Zuchtköniginnen in welche Beute

  • Einfach mal anschauen was sich mit 'ner guten Kö' im 3. Jahr ergibt. Ja, es trennt sich die Spreu vom Weizen, aber der Weizen...


    Mit der Zeit lernt man zu deuten, welche der älteren Damen alt werden dürfen. Oft werden die Anderen schon vorher umgeweiselt - von den Bienen, nicht vom Imker. Und die Bienen wissen meist besser, was zu tun ist.

  • Weißt du eigentlich, was alles schiefgehen kann, wenn du als Anfänger mit Zuchtköniginnen arbeiten möchtest?


    - hast du schon Königinnen eingeweiselt? Klappt das immer?

    Ja das ist mir bewusst, dass das nicht so einfach wird. Das schöne ist daran, dass man dazu lernen kann. Und von meinen Züchter Kollegen aus dem Verein bekomme ich die nötige Unterstützung. Letztes Jahr schon beim umlarven. Einweiseln hat bisher sehr gut geklappt...im Herbst ohne großes Risiko Und im Frühjahr mit den Startern aus den Mini Plus Überwinterungen, dessen Brutwaben und eigenen Zellen sollte das auch gut klappen ( hoffe ich Grünschnabel zumindest 🤓 ) . Und wenn die Begattungserfolge nicht so gut sind, kann ich jederzeit eine neue Serie machen, das ganze ohne große Wartezeiten, Abhängigkeiten und Stunden auf der Autobahn ;)

    sie kann gequetscht / geschädigt werden und sie weiseln still um, ohne dass du es gleich bemerkst.

    Ich würde keine Serie anfangen, ohne vorher nachzuschauen, ob die Senior Chefin noch im Haus ist. klar kann immer was schief gehen. Aber sich an nichts Neues ranzutrauen, bringt einen halt auch nicht weiter.

  • Aber sich an nichts Neues ranzutrauen, bringt einen halt auch nicht weiter.

    Davon ist ja nicht die rede, was viele hier Dir sagen möchten ist das man "zum Üben" keine teure Königin benötigt, dazu reicht das eigene Material. Wenn Du dann geübt hast, kannst Du das mit teuren Königinnen oder Edelzuchtstoff machen... - aber wenn ich den Rest Deines letzten Beitrages richtig verstanden habe, dann hast Du schon letztes Jahr geübt, richtig?

  • Weißt du eigentlich, was alles schiefgehen kann, wenn du als Anfänger mit Zuchtköniginnen arbeiten möchtest?


    - hast du schon Königinnen eingeweiselt? Klappt das immer?

    Ja das ist mir bewusst, dass das nicht so einfach wird. Das schöne ist daran, dass man dazu lernen kann. Und von meinen Züchter Kollegen aus dem Verein bekomme ich die nötige Unterstützung. Letztes Jahr schon beim umlarven. Einweiseln hat bisher sehr gut geklappt...im Herbst ohne großes Risiko Und im Frühjahr mit den Startern aus den Mini Plus Überwinterungen, dessen Brutwaben und eigenen Zellen sollte das auch gut klappen ( hoffe ich Grünschnabel zumindest 🤓 ) . Und wenn die Begattungserfolge nicht so gut sind, kann ich jederzeit eine neue Serie machen, das ganze ohne große Wartezeiten, Abhängigkeiten und Stunden auf der Autobahn ;)

    sie kann gequetscht / geschädigt werden und sie weiseln still um, ohne dass du es gleich bemerkst.

    Ich würde keine Serie anfangen, ohne vorher nachzuschauen, ob die Senior Chefin noch im Haus ist. klar kann immer was schief gehen. Aber sich an nichts Neues ranzutrauen, bringt einen halt auch nicht weiter.


    Also, so wie ich das jetzt sehe, hast du einen Plan, von dem du dich nicht abbringen lässt.

    Das ist gut so! :thumbup:

    Ziehe ihn durch und berichte uns zu gegebener Zeit, wie es gelaufen ist. :)

    LG Stefan - Ich lerne die Bienen seit vielen Jahren kennen, bin noch lange nicht am Ziel :):):)

  • Ich hake nochmals nach. :) Letztes Jahr wollte ich mir eine richtig gute Zuchtkönigin kaufen, um von dieser dann nachzuziehen. Eine nette Züchterin hat mir dann am Telefon geradeheraus erklärt, dass sie mir durchaus gerne eine Belegstellenkönigin (für viel Geld) verkaufen würde, aber mir müsse bewusst sein, dass sie selbstverständlich die besten paar Königinnen nie im Leben verkaufen würde. Okay.


    Dann dachte ich zurück an meine ersten Käufe von Königinnen: Ich hatte mir damals je zwei standbegattete Königinnen von zwei verschiedenen Züchtern gekauft; das wäre jetzt mein dritter Kauf gewesen. Von den vier Königinnen hatte ich trotz akribischer Vorbereitungen zwei mehr oder weniger direkt ins Jenseits befördert, weil ich in ganz kleinen Punkten versagt hatte (bei einer waren es sage und schreibe zwei [!!!] übersehene Zellen mit offener Brut). Sollte ich nun bloss eine (teure!) Königin kaufen, hätte ich null Ausfallsicherheit.


    Die Züchterin bot mir an, bei ihr umzularven. Sie sagte mir, dass ich Larven von jenem Material erhalten würde, von dem sie auch für ihre eigene Zucht umlarve, also im Vergleich zu ihr null Qualitätsverlust. Die Larven bekam ich erst noch gratis (habe ihr natürlich trotzdem was gegeben). Glücklicherweise hatte ich zwei Pflegevölker vorbereitet. Eines hat mir nämlich aus mir völlig schleierhaften Gründen restlos alle Edelmaden ausgefressen. Die tags darauf probehalber von eigenem Material gegebenen Larven wurden problemlos angezogen (11 von 12). Letztlich wurden (von den übrigen 12 Larven) insgesamt sieben Königinnen erfolgreich aufgezogen und begattet. Eine habe ich beim Umweiseln ins Jenseits geschickt, weil ich nicht an die Möglichkeit gedacht habe, dass eine Umweiselungskönigin im Volk sein könnte. Bleiben noch sechs. Insgesamt habe ich einen Ausfall von 75% zu verzeichnen und ich habe mir die ganze Sache echt gut geplant und mir sehr viel Mühe bei der Durchführung gegeben.


    Mit sechs Königinnen kann ich – im Vergleich mit einigen «eigenen» Königinnen – schon mal sehen, wie die ungefähre Richtung sein könnte. Wenn ich an meinen ursprünglichen Plan denke, habe ich jetzt mehr für weniger, zumal ich ja gar nicht selber züchten will oder kann, sondern gute Wirtschaftskönigin haben will. Der Deal für dieses Jahr (Edellarven gegen vermilbte Brutwaben :) ) steht bereits mehr oder weniger. Ich kann Dich nur ermutigen, Dir die Sache nochmals durch den Kopf gehen zu lassen und Dich zu fragen, ob Du mit (vielen :) ) Larven und Standbegattung zumindest vorerst nicht doch besser fährst.

  • also im Vergleich zu ihr null Qualitätsverlust.

    Wenn die Genetik bei der Standbegattung (Völker in der Umgebung) nicht allzu schlecht ist, ist das sicher richtig und eine gute Lösung. In der F1 gibt das meist gute Ergebnisse.

    Ich mache das im Grunde auch so, nur dass ich mir statt Larven schlupfreife Weiselzellen besorge. Das ist einfacher.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • dass sie mir durchaus gerne eine Belegstellenkönigin (für viel Geld) verkaufen würde, aber mir müsse bewusst sein, dass sie selbstverständlich die besten paar Königinnen nie im Leben verkaufen würde.

    Natürlich ist das so. Aber es ist doch wichtig, mit was verglichen wird. Die schlechtesten einer Elitetruppe sind doch im Normalfall immer noch erheblich besser als der Durchschnitt.

    Außerdem reicht dem Kleinimker doch eine gute Königin. Es muss nicht die beste sein. Des weiteren sind diese begatteten Königinnen ja auch von den besten der Züchterin nachgezogen. :u_idea_bulb02:Und obendrein noch ausgwählt begattet.

    Der Preis ist meist durch den Aufwand gerechtfertigt.


    Beide Verfahren haben Vorteile (sonst gäb es wahrscheinlich nur eine Möglichkeit)

    Ich finde es wichtig, auch mal über den regionalen Tellerrand hinaus zu blicken und mal andere Herkünfte zu testen. (sofern erlaubt)

    Die sichere Verfahrensweise der Vermehrung kann und sollte aber durchaus erstmal mit den eigenen oder leicht zu beschaffenden Bienen gelernt werden.

  • Ich kann Dich nur ermutigen, Dir die Sache nochmals durch den Kopf gehen zu lassen und Dich zu fragen, ob Du mit (vielen :) ) Larven und Standbegattung zumindest vorerst nicht doch besser fährst.

    Danke dir für das Teilen deiner Erfahrungen. Bis jetzt muss ich glücklicherweise sagen, dass alles ganz gut gelaufen ist. Habe die Zuchtkönigin Ende Juni bekommen und Mitte Juli waren die ersten Töchter da. Recht gute Umlarvquote von 80 % ( Mithilfe durch meinen erfahrenen Zucht Kollegen) und Begattungserfolg lag bei 100%. 6 von 6. Da war ich ganz froh, ist ja doch dann recht spät im Jahr.

    Da ich nun schon meine erste Zuchtkönigin habe, würde ich erstmal so weitermachen und schauen wie alles läuft. Habe dann immernoch alle Möglichkeiten...




    Auf jeden Fall lass ich dieses Jahr diese F1 Völker auf meinem Hausstand stehen, wo auch die Mini plus Kisten sind und die Standbegattung der nächsten Serien stattfindet. So habe ich hier schon Reinzucht Drohnen am Start und werde auch keine Rahmen schneiden. Somit müssten diese Drohnen die Lufthoheit haben.


    Das Problem beim Nachziehen von eigenen Königinnen sehe es eigentlich darin, dass die F2 nicht mehr intermediär sind und die Genetik stark aufgespaltet wird. Da kannst du mal Glück haben oder eben Pech. Auf jeden Fall kann es passieren, dass die Völker sehr unterschiedlich gut sind, was wieder mehr Arbeitsaufwand bedeutet.


    Deswegen kommen für mich nur die F1 infrage, entweder durch eigene Linienzuchtkönigin oder eben Umlarven von anderen.

  • Hi

    du schreibst du willst mit 15 M+ Arbeiten? 2 Durchgänge?


    Wie viele Völker hast du denn selber?


    Als kleiner Überblick was du für deine Selektion vorhalten musst:

    1 Volk für die Mutter zur Prüfung/Aufgäbewahrung 10 Völker für deren Töchter zur Prüfung.


    Prüfung der Mutter kann losgehen sobald du sie ein Monat eingeweiselt hast.

    Das Ergebnis dieser Prüfung sagt dir lediglich etwas über das Potential der Königin.


    Sobald die Kö ne Woche voll in Eilage ist kannst du von ihr Nachziehen und zieh gleich 15 Völker von ihr nach. 10 sollten schon im nächsten Jahr ankommen. Diese Völker treffen dann die Aussage wie viel vom Potential eine Königin überhaupt Vererbt wird und was du in der Kö nicht gesehen hast (heterosis z.B.).

    Heißt also etwa ein Jahr nachdem du die Kö hast, kannst du gut mit der Nachzucht anfangen und hast dann noch wine Saison zum Umlarven vor dir. Danach wars das schnell mit der Nachzucht von der Königin, einfach weil die Ei und genetische Qualität einer Königin mit dem alter leidet.

    D.h. brauchst du jedes Jahr neue Königinnen zur Selektion.

    Hast du bei der Anzahl an Prüfvölkern überhaupt genug Völker, das du neben dem Prüfen noch Völker führen kannst? Was machst du wenn eine Kö eingeht und du dann nur noch mit der Kö dastehst die leider zu 100% Stecher produziert in deiner Standbegattung?


    Nicht das ich dir deinen Ansatz vermiesen will, ich dir nur zeigen wodrauf du dich einlässt, wenn du es tatsächlich richtig machen willst. Wenn du das willst, immer zu.

  • Nicht das ich dir deinen Ansatz vermiesen will,

    Genau so kommt es aber an, dass du den Ansatz vermiesen willst.


    Jeder einzelne kleine Schritt dieser langen Aufzählung kann zur Verbesserung der Eigenschaften führen.

    Ganz oder garnicht ist hier vollkommen fehl am Platze, bei der Züchtung/Vermehrung für den eigenen Bestand.

  • Leidet denn tatsächlich die genetische Qualität mit dem Alter, robirot?


    Ansonsten kann ich dem, was du schreibst, zustimmen. Ich selbst befinde mich in etwa in dem Zwiespalt, d.h. einerseits motiviert und gut angebunden, andererseits (noch) zu wenig Kapazitäten, um wirklich von ordentlicher Prüfung sprechen zu können.


    Ich finde aber, dennoch kann man sich auf diesen Weg begeben. Man muss sich der Abstriche eben bewusst sein. Also dass es z.B. Sackgassen geben kann. Die Töchter der Baltrumkönigin von 2019, die ich auserkoren hatte, hatten zu stark gestreut und waren insgesamt zu biestig, um sie guten Gewissens in andere Hände zu geben. Andererseits kann man gewisse Tendenzen der Töchter schon im ersten Jahr sehen; von den zwei aus fünf von 2020 begatteten Baltrumköniginnen, von denen ich letztes Jahr vermehrt habe, habe ich schon in den Minis ohne in die Aufzeichnungen zu schauen unterscheiden können, welche die Wabenstete zur Mutter hatten und welche die Fleißige, und dass ich dieses Jahr von letzterer vermehren will und die dann auch guten Gewissens abgeben werde, wenn sich zeitgleich wirklich zeigt, dass die Töchter taugen.


    Außerdem muss ich mir bewusst sein, dass ich aus 5 auswähle und das eine Größenordnung von dem entfernt ist, was andere machen, in meinem Heuhaufen also viel weniger Nadeln versteckt sind. Aber auch das hat seinen Reiz, und ich werde stückweise zufriedener mit 'meinen' Bienen.


    Wenn in einem Jahr das Finden potentieller Töchter zum Weiterführen der Linie nicht klappt, muss man eben nochmal mit der Vavoritin aus dem Vorjahr probieren und/oder nochmal mit Zuchtstoff beginnen. Das Problem wird aber eher sein, dass zu viele interessant erscheinen. Heuhaufen gibt es genug, denn da ist ja noch die Schwester, die dann doch überraschend stabil durchs erste Wirtschaftsnahe ging...


    Im Jahr Null der potentiellen Zuchtköniginnen habe ich bisher nie umgelarvt, das liegt dann aber daran, dass ich nicht eine oder zwei gekauft, sondern mit Zuchtstoff gestartet habe. Da sind sie also im Mini und werden im Herbst eingeweiselt, etwaige Kandidatinnen schon beobachtet. Die Einjährigen sind dann ganz normal im Vollvolk, überwintern da, und jetzt, im zweiten Jahr, werde ich sie auf 3 oder 4 Waben Zander beschränken. Ich sehe ein paar kleine Vorteile gegenüber MiniPlus als Altersheim: Umlarven, Schwarmkontrolle und Überwintern stelle ich mir einfacher bzw. praktikabler vor.

  • Danke für eure Hinweise. Der langfristige Plan sieht so aus, dass ich immer 2-3 Zuchtköniginnen am Stand haben werde. In diesem Jahr möchte ich mit etwa 12 Wirtschaftsvölker und 6 Ablegern + entsprechender Menge Minis einwintern. Der Bestand soll die nächsten Jahre steigen.

    So kann man den Plan als kleinen Beginn bezeichnen. Ob sich mit diesen Zuchtkös Erfolge zeigen, wird man sehen...deswegen auch nicht nur eine Königin. Es muss natürlich ein ständiger Wechsel über die Jahre erfolgen. Die besseren behalten, die schlechteren aussortieren.

    Ich denke trotzdem, dass man damit eine solide Basis haben kann, schließlich ist das genetische Potenzial da. Die Hochgebirgsbelegstellen in Karwendel und Hausberg meines Züchters versprechen auch gute Drohnenlinien und sichere Anpaarungen. Somit habe ich Vertrauen, dass die eine oder andere tolle Königin dabei sein wird.

    Ich kann nur von der Theorie sprechen, Praxis habe ich keine. Aber ich finde diesen Weg viel besser, als selbst von eigenen Wirtschaftsköniginnen zu vermehren und dabei eine breite genetische Streuung in Kauf zu nehmen.

    Wenn das in die Hose geht ;) , kann ich immer noch andere Wege mit Zuchtstoff oder unbegatteten Königinnen gehen.

    Im Moment bin ich aber erst mal optimistisch :)