• Vor kurzem habe ich aus einem Öko- Laden eine Anfrage bekommen, ob ich nicht etwas Honig verkaufen würde.
    :o Dabei bin ich etwas unsicher ( reine Hobbyhaltung zum Eigenverbrauch), denn an Verkauf über ein Geschäft habe ich ehrlich noch nicht nachgedacht (Anfänger)- wäre aber möglich.
    WAS MUß ICH DENN DABEI BEACHTEN ??
    kessi

  • Wenn Du "Bio-" draufschreibst, mußt Du die Anforderungen der EG-Öko-Tierhaltungsverordnung einhalten, d.h. regelmäßige Kontrolle durch eine Öko-Kontrollstelle wie z.B. Lacon und Einhaltung der Anforderungen an Beuten, Betriebsweise, Varroamittel usw.
    Wenn Du nicht "Bio-" draufschreibst, mußt Du einen anständigen Honig liefern.
    Und in jedem Fall muß auf dem Etikett der Erzeuger oder Abfüller genannt sein, die Menge (z.B. 500g) und eine Bezeichnung für den Honig. Der Inhalt muß der angegebenen Menge entsprechen , aber ich weiß nicht, wie genau.
    Viele Grüße

  • Hallo miteinander


    Der Besitzer eines Reformhauses erzählte mir heute, daß auf den Honiggläsern ab Oktober ein Verfallsdatum angegeben werden muß. Ist Euch dazu etwas bekannt?


    MfG Steffen

  • Hallo kessi,


    so um die 1228 Jahre glaub ich, das war jedenfalls der älteste genießbare Honig den ein Mensch ohne schaden überstanden hat. :wink:


    Spass bei Seite, Honig ist eigentlich ein Konsevierungsmittel, und dafür braucht es kein MHD. Wenn auch der Handel dies so gerne hätte, denn dann würde so manches Honigglas weg geworfen, was ja bekanntlich den Umsatz steigert!


    Also wenn das durch geht dann bin ich im falschen Film. Das mit dem Ultrafiltern wollte der Handel ja auch so verkaufen, daß der Pollen aus dem Honig muß, derweil ja Pollen eine Allergie auslösen könnte und man dafür Haften müße. Die Wirklichkeit ist nur, daß man dann nicht mehr sagen kann woher der Honig dann noch ist.


    Solche Sachen entstehen immer dann, wenn man zuviel Milch von den Lila Kühen trinkt. :D


    doch doch die gibt´s wirklich! ich hab die doch selbst gesehen! :o


    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Das mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum ist schon richtig.
    Wenn Du Honig oder auch andere Produkte öffentlich (also in einem Geschäft oder auf einem Markt) verkaufst, muss ab nächstem Jahr ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden.Dies stammt aus einer neuen EU - Verordnung, die nächstes Jahr in Kraft tritt. Bisher musste eine Losnummer auf den Gläsern angegeben sein, damit man im Falle einer Beanstandung nachvollziehen konnte, von welcher Schleuderung bzw. aus welchem Tank der Honig kam.
    Zur Zeit gilt bei uns in Ö eine Übergangsregelung, dass heisst. es kann entweder Los oder Mindesthaltbarkeit angegeben sein.
    Draufstehen muss der Name und Adresse des Erzeugers,Füllgewicht in Gramm (Schrift mind. 3mm gross), Ursprungsland(Deutsches Erzeugnis), Waldhonig( oder was eben drin ist) und eben Mindesthatbar bis...
    Besonders makaber ist dies auch bei den Propolistropfen- die sind ja auch ewig haltbar sind.
    Am Besten man erkundigt sich da bei der zuständigen Lebensmittelpolizei, die sagen einem genau wie sie es haben wollen.
    Wenn du Honig nur in deinem Honigkeller verkaufst, brauchst du rechtlich gar nichts draufschreiben - das ist so wie wenn du zum Bauern milchholen gehst.
    mfg. happybee

