Met vermarkten

  • Liebe Imkergemeinde,


    ich bin neu hier im Forum und möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Bertram, bin Rentner und ich wohne im schönen Plauen. Meine Frau und ich betreiben seit etwa 6 Jahren eine kleine Hobbyimkerei. Seit 2 Jahren machen wir unseren eigenen Met und würden ihn unseren Kunden auch gern zum Verkauf anbieten. Nun habe ich ein paar Fragen und hoffe, ihr könnt uns weiterhelfen.


    1. Kann ich unseren Met einfach so an der Haustür ohne Gewerbeanmeldung verkaufen? Ist der Verkauf auch online erlaubt?

    2. Muss ich Alkoholsteuer bezahlen?

    3. Welchen hygienischen Standards muss ich erfüllen, denke da an Filtermaschinen oder spezielle Abfülltechnik.

    4. Darf ich Fruchtsäfte verwenden? Denke da an ein Wikingerblut, das ohne Kirschsaft nicht möglich ist. Muss da an der Kennzeichnung etwas geändert werden? Event. Met --> Fruchtwein?

    5. Darf ich Holunderblüten verwenden?

    6. In welche Flaschengrößen darf ich den Met abfüllen?

    7. Was muss alles auf das Etikett?

    8. Ist die Angabe des Alkoholwert eines einfachen Vinometers rechtlich überhaubt zulässig?


    Das sind die Fragen, die mich gerade umtreiben. Herzlichen Dank schon einmal für Eure Antworten :)


    Liebe Grüße aus dem wunderbaren Vogtland vom Bienen Berti

  • 1) ja. Online: Ja, aber rechtssicher sicherstellen, dass keine Abgabe an Jugendliche erfolgt

    2) nein

    4) ja

    6) jede

    8) der %-Alc muss genau stimmen und anders als bei den bescheuerten Vorgaben für geeichte Honigwaagen ist nicht vorgeschrieben, wie du das sicherstellst.

  • Ein Vinometer misst den Alkohol über die Dichte. Das funktioniert bei trockenen Weinen ganz gut (falls das Vinometer was taugt. Ich hatte auch schon welche die bei Wasser was angezeigt haben) Zucker verändert aber auch die Dichte und dann weiß man nicht, ob die Dichte höher ist, weil mehr Alkohol oder weil mehr Zucker drin ist. Vinometer zeigen daher Unsinn an, wenn man Weine mit Restsüsse misst.


    Es gibt keine Alkoholsteuer. Es gibt eine Bier- und eine Branntweinsteuer, aber keine Weinsteuer. Für Met gilt allerdings 19 % Mehrwertsteuer und ich habe mal gelesen, dass alkoholische Getränke nicht unter die landwirtschaftliche Pauschalierung der Umsatzsteuer fallen, man müsste die 19 % also abführen.

  • Hi,


    ein paar Antworten kann ich Dir geben.


    1. Kann ich unseren Met einfach so an der Haustür ohne Gewerbeanmeldung verkaufen? Ist der Verkauf auch online erlaubt?

    Ja, darfst Du im Rahmen deiner Imkerei.

    Online ggf. besondere Bestimmungen. ( Alter und sonstiges )


    2. Muss ich Alkoholsteuer bezahlen?

    Nein.


    3. Welchen hygienischen Standards muss ich erfüllen, denke da an Filtermaschinen oder spezielle Abfülltechnik.

    Sprich mit deinem Veterinär, wie kulant er ist.

    Bei einem Bekannten musste ein extra Hygieneraum her. Der

    Schleuderraum wurde nicht akzeptiert. Bei mir wurde er akzeptiert.


    4. Darf ich Fruchtsäfte verwenden? Denke da an ein Wikingerblut, das ohne Kirschsaft nicht möglich ist. Muss da an der Kennzeichnung etwas geändert werden? Event. Met --> Fruchtwein?

    Benutzen darfst Du vieles, aber es dann rechtlich nicht mehr als Met bezeichnen. Wird allerdings nicht wirklich drauf geachtet, wie man überall sieht. Echter Met darf nur aus Honig, Wasser und Hefe bestehen.

    Met mit Kirschsaft als Wickingerblut ist ok.


    5. Darf ich Holunderblüten verwenden?

    Siehe oben, deine Verantwortung.


    6. In welche Flaschengrößen darf ich den Met abfüllen?

    Siehe Fertigverpackungsverordnung. Üblich sind 0,75l.


    7. Was muss alles auf das Etikett?

    Siehe auch Fertigverpackungsverordnung und weitere.


    8. Ist die Angabe des Alkoholwert eines einfachen Vinometers rechtlich überhaubt zulässig?

    Wenn die Angabe stimmt, ja. Aber das tut sie selten. Besser ins Labor schicken. Die Angabe muss in 0,5% Schritten erfolgen.

    Sprich 13,2% sind dann 13% auf dem Etikett. 13,4 sind 13,5.


    Die Metherstellung und der Verkauf sind kein Hexenwerk, man sollte sich

    aber vorab mit einigen unterhalten, die das bereits machen. Und vor

    allem viele Gesetze lesen. Das kann schnell nach hinten losgehen.


    Die Metherstellung benötigt viel Zeit, viel Ausprobieren und sehr sauberes Arbeiten.


    Schöne Grüsse

    Joachim

  • Also in den einschlägigen Met-Gruppen ist Usus, dass die Met Produktion und der Vertrieb nicht durch die Urproduktion abgedeckt ist.


    Alkoholbestimmung mit Hilfe eines Vinometers bringt bei Met nichts. Ein Ebullionmeter sollte es schon sein.


    Ich produziere ja nur für uns und scheue die hohen Auflagen für den Verkauf. Auch wenn ich mittlerweile eine recht hohe Prozessichereit und Fans im Bekanntenkreis habe.

  • Also in den einschlägigen Met-Gruppen ist Usus, dass die Met Produktion und der Vertrieb nicht durch die Urproduktion abgedeckt ist.

    Ein gewisser Prozentsatz vom Umsatz darf durchaus 2. Verarbeitungsstufen sein. Aber das kann WFLP uns besser beantworten.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • vielen Dank für die tollen Antworten! Was würdet ihr meinen, ist das Veterinäramt die richtige Anlaufstelle für die Besprechung der hygienischen Voraussetzungen? Und wo finde ich denn die Vorlagen im Internet. Also Vorgaben Flaschengrößen, Inhaltsstoffe und so weiter. Und wo finde ich rechtliches zur Vermarktung?