Die Natur hat der Inzucht einen Riegel vorgeschoben

  • Hallo
    Wir hatten letztens Versammlung in unserem Verein und da wurde uns berichtet wie im Bieneninstitut in Oberursel das Paarungsverhalten der Königin entgegen aller unseren jetzigen Kenntnissen vonstatten geht. Das wäre auch das aus aller Belegstellen da die Königin viel weiter fliegt als angenommen wurde (über den Radius hinweg). Also erst mal vorweg. Die Königin fliegt weiter als die Drohnen vom eigenen Stand also kann sie sich nicht mit eigenen Drohnen paaren. Die Standdrohnen fliegen das ist ja bekannt zum nähstmöglichen Drohnensammelplatz. Aber die Königin fliegt viel weiter um der Inzucht zu entgehen. Das ist alles wissentschaftlich von Oberursel belegbar. Das ist also kein Scherz den ich mir mal so ausgedacht habe.


    Was ist denn eure Meinung dazu?

  • Was versteht Du unter viel weiter?
    Nun wenn man die Leistungsprüfungen sich ansieht schneiden die Belegstellen in Bezug auf die Ouote der Reinzuchtpaarungen aufgrund der vorgenommenen Merkmalsuntersuchungen auch nicht besser ab als die Nicht-Reinzüchter.


    Gruß
    Rainer

  • Hallo Jörg.
    Ich finde das Thema insofern interessant, dass sich - meines Wissens nach - bei mir in zig Km Umkreis keine weiteren Imker befinden. Deshalb habe ich mir - auch hier im Forum - bereits Gedanken über Inzucht, Begattung, usw. gemacht.
    Wenn ich Deinen Beitrag lese geht mir durch den Kopf:
    Was macht die Königin, wenn sie "niemanden" findet.
    Wie weit fliegt sie den nun.
    und vor allem, wie orientiert sie sich in Gottes weiter Landschaft damit sie auf irgenwelche Dronen trifft.


    In diesem Sinne. Pedro

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Wie weit fliegt eine Königin zur Begattung aus, das hatten wir doch schon mal :wink: . Aber dazu vielleicht etwas neues: Ein geringer Prozentsatz der Arbeiterinnen fliegt später beim Sammeln weiter aus als die anderen. Das kann für das Überleben des Volkes bei Versagen der Tracht überlebenswichtig sein. Wenn man dann beim Umlarven gerade eine solche Larve erwischt, besteht doch die Möglichkeit, das dann diese Königin auch viel weiter fliegt, als auf der Belegstelle üblich. Mir ist ein Versuch bekannt (Pers. mitgeteilt), wo man auf einer Inselbelegstelle nach Abräumen der Drohnenvölker noch einmal Begattungsableger aufstellte. Mit Erfolg! Bei nicht vorhandenen Drohnen werden die Königinnen wohl viel weiter fliegen, wie wir bisher annehmen. Weite Ausflüge der Geschlechtstiere bei inzuchtanfälligen Tieren wie der Honigbiene ist doch die beste Gegenmaßnahme der Natur. V.H. w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Lothar schrieb:

    Wie weit fliegt eine Königin zur Begattung aus, das hatten wir doch schon mal :wink: . . V.H. w. Lothar


    Tschuldigung, wollte ja keinem auf den Geist gehen. Bin wohl noch zu kurz im Forum um den/die (?) Beiträge "erlebt" zu haben. Pedro

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Hallo Lothar,


    ich denke, das ist genau der Punkt! "Bei nicht Vorhandensein der Drohnen"! Dann ist die Königin in einer Notsituation. Auf einer Belegstelle herrscht hingegen ein Überangebot an Drohnen (so die Drohnenvölker gut gepflegt sind!). Da besteht für die Lady keine große Veranlassung weit zu fliegen. Beobachtungen aus Skandinavien (pers. Mitt.) zeigen häufig (nicht immer!) einen sehr kurzen Flug nur über dem Stand und dort kommt es zur Begattung. Aus der Not heraus wäre eine weites Fliegen erklärbar. Ein weiter Flug birgt für die Königin ja auch mehr Gefahren. In Halle wurden hierzu auch Untersuchungen gemacht bei denen auch die Flughäufigkeit und Dauer erfasst wurde. Die genauen Ergebnisse habe ich aber nicht mehr im Sinn. Die Essenz war aber eher "alles ist so wie wir es bereits wissen".


    @Beekieperjörg:
    Dass mit Belegstellen ein Zuchtfortschritt erreicht werden kann spricht eigentlich gegen die Untersuchungen von Königer. Wird da irgendwas malveröffentlicht?


    pedro
    Sind in deiner Gegend nur keine Imker oder auch keine Vegetation? Ich denke im spanischen Klima können Bienen auch in irgendwelchen Hohlräumen gut hausen. Das wurde ja sogar in den Alpen auf über 2000m über Jahre hinweg (!) beobachtet.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Reiner Schwarz schrieb:

    Hallo Lothar,


    pedro
    Sind in deiner Gegend nur keine Imker oder auch keine Vegetation? Ich denke im spanischen Klima können Bienen auch in irgendwelchen Hohlräumen gut hausen. Das wurde ja sogar in den Alpen auf über 2000m über Jahre hinweg (!) beobachtet.


    Hallo Reiner.
    Also Imker sind mir erst - wie gesagt - in etlichen Km Entfernung bekannt.
    Bei der Vegetation muss man differenzieren. Ich wohne in einem locker besiedelten Gebiet in dem es Häuser mit Gärten gibt. Da es aufgrund des Klimas auch im Winter blühende Pflanzen gibt, haben meine Bienen kein Problem auch jetzt noch zu brüten und Nektar einzutragen. Demnächst könnte ich - wenn auch in geringeren Mengen - wieder etwas schleudern.
    Demnächst blühen auch wieder - nicht alles Sorten - die Eukalyptusbäume. Darauf sind die Mädels besonders scharf. Also füttern unnötig. :D 
    Jetzt wird rund um mein Domizil auch das "Wintergemüse" neu gesäht/gepflanzt. Das sind die Paprika, Gurken, Tomaten,usw,usw. die im Winter in Euren Superm¨rkten ausliegen. Welches Gemüse allerdings Blühten mit Nektar hat weiss ich nicht. Aber ich denke die Mädels werden es herausfinden . :wink: 
    Was den Rest der Gegend betrifft: es gibt zwar (Wüsten)Vegetation; die ist aber schon lange verdorrt. Das sind Wildpflanzen, die auf das nächste Frühjahr warten, in der Hoffnung, dass es auch regnet. Hier sieht das Bienenjahr ähnlich wie bei Euch aus. Nach der Frühjars-/Sommertracht ist es vorbei mit lustig und einige, hiesige Imker füttern auch schon mal.


    Das Bienen hier schon mal in Hohlräumen o. Ä hausen und überwintern ist sicherlich möglich. Ich persönlich habe allerdings noch keinen Wildschwarm beobachtet, bzw. gefunden. Würde mich schon deshalb interessieren um zu wissen, ob die vielen Schwärme die ich verloren/ziehenlassen habe überlebt haben.
    Wenn Du nach Wildbienen fragst, sehe ich das richtig, dass Du das auf Begattungsmöglichkeiten für meine, sonst so einsamen und inzuchtgefährdeten Königinnen beziehst ?


    In diesem Sinne. Pedro.

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)