  • Hallo Honiglieferanten!
    Ich habe mich bei einem kundigen Fachmann schlau gemacht - und folgende Auskunft erhalten.
    Egal, ob man Honig verschenkt oder verkauft - in Abgabestellen oder direkt vom Imker, es bedeutet IN DEN VERKEHR BRINGEN - und dami bedarf es einer Richtlinie:
    Die Angaben beziehen sich auf Österreich, dürften aber EU bedingt gleich sein.
    1. Sortenbezeichnung
    2. Bei uns -Österreichische Herkunft. Diese kann umschrieben werden, wie z.B. Waldhonig, aus Österreichs Bergwelt.
    3. Füllgewicht, bei 1/2 kg und 1 kg 4 mm hoch
    4. Imker bzw. Abfüller
    5. Haltbarkeitsdatum - noch ohne genaue Richtlinie. Es haftet der Imker eben für die Unbedenklichkeit bis zum angegebenen Datum. Das Haltbarkeitsdatum ist auch kein Verfallsdatum. Es besagt, dass bis zum angegebenen Zeitpunkt, bei fachgemäßer Lagerung, der Erzeuger haftet, und nach diesem Zeitpunkt z.B. der Händler.
    In einem Gespräch mit einem Kontrollorgan haben wir empfunden (es gibt keine Richtlinie) dass ein Verfallsdatum von bis zu 3 Jahren glaubhaft ist. Obwohl die Haltbarkeit natürlich länger ist, schwindet die Glaubwürdigkeit, wenn man eine längere Haltbarkeit angibt. Sollte der Honig in einem SB Geschäft zum Verkaufe angeboten werden, ist ein Kontrollverschluß (Gewährleistungsverschluss) z.B. Qualitätsgütesiegel etc. anzubringen.
    Empfehlenswert ist auch die Aufschrift "kühl und lichtgeschützt lagern".
    Kühl lagern bedeutet die Lagerung in einem normalen Verkaufslokal. Nicht zu verwechseln mit "gekühlt lagern."
    So hat eine Empfehlung schriftlich- und der Hinweis eines Gespräches gelautet. So habe ich meine Etiketten gestaltet.
    Beste Grüße
    Tschiwi

  • Hi Fritz,


    Du hast geschrieben

    Zitat

    3. Füllgewicht, bei 1/2 kg und 1 kg 4 mm hoch


    Was heißt hier "4mm hoch"? Doch wohl nicht das ich den Honig im Glas nur 4mm hoch einlagern darf? Oder das das Etikett 4mm dick sein muß? :P Sorry, aber ich verstehe diese Angabe nicht.


    Aber trotzdem Danke für die Mühe und die Angaben das hilft bestimmt vielen.



    Gruß
    Franz

  • Hallo zusammen
    Hallo Franz
    Also ich lese aus dem Beitrag, dass die Schrifthöhe 4mm betragen soll. :o
    Er hat es etwas umständlich formuliert. Alles andere kann ja nicht sein.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Fritz Wieland schrieb:

    Egal, ob man Honig verschenkt oder verkauft - in Abgabestellen oder direkt vom Imker, es bedeutet IN DEN VERKEHR BRINGEN - und dami bedarf es einer Richtlinie:


    Hallo Tschiwi,


    damit bist Du wohl etwas über das Ziel hinaus geschossen. Verschenken ist meines Wissens eine der wenigen legalen Möglichkeiten, Dinge weiterzugeben, die nicht in Verkeht gebracht werden dürfen.
    So machen es z.B. die Erhalter alter Sorten, die dem Gesetz nach nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfen - sie verschenken sie.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,


    Tschiwi ist nicht übers Ziel hinausgeschossen. Deshalb hier der Auszug aus dem Gesetz:


    Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG)
    In der Fassung vom 9.9.1997 (BGBl I S. 2296), zuletzt geändert durch das Siebte Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vom 25.2.1998 (BGBl I S. 374)
    Erster Abschnitt - Begriffsbestimmungen
    ...
    § 7 - Sonstige Begriffsbestimmungen
    (1) Im Sinne dieses Gesetzes ist:
    - Herstellen:
    das Gewinnen, Herstellen, Zubereiten, Be- und Verarbeiten;
    - Inverkehrbringen:
    das Anbieten, Vorrätighalten zum Verkauf oder zu sonstiger Abgabe, Feilhalten und jedes Abgeben an andere;
    - Behandeln:
    das Wiegen, Messen, Um- und Abfüllen, Stempeln, Bedrucken, Verpacken, Kühlen, Lagern, Aufbewahren, Befördern sowie jede sonstige Tätigkeit, die nicht als Herstellen, Inverkehrbringen oder Verzehren anzusehen ist;
    - Verzehren:
    das Essen, Kauen, Trinken sowie jede sonstige Zufuhr von Stoffen in den Magen.
    ...


    Auch wer Honig verschenkt bringt also in Verkehr.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    vielen Dank für die Aufklärung. Lebensmittel werden also rechtlich anders behandelt als Saatgut.
    Nach diesem Gesetz bringe ich also ein Lebensmittel in Verkehr, wenn ich dem Nachbarskind einen Bonbon schenke. Und muß dabei beachten: Verpackungsverordnung, Hygienebestimmungen, Eichgesetz, Steuergesetze, ... Sowas ist hahnebüchener Unsinn.
    Zum Glück sieht sogar der deutsche Michel manches etwas lockerer.


    Grüße, Thomas