Oxalsäure-Dihydrat und Varroamilbe unter einem Handmikroskop

  • Saar Biene

    Varromed hat zwei Bedingungen, warum es Null Tage Wartezeit bekommen hat.

    Ameisensäure liegt in geringer Menge vor und verdunstet bei Auflage auf ein brütendes Volk sehr schnell. Die Oxalsäure macht die Langzeitwirkung dadurch aus, dass die Bienen mit dem Streifen in Kontakt kommen. Nimmt man den Streifen raus, ist auch die Oxalsäure aus dem Volk verschwunden.

    Das funktioniert nicht bei der Oxalsäure-Sublimation. Der Oxalsäure Staub lässt sich sehr lange noch in der Beute nachweisen. Ich würde zwar sagen, dass das Brutnest relativ schnell frei von der Oxalsäure wäre, aber die restlichen Waben nicht.

    Ich sage nicht, dass viel Oxalsäure-Staub wirklich umgetragen werden kann und dann irgendwann im später aufgesetzten Honigraum landen würde. Aber Oxalsäure ist dann rein technisch noch in der Beute zu finden und da das Arzneimittelgesetz zum Schutz des Verbrauchers keine Risiken zulässt, wird einfach ein Zeitpunkt festgelegt, bis zu dem man diese Stoffe einsetzen darf. Bei den Bienen ist das eher fraglich, dass wirklich viel Oxalsäure oder Ameisensäure im Honig landen könnte, damit das ins Gewicht fällt.. Dafür müsste der Imker sehr unvorsichtig sein.


    Bei Antibiotika geht es auch immer um den Abbau im Organismus, so dass nach Anwendung von Medikamenten oft eine Sperre von mehreren Wochen eingehalten werden muss, um das Tier zum Verzehr durch Menschen wieder geeignet zu machen.

  • Ja, stimmt.

    Es soll auf die Bienen geträufelt werden.

    Dann kann ich mir nur vorstellen, dass man vermutlich davon aus, dass sich die Bienen durch das Putzverhalten selber davon reinigen und nicht viel auf die Waben kommt.

    Bei uns nutzen viele Varromed über Streifen, wie die selber gemachten Oxalsäure-Streifen.


    Für mich ist es eher unwahrscheinlich, dass Oxalsäure, unabhängig von der Darreichungsform, in relevante Mengen in den Honig gelangen könnte, wenn der Honigraum später aufgesetzt wird. Im Honig ist immer Oxalsäure schon vorhanden und daher ist es schon schwierig eine Abgrenzung zum normalen Gehalt von Oxalsäure, der je Honig auch schwankt und einer Verunreinigung durch eine Oxalsäurebehandlung überhaupt nachzuweisen.

  • Saar Biene

    ...zwei Bedingungen, warum es Null Tage Wartezeit bekommen hat...

    Nimmt man den Streifen raus, ist auch die Oxalsäure aus dem Volk verschwunden.

    Das funktioniert nicht bei der Oxalsäure-Sublimation.

    Das ist m.E. nicht ganz richtig.

    a) Offenbar hat sich bei den Zulassungsverfahren EU-weit etwas verändert. Neuere Zulassungen erhalten oft die Bemerkung "Wartezeit : 0 Tage", obwohl Präparate auf derselben Wirkbasis früher noch mit Stichtagsregelungen u.ä. beschränkt wurden.

    b) ApiBioxal ist in manchen EU-Staaten zur Sublimation zugelassen. In Österrerich z.B. ist 2015 auch für diese Applikationsform 2015 die Wartezeit angegeben mit: "0 Tage" (s. Zf. 4.11):

    https://cdn.netletter.at/imkerbund/media/download/2015.09.16/1442414626.pdf?d=API.Bioxal_Gebrauchanleitung.pdf&dc=1445264024

  • Es kommt immer auf den jew. Befall an. In die verdeckelte Brut wirkt es ohnehin nicht!


    Darum schrieb ich ja oben von der "anfälligen Milbenfraktion zur Zeit der Behandlung". Das sind mglw. die Milben, die dann gerade ungeschützt unterwegs sind und wo das Kondensat der OXS Partikel ungehindert auf die Beine/Haftmembran trifft.


    Auch bei zwei Behandlungen nach TBE und vor Verdeckelung erster Brutzellen bleiben offensichtlich vermehrungsfähige Milben übrig (wahrscheinlich die oder ein Teil derer, welche sich während der phoretischen Phase zwischen den Bauchschuppen verkrochen haben). Darauf deutet das Wiederkehren des verstärkten Milbenfalls bei manchen Völkern im Sept./Okt. - die sog. Re-Infektion - hin.


    Darum schätze ich mittlerweile die Brutunterbrechung mit anschließender OXS-Behandlung als weniger wirksam ein bei großem Aufwand (!) als die gezielte Brutpause mit Fangwabe und abschließender OXS. Da werden auch Milben übrig bleiben, jedoch deutlich weniger.


    nassauer hat es doch eindrucksvoll beschrieben!

    Im Okt. kann ich mehr dazu berichten...

  • Dass Milben übrig bleiben, ist sicher jedem klar.

    Sollten wir nicht darüber nachdenken, dass es nicht darauf ankommt ALLE Milben zu vernichten. Mir erscheint es richtig, wenn der Bien entlastet wird. Die Entlastung fördert die Auseinandersetzung mit der Milbe. Und durch weniger Säurewirkung ist der Bien auch eher zu aktivem Verhalten fähig.

    Liege ich mit diesem Gedanken völlig daneben?

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Diese Frage hättest Du stellen sollen, bevor Du der Hälfte Deiner Völker die Winterbehandlung vorenthalten hast. Jetzt beantwortet sich das bei Dir im folgenden Spätsommer. Also etwas Geduld.


    Gruss

    Ulrich

  • Diese Frage hättest Du stellen sollen, bevor Du der Hälfte Deiner Völker die Winterbehandlung vorenthalten hast. Jetzt beantwortet sich das bei Dir im folgenden Spätsommer. Also etwas Geduld.


    Gruss

    Ulrich

    Das erkläre mir mal.

    Ich stehe auf dem Schlauch!

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Du hattest Dir die Frage gestellt: Liege ich mit diesem Gedanken völlig daneben?

    Ulrich hat geantwortet, dass sich diese Frage im Folgenden Spätsommer beantwortet.

    Schau dann in die Völker, dann müsstest Du die Antwort sehen, ob der Gedanke gepasst hat oder daneben war. Ob noch jemand Zuause ist oder nicht.

    Ist das jetzt klarer zusammengefasst?


    Grüße

    Peter

  • Sicher schon unendlich oft gefragt.

    Aber: Ab wieviel Milben/ Tag würdet ihr eine W-Behandlung weglassen?

    Ich habe es unter … / Tag getan.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Ich lasse die Winterbehandlung nicht weg. Varroaschieber können sehr gut lügen. Wenn nach der Behandlung nur 5 Milben gefallen sind, auch das muss nicht die Wahrheit sein.

    Du behandelst ja fast gar nicht. Das sind dann sicher schon resistente Bienen. So was habe ich nicht.


    Gruss

    Ulrich