Winterverluste 2021/2022

  • Hallo, es wird überall erzählt es sei die Varroa. Die Imker führen einen Kampf gegen einzelne Varroen.....früher kenne ich nur aus Erzählungen, da wurde im Winter Perizin geträufelt, die Windel war schwarz vor Varroen und trotzdem ging es im Frühjahr weiter.......sind wir heute doofer, oder liegt es doch an der veränderten Umwelt ?

    Bis bald

    Marcus

    Wenn man in einer Gegend lebt, in der die Zecken kaum oder keine Viren haben, sind Zeckenbisse quasi egal. Da können mich auch zehn oder 100 beißen. Wenn aber jede zweite Zecke FSME oder was anderes oder mehreres gleichzeitig hat, können schon einzelne Zeckenbisse einen Menschen krank machen. Das bisschen Blut das die saugen, ist ja nicht das Problem.

    Kann es sein, dass die Viren in unseren Honigbienen nicht in den östlichen Honigbienen vorkommen? Das könnte erklären, warum früher weniger Viren in den Varroen waren. Oder nur welche, die für unsere Bienen ungefährlich waren?

  • Futterabriss und Verhungern kann man ja leicht erkennen

    Ist dies wirklich so leicht erkennbar???


    Nun ja.....Ich habe schon "Varroaschäden" gesehen, wo der "Hunger" die Ursache war.....Futterabriss, ist noch um einiges häufiger.

    Wie unterscheidet man die anderen Dinge, Sulz?

    Dazu muss man eben genau hinschauen. Es gab auch schon Winterverluste, bevor die Milbe da war.

    Klar. Die meisten Fälle, hatten etwas mit dem Futter zu tun.


    Wie ich schon andernorts geschrieben habe. Diese Winterverluste, sind für mich ein Rätsel.


    Und....Wenn unser Oberinspektor ( saimonsez und ich, haben den gleichen) dies schon fast stets auf das Varroa-Konzept abschiebt, so ist es für mich halt schon zu Einfach.


    Für einen betroffenen Imker, hilft es auch nicht......


    Lg Sulz.

  • Ich kann auch nur von meinen Erfahrungen und Erzählungen anderer Imker berichten. Mit meiner TBE bin ich bisher bis auf einen Einzelfall prima durchgekommen. Und da muss ich wieder auf die Ameisensäure zurückkommen. Mein Pate, Berufsimker mit 150 Völkern schwört schon immer auf die Ameisensäure und hat letztes Jahr eben behandelt wie jedes Jahr. Nur hatten wir einen relativ kühlen August mit 2 °C unter dem Jahresmittel der letzten 30 Jahre in unserer Region. Schon im Dezember waren 30 Kisten leer, im Februar waren insgesamt 50 Kisten leer. Da liegt es doch klar auf der Hand, dass bei ihm die Varroa schuld sein muss. Er füttert schon seit 20 Jahren zweiräumig auf Zander ein und hat im Schnitt 10% Verluste jährlich.


    Meiner Meinung nach ein Indiz dafür, dass einige alteingesessene ihr Varroakonzept überdenken sollten. Klar, bei guten Bedingungen funktioniert die AS Verdampfung, aber eine gewisse Unsicherheit bleibt. Die habe ich bei der TBE eben nicht. Waben raus, OXS fertig. Alle Völker zur gleichen Zeit an einem Stand behandelt, keine Reinvasion aus den eigenen Völkern. Für mich gibt es im Moment kein anderes Konzept, was so schnell und gut die Milben aus den Völkern bringt. Bei der Winterbehandlung nie mehr als 300 Milben. Bisher nie eine Nachbehandlung im Herbst nötig gewesen. Klar ich hab gut reden mit meinen paar Völkern. Für den Großimker ist die Materialschlacht nicht zu unterschätzen. Aber für diese Arbeitsspitze im Juli/August hat man zur Belohnung gesunde und schöne Völkern im Frühjahr.

  • es sind, gaaanz sicher

    die Viren :u_idea_bulb02:

    weil,

    2021 war der Bienenumtrieb/Abgang, die ständige Bienemasseerneuerung, wegen dem miesesten Jahr was ich je erlebt habe, sehr verhalten.

    Der Verdünnungseffekt an Viren/Varoa war zu gering. Es wurden zu wenig gesunde Dauerbienen die über den Winter retten, gebildet. Alles Schlechte blieb vollständig in den Kisten.

