Winterverluste 2021/2022

  • von "keinen" Verlusten braucht glaube ich keiner zu sprechen,

    Solches gibt es.

    Wieviele oder wie wenige es sind, weiß doch keiner.

    Wer setzt sich denn freiwillig den Zweifeln aus?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Hallo miteinander, letztes Jahr wars wettermaessig im Remstal schlecht. Hat sich auf die Nachzucht und überleben trotz Varroa eha dlung ausgewirkt. Verluste.

    Wenn jetzt ein Imkerfreund in der Nähe wenig Ausfälle und gute Voelker hat auch wenn der nicht angibt. Dessen Methode war wohl gut. Neutral ansehen auch wenn man natürlich sonst alles besser kann. Vielleicht Einzelne Dinge Ueber- nehmen. Anders einfuettern oder Anders behandeln. Nicht pauschal allen glauben und nachmachen. Beobachten.

    Nimms mir nicht übel, aber deine Beiträge sind ein gutes Beispiel dafür, wie es in der Realität läuft. Das Wetter war 2021 in ganz Deutschland und auch in den Nachbarländern nicht optimal im Bezug auf Tracht und Honigerträge. Es war vielleicht auch etwas schwerer als sonst, optimale Zeitfenster für die Nachzucht zu finden, aber durchaus möglich. Gleiches gilt für die Varroabehandlung.
    Das Problem steht meistens hinter der Kiste, will es aber auf keinen Fall zugeben und dann ist es Wetter, Varroa etc.


    Hier wurden Ratschläge über Jahre hinweg meist von Leuten gegeben, die eigene Erfahrungen gemacht und funktionierende Betriebsweisen entwickelt haben. Das hat sich stark geändert und man kann ja mal überlegen, wie hilfreich Wissen aus zweiter Hand ist, mit dem man selber keine oder nur kurze Erfahrung hat.

  • Danke Stylex Mit der Antwort ist vielen geholfen. Von gar keinen Verlusten redet niemand und das erwarte ich auch nicht. Mir sind ehrliche Angaben immer lieber. Und um oder unter 5% ist gut.

    Ich mache gerne TBE und sprühe dann Milchsäure und habe damit guten Erfolg, allerdings muss ich eine Nachbehandlung im Herbst machen bei dem Vorgehen machen, da die Völker bei uns auch mal durchbrüten können.. Also so unterschiedlich ist das Vorgehen nicht


    Mit der Fangwabe gibt es interessante Vorgehensweisen. Ich habe da schon einiges versucht, Aerdings ist bei mir immer der Varroadruck noch zu hoch und eine Nachbehandlung war leider immer notwendig. Ich habe das dann aufgegeben.

  • Ein paar Winterverluste sind völlig normal. Größere Verluste sind unnötig, aber auch nicht immer vermeidbar. Das liegt dann aber fast immer am Imker, weil der im Spätsommer irgendwelche Probleme hatte. Das ist auch null abschätzig gemeint, aber es kommt eben seltenst aus dem Nichts, wenn Völker versterben. Das dazu nötig Handwerkszeug muß (und kann) man sich ziemlich einfach draufschaffen. Das man im Spätsommer fit und mit wachem Kopf dabei ist - das ist eine andere Baustelle. Aber wenn man das schafft, sind Verluste deutlich unter 5% eher die Regel, als eine Ausnahme.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Größere Verluste sind unnötig, aber auch nicht immer vermeidbar.

    Das verstehe ich jetzt nicht: Du sagt ja danach, dass die Ursache für hohe Verluste faktisch mangelnde imkerliche Fertigkeiten sind. Dann wären sie ja objektiv vermeidbar. Subjektiv vielleicht nicht - wenn das Imkersubjekt nichts dazulernt.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • dass die Ursache für hohe Verluste faktisch mangelnde imkerliche Fertigkeiten sind.

    Er sagt ja "fast" immer - d.h. es gibt auch Jahre, wo es selbst bei bester Fähigkeit und optimalen Umständen trotzdem zu hohen Verlusten kommen kann.

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Größere Verluste sind unnötig, aber auch nicht immer vermeidbar.

    Das verstehe ich jetzt nicht: Du sagt ja danach, dass die Ursache für hohe Verluste faktisch mangelnde imkerliche Fertigkeiten sind. Dann wären sie ja objektiv vermeidbar. Subjektiv vielleicht nicht - wenn das Imkersubjekt nichts dazulernt.

    Es kann ja auch sein, dass jemand wegen Schicksalsschlägen nicht so richtig an seinen Bienen arbeiten kann.

  • Größere Verluste sind unnötig, aber auch nicht immer vermeidbar.

    Das verstehe ich jetzt nicht: Du sagt ja danach, dass die Ursache für hohe Verluste faktisch mangelnde imkerliche Fertigkeiten sind. Dann wären sie ja objektiv vermeidbar. Subjektiv vielleicht nicht - wenn das Imkersubjekt nichts dazulernt.

    Es kann ja auch sein, dass jemand wegen Schicksalsschlägen nicht so richtig an seinen Bienen arbeiten kann.

    Krankheit (eigene, familiäre), Liebeskummer, Burnout, Arbeit, - was auch immer. Plus Dummheit und Ignoranz. Dann kommt laaaange nix und dann erst die Milbe.


    Davon völlig unberührt sind Pollenversorgung im Spätsommer/Herbst.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Night Shadow, danke für die Erläuterung. Ich habe das MS-Verfahren so kennengelernt, dass man für eine wirksame Behandlung zweimal im Abstand von ca. drei Tagen sprühen sollte, und würde das aufgrund weniger Erfahrung bei der Beurteilung des Befallsgrades darum wahrscheinlich ohne eine Differenzierung so machen, wenn ich keine Oxalsäure einsetzen wollen würde.

    Wer setzt sich denn freiwillig den Zweifeln aus?

    Dafür u.a. gibt es auch Bieneninstitute mit ihren Empfehlungen, die wissenschaftlich geprüft sind und wo man sich ggf. auch persönlich dort melden kann, wenn mal was nicht so geklappt hat. Ich schreibe gern ab und zu bei Fragen die MitarbeiterInnen dort an, die helfen idR gern weiter.


    Als eine mögliche Orientierung für eine gute Überwinterungswahrscheinlichkeit wurden von Pia Aumeier z.B. fünf Bedingungen genannt:

    1) Mehr als 5000 Bienen

    2) Genug Futter

    3) Nicht zu knusprige Waben

    4) Eine junge Königin

    5) Eine gute Varroabehandlung

    Zu letzterem Punkt haben die Bieneninstitute die Broschüre >>Pdf-Download der Uni Hohenheim "Varroa im Griff" herausgebracht.


    Das fiel mir nur zur Nachfrage von keinimker ein, z.B. die Institute müssen sich auch in der Öffentlichkeit an den Resultaten ihrer offiziellen Empfehlungen messen lassen. Das bedeutet nicht, dass z.B. die Tipps auf Youtube oder hier im Forum nicht empfehlenswert wären. Sondern soll nur heißen, dass ich im Zweifelsfall, wenn ich z.B. bei widersprüchlichen Aussagen eine Orientierung suche, auch dort gern mal nachlese, auch wenn niemand perfekt ist. Wer offizielle Empfehlungen herausgibt, steht am Ende m.E. jedoch schon anders in der Verantwortung als wenn wer auch immer wo auch immer Tipps gibt, die dann vielleicht nicht funktionieren weil z.B. irgendetwas falsch durchgeführt wurde oder weil das geschilderte Verfahren in der Gegend oder unter bestimmten Randbedingungen doch nicht so geeignet war.


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Knusprige Waben 😂


    Zu den 5000 Bienen als Einwinterungsziel: selbst wenn Liebig und Aumeier direkt hintereinander ein Volk schätzen, kommen auch mal mehrere tausend Bienen als Unterschied raus. Das haben die beiden auf YouTube vorgeführt. Wenn man dann im Herbst selbst auf 5000 kommt, könnten es also auch 4000 oder nur 3500 sein. Man könnte 1000 Bienen als Sicherheit einbauen. Ich halte es aber lieber mit der Empfehlung von Rolf Schülbe: „schwarmreif einwintern, aufsetzreif auswintern“

  • Viel hilft nicht immer viel.

    Als Beispiel TBE entfernt ca. 70 -80 % der Milben (nehmen wir 1000 Milben an, dann sind nach der TBE noch 200 bis 300 Milben im Volk). Nutzt man jetzt Oxalsäure Sprühen, hat man vielleicht 90 vielleicht 95% der Milben. (Man weiß nicht, wie viele Milben fallen, es sind immer nur irgendwann gemessene Werte, die man nicht sicher nutzen kann). Es bleiben dann noch zwischen 10 bis 30 Milben im Volk, ungefähr. Ungefährlich für das Volk.


    Nehmen wir Milchsäure. Da wird ebenfalls ein Wert angegeben 80%, (Hängt echt davon ab, wie spät am Tag man das Volk behandelt. Sind die Damen unterwegs, ist der Erfolg geringer, Das gilt auch bei Oxalsäure sprühen). Ich habe nach der ersten Behandlung 40- 60 Milben im Volk. Auch ungefährlich für das Volk.


    Behandle ich ein zweites Mal, habe ich nochmal dem Volk Stress zu gefügt, nochmal Säure genutzt, zu einem Zeitpunkt, wo das Volk geschwächt ist und noch keine Brut wieder hat und für welchen Erfolg? 40- 60 sagen wir 100 Milben sind von der ersten Behandlung noch übrig.... es bleiben 8- 20 Milben.

    Und doch kann es passieren, dass ich eine Herbstbehandlung machen muss, weil bei uns das Wetter milde ist und die Bienen lange brüten oder durchbrüten. Je länger Brut vorhanden ist, desto mehr vermehren sich die Milben. Ich gewinne den Wettlauf mit der Milbe nicht, in dem ich hier doppelt behandle, und auch das Risiko vergrößere die Königin zu schädigen.


    Wenn jemand sich erkältet hat, geht man mit ihm zum Biologen? oder zum Arzt?


    Tierinstitute haben wissenschaftliche Aufgaben, aber sie behandeln normalerweise nicht Tiere, die erkrankt sind, dafür gibt es Veterinäre. Dazu gibt es ein Gesetz.


    Wenn man es streng nimmt, möchte man auch nicht unbedingt vom Virologen behandelt werden, sondern wenn nötig von einem Intensivmediziner oder Internisten. (Praxis und Theorie)


    Daher frage ich meinen Berufsimker, der einige hundert Völker hat, wenn ich ein Problem sehe. Er hat mehr praxisnahe Erfahrung und kann sogar vorbeikommen und selber sich das Volk ansehen. Somit kommt er, mit seiner Erfahrung und der Möglichkeit sich ein Bild vom Patienten zu machen, einem Fachmann am nächsten.


    Ich stelle mich jetzt in die Ecke und schäme mich eine Runde, weil ich das jetzt so geschrieben habe. Doch verweise ich auf die Europäischen Fachleute für Bienen, die sogar die Varroa, als ausrottenbar deklariert haben im neuen AHL. Was hier in Deutschland bestritten wird.