Thermobehandlung

  • Frage: Welche Berichte über die Wärmebehandlung stimmen denn nun: die positiven oder die negativen??
    Es gibt so wenig Diskussion darüber, das wundert mich. Die meisten Varroabehandlungen basieren doch auf Chemie- Produkten, oder?
    Da ich Anfänger bin, möchte ich mich vielseitig informieren.
    kessi

  • Hallo Kessi, nachdem ein Imkerkollege seine Art der Wärmebehandlung vor Jahren einmal bei uns im Verein vorstellte, habe ich dies auch ausprobiert. Behandelt wurde ein Volk als Kunstschwarm, ohne Königin. Die verblieb bei der Brut und den restlichen Flugbienen im Kasten. Der Kunstschwarm wurde in einem Drahtkäfig gebildet, dieser kam in einen Holzkasten. Der Innenraum des Holzkastens wurde dann auf 42 Grad C erwärmt. Dadurch fielen die Varroen ab. Die Bienen wurden nur etwas verwirrt, sie flogen sich nachher wie Jungbienen wieder ein, nachdem sie wieder zum Volk gegeben wurden. Soweit klingt das erstmal recht gut. Aber, in den oben geschilderten Verfahren erwischt man nur die Varroen außerhalb der Brutzellen, und das sind nur etwa 15%. Man hätte diese Behandlung also sieben mal pro Volk machen müssen. Alternativ könnte man das aber bei Schwärmen, bei Kunstschwärmen ohne Rückgabe zum Volk machen. Eine Behandlung, wenn das Volk ohne Brut ist, wäre schon zu spät. Da ich die Wärme mit zwei Föhnen erzeugt hatte, sprach auch die Stromrechnung gegen die Weiterverwendung dieser Methode. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar, Hallo Kessi,


    die Rechenweise stimmt leider nicht. Als alter Prozentrechner weis man, daß sich die 15% jeweils auf den gesamten Milbenbestand (=100%) beziehen. Wenn nun also 15% der Milben der Hitze zum Opfer fallen sind die verbleibenden 85% bei der nächsten Behandlung die anzusetzenden 100%. Man kann also die Behandlung nahezu unendlich fortsetzen und kann nie einen wintertauglichen Erfolg ereichen. Außerdem entstehen ja auch während der Zwischenzeiten neue Jungmilben und Milbenmütter gehen zum Teil sofort wieder in Zellen, halten sich also fast nicht mehr auf den Bienen auf.


    Behandlungen die nicht innerhalb kurzer (Wiedervermehrungs-) Zeit mindestens 80% der Milben von ganzen Völkern vernichten sind daher nur Notlösungen oder Sonderfälle.


    Außerdem sind die Wärmeverfahren (z.B. mit der Widerstandsplatte) nur in einigen wenigen Beuten einsetzbar. (Styropor schmilzt, im Hinterbehandler fehlt der Platz usw.)


    Lothar : Gegen die Behandlung der Bienenmasse, wie Du's beschrieben hast spricht natürlich nichts, außer der Aufwand, denn nackte Völker kannst Du ja auch im ganzen Jahr mit allen anderen Verfahren behandeln. Ohne Wabenbau gibt es ja keine Wachs- oder Honigrückstände.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Da Du Dich ja vielseitig informieren willst ,wie wärs mit einer etwas anderen Art der Varoabehandlung aus dem Kaukasus.
    Schwärme werden da über mehrere Minuten unter Wasser gesetzt.


    Gruß
    Rainer

  • Hallo Rainer
    Kann man etwas über diese Methode nachlesen? :o Oder muß man nur daran glauben, dass es funktioniert? Aber es wäre etwas für meine Kuriositätensammlung.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo Rainer, hoffentlich ist das nur ein Joke! :evil: 
    Nicht, daß das noch jemand hier probiert. :cry:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Es hört sich zwar an wie ein Aprilscherz,
    aber es wird im Kaukasus wirklich so praktiziert.(nachzulesen ist dies,soweit mir bekannt in einem Artikel vom Imkerei-Technikmagazin)
    Die Dauer der Untertauchphase beträgt mehrere Minuten(7-8 Minuten).
    Die Varroa überlebt dies nicht.


    Gruß
    Rainer

  • Ja, aber überleben das denn die Bienen? :o

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Rainer
    Wenn du mir jetzt noch sagen würdest, was das "Imkerei-Technikmagazin" ist und wo es zu beziehen ist, wäre meine Neugier für heute gedeckt. :) 
    Henry : Ich würde meinen Bienen bestimmt nicht so etwas antun. Aber es besteht bei mir ein großes Interesse um alles, was mit Bienen zu tun hat. (Vielleicht schreib ich mal ein Buch :wink: )

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo Leute,


    die "Kaukasus-Tauchmethode" wurde im letzten Jahr auch im Institut Erlangen von Dr. Schuster getestet. Bienen können es bis zu 15 min unter Wasser aushalten. Der Varroaabfall (besser "Auftauch") war messbar aber zu gering, durchschnittlich 150 Milben pro Volk und BEhandlung. Bei der nachfolgenden AS-Behandlung fielen bis zu 3000 Milben, wenn ich mich recht erinnere. Also kein Joke, aber auch nicht der Hit!

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo hier ein weiteres Rezept:


    Man gebe einen Jogurtbecher Puderzucker in ein Glas (ca. 2L Glas) und schütte einen halben becher Bienen in das Glas. Gut verschließen und Bienen mit Zucker ein paar Minuten durch dauerndes drehen/schütteln des Glases vermischen.
    Anschließend die Bienen aus dem Glas lassen und abgefallene Varroa auszählen. Varroa sind im Zucker gut zu erkennen, Milben mit einem feinen Sieb aus dem Zucker sieben und auszählen.


    Man kann den Zucker aber auch beim nächsten Kuchenbacken wieder verwenden....... das erspart die Rosinen. :lol:

  • :lol::lol::lol: ha, ha, ha selten sooo gelacht.
    Es war aber eine ernst gemeinte Frage. Sollte wirklich keiner eine sinnvolle alternative Methode anwenden???
    Gibt es denn tatsächlich keinen Imker/-in, die das Gerät zur Wärmebehandlung, das am Anfang der 90-er Jahre in Thüringen zum Verkauf kam je verwendet hat oder noch verwendet???
    kessi

  • Das Gerät ist teuer,die Behandlung aufwendig und der Grat zwischen Wirksamkeit und einer Schädigung der Bienen sehr schmal .Der Behandlungserfolg ist mäßig,da die Varroaschädigung erst ab einer bestimmten Temperatur und Behandlungsdauer eintritt.Höher darf die Temperatur auch nicht eingestellt werden um das Volk nicht zu schädigen ,sodaß nur ein sehr schmale Temperaturbandbreite für die Varroawirksamkeit übrig bleibt.Diese Temperatur im Volk gleichmäßig aufrecht zu erhalten ist wohl das große Problem dabei.


    Gruß
    Rainer