12er oder 10er Dadant?

  • Habt ihr noch Tipps, welche Bücher zum Thema man unbedingt gelesen haben sollte, die auch einem Anfänger die Betriebsweise wirklich anschaulich vermitteln? Gibt da ja einige von Bruder Adam, über Hans Beer bis zu Reiner Schwarz und Paul Jungels...

    Mit dem Buch von Reiner Schwarz bist du erst mal für die Praxis gut gerüstet. Alles andere kommt später und verkürzt jedes Jahr aufs Neue die Wintermonate.

  • Gibt da ja einige von Bruder Adam, über Hans Beer bis zu Reiner Schwarz und Paul Jungels...

    Werner Gerdes ebenfalls noch und alle sollten in keinem Regal fehlen


    @Heike, was halt noch ein Grund für das anpassen ist, nehme ich an, Bruder Adam hat halt nur Weißklee und Heide gehabt, somit konnte er seine Völker das ganze Frühjahr entwickeln lassen, das ist der Hauptgrund fürs anpassen, dass ab dem Obst was im Honigraum landet, rein von meinem Gedankengang :/ bitte korrigiere mich

  • Teilweise bin ich schon erstaunt was die 12er Dadant so alles kann im Vergleich zur 10er. Ich habe nur 10er Dadant und 10er Zander, daher fehlt mir der direkte Vergleich 10er zu 12er.


    Wenn hier behauptet wird, dass man 1 Honigraum bei den 12er weniger braucht, kann das nur für 12er mit 141er im Vergleich zu 10er mit 141er gelten, denn die Wabenfläche von 12er 141er ist im Vergleich zu 10er 159er sagenhafte 3% größer. Nicht alles ist Mathematik in der Imkerei, aber rein rechnerisch wären wir bei einer hohen 2-stelligen Anzahl an Honigräumen, damit auch nur 1 Honigraum mehr gebraucht würde.


    Gleichzeitig wird behauptet, dass im 12er 2 Wirtschaftsvölker geführt werden können während die 10er Beute zu klein sei. Ich sage nicht, dass das nicht stimmen kann, aber solche Aussagen werfen bei mir zumindest logische Fragen auf.


    Jetzt mal aus meiner Sicht (Praxis 10er und Theorie 12er) für den Threadersteller:


    Pro 10er:

    - Nicot Material ohne Anpassungen nutzbar

    - leichtere Honigräume, wenn man 141er HR benutzt (rückenschonend!)

    - Kompabilität mit dem Langstroth-System (im weiteren Sinne auch mit z.B. den Liebig-Beuten; kann immer mal relevant sein)

    - besser geeignet zum Wandern

    - Standardisiert & wesentlich günstiger, wenn man Dadant Blatt statt US verwendet (allerdings zu Lasten der Verbreitung in Deutschland -> schwierigerer Völkerverkauf)


    Pro 12er:

    - mehr Platz zum Arbeiten in der Beute bzw. eine Futtertasche

    - 90° versetztes Aufsetzen der Honigräume; bessere Annahme der HR (für mich Hauptvorteil)

    - etwas mehr Platz um 2 Ableger in einer Beute zu führen bzw. man kann diese länger dort führen als in den 10er

    - Beespace in der Regel oben (lässt sich aber auch in den 10er so kaufen, Standard dort unten)


    Das Platzargument wird zumindest dann etwas relativiert, wenn man im 10er die Nicot Futterzarge verwendet statt Futtertaschen im 12er.


    Für mich waren die Hauptargumente pro 10er das Gewicht und Nicot (letzteres verwendete ich schon bei Zander). Wenn du Standimker bist und das Gewicht nicht so eine Rolle für dich spielt, dann bist du mit den 12er vermutlich betriebstechnisch besser dran.


    So, und jetzt zerpflückt mich ;)

  • Pro 12er:

    - Beespace in der Regel oben (lässt sich aber auch in den 10er so kaufen, Standard dort unten)


    So, und jetzt zerpflückt mich ;)

    Beespace ist bei der 12er nach Ries/Adam/Beer immer unten

    Imker, Vermehrer und Selektierer.


    12er Dadant nach Bruder Adam

    Restbestand Seegeberger aus der Anfangszeit

  • Pro 12er:

    - Beespace in der Regel oben (lässt sich aber auch in den 10er so kaufen, Standard dort unten)


    So, und jetzt zerpflückt mich ;)

    Beespace ist bei der 12er nach Ries/Adam/Beer immer unten

    Entschuldige, du hast natürlich recht. Hatte einen Knoten im Kopf.


