtzeiten,plötzlich auftretende Niederschläge,häufig vorkommende Winde.
    Diese schwierigen klimatischen Bedingungen haben im Laufe der Jahrhunderte Eigenschaften heraus selektiert,die das Renommee der grauen Biene geschaffen haben.
    Und das ist auch die Erklärung dafür,daß die Biene aus Georgien eine deutlich höhere Produktivität aufweist als andere Bienen,wenn sie in Regionen mit stabilen klimatischen Bedingungen und mit guten Trachtangeboten gebracht wird.
    Heute ist die apis mellifera caucasica
    auf der ganzen Welt bekannt für ihre guten Eigenschaften.
    Sie ist äußerst sanftmütig und an lange und harte winter angepaßt.
    Sie ist nicht so fruchtbar wie die apis mellifera ligustica und bietet daher nicht die gleichen Möglichkeiten,wie zum Beispiel Produktion von Kunstschwärmen.
    Dagegen liefert sie in der Honigproduktion ausgezeichnete Ergebnisse,sowohl reinrassig als auch in kreuzungen.
    Die Kaukasierbiene mit einer Rüssellänge von 7,2 mm übertrifft alle anderen bei Trachten wie Akazie und Klee,bei Pflanzen mit tiefen Blütenkelchen.
    Sie ist sehr hart und kann ab 10 Grad Cesius selbst im Rireselregen arbeiten.
    Die Wiege ihrer geographischen Herkunft liegt in den tiefen Tälern von Mingrelien im Nord-westen des großen Kaukasus.Deshalb auch ihr gemeiner Name graue Biene aus den Bergen......


    Gruß
    Rainer

  • Viel gelobt, doch eben einseitig, da die Nachteile nicht genannt.


    Nosemaanfällig, starker Wirrbau, viel Propolisverwendung.


    Das heißt nicht, daß ich sie nicht auch einmal testen würde.


    Thomas

  • Liebe Imker,


    so langsam geht mir das mit dem Ausprobieren schon auf den Nerv.


    Da wird mal diese und jene Bienenrasse ausprobiert und es fliegen Buckfast, Carnica und die Kaukasier am selben Stand. Da kommen Königinnen aus Frankreich und aus Rußland oder je nach Mode eben auch aus Neuseeland.


    Mit dieser Ausprobiererei treibt ihr die Imker die standbegatten wollen ins Lager der Carnica-Fetischisten oder zwingt sie sich überzüchtete vielleicht auch besamte Zuchtmütter zu kaufen, obwohl sie wissen, daß diese oft umgeweiselt werden. Es gelingt dann nicht mehr durch Auslese eben auch das Material der umliegenden Imker zu verbessern, weil alles durcheinander fliegt. (Ich will mal erinnern: Früher schenkte man den Anfängern mal Nachzuchtköniginnen, auch ein Bißchen zum Selbstzweck)


    Wo bleibt die Verantwortung für die gesamte Imkerschaft? Wir regen uns über Einzelne, auf die uns allen die Preise versauen oder vielleicht mit unzulässigen Behandlungsverfahren oder Gerüchten über Larvenkot im Honig die Kunden verunsichern. Wir schleppen zu Forschungszwecken die Varroa ein und bald auch den Beutenkäfer. Und wir holen Bienen vom Nordkap, aus Rußland und aus Mittelamerika. Warum? Aus Neugier? Oder, weil es eben möglich ist? Oder ist es einfach Schick Neuseelandbienen neben dunklen zu haben? Seid Ihr Sammler oder Imker?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    wir machen es wie in der Schweiz per Volksentscheid welche Rasse wir an den Ständen halten dürfen oder wie in Österreich, wo in den Hochburgen der C - Biene jede andere Rasse verboten ist. Der nächste Schritt ist die Kastration von Mischlingshunden. Soll ich in meinem Gedankenspiel fortfahren und gedanklich um 60 Jahre zurück denken.....


    Es lebe die Artenvielfalt und die Berechtigung für jedes uns Menschen noch so unnütz erscheinende Lebewesen, das uns der Schöpfer mit in die Welt gegeben hat!

  • Dein Engagement in Ehren,aber hast Du da nicht etwas überreagiert?
     
    Da im Forum Fragen zur Kaukasia gestellt wurden habe ich den Auszug von Gilles Fert ins Internet gestellt.
    Informationen über andere Rassen zu bekommen erweitert doch den eigenen Horizont.Daher sollte man den Beitrag doch auch positiv betrachten können.
    Der Artikel ist doch keine Aufforderung zur Haltung der Kaukasier.


    Mit Gruß
    Rainer

  • Hallo Rainer,


    der Dampf ist schon weg. :wink:


    Meine durchaus ärgerliche Antwort bezog sich auf:

    Zitat

    Das heißt nicht, daß ich sie nicht auch einmal testen würde.


    Nein, informieren über anderes Rassen soll man sich schon. Und sicher soll man auch solche Rassen halten. Nur ist es eben nicht schön, wenn ein Anfänger ohne die Grundzüge der Imkerei an Hand einer Landrasse (und das mag je nach Gebiet und Verein etwas ganz anderes sein) gelernt zu haben, an seinen Stand eine Art Sammlung ausstellt. Da ist dann auch nichts vergleichbar, außer vielleicht die Farbe.


    Es ärgert mich einfach, wenn ich lesen oder hören muß, daß es "Imker" gibt die keine drei Völker der selben Rasse oder Abstammung haben. Wie will der geneigte Sammler denn an seinem Stand sinnvolle Nachzucht betreiben? Und wie schaffen das seine armen Nachbarn?


    Ich bin in der glücklichen Lage, einem Verein anzugehören, in dem über die Rasseproblematik offen gesprochen wird. Es wird nicht nur gesprochen, es wird auch zugehört, was wohl wichtiger ist. Die Mehrzahl der Imker hält eine carnicageprägte Landbiene und tauscht nur gelegentlich standbegattet Königinnen. Wenn jemand Königinnen von weiter her kauft, dann gibt er das, und die Gründe dafür uns allen bekannt. Wir haben nichts gegen Buckfasthalter und wir hätten sicher auch nichts gegen jemanden, der eben einen Stand Kaukasier hält. Wenn die Biene hier her paßt, wird uns das nicht schaden, wenn ihre Drohnen auch auf unsere Jungfern fliegen. Das Problem ist nur die Testerei, da testen wir nämlich alle mit.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    die Landrasse in allen Ehren, aber ohne Test keinen Fortschritt, auch gerade in der Zucht.
    Hätte ein gewisser A. Kehrle vor fast 90 Jahren nicht fremde Bienen in seine Zucht aufgenommen, wären wir ärmer dran .

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    wenn jemand weis was er tut ist das sicher in Ordnung. Nur will uns jeder Neuimker auch gleich eine neue Rasse schenken?


    Bruder Adam reiste zielgerichtet auf der Suche nach nützlichen Eigenschaften. Die von mir kritisierten Imker bestellen zielgerichtet auf der Suche nach Exoten.


    PS: Bruder Adams bürgerlicher Name war Karl Kehrle, 1919 übernahm er die Klosterimkerei seit 1910 arbeitete er dort, nach dem 2. Weltkrieg begann er zu Zuchtzwecken zu reisen. Da war er kein Anfänger mehr sondern mindesten 30 Jahre Bienenzüchter. Er wußte was er tat.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    ich wünsche dir von ganzem Herzen, daß du immer weißt, was du tust.


