Belegstelle - was macht ein Drohnenvolk zum Drohnenvolk?

  • Hallo zusammen


    mich interessiert, was an einem Drohnenvolk anders ist.

    Dabei meine ich nun nicht die Genetik oder die Selektion, sondern ganz simpel gedacht:

    Hat es mehr Drohnen als ein normales Volk? Gibt es irgendein gesundes Verhältnis von Drohne zu Arbeiterin innerhalb des Volkes? Und wenn ja, wie fördert man, die Aufzucht überproportional vieler Drohnen?

    Oder werden für die Belegstellen dann Drohnenvölker mit verdeckelter Drohnenbrut aus mehreren Völkern zusammen gestellt? Wie kann das funktionieren?


    Wahrscheinlich denk ich komplett falsch und es sind gewöhnliche Völker, die einfach auf Drohne selektiert wurden?


    Schöne Grüsse

    Ramona

    Der Tradition verbunden, der Natur verpflichtet.

  • Hat es mehr Drohnen als ein normales Volk? Gibt es irgendein gesundes Verhältnis von Drohne zu Arbeiterin innerhalb des Volkes?

    Ich imkere noch nicht lange, aber habe in den letzten Monaten ziemlich viele Vorträge über Bienen angeschaut.


    Ich weiss leider nicht mehr genau woher ich das habe, aber ich erinnere mich, dass von bis zu 25% Drohnen (Anteil an Bienen im Volk) die Rede war, wenn man die Bienen einfach machen lässt, wie sie wollen (ohne vorgegebenes Zellenmaß, ohne Drohnenbrut schneiden und sicher auch verschieden je nach Jahreszeit).


    Die große Menge Drohnen kann man verstehen, wenn man sich bewusst macht, dass die Drohnen eines Bienenvolkes es schaffen müssten ca. 12 Königinnen anderer Bienenvölker zu begatten, damit das genetische Material des Volkes erhalten bleiben bzw. sich verbreiten kann.


    Wenn ein Volk zu wenig Nahrung hat, dann werden die Drohnen bzw. die Drohnenbrut als erstes geopfert. Also kann man wohl davon ausgehen, dass es einem Bienenvolk mit vielen Drohnen recht gut geht (abgesehen von weisellosen oder drohnenbrütigen Völkern).


    Ich denke nicht, dass Drohnenvölker von Natur aus besonders viele Drohnen haben. Es sind wohl einfach die einzigen Drohnen, die auf der Belegstelle erlaubt sind, weil sie besonders gute Gene haben (alle von der entsprechenden Mutterkönigin).


    Liebe Grüße, Maren.

  • Wenn man die Bienen machen lässt wie sie wollen…

    Dass das zu mehr Drohnen führen soll, kann nicht so bestätigen.

    Ich enge nicht ein, Schneide keine Drohnenbrut, uam.

    Es ist zuerst die Art des Zumessens von Raum. Nicht als variabler Raum sondern als fester BRUTraum.

    Das Brutnest ist etwa 24 bis 28cm im Durchmesser und in etw. rund.

    Ich bin der Meinung, weil ich es in jedem Jahr so sehe.

    Viele Drohnen und deshalb (sehr)viele Milben habe ich auch nicht.


    Gruß

    Harald

  • Erst mal, ich bin kein Profizuechter fuer Belegstellen.

    Ich lasse Naturbau zu, hier gibt's von starken Voelkern vielleicht 10 %Drohnen.

    Ich hab auch I'm Honigraum Naturbau.

    Hab mal wegen Wabenmangel Ableger im Honigraum erstellt.


    Ich hab nicht daraufgeachtet dass die Bienen wohl um Arbeit zu sparen grosse Zellen gebaut haben, nicht überall.

    Im Frühling fiel auf jede Menge Drohnen.

    Koenigin da.

    Hab sie nicht gleich wegen Drohnenbrutigkeit entsorgt, zum Glück.

    Die hatten 70% grosse Zellen drin.

    Hier wurden nur Drohneneier reingelegt.


    Hab dann die Waben zeitnah gewechselt oder ausgeschnitten. Wurden dann normale Biene Zellen gebaut und Volk war gut.

    Es gab frueh viele Drohnen ungeplant.


    Wenn man speziell Drohnen möchte Drohnenzellenwaben geben und Füttern dann hat man Voelker die nicht Stechen. Bienen mit grossen Augen...

  • Selektion fokussiert sich immer auf genet. Ursprung/Eigenschaften. Diese bestimmen, was Nachkommen von Königinnen "können", ob und wie sie mit dem Umfeld zurechtkommen, wie sie sich verhalten etc.


    Ob Drohnenvölker speziell auf eine besonders große Masse an Drohnen selektiert werden, bezweifle ich. Ich hatte aus bestimmten Gründen mal einen zusätzlichen Drohnenrahmen (DD) im Volk pflegen lassen. Es blieben nicht 2 Rahmen voll, sie wurden reduziert auf das Maß, welches das Volk pflegen konnte, denke ich.

  • Es werden natürlich gute Zuchtvölker als Drohnenvölker verwendet.

    Die überproportionale Anzahl der Drohnen bekommt man durch z.B. durch Zugabe von Drohnenrahmen. Entweder diese ausbauen lassen und vor dem Bebrüten herausnehmen, dann neues ausbauen lassen, dann irgendwann alle gleichzeitig zurückgeben, oder halt diese von anderen Völkern ausbauen lassen und dem Drohnenvolk zugeben. Oder halt spezielle Drohnenmittelwände verwenden.

    Da die Drohnenvölker ja keinen Honig liefern sollen werden die wohl zugefüttert. Man braucht halt nur soviel Arbeiterinnen damit der Betrieb aufrecht erhalten wird und die Drohnen versorgt werden. Die Zuchtauslese hat man ja schon vorher, über die Mutter der Drohnenvolkönigin gemacht.

  • Man kann auch verdeckelte Drohnenwaben von Schwestervölkern einhängen, früh einen Drohnenrahmen in das Brutnest hängen oder nach der Sommersonnenwende die Völker entweiseln, um die Drohnenschlacht hinaus zu zögern.

  • Hallo

    für die Zucht

    auf Belegstellen stehen meist
    Töchter einer bestimmten Königin (es gehen auch mehrere)
    es wird bei Trachtmangel auch mal gefüttert um die Drohnenschlacht zu verschieben

    beim Besamen
    wie oben
    oder was mir lieber ist, das Drohnenvolk hat eine eigene Leistungsprüfung


    Zusätzliche, also einen zweiten oder dritten Drohnenrahmen gebe ich nie
    das geht auf die Qualität der Drohen


    Für den Hausgebrauch

    nur Drohenrahmen von guten Völkern schlüpfen lassen
    das hilft bei Standbegattung ungemein


    Gruß Uwe

  • Leider ist halt der Ablegerstand meist außerhalb des Flugkreises des Heimatstandes.

    Ich müsste ein für Standbegattung sinnvolles Volk mit auf den Ablegerstand stellen. Will aber nicht unbedingt ein WV neben Ablegern stehen haben.

    Schade irgendwie. Wie löst man das?

  • Leider ist halt der Ablegerstand meist außerhalb des Flugkreises des Heimatstandes.

    Ich müsste ein für Standbegattung sinnvolles Volk mit auf den Ablegerstand stellen. Will aber nicht unbedingt ein WV neben Ablegern stehen haben.

    Schade irgendwie. Wie löst man das?

    Hallo Elle,

    wie man das löst weiß ich nicht.

    Ich löse das so, dass die Ablegen von Standbereich "1" am Standbereich "2" aufgestellt werden und ungekehrt. Somit, denke ich, ist die Vielfalt in der Genetik der Bienen gesichert. Auch werden auf den Drohnensammelplätzen auch Drohnen von anderen (besseren) Imkern anfliegen.

    Die Altvölker stören bei mir nicht, da diese mehrere 100 m entfernt stehen.

    In diesem jahr habe ich eine 2021 eingeweiselte Zuchtkönigin an einem Standplatz,. Dort will ich die Ableger in die Nähe (250m) stellen, damit die Drohnen der Jungfern-Mutter dort ihren Beitrag leisten können. Aber erstmal sehen wie dieses Volk aus dem Winter kommt und in den Frühling startet.

    Gruß

    Harald

  • Will aber nicht unbedingt ein WV neben Ablegern stehen haben

    Wie eng ist es denn bei Dir? Direkt daneben ist nicht optimal, aber 20 Meter weiter ist schon schon viel besser. Stehen die Ableger direkt neben Wirtschaftsvölkern kriegen die Bienen schon mal das Wandern. Weiter weg ist allenfalls Räuberei ein Thema. Aber das kann Dir überall passieren, weil nicht nur die eigenen Bienen räubern.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Leider ist halt der Ablegerstand meist außerhalb des Flugkreises des Heimatstandes.

    Ich müsste ein für Standbegattung sinnvolles Volk mit auf den Ablegerstand stellen. Will aber nicht unbedingt ein WV neben Ablegern stehen haben.

    Schade irgendwie. Wie löst man das?

    Ich löse es so:

    Ableger aus z. B. 1 BWb aus dem Sammelbrutableger, aus einem WV o.ä. und einer schlupfreifen Zelle kommen in jew. einen Ablegerkasten mit FW und MW (oder Apideas als KS). Die sind leicht und gut zu handhaben - fahre ich auf den 2. Standort, wo die Kö's schlüpfen und die Bienen sich neu einfliegen. Nach 1 Woche geht's zurück auf den Hausstand, wo die Ableger dann etwas separiert von den WV stehen (ca. 50 m Abstand). Begattung findet dann dort statt - mit den Drohnen meiner Wahl.


    Angenehmer Nebeneffekt - Räuberei gibt's keine, weil einerseits keine Bienen in die Ursprungsvölker zurück fliegen und dort "Bescheid sagen" (anderer Standort) und andererseits das erneute Einfliegen der Bienen am Hausstandort Verflug auf ein Minimum beschränkt.


    Probier's aus!