Die "Jagd" ist eröffnet...

  • Das gerade tausenden Hektar Fichte verrecken liegt nicht an Bambi. Die Debatte läuft unter dem Namen 'Wald vor Wild' und in der Praxis bedeutet das, daß Waldbesitzer und Förster den Jäger als Schädlingsbekämpfer sehen. So sehen die Strecken dann auch aus. Muttertierschutz, generell waidmännische Bejagung wird dann aufgegeben, um die Fehler der Eigentümer der letzten 70 Jahre auszubügeln. Und das die Schweine Polka tanzen liegt am Biospritmaiswahnsinn. Bejagbar sind Sauen nur noch tief in der Nacht, weil die Wälder, zumindest in Stadtnähe, fast rund um die Uhr mit Joggern, Mountainbikern und Geocachern durchquert werden. Ist alles nicht so einfach.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • zumindest in Stadtnähe, fast rund um die Uhr mit Joggern, Mountainbikern und Geocachern durchquert werden. Ist alles nicht so einfach.

    Auch im dunklen Westerwald. Für das eine Reh habe ich bestimmt 15 Ansitze gebraucht und da hätte ich ALLES schießen können, was offen war......Der Freizeitdruck ist halt enorm.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN

  • Schweine Polka tanzen liegt am Biospritmaiswahnsinn.

    und irgend wann kommt der Schock.... der Mais ist wech!

    Als Erfüllungsgehilfe des Forstes der Waldbesitzer.... nee die können mich mal.

    Von denen wird der Wald nich als das verstanden was er ist, nein, der ist für die ne Geldmachmaschine, und wehe wehe , der Wald schmeisst nix ab!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels

  • wasgau immen jetzt hast Du mich aber getriggert. Kleinwaldbesitzer pflegen den Wald i.d.R. wesentlich nachhaltiger, als das z.B. die Staatsforsten tun. Und das sogar verbunden mit ab und zu etwas Gewinn aus Holzverkauf. Meine Meinung: Jäger sind nur ganz selten selbst Waldbesitzer und damit fachlich ungeeignet, eine vollständige vernünftige Sichtweise zu bekommen. Ihr wollt doch nur viel Wild, damit man leichter mal eins erwischt. Und Schweine jagen ist Euch zu anstrengend, weil die so schlau sind.


    Hab ich recht?!


    Grüße

    Roland

  • rase ach komm, etwas ausführlicher wäre schon schön gewesen. Im Ernst, ich muss den Jagdschein doch noch machen, damit ich im Wald was groß bekomme, was nicht Brombeere heißt. Mit den Jagdpächtern wird das nie was.


    Grüße

    Roland

  • Im Ernst, ich muss den Jagdschein doch noch machen, damit ich im Wald was groß bekomme,

    Jagdschein und selber jagen dürfen sind aber 2 unterschiedliche Schuhe, ich hoffe du kennst den Unterschied ? Oder ist dein Wald 75ha groß und zusammenhängend ?

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN

  • Marcus Göbel keine Sorge, den Unterschied kenne ich und nein, soo viel Wald habe ich natürlich nicht. Die Überlegung, in unserem Revier mit einzusteigen, ist aber wirklich da. Ich mag Tiere, allerdings auch sehr gerne auf dem Teller. ;)


    Grüße

    Roland

  • jetzt kommen wir hier langsam in das mir eher bekannte Konfliktfeld bei jagdlichen Diskussionen...der Hauptkonflikt liegt nämlich meiner Meinung nach nicht zwischen unwissenden Laien vs. kundige Jäger.


    Sonder vielmehr darin, dass Jäger nicht gleich Jäger ist.


    Es gibt die einen (1), die es beruflich machen (müssen), z.B. Förster. Die jagen aus handfesten fachlich notwendigen Gründen, z.B. um den Bestand ganz bestimmter, weniger Arten auf ein waldverträgliches Maß zu regulieren. Weil die natürliche Regulation dort nicht mehr funktioniert. Da geht es um nüchterne Zielerreichung.


    Und es gibt die anderen (2), die es aus Zeitvertreib und Spaß tun oder aus "Tradition", weil sie in einem entsprechenden Umfeld aufgewachsen sind. Denen geht es vornehmlich um das Erleben des gesamten jagdlichen Ablaufs und des gesellschaftlichen Umfeldes, durchaus verbunden mit einem gewissen dünkelhaften Abgrenzungsverhalten gegen unwissende Laien und besserwisserische Fachidioten aus der Förster- und Tierökologenecke.


    Insbesondere in der zweiten Gruppe (2) gibt es große Unterschiede und teilweise ganz extreme Auswüchse, was die jagdliche Haltung und Meinung betrifft.

    Die Masse ist wie immer auch in dieser Gruppe ganz verständig und normal. Aber die Auswüchse (2a) darin! Die sind zwar selten, aber leider nicht ganz so selten, um einfach als irrelevante Außenseiter weggewischt werden zu können.


    Und da liegt der Hund begraben.

    Denn aus dieser Untergruppe (2a) erwachsen die allermeisten Konfliktpotenziale, sowohl zur Laienseite als auch zur professionell-fachlichen Seite (Förster, Ökologen etc.) hin.

    Und hier liegen auch fast alle der völlig unüberwindbare Barrieren, wo jegliche Diskussion sinnlos ist. Weil sie entweder sofort äußerst aggressiv-abwehrend geführt wird oder weil ihr von vorneherein aus dem Weg gegangen wird, indem man sein Jagdverhalten eher im Geheimen nach eigenem Gutdünken bis hin zu klar kriminellen Aktionen durchführt, weil man mit dem gesetzlichen Konsens nicht einverstanden ist und es natürlich viel besser weiß.


    Illegale Abschüsse, Fänge, Vergiftungen und Vergrämungen von unerwünschtem, unliebsamem, böswilligem "Raubzeug" sind in dieser Gruppe erschreckender Alltag - heimlich und und daher nur selten von der breiten Öffentlichkeit bemerkt.


    Es ist z.B.einfach unglaublich, wie viele Greifvögel aller Art ohne Sinn und Verstand illegal weggeräumt werden. Die medienwirksam diskutierten illegalen und nur zufällig aufgedeckten Luchs-, Wolfs-, und auch Haustierabschüsse sind nur die absolute Spitze des Eisbergs. Das allermeiste findet völlig heimlich (logisch, den Jagdschein und das Image will man behalten) und meist unter Deckung und Duldung eventuell eingeweihter Kollegen statt.


    Die Heimlichkeit fällt aber leicht, weil es für Außenstehende in der Praxis naturgemäß wirklich äußerst schwer ist, den gerichtsfesten Nachweis zu führen. Zumal es meist in einem ländlichen Umfeld stattfindet, wo es gegenüber solchen Praktiken eine große Toleranzschwelle, wenn nicht sogar heimliche bis offene Zustimmung bis hin zur tatkräftigen Unterstützung gibt, man denke nur an Federviehhalter.


    Und da die Jagd tendenziell eher teuer ist und in gewissen Kreisen auch einen gewissen elitären Touch besitzt, sind die relevanten strategisch wichtigen Stellen in Politik und Rechtswesen oft schon von Haus aus mit den "richtigen" Leuten besetzt, was beim Bremsen dann gern zu einem starken "Schlupf" führt....


    Es ist die Gruppe (2a), die die gesamte Jägerschaft bei Kundigen in Verruf bringt. Zusammen mit der Untergruppe "Jagdreisen, Großwildjäger" (2b) ist das genau die Gruppe, die mich dazu gebracht hat, der Jägerschaft bzw. der Gruppe 2 insgesamt inzwischen eher ablehnend gegenüber zu stehen, obwohl ich teilweise selbst dazu gehört habe.


    So, nach so viel kritischen Anmerkungen zum Heiligtum bin ich jetzt vermutlich bei einigen hier eh schon "unten durch", gelte als Nestbeschmutzer und werde vermutlich nur noch von wenigen hier gelesen werden....aber dann bleibt wieder mehr Zeit für Bienen...

  • Marcus, Du erinnerst Dich, es gab hier mal einen Werra-Meissnerimker.


    Damals schrieb ich zu schlechter Bienenhaltung, „aber es sind ja nur Bienen“.

    Darauf kam von Werner Egger der Text: Das schreibt der Metzger.

    Das hat mich damals so geärgert, dass ich meinen Account löschen lies.


    Da gibt es keinen, DAS HABE ICH IM SPASS GESAGT.

    Solche Spässe sind unter der Gürtellinie.

    Wenn sie ihren Ursprung in Dummheit haben, kann man drüber weg sehen. War damals und ist heute aber nicht der Fall.


    Gruss

    Ulrich

  • Es gibt die einen (1), die es beruflich machen (müssen), z.B. Förster. Die jagen aus handfesten fachlich notwendigen Gründen,...


    Und es gibt die anderen (2), die es aus Zeitvertreib und Spaß tun...

    Also ich kenne keinen Förster mit Staatswaldrevier oder Berufsjäger, der nicht Spaß daran hätte Tiere totzuschießen. Da geht es nicht um "müssen", das ist Passion. Da beziehe ich mich ausdrücklich mit ein!

    Insofern hinkt Deine hornet Aufteilung. Ansonsten bin ich aber ganz bei Dir.

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Also ich kenne keinen Förster mit Staatswaldrevier oder Berufsjäger, der nicht Spaß daran hätte Tiere totzuschießen.

    Wenn das Tieretotschießen denn nun sein muss, finde ich es auch nicht unmoralisch, Spaß daran zu haben.

    Wir sagt bei R. Gernhardt das Schwein zum Schlachter: "Ne ehrlich, ich rede gern mit Schlachtern. Muss doch Spaß machen, Schweine totstechen!"

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hab ich recht?!

    nöö

    Ich jage eben NUR SCHWEINE :!:

    Und meine Jagdkollegen und ich kaufen jeden Fetzen dessen wir habhaft werden können.

    Wenn ich dir glauben sollte, gäb es keinen Wald mehr....

    Du bist wie alle, Wald MUSS eben Geld abwerfen!

    Und noch was, es ist Gang und Gebe Anpflanzugen zu schützen ;)

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels