Absperrgitter pro und contra

  • hallo Freunde,
    nachdem wir jetzt mehr Zeit haben zum diskutieren möchte ich nochmals das Für und Wieder des Absperrgitters aufgreifen.
    Das Absperrgitter ist ja eigentlich nicht im Sinne der Bienen.
    Miene Fragen :
    1. Was spricht dafür ?
    2. Was spricht dagegen?
    Mir ist nämlich danach bei ein paar Völkern ohne Absperrgitter im nächsten Jahr zu imkern.
    Wer erkärt mir das Vorgehen, wenns überhaupt sinnvoll ist ?
    Ich freue mich auf Eure Hilfe und um rege Diskusion.
    im voraus danke !
    mit imkerlichem Gruß
    W. Goller

  • Hallo, Walter,
    ein hübsches Thema... :lol: 
    Also, ich benutze grundsätzlich Absperrgitter, weil ich Honig nur aus unbebrüteten Waben will.
    Alles andere ist in meinen Augen Sauerei... :wink:


    ABER: in diesem Sommer habe ich bei meinen 4,9ern Bienen Honigräume mit 5,5 MW ohne Absperrgitter aufgesetzt, und die Majestäten geruhten, dort nicht zu brüten!
    Ob es ihnen dort zu ungemütlich war, weil die Zellen im Vergleich zu unten so groß waren, oder das Brutnest mit 3 Räumen DN groß genug, ich weiß es nicht! :o


    Ich werde es auf jeden Fall nächstes Jahr wieder versuchen... :)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Bitte beantworte mir die Frage,aber
    bitte wissenschaftlich unterlegt.
    Warum ist der Honig aus bebrüteten Waben qualitiv schlechter?
    Warum kommen Institute ,wie Erlangen zum Ergebnis:Kein qualitativer Unterschied.


    Gruß
    Rainer

  • Hallo, Rainer mit ai,
    den Versuch kannst du selbst machen :lol: 
    Pack ein Stück Honigwabe aus fast schwarzen Waben in je ein Glas Wasser, und ein Stück aus unbebrüteten Waben. Deckel schön zumachen, und eine Woche warten...
    Ab und zu mal schütteln....
    Und dann unterhalten wir uns nochmal......


    Mit den "soliden alten Brutraumwaben" mache ich dir aus einem weißen Rapshonig einen wunderschönen dunklen Waldhonig.......... :lol:


    UND DAS IST SAUEREI!


    Egal, was mir ein Institut sagt!


    Das mag nicht wissenschaftlich sein, aber meine ganz persönliche Meinung, zu der ich auch stehe!


    DU weißt, die Larven werden in der Zelle gefüttert: wo was reingeht, geht auch was raus... und das bleibt drin! genauso wie die Nymphenhäutchen....
    nee, danke! Ich möchte meinen Honig schon noch mit Genuß essen....


    Es ist zu schade, daß sich viel zuwenig Leute da Gedanken drüber machen....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Da wir ja noch keinen eigenen Honig von unseren Bienen haben, kaufen wir bei Imkern aus der Gegend.


    Unsere Kaufkriterien sind:


    1. Keine Chemie außer OS und AS.
    2. Kein Honig aus bebrüteten Waben.


    Ich habe nun schon viele Imker hier aus der Gegend probiert. Der Honig von denen, die nur aus unbebrüteten Waben ernten, geht bei unseren Kindern (3 3/4 J. und 1 1/2 J.) signifikant schneller weg (wissenschaftlich somit stichprobenhafter Einfachblindversuch). Wenn man ihn selbst vergleicht, weiß man auch, warum. Er schmeckt einfach feiner, komplexer, und dieses manchmal kaum, manchmal auch deutlich wahrnehmbare, dezent gammelige Aroma gibt es dabei nie.


    Grüße aus dem Ruhrgebiet, Johannes

  • Ehrlich gesagt ich kenne keinen Imker,der
    die Brutwaben zuvor aufweicht.
    Laut Frau Schaper Erlangen werden nach dem Schlupf der Biene die Zellen
    gereinigt ,geputzt sowie mit einem Schutzfilm versiegelt.(ja wohl logisch).
    Die Brutwabenzellen sind außerdem mit einer feinen Schicht aus Propolis überzogen.Bei der Honigeinlagerung löst sich ein Teil der Propolis im Honig.
    Jetzt könnte ein traditioneller Imker
    behaupten,sein Honig sei hochwertiger da mit mehr Propolis versehen.
    Übrigens arbeite ich mit seperaten Honigraumhalbzargen.