    Das wars!

    Im Grunde also doch Varroa! Selbst wenn die Milben raus sind, Viren werden Horizontal und Vertikal im Volk verbreitet, denkt an!

    Die Zahl 20% Verluste in D halte ich für sehr sehr geschönt, da wird gelogen das die Balken sich biegen :!:Das Debimo Ding ist ein Witz.

    Hier in meiner Gegend, hat kaum noch jemand Bienen, bzw den Winter ohne min 50% Verlust oder sogar alles drauf gegangen, überstanden. Das Unheil fing schon im September an.

    Die Wanderplätze (Akazie zb) sind nahezu leergefegt, da stand heuer nix!

    Die Leute rennen mir die Türe wegen Honig ein.

    Nöö, 20% stimmen sicher nicht,

    Die spinnen zwar die Schweizer, aber Ehrlich scheinen die zu sein! :liebe002:

  • Ich kann auch nur von meinen Erfahrungen und Erzählungen anderer Imker berichten. Mit meiner TBE bin ich bisher bis auf einen Einzelfall prima durchgekommen. […] Bisher nie eine Nachbehandlung im Herbst nötig gewesen. Klar ich hab gut reden mit meinen paar Völkern. Für den Großimker ist die Materialschlacht nicht zu unterschätzen. Aber für diese Arbeitsspitze im Juli/August hat man zur Belohnung gesunde und schöne Völkern im Frühjahr.

    Hätte ich vor einem Jahr glatt unterschrieben. Im letzten Sommer bin ich deshalb logischerweise genau gleich wie in den Jahren davor vorgegangen. Trotzdem habe ich schon im Spätherbst die ersten Verluste (für mich die ersten Winterverluste überhaupt! – im sechsten Jahr) feststellen müssen, bis April sind noch weitere dazu gekommen. Für das letzte, unvergleichlich lausige Jahr hat hier eine TBE mit anschliessender Oxalsäurebehandlung den Erfolg nicht garantiert … Ich hatte mich in falscher Sicherheit gewiegt!


    Übrigens habe ich am Montag einen Ableger kontrolliert, der mit einem hohen Brut zu Bienen-Verhältnis gebildet worden war. Die letzte Brut lief gerade aus, die Varroabehandlung war fest vorgemerkt, aber mich hat bei der Durchsicht fast der Schlag getroffen, als ich gesehen habe, wie viele Milben auf den Bienen sassen! Die Milbenbelastung muss jetzt schon – im Mai! – extrem hoch gewesen sein. Dazu passt ins Bild, dass (mindestens) eine der Königinnen, die ich im Mai nachgezogen habe, mit verkrüppelten Flügeln zur Welt gekommen ist. Der Züchter meinte auf meine Rückfrage hin, dieses Phänomen sei eigentlich eher von späteren Zuchtserien bekannt, wenn schon viele Varroen in den Völkern seien.


    Ich werde dieses Jahr jedenfalls besonders vorsichtig sein …

  • Meiner Meinung nach ein Indiz dafür, dass einige alteingesessene ihr Varroakonzept überdenken sollten.

    Viele machen das wahrscheinlich jedes Jahr, was nicht bedeutet, dass sie es jedes Jahr ändern. Für viele gibt es trotz des Überdenkens keinen Anlass, das Konzept zu ändern.


    Da liegt es doch klar auf der Hand, dass bei ihm die Varroa schuld sein muss.

    Wieso?

    Kaltes Wetter zu der Zeit bringt noch einen ganzen Haufen anderer Veränderungen mit sich.

    Er füttert schon seit 20 Jahren zweiräumig auf Zander ein und hat im Schnitt 10% Verluste jährlich.

    Und bei der Quote soll er etwas ändern? Nur weil du mit einem anderen Konzept das gleiche Ergebnis erzielst?

  • Ist natürlich krass und macht mich nachdenklich. Die Milben- bzw. Virenlast muss zum Zeitpunkt der TBE schon zu hoch gewesen sein, dass die Versorgung und Bildung der Winterbienen nicht mehr gut war. Hast du die TBE zum Trachtende gemacht?

    Ich habe mir für dieses Jahr mal auf die Fahne geschrieben. Ab Juni die Milben stichprobenartig im 2 Wochen-Rhytmus mit der PZM Methode zu zählen und zu dokumentieren. Da bekommt man sicher mal ein besseres Gefühl für den Befallsgrad bis in den Herbst hinein.