    Standard Beespace 12er unten, sprich Oberkante Rähmchen gleich Oberkante Zarge. Beim 10er ist es standardmäßig genau umgekehrt, aber es gibt auch die Möglichkeit sich das z.B. bei Bergwiesenimkerei mit Beespace unten für die 10er bauen zu lassen.

  • Wenn man bei den 10ern den Beespace nach unten legt, sollte man das ganz bewusst tun, da man sich damit bei den Händlern sehr einschränkt. Das ist aus meiner Sicht eine ähnliche Vorhölle, wie die der Dadant-Honigraumrähmchen-Ohrenbreite.


    Bei den Büchern finde ich Schwarz und Gerdes als Einstieg sehr gut, was mir mindestens genauso geholfen hat ist dieses Forum und rases/ludgers Youtube-Format (Wanderimkerei Kolbe ist im letzten Jahr für Dadant auch sehr interessant gewesen). Die Bücher ziehen einen groben Rahmen, die anderen Formate vertiefen die einzelnen Punkte.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Meine 2ct noch dazu - ich kann nicht abschätzen, ob du dir da wirklich so sicher bist mit dem Plan nicht wandern zu wollen.


    Wie war es bei mir...

    Ich wollte eigentlich nur zwei Völker für meinen Garten, hab mich im Imkerbedarf umgesehen und mich damals für die 9er Gellerbeute entschieden... aus den 2 Völkern wurden es innerhalb dieser 3 Jahre 20+ Völker (hier jedoch die Liebig Zanderbeute) und es machte so einen Spass (Sucht?) das man natürlich mit dem Wandern anfängt. Man lernt Leute kennen, bekommt gute Standplätze dazu, und ich hatte auch richtig Glück und Spaß am Marketing.


    Würde ich heute nochmal anfangen, würde ich 10er Dadant nehmen - so habe ich jedoch für mich als das sinnvolle Maß Zadant mit 2/3 Honigräumen gefunden, was aber mehr des vorhandenen Materials (Zanderumbau auf Zadant) geschuldet war.

  • Habe es jetzt nicht nachgerechnet, aber wenn du in 10 Waben im 10er auf etwa die gleiche Fläche kommst, wie bei 12 Waben im 12er, dann sind das aber jeweils keine Dickwaben.
    Man müsste dann also 8 im Vergleich zu 10 Waben nehmen und da wird der Unterschied dann wohl etwas größer. Wenn man sich -wie ich- für die gleiche Rähmchengröße entschieden hat, dann ist der Unterschied von 8 zu 10 mit gleicher Fläche noch größer und man muss die Rähmchen eben in mehr Honigräume verteilen. Dafür ist die geringere Masse pro Honigraum dann angenehmer beim Stapeln - mir ging es allerdings eher darum, dass ich so überall die gleichen Rähmchenmaße habe.

    Für mich bleibt der Hauptunterschied der Platz (und ggf. der Nicot-Kram ohne Umbau). Der Platz ist super beim Standimker, wenn der Brutraum eh stehen bleibt und damit der Mehrbedarf kaum stört, aber man den Vorteil vom mehr Platzreserve innen nutzen kann. Die Futtertasche nehme ich gerne mal zum Anfüttern/Nachfüttern oder zusätzlichen Füttern bei Ablegern statt dem richtigen Fütterer, da ich diese während der Trachtsaison nicht bei den Völkern habe. Da ist die Futtertasche leichter eingesetzt als der Fütterer vom Lager geholt.

    Gewicht ist eigentlich fast kein Unterschied, da der Inhalt meist viel mehr wiegt als das bisschen mehr Holz für den quadratischen Bau.
    Die Nicot-Böden vermisse ich als Standimker bei den 12en auch nicht und für die Fütterer habe ich meinen Bestand an Adam-Fütterern noch mit Nicot inkl. Umbau ergänzt.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Meine 2ct noch dazu - ich kann nicht abschätzen, ob du dir da wirklich so sicher bist mit dem Plan nicht wandern zu wollen.


    Wie war es bei mir...

    Ich wollte eigentlich nur zwei Völker für meinen Garten, hab mich im Imkerbedarf umgesehen und mich damals für die 9er Gellerbeute entschieden... aus den 2 Völkern wurden es innerhalb dieser 3 Jahre 20+ Völker (hier jedoch die Liebig Zanderbeute) und es machte so einen Spass (Sucht?) das man natürlich mit dem Wandern anfängt. Man lernt Leute kennen, bekommt gute Standplätze dazu, und ich hatte auch richtig Glück und Spaß am Marketing.


