Ätznatron welche Schutzkleidung ist nötig?

  • Hallo,


    ich würde gerne meine Rähmchen mit Ätznatron kochen. Nun stellt sich mir die Frage was genau an Schutzkleidung brauch ich?


    Ich hab Handschuhe aus PU Gummi laut beschreibung beständig gegen Laugen und Säuren.

    Reichen diese Handschuhe? Für Natronlauge braucht man wohl spezielle, oder ist die Konzentration zu gering?

    Das selbe gilt für die Schürze, reicht eine Normale Gummi / Metzgerschürze oder muss diese Säure und Laugenfest sein?

    Schutzbrille ist klar.

    Als Atemschutz habe ich eine A2P3 Halbmaske die organische Dämpfe wie Lösemittel und Co filtert. Laut 3M und Dräger genügt eine P3 Filterstufe alleine schon.


    Ich hab natürlich wenig lust auf Verätzte Hände oder so was.

    Über ein paar Tipps würde ich mich freuen.

  • Gummistiefel und Metzgerschürze sind Laugenresistent, wie Mettbrötchen schreibt, natürlich auch die Schutzbrille gegen Spritzer. Wenn Du länger am Kessel stehst, dann würde ich Dir so ganz dünne Baumwollhandschuhe, zum unter die Gummihandschuhe anziehen nahe legen.

    Zum einen schwitzt man natürlich darin und zum anderen geht die Hitze nicht gleich so schnell durch. Eine Atemschutzmaske hatte ich noch nie beim waschen auf. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen. Möchte aber niemand davon abraten. Wer nicht nur eine Stunde wäscht, wird da über längere Arbeitszeit, keine Freude daran entwickeln können. Da würde ich bei Bedenken eher auf ein Gesichtsschild zurückgreifen. Wichtig, immer auch noch einen Eimer kaltes, klares Wasser bereit stehen haben. Beim falschen Griff in die Suppe, kann man nicht erst noch loslaufen und einen Wasserhahn suchen. Auch daran denken, nach dem Waschen, die Rähmchen nicht nur im klaren Wasser abwaschen, sondern zum Neutralisieren der Rähmchen noch Essigessenz zum Klarspülen dazu geben. Bei schütterem Haupthaar und hektischer Waschweise, kann auch eine Mütze nicht schaden... ;)

  • Wenn du den Umgang damit nicht kennst und deshalb nicht weißt, welche Schutzkleidung du brauchst, rate ich dir dringend vom Benutzen dieser heißen Lauge zum Reinigen ab.
    Ich arbeite im Labor damit und habe das vorher auch gelernt wie man das macht. Für eine "normale Reinigung" würde ich dir grundsätzlich zu Wasch-Sodalösungen raten, die dafür auch reichen und deutlich weniger gefährlich im Umgang sind.


    Grundsätzlich solltest du jeglichen Kontakt der Laugen mit deinem Körper vermeiden, musst also so eingepackt sein, dass keine Lauge direkt auf Haut oder Augen treffen kann und sich auch nicht durch Kleidung bis dahin durchsaugen kann - auch nicht durch die Schuhe. Gegen die Dämpfe beim Kochen hilft guter Luftwechsel und eine Atemmaske.

    Zudem solltest du dir auch überlegen wie du dann danach deine stark ätzende Lösung entsorgst. Einfach in den Ausguss oder in den Garten schütten ist keine Option.


    Je ätzender deine Lösung wird, desto wichtiger sind die Schutzmaßnahmen und die Überlegung zur Entsorgung.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hallo.

    Nimm das Geld für die Schutzkleidung, kauf dir eine gebrauchte Spülmaschine. Mach den Kasten fürs Spülmittel mit Ätznatron voll und stell das an. Rähmchen sind dann sauber und du kommst nicht in Berührung mit der Lauge.

  • Schutzbrille macht Sinn, Lauge BRENNT Im Auge. Problem Brille läuft an wird abgezogen...

    Ffp2 Maske funktioniert.

    Unbedingt Wasser oder Wasserhahn bereit halten im Fall der Fälle zum auswaschen der Augen.

