DIB = Qualität ???

  • Hallo,


    ich kaufe seit Jahren viel Honig und esse ihn zu jeder Gelegenheit.
    Ist der Honig im DIB Glas ein besonders hochwertiger Honig oder zeigt er mir nur an, dass der Imker im Verein tätig ist?


    DIB bedeutet doch nicht auch gleich 100 % Qualität oder? Jeder Imker kann doch in einem Verein Mitglied werden und muss deshalb aber vielleicht sein Handwerk nicht so gut beherrschen, wie z.B. ein Imker ohne Vereinsmitgliedschaft. Sehe ich das richtig?


    Gruß
    Honigfreund

  • Hallo Honigfreund!
    Du hast es genau erfasst. Honig im DIB-Glas muss nicht besser sein als Honig eines örtlichen Imkers im Normalglas. Das DIB-Glas sagt aus, dass der Imker entweder lange Erfahrung hat (kann gut sein muss aber nicht) oder einen Honiglehrgang absolviert hat. Über die Qualitäten dieser Lehrgänge kann ich nichts sagen ich war noch bei keinem. Das Wissen hier im Forum und drei gute Bücher ersetzen den sicherlich. Ich kenne einige Imker, die Honig im DIB-Glas verkaufen und denen ich keinen Honig abkaufen würde, alleine schon aus der Tatsache, welche Unwissenheit sie bei Fragen im Verein oder bei Veranstaltungen zeigen. (insbesondere Varroose-Behandlung)

  • Hallo Honigfreund,


    Ein Tipp. Stellen sie diese Fragen dem DIB. Fragen sie dort nach, wie das mit der Qualität so ist, wie sie kontrolliert und schließich garantiert wird. Den sogenannten Gewährstreifen und das DIB-Glas bekommen sie als Mitglied in einem Imkerverein, der dem DIB angeschlossen ist jederzeit. Die Hürde "Honigkurs" ist dabei sehr leicht zu überwinden.
    Vor allem aber stellen sie diese Fragen dem Imker, der ihnen den HOnig verkauft. Als DIB-Glas-Imker und Honigkurs-Zertifizierter sollte eigentlich er der Ansprechpartner sein. Verwundelich also, dass dieses Frage hier gestellt wird. Verständlich vielleicht deshalb, weil andernorts keine Antwort gegeben wurde.
    Fragen sie auch einmal bei einem Imker nach, der unter einem Ökosigel vermarktet, wie es dort mit der Qualität und deren Kontrolle aussieht.


    Mir ist ein Landesverband bekannt, der seine Mitligeder nur dann sponsert, wenn z.B. bei imkerlichen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit der Honig ausschließlich im DIB-Glas zur Schau gestellt und verkauft wird. Dass dies einen groben Verstoß gegen die eigene Satzung darstellt und dabei zahlende Mitlglieder, die in einem eigenen oder anderen Glas abfüllen ausgegrenzt werden, stört dabei niemanden. Warum das so billigend in Kauf genommen wird, wurde mir bisher nicht weiter erläutert. Aber es läßt so manche Vermutung hinsichtlich DIB-Glas- Qualität-Geschäft zu.


    Es lohnt hier nachzudenken.


    H. Watzl

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Honigfreund,


    selbstverständlich sagt das DIB- Glas nichts aus über die Qualität des Honigs, dass liegt hauptsächlich im Verantwortungsbewusstsein eines jeden Imker.
    Das Glas und das Siegel sagen lediglich aus das der Honig nach den Richtlinien des DIB verarbeitet sein soll.
    Und das wird auch durch Kontrollen und Wettbewerbe nachgeprüft.
    Es ist auch richtig das nur Imker beides nutzen dürfen die in einem Verein organisiert sind.
    Die ideale Basis ist, wenn im Verein über Hygiene, Krankheiten und Haltung gesprochen wird und auch Seminare stattfinden.
    Es ist leider bei einigen Vereinen und Verbänden nicht so, was aber mehr an der Struktur und dem Alter der Mitglieder liegt.
    In der Regel darf zwischen organisiertem und nichtorganisiertem Imkerhonig kein Unterschied sein, es ist wohl daher mehr eine Geschmacksfrage und eine Vertrauenssache.