    Würde ich heute nochmal anfangen, würde ich 10er Dadant nehmen - so habe ich jedoch für mich als das sinnvolle Maß Zadant mit 2/3 Honigräumen gefunden, was aber mehr des vorhandenen Materials (Zanderumbau auf Zadant) geschuldet war.

    du hast ja Glück, hier bei sieht sieht manches ganz anders aus

  • (...)


    Wenn hier behauptet wird, dass man 1 Honigraum bei den 12er weniger braucht, kann das nur für 12er mit 141er im Vergleich zu 10er mit 141er gelten, denn die Wabenfläche von 12er 141er ist im Vergleich zu 10er 159er sagenhafte 3% größer. Nicht alles ist Mathematik in der Imkerei, aber rein rechnerisch wären wir bei einer hohen 2-stelligen Anzahl an Honigräumen, damit auch nur 1 Honigraum mehr gebraucht würde.

    (...)

    Habe es jetzt nicht nachgerechnet, aber wenn du in 10 Waben im 10er auf etwa die gleiche Fläche kommst, wie bei 12 Waben im 12er, dann sind das aber jeweils keine Dickwaben.(....) Man müsste dann also 8 im Vergleich zu 10 Waben nehmen und da wird der Unterschied dann wohl etwas größer. .

    Es ist für das Gewicht fast völlig unerheblich, wieviel Waben in der Kiste sind, also ob Dick- oder Dünnwaben: es geht nur ums Kistenvolumen - Beespace. Weil nur der bleibt frei, der Rest wird Wabe mit Honig :)


    Also am Ende ist der Unterschied eine Wabengasse mehr oder weniger.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Es stimmt, dass bei 10 bzw 8 Dickwaben das Verhältnis etwas besser wird. Der Flächenvorteil steigt dann von ca 3% auf 7,5% (rechne es gerne nach).


    Richtig ist, dass man bei 141er Rähmchen bei 10er und 12er halt 20% bzw 25% (Dickwaben) mehr Wabenfläche je Zarge hat und dann ist die Aussage „1 HR weniger bei 12er Dadant“ durchaus realistisch.

  • Aus Handlingsgründen und Kompatibilitätsgründen empfehle ich 10er. Habe 10 und 12er Dadant und stelle um auf 10 Dadant und 10er Langstroth. Bis jetzt hatte ich max. 8 Waben Arbeitetinnenbrut plus Drohnenrahmen. Wenn ich im Juni merken würde, dass kein Platz mehr vorhanden ist, würde ich schröpfen. Die letzte Tracht ist bei mir dir Linde, und die ist Anfang Juli, letztes Jahr Nach dem ersten Drittel vom Juli, vorbei. Ein Ei Anfang Juni bringt mich bezgl. Honigertrag nicht weiter. Also schröpfe ich rechtzeitig und bilde Ableger. Für jemanden, der auf Spättracht nach Mitte Juli aus ist, ist das keine Option. Für mich ist das ideal. Also auch mal überlegen, wann wieviel Brut benötigt wird und wie die Völker geführt werden sollen. Keine Frage, dass das beim Züchten anders aussieht als bei vielen Imkern im Betrieb.


    Viele Grüße


    Carsten

  • Hallo,

    die Beute ist ein Werkzeug. Also nimm die die du am besten händeln kannst und die dir gefühlsmäßig auch zusagt ( gewichtsmäßig, größenmäßig, kräftemäßig ). Den Bienen ist es egal in welcher Beute sie wohnen,denn du kannst ja jede beliebig an die Bedürfnisse des Volkes anpassen.

    Ich habe im laufe meines Berufslebens als Imker mit vielen Beutensystemen arbeiten müssen. (Langstroth, Schweriner Maß, DN, zehner und zwölfer Dadant.

    Heute imkern wir mit neuner Dadant und sind sehr zufrieden damit. Die Gewichtsunterschiede sind schon enorm, insbesondere bei der Honigernte ( ... merkst du erst wenn du älter wirst ;) ).

    Viel wichtiger und entscheidender ist aber, ob du die passende Betriebsweise zu deinem Beutensystem findest und beherrscht. (Große Beuten bringen nicht automatisch mehr Honig !)

    Gruß Finvara

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte