Winterverluste 2021/2022

  • Doch verweise ich auf die Europäischen Fachleute für Bienen, die sogar die Varroa, als ausrottenbar deklariert haben im neuen AHL.

    Durch wen und wie soll ausgerottet werden?

    Ausrotten ist immer so ein Begriff …

    Es soll Wissenschaftler geben, die schreiben dem Parasiten im weiteren Sinne die Funktion eines Motors der Evolution zu.

    Er erfordert die Auseinandersetzung und die Mobilisierung der Überlebenskräfte der Art heraus.

    Demnach steht hinter dem Gedanken der Ausrottung der Verzicht auf die Mitarbeit der betroffenen Art.

    Stärkung der Art und gute Lebensbedingungen gepaart mit der Hemmung des Parasiten könnte auch ein Weg sein.

    Mitarbeiter von Instituten haben ja auch allgemein bekannte Hinweise gegeben, die da wären: kleinere Stände mit vereinzelter Aufstellung der Beuten, gute Futterversorgung, möglichst wenig Störungen, Auslese regional angepasster Bienen, Brutpause zum Ende der Tracht, beschränkter Einsatz von TAM, wie zBsp. Weglassen der Winterbehandlung, Anwendung von physikalisch/biologischen Maßnahmen.

    Ist dieser Weg weniger erfolgversprechend als der bisherige mit teilweise exzessivem Einsatz von Behandlungen mit Säuren und anderen (?) Mitteln?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Also die Winterbehandlung würde ich zur Zeit noch nicht weglassen.

    Falls ein Volk im Sommer nicht effektiv genug behandelt wurde wäre es fast ein Todesurteil für dieses.

    Leider sind unsere Bienen zur Zeit aber noch nicht tollerant genug gegenüber der Milbe.

    Gruß Jörg

  • Hallo Imker J,

    das verstehe ich. Es ist ja die Empfehlung…

    In 2021 / 2022 habe ich es auf Grund der Gegebenheiten (Einzelausstellung, Überwintern auf eigenem Frühlingshonig, PSM-arme Tracht) gewagt, 50% der Völker im Spätherbst (Mitte November) nicht zu behandeln. Nun müssen wir den Sommer abwarten. Und klug die Elternvölker für die Vermehrung auswählen.

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Hallo Harald,

    hast du schon eine Frühjahrskontrolle bei deinen unbehandelten Völkern gemacht ?

    Mich würden da mal Zahlen interessieren wie hoch die Verluste sind oder auch nicht :/

    Gruß Jörg

  • Hallo,

    ich behandele schon seit 5 Jahren keine Völker mehr im Winter (Oxalsäure träufeln). Ich hatte auch keine Verluste wegen Varroa. Dieses Jahr ist mir ja ein starkes Volk verhungert.

    Allerdings muss man sich ein Konzept überlegen was man das Jahr über gegen die Milbe tut.

    Ich würde meines so beschreiben wie der Rudi Nassauer es macht und Karl Pfefferle sein Rotation Prinzip

  • Hallo Harald,

    hast du schon eine Frühjahrskontrolle bei deinen unbehandelten Völkern gemacht ?

    Mich würden da mal Zahlen interessieren wie hoch die Verluste sind oder auch nicht :/

    Gruß Jörg

    Kontrolle mache ich - von außen.

    Eine Frühjahrsdurchsicht gab es noch nicht.

    Aber sie fliegen alle und tragen auch sehr viel Pollen ein.

    Ich werde sehen, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Ich korrigiere meine Verluste mal.

    Vor 3 Wochen sahen die zwei noch gut aus. Gestern wurden sie komplett ausgeraubt. Ein weiteres ist ziemlich klein. Blieb in der unteren Zarge - Futterabriss. Ein weiteres scheint weisellos, allerdings hab ich eine Handvoll Eier gefunden (teils schön mittig und teils am Rand, keine anderen Brutstadien). Da muss ich heute nochmal genau schauen.

  • Könnte ich umlarven, würde eins der Völker zum Pflegevolk werden. So als ersten Versuch ist mir das zu riskant. :/

    Aber versuchen würde ich es schon gern mal. Ach, ich weiß einfach nicht....

    Ausprobieren würde ich sagen - und auch mal mit erst nur mäßigen Ergebnissen rechnen. Es übt, weitet den Blick, macht Spaß - und die ersten selbst gezogene Königinnen machen einfach Freude!!! Umlarven geht mit einem feinen Pinsel in Wachsnäpfchen, das ist kein Investment.


    Schlupfreife Zellen holen ist natürlich sehr komfortabel… :)

  • Gestern habe ich an einem meiner Stände Proben für die Faulbrutuntersuchung genommen. Dabei habe ich bei zwei Völkern gar keine Brut gefunden. Beide Völker aber sehr stark. Zudem ein Volk, das bei der letzten Kontrolle (nur angehoben wegen Futter und oben kurz reingeschaut, ob das Volk noch lebt) noch vermeintlich absolut ok war, war nicht mehr da. Dafür aber sehr viele Räuber, die Kiste fast leer...


    Mein erster Gedanke war: Da hat jemand Königinnen geklaut. Aber dann hätten sie nachziehen müssen, es war aber keine einzige Weiselzelle zu sehen.


    Ich habe das geräuberte Volk abgeräumt und die anderen zwei bekamen eine Weiselprobe. Alle Wirtschaftsvölker an diesem Stand wurden im Sommer nach TuB geteilt, behandelt und wiedervereinigt, die Ableger mit AS. Die drei Völker waren Wirtschaftsvölker mit richtig schönen, jungen Königinnen. Sehr ärgerlich!

  • Nachtrag:

    Das weisellos geglaubte Volk hab ich 10m weggestellt und das mit Futterabriss an dessen Platz in neuer DD12er Kiste. Die unteren komplett leeren 12m+-Waben raus und die oberen (voll mit Futter 6xDD) Waben in die neue Kiste. Bienen reingeschlagen.

    Die haben heute schon schön Platz fürs Brutnest gemacht und ordentlich Futter vertilgt (war knapp). Immer noch mickrig, aber ok.

    Das weisellos geglaubte hat mir heute eine ungezeichnete präsentiert. Und ne Menge neue Eier. Bin gespannt.

  • Mein still umgeweiseltes Volk hat mir gestern ein paar Drohnenzellen präsentiert. :(

    Dafür ist das andere Volk prima drauf. Brut auf 3 Waben.

    Da will ich diese Woche den ersten Honigraum draufpacken.


    Apropos, hat jemand einen Tipp, wie man die Bienen dazu bewegen kann, den HR anzunehmen, wenn man nur Mittelwände hat?

  • Eine Wabe von unten hoch hängen.

    Wäre ein Vorschlag.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.