    Gruß
    Rainer

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Sabi(e)ne,


    das immer wiederkehrende Thema, dass man sich auch so schön einfach machen kann.
    Was Jahrhunderte gemacht wurde kann doch jetzt nicht schlecht sein.
    Inzwischen beklagt sich ein Kollege ja schon im Bienenjournal und wird durch einen Kollegen aus dem Forum auch noch bestärkt.
    Was würde wohl passieren wenn irgendein Institut feststellen würde das Honig aus bebrüteten Waben verunreinigt ist?
    Zweidrittel aller Imker müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dreckigen Honig zu verkaufen!
    Wie soll man den da noch Imker finden?
    Einige Betriebsweisen und Beutentypen lassen es auch gar nicht zu, nur unbebrütete Waben zu benutzen!
    Kann/will man auch nicht ändern, kostet doch Geld!
    Selbst honorige Forummitglieder hüllen sich dann in Schweigen, wenn sie sonst auch keine Gelegenheit auslassen.
    Wir haben in unserem Verein im Frühjahr eine wissenschaftlich nicht festgehaltene Honigverkostung gemacht, auch um einigen alten Herren einmal vorzuführen das es bei allen bekannten Honigsorten erhebliche Geschmacksunterschiede gibt.
    Die jeweilige Beurteilung, wo es auch um Honig aus bebrüteten oder unbebrüteten Waben ging, zeigte selbst uns Geschmacks-Laien einen gewaltigen Unterschied an.
    Durch einen Mehranteil von Propolis im Honig müsste er doch würziger schmecken, warum schmeckt er dann muffig oder überlagert?
    Ich habe durch die Umstellung auf 1,5 DNM auch Honig in bebrüteten Waben gehabt, der wurde von den Bienen gerne als Winterfutter wieder eingelagert!


    Ich wünsche, viele gesunde Bienen.


    Margret

  • [quote='bisy']Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Sabi(e)ne,


    "Was würde wohl passieren wenn irgendein Institut feststellen würde das Honig aus bebrüteten Waben verunreinigt ist?"
    Diese Frage ist von den Instituten mit ihren feinsten Messapparaten doch schon beantwortet mit dem Ergebnis,daß kein qualititaver Unterschied festgestellt werden kann.
    Über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten.
    Ich kann ja verstehen daß man seine Honigqualität herausstellen möchte,aber nicht durch wahrheitswidrige Herabsetzung der Honigqualität der älteren Imkerschaft .
    Gruß
    Rainer

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Rainer,


    Institute mit ihren feinen Messinstrumenten, finden auch keinen qualitativen Unterschied, weil Qualität eine Ermessenssache ist die innerhalb eines bestimmten Spielraums festgelegt wird.
    Sonst gäbe es keine Güteklasse A, B, usw.
    Ich möchte diesen Damen und Herren auch die Fähigkeit nicht absprechen, es würde mich trotzdem interessieren, in wessen Auftrag dieser Test stattgefunden hat.
    Die Initiatorin unseres Vereinstests war ich, und um irgendwelche Manipulationen auszuschließen nahm mein Honig an dem Test gar nicht teil.
    Das zum hervorheben des eigenen Honigs.
    Ich spreche keinem alten Herrn die Fähigkeit ab, gute Produkte zu unterscheiden und zu verkaufen.
    Dieser Test war bei allen, ob jung oder alt, dass erste Mal und ausschließlich, bis auf die Sorte „Tannenhonig“ nur eigene Sorten und eben BR – und HR Honig.
    Insgesamt standen zweiunddreißig teils identische Sorten von vierzehn Imkern zur Verfügung.
    Die Proben wurden von mir in kleine nummerierte Probengläschen gefüllt und waren durch keine anderen Kennungen zu identifizieren.
    Zuerst kostete jeder für sich, dann wurde gemeinsam noch einmal eine Beurteilung gemacht und ganz zum Schluss wurden Sorten und Imker bekannt gegeben.
    Manch einer staunte nicht schlecht, nur durch die Vielfalt der Honige war es möglich bestimmte Merkmale zu erkennen und zu beurteilen.
    Zwei Kollegen hätten, laut ihrer Beurteilung ihren eigenen Honig nicht auf den Markt gebracht und dabei war der größte Teil schon verkauft.
    Die Teilnehmer waren zwischen 34 und 74 Jahre alt.
    In unserem Verein liegt der Altersdurchschnitt bei 54 Jahren, wir sind fast Erstklässler wenn man den Bundesdurchschnitt nimmt und wir lernen gegenseitig von uns.