    Liebe Kollegen!
    Ich halte es für sehr bedenklich den Honigverbraucher in Verbandsquerelen mit einzubeziehen und nur scheu zu machen.
    Das ist ein anderes Thema!
    Eine einfache Frage erwartet eine einfache Antwort.
    Wenn man etwas auszusetzen hat, soll man es direkt machen, ich verstehe den Missmut, der Weg geht aber nicht über den Honigkunden.
     
    Ich wünsche, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Stimmt es, was Margret schreibt, dass man das DIB Glas nur benutzen darf, wenn man im Verein ist. Ich bin bisher davon ausgegangen, das ich das Glas auch benutzen darf, wenn ich nicht im Verein bin, nur das ich eben die Etiketten nicht von DIB bekomme.


    Der Hintergrund der Frage ist folgender. Ich habe seiner Zeit eine gebrauchte Imkerausrüstung gekauft mit einigen hundert DIB Gläsern. Bisher habe ich noch keinen Honig zu verkaufen, aber ich dachte eigentlich das ich das in den Gläsern kann, wenn ich mein eigenes Etikett darauf mache.


    Gruß


    Thomas

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo Imkerkollege,


    nach dem Wettbewebsgesetz wäre das nicht statthaft.
    Sicher wird sich der Honigkunde aus deiner Nachbarschaft nicht daran stören. Genausewenig würde es die Firma Coca Cola stören, wenn du in deren Flaschen Säfte oder Weine aus eigener Herstellung abfüllst und an die Nachbarschaft weitergibst.


    Wenn du aber ein colaähnliches Getränk in diese Flaschen abfüllst und mit eigenem Etikett zum Verkauf anbieten würdest, würde es sicher nicht lange dauern bis der erste Getränkeverleger aus deiner Nachbarschaft die Gewerbeaufsicht informiert. Die würden dann bei Dir vorstellig und würden dir deinen "Getränkeladen" erst einmal auseinander nehmen. Sicher würde auch die Firma Cocal Cola vorstellig werden, um Dir eine saftige Strafe anzuhängen.


    Sicher wird beim DIB oder bei deinen Mitbewerbern/Imkerkollegen nicht mit solchen harten Bandagen gekämpft.


    Da ich selbst auch im DIB-Glas vermarkte, erlaube ich mir auch schon mal ein Wort an einen Marktbeschicker - wenn DIB-Glas, dann aber bitte so, wie es vom DIB verlangt wird - falls die Etikettierung der Fantasie des Imkers entsprungen ist, oder aber Etiketten fehlen. Ich würde mich auch nicht scheuen, bei offensichtlich minderwertigem Honig im DIB-Glas eine Probe zu kaufen und zur Analyse weiterleiten.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Also ich kann von mir als Jungimker (zwar 40 Jahre aber so heisst das eben) sagen, dass ich von nichts eine Ahnung hatte als ich meinen ersten Honig ins DIB Glas abgefüllt habe.
    Ich habe zwar die Vorraussetzungen erfüllt (Honiglehrgang besucht - in den Verein beigetreten ) ect. aber mein Verein trifft sich zweimal im Jahr, von daherher gibt es keine Möglichkeit an Infos zu kommen.
    Der Honiglehrgang war totaler Schrott. Null Praxis null richtige Info´s es wurde dabei eigentlich nur das DIB Glas gelobt.
    Wie ich aber in der Praxis den Honig von den Bienchen ins Glas bekomme konnte ich mir nur aus Büchern raussuchen. Von daher ist für mich DIB überhaupt kein Qualitätskriterium sonden eher eine Honiglobby die sich durch Geldeinnahmen künstlich am Leben erhalten möchte.
    Bei den Kursus waren so viele Imker die Fragen gestellt haben, dass es mir nur so gegraut hat. Der eine sagte z.B. er findet das Perizin (ein schlimmes Insektizied) nichts mehr bringt deshalb nimmt er so ein Zeug aus der Schweinezucht wo der Wirkstoff ungefähr sechs mal so hoch wäre. Dieser Mensch füllt auch in ein DIB Glas ab!!! Schaurich wenn ich nur daran denke.