    Die besten, die weltumgreifendsten Entdeckungen und Erfindungen der Menschheitsgeschichte sind durch solche "Exotensammler" entstanden.
    Der erste, der mit einem brennenden Ast in der Höhle erschien, ist als bekloppt hingestellt worden, der erste, der ein Automobil baute, ebenfalls.
    "Es irrt der Mensch, so lang er strebt" aber der erste Tag, an dem er nicht mehr strebt, ist der erste Tag des Rückschritts.
    Und ob Br. Adam nun Karl oder Seppel hieß, ändert daran nichts und ist für sein Werk sch...egal.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo, alle Miteinander,


    ich habe immer ein Problem damit wenn mir eine Person oder ein Verein vorschreiben will was ich mit meinem Eigentum machen darf.
    Es mag vielleicht in einigen Regionen üblich sein dass man gerne unter sich bleiben möchte, aber der Zeitpunkt ist doch schon überschritten, als das man das noch kann.
    Wenn man mich als typischen Anfänger bezeichnen will, nur weil ich auf meinen Ständen verschiedene Rassen und davon auch noch verschiedene Zuchtrichtungen habe, geht das doch ein wenig zu weit.
    Ich kaufe meine Königinnen bei guten Züchtern, aber nicht bei Rassefanatikern, und keiner von den Damen und Herren hat mich um Referenzen gebeten.
    Ich suche mir die Biene die meinen Ansprüchen genügen soll noch selber aus und das kann ich nur wenn ich mit ihr arbeite, da fliegt auch raus was nicht passt und wenn der Kubitalindex bis aufs Pünktchen stimmt.
    Da ich mich nicht in der Lage fühle, das Arbeitstier zu züchten das ich mir vorstelle, verlasse ich mich auf namhafte Züchter/innen die mir das Beste aus ihrem Stall und ihren Erfahrungsschatz mit ihren Königinnen verkaufen.
    Wenn mir dann irgendein Hinterwaldszuchtverein Vorschriften machen will was ich zu lassen habe, geht mir der Hut hoch.
    So ich dann in der Nähe meiner Stände fremde Begattungskästen finde, und mich der Züchterring um Drohnenvölker bittet, bestätigt sich einmal mehr der Geiz oder die Raffgier einiger selbsternannter Superzüchter, die sich komischerweise immer auf, Die eine Rasse, berufen.
    Ich behandle meine Bienen wie edle Rennpferde und sie müssen unser Futter mit Leistung verdienen, dann geht es uns allen gut, bis der Tod uns scheidet.
    Ich bin lieber eine gute Imkerin, als eine mittelmäßige Züchterin.


    Ich wünsche, viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Hallo!
    Wie wäre es, die Diskussion ein wenig sachlicher zu führen.
    Anspielungen auf den Rassenwahn der Nazizeit und der Vergleich Königinneneinfuhr und Erfindung des Automobils tragen sicher nicht unbedingt dazu bei.
    @ Margret Warum du dich bevormundet fühlst verstehe ich nicht ganz. Deine Vorgehensweise ist doch OK.
    Über einige Punkte kann man sich sicher einigen.
    Einfuhr von Bienen nur auf legale Weise.
    Der Streit Carnica/Buckfast sollte sich spätestens nach den Kreuzungsversuchen an den Instituten erledigt haben.
    Gesetzliche Regelungen zur zwanghaften Etablierung einer bestimmten Rasse darf es nicht geben.
    Bieneneinfuhren von anderen Kontinenten oder auch nur über sehr große Entfernungen bergen immer Risiken bezüglich Krankheitserregern.


    Tatsache ist aber, dass jeder Imker mit seinen Nachbarimkern in mancher Hinsicht in einem Boot sitzt. Das betrifft Bienenkrankheiten aber auch die Qualität der Bienen. Deswegen gebe ich Henry Recht. Planloses Herumexperimentieren mit verschiedenen Rassen halte ich auch nicht für gut.
    Gefahren gehen unter anderem von erhöhter Stechlust, Neigung zur Räuberei und Krankheitsanfälligkeit aus.


