Zander oder Zadant

  • Hallo zusammen,


    Jetzt ist die schlechte Jahreszeit und ich möchte für nächstes Jahr mir neue Beuten bauen.

    Momentan Imkere ich auf Zander mit der Erlanger Beute (9 Rähmchen) und möchte auf jedenfall auf Liebig mit 10 Rähmchen umstellen.

    Nun bin ich auf die Idee gekommen den Brutraum mit Zadant zu machen und den Honigraum mit normal Zander.

    Macht das Sinn und würde mir da ein Brutraum ausreichen?


    danke schon einmal

    Peter

  • Mmmh, als ich vor der Entscheidung stand welches Beutenmaß ich nehme, hat mir ein Imkermeister, der selbst in Zander und Dadant imkert, gesagt:

    "Entweder Zander oder Dadant. Alles Andere (z.B. Zadant) ist nur ein Kompromiss. Wenn du noch garnichts hast nimm Dadant."

    Sehe ich jetzt auch so.


    Den Bienen gefällt's in Zander genauso wie in Dadant.

    ... oder in einem Kompromiss ...

  • Ich habe selbst kein Zadant, aber den Imkern mit Zadant die ich kenne reicht ein Brutraum.

    Es gibt sogar welche (immer mehr?), denen reicht ein Brutraum Zander.

    Und wenn du zwei verschiedene Maße in BR und HR wählst (und damit die Vorteile eines einheitlichen Zargenmaßes aufgibst), würde ich über Halbzargen im Honigraum nachdenken.

  • Imkern kannst du sowohl in 10er Zander mit einem Brutraum, in 10er Zander mit 2 Bruträumen, in Zadant (1 BR) und Dadant. Das ist alles eine persönliche Vorliebe und entsprechtend wird dir hier jeder was anderes erzählen.


    Mein Tipp wäre, zwei, drei Zadant Beuten herzustellen und den Rest in 10er Zander. Dann kannst du erstmal wie gewohnt weiter imkern (ob 9 oder 10 Waben Zander macht keinen wirklichen Unterschied) und mit wenigen Völkern testen ob das Imkern mit Großwaben was für dich ist.


    Gefällt dir Zadant nicht, hast du nur 2-3 Kisten, die du nicht mehr brauchst. Gefällt es dir, kannst du die 10er Zander als Honigräume weiter verwenden (wenn du stark genug bist ;)) oder mittels Aufsetzring auch zu Zadant ausbauen.

  • Zander-Honigräume sind echt schwer. Wenn zwei Rähmchenmasse, dann was Flaches für die Honigräume, wie bereits erwähnt. Ich kenne Dadant und Zander. Dadant gefällt mir besser wegen der Schiebefreiheit, aber Zander mit einem Brutraum (bei mir sogar während der Saison nur acht Rähmchen, damit ich dort auch leichter schieben kann) läuft richtig gut. Gefällt mir sehr gut, aber – und da schliesst sich der Kreis – Zander-Honigräume sind echt schwer.

  • 10 Zandant-Rähmchen reichen auf jeden Fall als Brutraum. Der Vorteil gegenüber Dadant: Das Grundmodell bleibt die Hohenheimer Einfachbeute mit Griffleisten und Rutschleisten (beides schätze ich).

    In einem kann ich swissmix nur zustimmen: Irgendwann landet man doch bei Flachzargen im Honigraum. Aber die Option hast Du ja immer noch.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich selbst habe viel Zander 1.0 Zeugs und bin mit Adapter Ringen auf Zadant umgestiegen.
    Als Honigräume habe ich Zander 0.5
    Das gibt mir viel Flexibilität für die Zukunft.

    Falls (im Moment bin ich sehr fasziniert von Zadant mit halben Honigräumen) es mir doch nicht gefällt kann ich jederzeit wieder zurück zum Zandern auf einem 1.0 Brutraum.
    Wenn du sicher bist, daß du auf einem Brutraum imkern willst, dann würde ich gleich mit Dadant starten.
    Ich weiß das Zander 0.5 Honig Räume eher unpopulär sind, aber sie haben den unschlagbaren Vorteil, das 2 davon in meine Schleuder nebeneinander in die Wabentaschen passen.