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Anonymus,


    ich habe immer ein großes Problem mit nicht zu belegenden Behauptungen.
    Es mag zwar in einigen Fällen etwas anders laufen als es sollte, aber die Regel ist es nicht.
    Man kann nicht den DIB für die Unzulänglichkeiten einiger Imker verantwortlich machen.
    Jeder der ein Lebensmittel herstellt oder vertreibt muss sich seiner Verantwortung bewusst sein.
    Es gibt schließlich noch andere Gesetze, die in ihrer Auslegung noch viel weiter gehen als die Gewährleistung des DIB.
    Schließlich kann der DIB von erwachsenen Menschen erwarten dass sie sich das nötige Wissen aneignen und immer wieder auffrischen.
    Heul nicht herum was Du nicht bekommen hast, geh lieber hin und hol es nach.
    In meinem Umkreis von ca. 20 Autominuten gibt es mindestens 20 Imker-Vereine, davon habe ich mir den ausgesucht der meinen Erwartungen am nächsten lag, aber nicht nach Kilometern.
    Man kann auch den TÜV nicht dafür verantwortlich machen, dass ein betrunkener Autofahrer ein Kind totgefahren hat, obwohl er zugelassen hat das der Fahrer eine Fahrerlaubnis und das KFZ eine Zulassung bekam und die Destille…..
     
    Ich wünsche, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo Miteinander,
    ich biete auch den Kunden meinen Honig im D.I.B Glas an, finde aber die Werbung mit der ständig kontrollierten Qualität völlig ungerechftertigt um nicht zu sagen "wahrheitsverschleiernd". Wieviele Imker kommen in ihrem Imkerleben bei der Auslosung dran, um ihren Honig untersuchen zu lassen.? Die meisten Imker bei uns im Verein waren noch nie dran, um ihren Honig mit dem Slogan "Ständig kontrollierte Qualität" untersuchen lassen zu müssen. Wieviele besorgen sich die Etiketten von einem Vereinskollegen?. Alte Imker brauchen ohnehin keinen Honigkurs, über deren Qualität sich streiten lässt. Wenn ich Honigkunde wäre, würde ich als Honigkäufer von einem Imker ein Untersuchungsergebnis auf Rückstände und Qualität, wie ich es praktiziere verlangen oder bei einem Bioimker einkaufen.
    Als Kunde würde ich die Überwachungsnummer des D.I.B., die auf dem Etikett ist, so verstehen, dass jedes Glas oder zumindestens jede Ernte eines Imkers stichprobenartig untersucht wird und nicht, dass es vielleicht von 50 Imkern vielleicht einen mal im seinem Leben erwischt, der da kontrolliert wird, leider weiß ich die genauen Stichprobenrate nicht, aber vielleicht weiß es ein D.I.B Funktionär.
    Ich habe kein Problem damit, dass ein Honigkunde meinen Beitrag liest. Wenn ich schon für den Honig gutes Geld verlange, dann muß es mir auch für zwei Gutachten annähernd 100 € im Jahr wert sein, meinen Kunden unabhängige Gutachten über die Qualität meines Honig zu präsentieren.
    Natürlich gibt es auch genügend Imker, die guten, rückstandsfreien Honig erzeugen, aber auch genügend schwarze Schafe, wie in jeder Branche, die sollen aber dann nicht, wie es mit dem D.I.B. Etikett passieren kann, ihren Honig, falls man dies so bezeichnen will, ohne Untersuchung an den Kunden bringen zu können.

  • Hallo zusammen,


    im Elsas gibt es das Label-Rouge. Das ist sowas wie ein Gütesiegel. Die Imker die daran Teil nehmen, müssen angeben wieviel sie geerntet haben. Von dieser Ernte wird durch eine neutrale Person eine Probe gezogen, dann eine Qualitätsanalyse gemacht sein. Erst wenn das Ergebnis der Analyse den Anforderungen an das Gütesiegel entspricht, bekommt der Imker die nötige Anzahl an Gewährverschlüssen!


    Das nenne ich ständig neutral Kontrolliert! und das ist meiner Meinung nach ein wirkliches Gütesiegel!


    alle anderen zielen doch nur auf Geschäfte mache ab!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!