    Die Freiheit des einzelnen endet da, wo sie die des nächste gefährdet. (hab ich so ähnlich mal irgendwo gehört)
    Viele Grüsse, Hermann

  • Hallöchen,
    Luft anhalten und tief ausatmen.
    Ist jetzt besser.
    Magret, laß dich nicht aus der Ruhe bringen, besorg Dir ein dickes Fell und einen breiten Buckel:))
    Die, die am meisten schreien über die anderen "Rassen" probieren Sie heimlich aus und lassen sich, da sie zu feige sind beim richtigen Züchter zu kaufen( ich habe meinen Kunden gegenüber Schweigeplicht, ich werden niemanden erzählen wer und was er bei mir gekauft hat) von sogenannten "ALLESZÜCHTER" übers Ohr hauen.
    Diese Leute greifen dann Züchter/ Vermehrer die diese Rasse züchten öffentlich an.
    Beispiel: Waren bei einem Imkereausfug vor drei Wochen.
    Beim Prüfhof und einem Carnicareinzüchter.Haben Beide schöne Völker , obwohl Carnica :))
    Bei dem Züchter wurde ich von einer Frau massiv angegangen, das die Gelben doch bloß Fresser seien und nur die von Ihr gehaltenen Bienen und diesem Züchter die einzig wahren Bienen seien und ich sollte diese Biene nicht schlecht reden, natürlich machen die verschiedenen Bienenrassenhalter Ihre Späßchen über die vom anderen gehaltenen Bienen, alles nur Spasseshalber.
    Das hat Sie wohl in den falschen Hals bekommen.
    Nacher im Bus fragte ich Bekannte von mir , wer den das ist.
    Als der Namen bekannt war viel es mir wie Schuppen von den Augen :)), der Sohn dieser Frau kam vor zwei Jahren im späten Herbst zu mir und erzählte , das er eine "Reinzuchtkönigin" vom Mehler :) gekauft hat und zwanzig Königinnen davon nachgezogen hat. :))
    Toller Reihnfall!
    Als er mir erzählte wie diese aussah und mir Ihr Verhalten beschrieb sagte ich Ihm das er viel Geld für eine standbegattete Lingustica bezahlt hatte und das er mit dieser und den Nachzuchten nicht sehr froh wird.
    War allso so. Er wollte von mir noch eine, aber so spät hatte ich nichts gutes mehr, ich bot Ihm aber an im Frühjaht bei mir umzularven, ist nicht gekommen.
    Allso, Pech gehabt :))
    Kauft leber von einem annerkanten Züchter welcher Rasse auch immer, so macht dieses Gemisch nich soviel kapput, wie wenn alles gekaut wird nur des Namen wegen.
    Beim ordentlichen Züchter kann ich mich auf die zu vererbten Eigenschaften einstellen, aber nicht von irgentetwas was von einem Flugzeugkäufer den Namen bekommen hat, os stimmt oder nicht.
    Puuhhh, viel Worte , drum Schluß im Moment
    Gruß Heike

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Hermann,


    ich wehre mich gegen Verallgemeinerung und Vorverurteilung sowie antiquierte Vorstellungen von Bienenhaltung.
    Deine Vorstellung von Zuchtzielen ist für meine Arbeit eine Selbstverständlichkeit und ich erwarte es von jeder Königin, ansonsten sind mir die Zeit und mein Geld zu schade.
    Nur tragen meine Bienen keinen Stempel auf dem Hintern „Tauglich „ und sie haben keine Flugzone angewiesen bekommen.
    Ich will mit meinen Bienen keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, sondern Honig, und zwar reichlich und nicht als Nebeneffekt.
    Es würde Heutzutage auch keiner auf die Idee kommen seinem Nachbarn den Daimler zu verbieten, nur weil er noch Trabbi fährt!
    Leider kann ich mich auch nicht immer zurückhalten, gerade wenn,
    - ob ihrer Vorstellungen, einigen Kollegen der Kalk von der Schulter rieseln müsste.


    @ Mensch Heike, endlich eine Fachfrau bei der vielen Theoriebröselei.
    Das tut gut!
     
    Ich wünsche, viele gesunde Bienen.


    Margret