  • Mal etwas off-topic:


    Ich wollte mir dieses Jahr auch wieder die Kisten selber bauen. Gestern bin ich in den Baumarkt gefahren. Letztes Jahr war das Leimholzbrett 2000 x 40 x 18mm bei 12,99 Euro. Dieses Jahr kostet das gleiche Stück 27,49 Euro.


    Ich bin bei den Preisen zu dem Schluss gekommen, dass sich Selbstbau nicht mehr lohnt.


    Natürlich habe ich auch gleich in einem Onlineshop nach fertigen Beuten gesehen; die kosten nur moderat mehr und lohnen sich eher, wenn man sie fertig kauft.

  • Im Prinzip ist fast alles gesagt - nur noch nicht von jedem.
    Die Idee das bisherige Zander-Zeug weiter zu verwenden und nur die Bruträume zu modifizieren ist sicher reizvoll. Wenn du allerdings nicht viel Material austauschen musst und eh den Hauptvorteil von Zander pur aufgiebst (nur ein Wabenmaß), dann überlege dir gut, ob es sich auf Dauer lohnt dafür die Kompromisse im Vergleich zu einem Totalumstieg in Kauf zu nehmen. Beim komplett umstellen kannst du große Brutwaben mit flachen Honigräumen kombinieren und dir dafür ein Maß aussuchen, das weiter verbreitet ist als Zadant. Das macht Materialkauf leichter und ggf. auch den Verkauf von Völkern.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Beim komplett umstellen kannst du große Brutwaben mit flachen Honigräumen kombinieren

    Das geht nun freilich auch bei ZaDant. Da hat man sogar 3 Honigraumformate zur Auswahl (wenn ich die vertikal geteilten Halbzargen nicht mitrechne).

    Wenn man es richtig rechnet, sogar noch mehr: Es passen auf die 10er Zander-Zargen nämlich 12er Normalmaßzargen. Dann hat man auch die Option die Honigräume um 90° gegen die Bruträume zu drehen (was sonst nur bei den sperrigen 12er Dadant geht).


    Kann man auf 10er Zadant auch einen Nicotfütterer legen?

    Ja, passt perfekt. Für Dadant dagegen nicht.


    ZaDant mag wenig verbreitet sein, aber man kann auf die ganze sonstige Zander-Ausstattung zurückgreifen.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich hab auch noch nix geschrieben!

    Zadant Brutraum und Zander halb Honigraum werden bei uns eingesetzt. Nach dem klassischen 10er Zander Start mit den bekannten und beschriebenen Nachteilen, haben wir uns dann wegen der vorhandenen Böden und dem ganzen Zubehör eher für Zadant als Dadant entschieden.

    Wir haben es nicht bereut. Wenn die Honigräume mal wieder knapp werden, stehen immer noch ein paar Zander rum, da ist man dann froh. Ansonsten ist die Querkompatibilität nicht zu verachten. Beim Völkerverkauf kann kein anderes Maß in so vielen anderen Systemen eingehängt werden wie Zander/Zadant. Zadant passt auch in Dadant, Zander in Erlanger, Langstroth und mit der richtigen Zarge auch auf Deutsch Normal.

    Dann ist zwar Kalt-/Warmbau gemischt, zum umziehen und auslaufen lassen aber kein Problem.

    Man kann auch Zander in Zadant hängen, dann bauen sie unten noch 10 cm an, das fast immer gerade und problemlos. Manche bauen auch lieber zick zack, aber zum Auslaufen lassen ist das beherrschbar. Der Nicot Fütterer und Boden passt.

    Nur ob der Erlanger Kasten in der Breite zum 10-er Zander/Zadant System passt, weiß ich nicht.

    Dann wäre der Vorteil der Weiterverwendung vom Zubehör dahin.

    Die Erlanger Rähmchen, haben auf jeden Fall im Zander- Zadant Kasten zu kurze Ohren und brauchen eine Hilfsleiste, bis die Rähmchen dann irgendwann ausgetauscht sind.

  • Ich muss hier auch noch meinen Senf dazu geben :D


    Ich bin dieses Jahr von Zander auf Zadant umgesteigen, da ich das Jahr zuvor eine Beute DNM 1.5 von einem Kollegen am zur Ablegerbildung am Stand hatte. Mich hat das Konzept von einem Brutraum mit Großwaben, gegenüber der zweizargigen Betriebsweise (viel Heben, viele Rähmchen) und der einzargigen Betriebsweise (Zander 1.0, ständiges Bangen, ob das Futter reicht und in meinem Fall sehr feuchter Honig), überzeugt hat.

    Leider habe ich mich letztes Jahr dafür entschieden im Frühjahr umzusteigen - das war für mich die kostengünstigste Lösung zu der Zeit und die Frühjahre 2019 und 2020 waren ja immer so schön warm (typischer Anfängerfehler). Also irgendwann im April oder Anfang Mai die Zander Waben in die ZaDant Beute umgesetzt und ein paar ZaDant MW dazugegeben...

    Naja hat nicht ganz so funktioniert wie ich es mir gedacht habe - durch das kalte Frühjahr blieben die Zadant MW lange verweist und der Wildbau hat mich schier in den Wahnsinn getrieben, aber immerhin habe ich alle Völker bis Juni komplett umstellen können.


    Besser wäre es gewesen zur TBE im Juli umzustellen, aber hinterher ist man immer schlauer.


    Wenn du neue Beuten brauchst macht es wenig Sinn auf ZaDant in Liebig zu wechseln - es sei denn du schätzt so wie ich die Griffe vorn und hinten an der Zarge.


    Falls du dich für ZaDant entscheidest und du dir das mit dem Selbstbau mal durchrechnest und dann hätte ich noch eine Empfehlung für dich: Bei Geller gibt es die Zanderzargen von Liebig als Selbstbausatz für einen relativ schmalen Taler. Diese kann man super in eine ZaDant Zarge umwandeln - einfach vier 18 mm starke Bretter je unter die Seitenteile und die Stirnseite schrauben. Dabei die Löcher für die Schrauben mit einer Ständerbohrmaschine durch die 18 mm starken Seiten der Bretter vorbohren und lange Schrauben zum festschrauben verwenden. Rutschleiste natürlich vor dem Anbringen entfernen.


    Zu den Honigzargen: Ich weiß nicht wie alt bzw. wie stark du bist, noch wie viele Völker du hast. Ich werde diesen Winter 27 und habe nach vier Jahren imkern in Zander Honigraum gründlich die Nase voll. Ich habe mir letzten Winter auch gedacht: Verwendeste das Zander-Zeug einfach als Honigraum weiter. Inzwischen bin ich dabei auf Zander 2/3 umzustellen - die Sommertrachternte letztes Jahr hat diese Entscheidung deutlich begünstigt. Ich hatte zu dem Zeitpunkt 15 Völker und dann zur Schleuderung 18 Honigräume dastehen, die fast alle bis zum letzten Ende gefüllt waren, da ich durch Arbeitswechsel und Umzug den zweiten Honigraum nicht mehr aufgesetzt habe. Diese durften vom Volk ins Auto, vom Auto in den Zwischenlagerraum, von dort in den Schleuderraum und von dort (zum Glück jetzt leer) wieder ins eigentliche Lager geschleppt werden - Mein Rücken hat sich danach bedankt.
    Dann lieber ein gang mehr - als später mal Rücken oder Bandscheibenvorfall.
    Zudem habe ich das bei meinen Bienen das Gefühl, dass zwei volle Zander HR zu viel für die meisten Völker sind und 2 Flachzargen ausreichen würden.