    Dicke Saeurehandschuhe helfen auch fuer heißes Wasser.

    Auskochen lohnt.

    Ist schon gefährlich.

    Wer ungeschickt ist bleiben lassen.

  • Hallo Bee2019!


    Da wird bei den Postings doch etwas übertrieben. 3% Ätznatronlauge würde ich doch als annähernd ungefährlich einstufen. Da kannst mal kurz den Finger hinein halten und da passiert gar nichts, außer du hast dich wegen der Hitze verbrannt. Die Gefährlichkeit bei Säuren hängt schon sehr stark von der Konzentration ab. Man denke an Essig. Konzentrierte Essigsäure ist sehr gefährlich. 5%er Haushaltsessig ist schon bedeutend ungefährlicher und wenn er noch weiter verdünnt wird, dann kann man die "Essigsäure" sogar trinken. Bei der Ätznatonlauge würde ich trotzdem nicht kosten wollen.


    Der gefährlichste Moment ist beim Anmischen der Lauge. Pures Ätznatron ist gefährlich, da braucht man ordentliche Handschuhe und Schutzbrillen. Immer das Ätznatron in kaltes Wasser geben. Beim Reinigen der Rähmchen wird man aber alleine aufgrund der Hitze schon Handschuhe anziehen. Eine Schutzbrille ist auch wegen der Hitze zu empfehlen. Ein heißer Spritzer ins Auge ist nie gut, auch bei reinem Wasser nicht.


    MfG

    Honigmaul

  • Auskochen lohnt.

    Warum genau soll sich der Aufwand lohnen? Ernstgemeinte Frage.

    Schutzbrille macht Sinn, Lauge BRENNT Im Auge. Problem Brille läuft an wird

    ...

    Ist schon gefährlich.

    Wer ungeschickt ist bleiben lassen.

    Eigene Erfahrungen hast du wohl schon gemacht.

    #4 hebt sehr gut hervor, warum andere Reinigungsvarianten dem Auskochen vorzuziehen sind.

  • Warum genau soll sich der Aufwand lohnen? Ernstgemeinte Frage.

    Schließe ich mich an. Was soll denn nach dem Dampfwachsschmelzer und abkratzen noch dran sein ? Natürlich Rähmchen von Faulbrutfällen sind was anderes. Die würde ich aber verheizen......

    Bis bald

    Marcus

  • Ich habe die Rähmchen auch mal in Lauge geschrubbt. Zu viel Arbeit.

    Einfach nach dem Dampfswachsschmelzer (DWS), sofort so gut es geht im heißen Zustand abkratzen.

    Trocknen lassen, prüfen ob die noch gerade und verwendbar sind und dann ggf abkratzen.

    Das einzige wo ich mal waschen musste, waren bebrütete Nordwaben.


    Ich bin am überlegen, ob ich die Holzrähmchen nach dem DWS in einem Wurstkessel mit heißem Wasser noch mal durchschüttel. Ggf. kann ich dann das kratzen sparen. Das muss ich aber erst noch testen.

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • honigmaul: Bei extrem verdünnt brauche ich keine Natronlauge, dann kann ich auch was anderes zum Putzen nehmen. Bei konzentrierteren Lösungen wird es aber schneller gefährlich und auch in 3% Lauge würde ich meine Haut nicht länger baden. Mit trocknen und gerade fettarmen Fingern ohne diese Schutzschicht noch nicht mal kurz - vor allem nicht, wenn sie heiß ist, aber jeder hat andere Leidenschaften ;)


    Falls du das Zeug wirklich kochst (und ich rede hier nicht von homöopathischen Dosierungen), dann dampft dir leider so viel Natriumhydoxid mit ab, dass du gerne einen Atemschutz nimmst oder für genug frische Luft sorgst, weil du nach ganz kurzer Zeit so einen trocknen Hals und eine raue Stimme hast.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Rähmchen immer im Umlauf austauschen. Jedes Jahr 100 - 200 neue Rähmchen, kostet nicht die Welt und man hat eine regelmäßige Regeneration. Alles andere rechnet sich vom Kosten / Nutzen Verhältniss nach nicht!