    Ich wünsche, viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Hallo, Rainer,


    das Problem ist meines Erachtens, daß man die Honigqualität nicht wirklich apparativ messen kann. Sonst könnte man ja auch die französischen Rotweine angefangen vom 08/15-Landwein bis zum Chatauneuf-du-Pape durch ein Labor jagen. Ob da ein qualitativer Unterschied herauskäme? Trotzdem kann man sie geschmacklich auseinanderhalten :D ...


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo bisy,


    Qualität ist keine Ermessenssache. Gerade die Einstufung in Güte- oder Handelsklassen ist sehr genau geregelt. Das gilt für Eier wie für Gurken, für Stahl genauso wie für Schnittblumen. Und der Geschmack (über den sich ja streiten läßt) ist immer nur eines von vielen Kriterien. Geschmack ist eben nicht gleich Qualität. Für Qualitätprüfungen muß der Geschmack nur typisch sein. Ob mir der Honig dann auch wirklich schmeckt ist aber eben eine sehr individuelle Sache. (Genau wie beim Wein)


    Ich glaube schon, daß es möglich ist Honig aus bebrüteten Waben von solchem aus Jungfernwachs am Geschmack zu unterscheiden. (Obwohl ich nicht sicher sagen kann, ob das wirklich an Madenkot liegt) Ich glaube auch, daß Honig unterschiedlicher Bienenrassen, ja sogar unterschiedlicher Völker unterscheidbar ist. Und Lindenhonig schmeckt jedes Jahr anders.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Johannes,


    der qualitative Unterschied ist nicht messbar, aber die normale Verschmutzung. Da es seit Urzeiten üblich war jede Wabe egal woher auszuschleudern ist ein Richtwert der natürlichen Verschmutzung vorgegeben.
    Wenn ich jetzt Honig aus unbebrüteten Waben nehme ist der nicht rein, denn die Ladies putzen sich ihre Füße nicht ab, aber er ist weniger
    verschmutzt und hat weniger Propoliswürze.
    Obwohl im zweiten Jahr auch in unbebrüteten Waben, genügend davon vorhanden ist.
    Für mich beginnt die Sache unappetitlich zu werden wenn bei Abschleuderungs-Vorführungen, auch Brut in jedem Stadium im Sieb schwimmt, und Kinder keinen Honig mehr essen wollen, weil da Maden drin waren.
    Und es waren keine alten Herren!


    Ich wünsche, viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Leider versuchen bestimmte Imker ihre Ware auf Kosten der Kollegen ,indem sie aus einer für den Laien leicht verständlichen Argumentationskette(Bebrütete Zellen ; Larvenkot ; Aufnahme durch den Honig) argumtentieren ,die beim Käufer ja notgedrungen einen Ekel hervorruft,
    an den Mann zu bringen.


    Daß der Larvenkot versiegelt wird
    (wie sollte denn sonst die Brut auch hochgezogen werden) und die Zellen aufs peinlichste gesäubert werden wird bewußt verschwiegen.
    Selbst die kleinsten Larvenkotbestandteile
    wären bei den Messungen ja dann zutage getreten.
    Gruß
    Rainer

  • Hallo Rainer,


    Honig aus bebrüteten Awben ist farblich und geschmacklich deutlich von dem aus unbebrüteten Waben zu unterscheiden. Dies ist mehrfach geprüft worden von den verschiedensten Leuten.
    Deine Behauptung, da würden Imker nur argumentieren, um Kollegen auszustechen, ist eine böse Unterstellung.
    Deine Behauptung, Institute hätten den Qualitätsunterschied gemessen, ist erst stichhaltig, wenn gesagt wird, was gemessen wurde. (Messung des Larvenkotanteiles ist meines Wissens keine Standardmessung). Anderes ist Werfen von Nebelbomben.
    Die Versiegelung der Zellen durch die Bienen ist eine reine Erfindung. Sie werden geputzt, die Larvenhäute bleiben drin.
    Laß Dir Deinen Honig schmecken.


    Thomas