Wildbau - was tun?

  • Hallo, Mitimker,


    bei jedem Öffnen der Völker gehe ich wieder mit neuen Fragen vom Bienenstand weg. Gestern habe ich die Völker durchgesehen. Nach reichlicher Springkrauttracht und vielleicht etwas zu rascher Auffütterung gab es besonders in der oberen Hälfte der Waben (Honig, zu Dickwaben ausgezogen) einige Stellen mit Wildbau, wo die Bienen Wachsbrücken zwischen den Waben gebaut hatten, teilweise anscheinend auch mit Honig gefüllt. Beim Ziehen der einzelnen Rähmchen riß das natürlich ab, und die Waben wurden an den Stellen beschädigt. Auch hatte ich anschließend etwas Mühe, die Rähmchen wieder im richtigen Abstand einzuhängen.


    1. Ist dieser Wildbau ein Zeichen für zu viel Futter in zu kurzer Zeit?


    2. Wie geht Ihr mit solchem Wildbau um? Abmeißeln/Abschaben (trotz Honig-Wachs-Manscherei) oder nicht?


    Danke für die Hilfe!


    Johannes

  • Hallo Johannes,


    manchmal sind solche Wachsbrücken ein Zeichen für einen nicht optimalen Abstand der Waben. Das muß nicht heißen, daß die Rähmchen nicht in Ordnung sind, nur wird, gerade im Honigraum auch schon mal eine Wabe dicker ausgezogen. Manche Völker machen solche Wachsbrücken immer wieder, andere nur selten oder garnicht.


    Ich entferne die Wachsbrücken zwischen den Waben immer ohne die Waben zu ziehen indem ich in die bienefreie Gasse mit dem Stockmeißel einsteche. Das schmierige Wachs lasse ich bis auf's Bodengitter durchfallen, wo es trockengesaugt das ganze Jahr liegen bleibt. Ich kratze auch Überbau immer ab.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Johannes Haller schrieb:

    einige Stellen mit Wildbau, wo die Bienen Wachsbrücken zwischen den Waben gebaut hatten, teilweise anscheinend auch mit Honig gefüllt. Beim Ziehen der einzelnen Rähmchen riß das natürlich ab, und die Waben wurden an den Stellen beschädigt. Auch hatte ich anschließend etwas Mühe, die Rähmchen wieder im richtigen Abstand einzuhängen.


    Johannes


    Hallo Johannes, anscheindend ist diese Art des Wildbaus eine Unart von Heikes Buckis. Ich musste dies auch feststellen, obwohl bei mir der Beespace stimmt, auch die Carnica zeigten bisher nicht solch ein Verhalten. Gewöhn dich dran, ist normal bei diesen Buckis, macht auch keine Probleme.

  • Hallo Johannes,
    das was du da beschreibst deutet nicht auf "Widbau im Sinne von Murksenen hin,tschuldigung Xaver :D " sonder auf zu viel Futter .
    Haben die Völker, das sind Sie jetzt, noch Platz für Brut oder noch mindestens auf zwei Waben ca. zweihandteller groß gedeckelte Brut?
    Wenn nicht und es ist alles voll Futter überwintern Sie zu kalt und könnten unter umständen sterben.Fütter blos nicht mehr und bette das es bei Euch endlich reift und das Springkaut erfriert, wir hatten schon viermal -3-5 C mise, gib Ihnen vieleicht noch ne Mittelwand damit Sie Platz zum umlagern des Futters haben.
    Gruß
    Heike

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Heike Aumeier schrieb:

    tschuldigung Xaver :D " sonder auf zu viel Futter .


    Gewöhn dich dran, ist normal bei diesen Buckis, macht auch keine Probleme.
    Heike


    Hallo Heike,


    ich habe das nie als Nachteil empfunden, wie ich es auch in meiner Antwort geschrieben habe, sondern deine Buckis als besonders baufreudig gegenüber meinen Carnicavölkern empfunden!

  • Hallo, Heike,


    danke für Deinen hilfreichen Rat! Unter http://www.imkerforum.de/viewtopic.php?t=1460 ist die Situation bei uns noch etwas genauer beschrieben. Genau um das, was Du schreibst, ging es mir mit der Frage dort.


    Beide Völker haben noch eine kleine, leere Jungfernwabe am Rand, in die bisher noch nicht umgetragen wird, und in beiden findet sich noch etwas Brut (im schwächeren Volk sehr wenig), aber nicht mehr in so geschlossenen Flächen wie noch vor einigen Wochen; die freiwerdenden Zellen werden jetzt mit Futter/Honig gefüllt; also ein "fleckiges" Brutbild im unteren Bereich der Waben.


    Gefroren hat es hier bisher noch nicht, das Springkraut blüht noch immer...


    Verstehe ich Dich richtig: ab jetzt gar nicht mehr füttern? Oder erst mal eine Futterpause einlegen und später noch mal sehen?


    Viele Grüße, Johannes

  • Morgen,
    Xaver, das habe ich auch nicht negativ gesehen bzw. aufgenommen.
    Die Buckfast wurde und wird auch heute noch so gezüchtet das Sie sehr wenig Wild- Überbau macht.
    Einige neueingekreutzte Linien bauen noch etwas stärker.
    Johannes, versuch mal folgendes:
    Nimm die angefangene Randwabe und platziere Sie zwischen den Futterwaben nahe am Brutnest.
    Die Bienen empfinden Sie als störend und machen Sie normal mit Futter/Honig voll.Nach Ende der Tracht platziere Sie an ihren alten Standort.
    Füttern würde ich nichts mehr.
    Gruß
    Heike

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Danke, Heike,


    das Umhängen werde ich morgen machen.


    Auch Futter werde ich dann keins mehr geben. (Ein bißchen Herklopfen habe ich dabei ja schon - so wenig, wie ich ihnen bisher erst gegeben habe... Aber Du merkst, ich bin Anfänger. :wink: )


    Viele Grüße in den Bayerischen Wald,


    Johannes