  • Ist natürlich krass und macht mich nachdenklich. Die Milben- bzw. Virenlast muss zum Zeitpunkt der TBE schon zu hoch gewesen sein, dass die Versorgung und Bildung der Winterbienen nicht mehr gut war. Hast du die TBE zum Trachtende gemacht?

    Ich habe mir für dieses Jahr mal auf die Fahne geschrieben. Ab Juni die Milben stichprobenartig im 2 Wochen-Rhytmus mit der PZM Methode zu zählen und zu dokumentieren. Da bekommt man sicher mal ein besseres Gefühl für den Befallsgrad bis in den Herbst hinein.

    Mitte Juli. Ja, ist sicher nicht verkehrt, langsam mal etwas genauer hinzuschauen. Die offizielle Empfehlung des Bienengesundheitsdienstes sieht erste Kontrollen ab Ende Mai vor.

  • Kaltes Wetter zu der Zeit bringt noch einen ganzen Haufen anderer Veränderungen mit sich.

    Kannst du mal ein paar aufzählen?

    Und bei der Quote soll er etwas ändern? Nur weil du mit einem anderen Konzept das gleiche Ergebnis erzielst?

    Wenn sie keinen Anlass sehen, ihr Konzept zu ändern, werden sie auch keine besseren Quoten erzielen. Mir wären 10% auf Dauer zu hoch.

  • Und bei der Quote soll er etwas ändern?

    Ja. Für mich wären 10% Verlust auf Dauer ein starker Anreiz, etwas zu ändern. Jedenfalls wenn es dabei um explizit für die Überwinterung vorgesehene Völker geht und eine normale Varroa-Behandlung (auf welchem Wege auch immer) stattfand.


    Der beschriebene Fall zeigt m. E. klar, dass Schema F in solchen Jahren an die Grenze stößt. Das betrifft keineswegs nur die Ameisensäure, doch sehe ich hier ebenfalls das größte Risiko, eben da sie so breit eingesetzt wird und (vermeintlich) simpel anzuwenden ist.


    Das Ameisensäure, unter den richtigen Bedingungen adäquat angewandt, ein absolut probates Mittel ist möchte ich dabei keineswegs in Zweifel ziehen.

  • Und bei der Quote soll er etwas ändern?

    Ja. Für mich wären 10% Verlust auf Dauer ein starker Anreiz, etwas zu ändern. Jedenfalls wenn es dabei um explizit für die Überwinterung vorgesehene Völker geht (...)

    Ich finde das überraschend ehrlich. Ich hab deutlich unter 10% echte Winterverluste, aber auf dem Weg dahin löse ich auch viel auf und ehrlicherweise könnte man die auch zu den Winterverlusten rechnen, weil mit in den Winter genommen, wären einige dieser Kisten im Frühjahr vermutlich auch leer. Diese Peppelei führt zu nix, egal ob das dann auf dem Papier pro forma Winter- oder Sommer'verluste' sind.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das ist sicher richtig, daher schrieb ich auch explizit von für die Überwinterung vorgesehene Völker.


    Es macht m.E. nur Sinn, solche Völker in die Winterverlust-Betrachtung mit aufzunehmen, denn wo fängt an sonst an, wo hört man auf? Ist der (zu) spät, (zu) klein gebildete Ableger ein Verlust, wenn er zusammen gelegt wird? Oder das aufgelöste Begattungskästchen?


    Zählt man sowas mit, bin ich jedenfalls deutlich über 10 % ;)

  • aber auf dem Weg dahin löse ich auch viel auf und ehrlicherweise könnte man die auch zu den Winterverlusten rechnen, weil mit in den Winter genommen, wären einige dieser Kisten im Frühjahr vermutlich auch leer.

    Das habe ich ja mal angedeutet, dass eine Betriebsweise das zu ihrere Maxime erkoren hat. Da werden 3 Krüppelchen im Oktober zu einem Krüppelchen zusammengelegt, welches dann im Frühjahr auch nicht so toll darsteht. Verluste sind das dann nicht 3, sondern 0. Auflösen ist oki, dann sollte man dass aber auch ehrlicherweise zu den Winterverlusten zählen, man hat sie nur vorweggenommen.

    Einheiten, die man nie geplant hat über den Winter zu nehmen, braucht man auch nicht dazu zu zählen, wie Begattungskästzchen.

    Bis bald Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN