TBE als Sommerbehandlung alleine ausreichend?

  • Also ich mache Tbe, nach einer Woche, bevor die erste Brut verdeckelt wird, gibts ne Oxalsäurebehandlung. Danach ist erstmal Ruhe. Dann kann man im September nochmal ne Blockbehandlung machen, dann sind so wenig Milben drin, rein rechnerisch natürlich, dass es keiner Winterbehandlung bedarf. Ohne die Blockbehandlung muss man ne Witnerbehandlung machen.

  • Ich meinte ja auch nicht, warum später, sondern warum nicht früher.

    Ich mache TBE und Sprühbehandlung in einem Zug. Wenn man ohnehin schon jede Wabe anfassen muss...

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Erst sprühen und die Bienen dann feucht in die Kiste stoßen!?

    Ich glaube, da gibt es ein Missverständnis: Mit TBE meine ich totale Brutentnahme, nicht totale Bauerneuerung.

    Ich besprühe die Waben, die nicht in die Brutscheune kommen. Da wird nichts gestoßen.

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  • Zumindest eine mögliche Kumulation auf eine kritische Grundlast über wenige Jahre halte ich für durchaus möglich, so dass man auch trotz Behandlung bei Brutfreiheit im Sommer in den gleichen 2-3 Jahresrhythmus der Probleme gelangt

    Hallo Chris,


    Danke für deinen Erfahrungsbericht!

    Genau das mit der Kumulation ist m.E. der Punkt: wenn deine angewandte Behandlung immer 90% killt, werden die verbleibenden 10% jedes Jahr mehr.


    Darum brauchst du alle z.B. 1,5-2 Jahre zur Absenkung der Milbenlast eine Zusatzbehandlung.


    Ich finde "weitgehend ohne Behandlungsmittel" aber auch schon richtig gut!


    Schöne Grüße - Matthias


    Ps in diesem Zusammenhang auch spannend der von beemax verlinkten Faden vom nassauer

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Ich meinte ja auch nicht, warum später, sondern warum nicht früher.

    Ich mache TBE und Sprühbehandlung in einem Zug. Wenn man ohnehin schon jede Wabe anfassen muss...

    weil die durch die Brutentnahme schon genug maltretiert werden - finde das ensprechende Wort gerade nicht - außerdem kann ich nach einer Woche sehen wie der Zustand ist, zb ob die Königin noch da ist. Und da ich neben meiner Imkerei noch einen Hauptberuf habe passt das besser in die Zeitplanung. Deshalb nach einer Woche, und wie gesagt, das reicht völlig, denn da ist noch keine Brut verdeckelt.

  • Deshalb nach einer Woche, und wie gesagt, das reicht völlig, denn da ist noch keine Brut verdeckelt.

    Ja, nee. Meistens ja. Aber offene Brut (nicht Stifte) verschlechtern das Ergebnis mitunter schon erheblich. Vielleicht waschen sich die Milben im Futtersaft die Füße? Ich weiß es nicht.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ja, nee. Meistens ja. Aber offene Brut (nicht Stifte) verschlechtern das Ergebnis mitunter schon erheblich. Vielleicht waschen sich die Milben im Futtersaft die Füße? Ich weiß es nicht.

    Der Futtersaft, in dem die Larven schwimmen, enthält Proteine. Diese haben Puffereigenschaften, welche eine Säurewirkung verhindern (pH-Wert Konstanz). Die Wirkung von AS, OXS & Co. ist von der Säurestärke abhängig, und zwar vor Ort, wo die Milbe sich aufhält. Der Rest liegt auf der Hand...

  • Nochmal etwas zum Varroamodell:


    Bei brutfreier Behandlung muss der Milb, der am Bien, zwischen den Bauchschuppen sitzt, erwischt werden. Ich stelle mir das so vor, dass die Milbe irgendwann, wenn die Wirtsbiene "leergesogen" ist, den Wirt wechselt oder zur Vermehrung eine offene Brutzelle sucht. In jedem Fall muss sie sich aus dem schützenden Versteck heraus bewegen. Und nur dann wird es ungemütlich, sofern der Behandlungszeitraum passt.


    Das ist ein dynamischer Prozess, der zeitversetzt abläuft. Somit erwischt man nur die Milben, die gerade im Transfer sind. Der Rest bleibt unbeeindruckt im Versteck. Insofern stelle ich mir vor, dass 2 bis 3 Behandlungen (3 * 2 - 3 Tg.) erfolgreicher sein müssten, als nur eine einzige, mit der man nur X % des Milbs erwischt.


    Denn eine Erklärung für die überlebenden Milben nach Brutentnahme und Behandlung ist deren Schutz in der Bauchschuppe der Bienen. Möglw. findet sich da eine Option, die Effizienz zu steigern. Hat da jemand Erfahrung ?

  • Das ist ein dynamischer Prozess, der zeitversetzt abläuft. Somit erwischt man nur die Milben, die gerade im Transfer sind.

    Das widerspricht aber der Erfahrung, dass eine einmalige Behandung (mit Sprühen oder Bedampfen) bei Brutfreiheit hochwirksam ist. Ich jedenfalls komme damit gut aus.

    Nach der Behandlung im Dezember liegt der Milbenfall i.d.R. bei unter 1 pro Woche.

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  • Das ist ein dynamischer Prozess, der zeitversetzt abläuft. Somit erwischt man nur die Milben, die gerade im Transfer sind.

    Das widerspricht aber der Erfahrung, dass eine einmalige Behandung (mit Sprühen oder Bedampfen) bei Brutfreiheit hochwirksam ist. Ich jedenfalls komme damit gut aus.

    Nach der Behandlung im Dezember liegt der Milbenfall i.d.R. bei unter 1 pro Woche.

    Ja, so sollte es sein. Aber die Spitzen im Sept./Okt. erklärt das nicht. Es kommt ja meist nicht vom Nachbarn, eher von den Völkern selbst. Sicher kontrollierst Du auch in dieser Periode, wie auch ich. Und da finde ich diesen Anstieg trotz TBE/OXS im Juli.


    Ich habe keine Erklärung dafür, nur die o.g. Hypothese.

  • Theoretisch schon, aber die Brutpause...


    Diese ist m.E. effizient gg. den Milb plus die initiale Behandlung, welche jedem Jungvolk die Startbedingungen verbessert. Um so erstaunlicher erachte ich die Beobachtung, dass sommerlich umgeweiselte WV mit diesen Jungvölkern die "Milbenlast" beider Ursprünge tragen und im Sept./Okt. dennoch (!) geringeren Befall aufweisen. :/

    Das mit den weniger Milben bei den Jungvölkern kann auch daran liegen, dass Jungvölker in der Regel bis später im Jahr wachsen, und große Brutnester pflegen.Dadurch sind mehr Milben in der verdeckelten Brut versteckt die erst später sichtbar werden.

    Der Versuch einer Erklärung :/

    Viele Grüße

    merops