Frage an Dadantimker ....

  • Warum wird das Brutnest auf eine Zarge mit der Buckfast beschränkt. Die Buckfast sollte doch zumindest eineinhalb bis 2 Räume füllen können.Man hätte dann stärkere Völker für die Waldtracht, bei geringerer Schwarmneigung und einfacher Scharmkontrolle.Es wird laufend von den Buckfastimkern der Aufbau stärkerer Wirtschaftsvölkers hervorgehoben,wie soll dies gehen,wenn die Entwicklungsmöglichkeit einer Bienenrasse durch Absperrgitter künstlich beschränkt wird.
    Ein bekannter Dadantimker erzählte mir,daß er sich fast geschämt hat ,als er seine auf einen Brutraum beschränkten Völker nach der Frühtracht anfang Juni in die Waldtracht zu einem ebenfalls befreundeten Imker gestellt hat.
    Seine Völker sahen in Bezug auf die Volksstärke zum Imkerkollegen,der die Völker auf 2 Ganzzargen mit 5 Honigaufsätzen führte,wie Kümmerlinge aus.


    Gruß
    Rainer


    P.S.: Der Imkerkollege mit den 2 Ganzzargen als Bruträume war ein Dadantimker.

  • Hallo Rainer,


    ich hab auch Dadant und hatte meine Völker im schnitt auf 7 Waben Brut zu beginn der Waldtracht. Man kann jetzt denken was man will, aber so viel Honig wie ich aus denen dieses Jahr raus geholt hab, hab ich nur 76 und 95 geerntet. 1976 hatte ich noch Zander und das war eine riesen schinderei mit den schweren Honigräumen. 1995 hatte ich schon die hälfte auf Dadant. Damals konnte ich in der Leistung über haupt keinen Unterschied feststellen! Nur die schwereren Kisten waren dann für mich der Hauptgrund auf Dadant um zu stellen! Bis heute hab ich es nicht bereut!


    Im Grunde ist es doch egal aus welcher Kiste die Bienen fleigen. Es ist der Imker der das Beste daraus macht oder nicht!


    Gruß

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Meine Frage war eigentlich warum viele Dadantimker sich so stark an den 1 -räumigen Brutraum nach Bruder Adam anlehnen.
    Aus den 7 Brutwaben(nach Abzug der Randwaben und Pollenwaben auch kaum mehr möglich) würden doch mit Sicherheit bei der brutfreudigen Buckfast durch Verschieben des Absperrgitter auf die 1 Halbzarge noch stärkere Völker für die Waldtracht enstehen.Außerden könnte man durch einfaches Ankippen der Halbzarge eine schnelle Schwarmkontrolle vollziehen.
    Klar kann man mit einem einräumigen Dadant-Brutnest eine gute Honigernte einfahren,aber wie müßte die Honigernte erst bei größerem Brutnest ausfallen.


    Gruß
    Rainer

  • Hallo Namensvetter,


    bei 7 Dadantbrutwaben wird sich wohl kein Buckfastimker bei einer 12er Beute begeistert sein. Br. Adam strebte 9 - 10 BWs bei seinen Völkern an und das ist auch realistisch. Mehr Bienen muss auch nicht mehr Honig bedeuten, das weis auch jeder Buckfastler. Adam sprach immer vom bilogischen Optimum nicht vom Maximum. Das kann man sicher auch auf die Volksstärke oder besser den Brutumfang beziehen. Bei Dadant mit mehr als einem Brutraum bei Wirtschaftsvölkern zu arbeiten halte ich echt für unnötig. Manche Kollegenarbeiten mit 10er Dadant und erzielen sehr hohe Honigerträge mit dieser Betriebsweise.

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  • Hallo Rainer und Reiner,


    mit den 7 Waben Brut meinte ich die tatsächlichen Brut Waben (Arbeiterinnenbrut). Ich benutze den 12er Kasten in dem ein Baurahmen und zwei Futterwaben und der Schied unten drinn sind. Ich komme also auf genau genommen 10 Waben im Brutraum! Der 12er Kasten hat für die ganz guten Völker eben noch eine Reserve, die ich auch gelegentlich in manchen Jahren brauche. Nun dieses Jahr hatten meine Völker aber nicht einen so guten Start wie in manch anderen Jahren, und sind so eben auf den 7 Waben reine Arbeiterinnenbrut stehen geblieben.
    Ich hab schon mal das versucht mit einem halbhohen Kasten zusätzlich. Der Effekt war nur, daß das ganze Brutnest nach oben wanderte. Mehr Brut war da nicht! nur mehr Waben bebrütet und da ist ein Unterschied! Das mit dem Ankippen zur Schwarmkontrolle geht auch nur wenn da nicht viele Honigräume drauf sind! oder du hast eine Kippvorrichtung. So was hatte ich auch zu Zanderzeiten. Bis dann mal das ganze Geraffel unter der Last der vollen Honigkisten zusammen brach. Danach hab ich es mit dem Kippen auf gegeben.


    Gruß

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Die 9-10 Dadant-Brutwaben sind auch bei einer 12-rähmrigem Beute nicht so einfach zu erzielen.Zieht man in einem Holzmagazin die jeweilige Randwabe ab und berücksichtigt, daß die anschließenden Pollenwabe meist nur mit geringer Brut belegt ist ,so ist bei einem vorhandenen Baurahmen eher von 8-9 Arbeiterbrutwaben auszugehen.Eine 10-rähmrige Dadantbeute (bei einräumigen Brutnnest eigentlich zu klein) würde aber ausgestattet mit einer zusätzliche Halbzarge als Brutraum 10 -12 Brutwaben gut ermöglichen. Bruder Adam war vor allem ein Heideimker.Will ich aber eine oft schon Ende Mai einsetzen Waldtracht in Süddeutschland optimal nutzen ,so sollten sich die Völker auch ungebremst zu maximaler Stärke bis dahin aufbauen können(Biologisches Optimum).
    Die Spättrachtbetriebsweise von Bruder Adam mit 1-räumigen Brutnest ist nicht so einfach auf unsere viel früher einsetzende Trachten zu übertragen.Meiner Ansicht gilt es als Imker als Erstes seine Betriebsweise flexibel
    auf die gegebenen Trachtverhältnisse
    auszurichten und nicht eine in einer andereren Trachtlage erfolgreiche Betriebsweise starr zu übernehmen.


    Gruß
    Rainer

  • Hallo Rainer,


    also beim mir sind auch die Randwaben oftmals bebrütet (10er Grosswabe), natürlich nicht ganzflächig aber doch. Eines gibt es darüber hinaus noch zu berücksichtigen:


    Die Legeleistung einer Königin ist nicht unbegrenzt, auch nicht die einer
    Buckfastkönigin! Man kann sie nicht einfach durch Raumgabe weiter erhöhen als das
    Maximum!


    Einige Autoren geben 1.600 bis 1.700 Eier als das tägliche Maximum an. Andere
    behaupten, sie häten über 3.000 beobachtet.
    Selbst wenn wir großzügig 3.000 annehmen, haben wir bei 21 Tagen
    Entwicklungszeit nicht mehr als 63.000 Brutzellen. Eine Dadantwabe hat bei 5,56 mm Zellmaß
    (sehr groß) etwa 8.300 Zellen. Selbst bei eine unnatürlich hohen Legeleistung
    von 3.000 Eiern/Tag wären dies nur etwa 7 1/2 Dadantwaben! Allerdings wären
    diese komplett bebrütet. Die restlichen 3 1/2 Waben (natürlich im Sinne von
    Fläche, die über mehrere Waben verteilt ist; keine Wabe ist wirklich vollständig
    bebrütet) des 12er Kastens sollte normalerweise ausreichen um Vorräte (pro
    Dadantwabe knapp 4 kg Honig) zu speichern.

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    ganz sicher

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  • Hallo Rainer,


    genau bei der Legeleistung liegt meiner Meinung nach der Hase im Pfeffer.
    Wie von Reiner S. überschlägig errechnet, reicht die vorhandene Zellenzahl bei einem DD-Brutraum völlig aus, diese geht auch von einer optimalen Brutversorgung mit Pollen und Tracht aus. (Was ja standortbedingt nicht überall zu jeder Zeit vorhanden ist.)
    Auch ist mir rätselhaft wie der beschriebene Imker aus 5 übereinander Honigräumen reifen Honig ernten will. Wenn bei mir ein Honigraum voll, verdeckelt oder reif ist wird er geerntet. So befinden sich i.d.R. 2, max. 3 HR auf den Völker. Sonst müßte ich ja zur Nachschau 5 HR abnehmen, da wäre eigentliche der Vorteil der Flachzarge dahin.


    Gruß
    Matthias

  • Hallop Steffen,


    das klingt ja so, als würde es außer dem D.-Plan keine andere Schwarmverhinderungsmassnahmen geben. Aber eben genau diese blödsinnigen Rumrupfereien im Brutnest sollen ja bei einer Betriebsw. wie DD unterbleiben! Ich kann es zwar nicht def. beweisen, aber ich bin überzeugt, dass solch "unnatürliche" Maßnamen die Varroavermehrung im Volk beschleunigen (klar, jeder andere imkerliche Eingriff ist auch nicht natürlich). Stell Dir mal vor, Dir stellt alle paar Wochen einer die Möbel in Deiner Bude um, kommst Du dann noch dazu Dich um irgendwelche anderen Dinge zu kümmern als Dich ständig auf neue Situationen einstellen zu müssen? Sicherlich gibt es Situationen, in denen man schnell zu radikalen Massnahmen greifen muss (insbes. auf Wanderständen). Ich verstehe aber nicht warum grundsätzlich zur Schwarmver. (wenn sie denn nötig ist)nicht vielmehr Ableger oder besser noch Kunstschwärme erstellt werden. Völkerverjüngung ist das A u. O in der Imkerei, leider ist das bei vielen immer noch nicht angekommen, was man gut an den ganzen Bienenimporten ablesen kann. Der D-Plan o.ä.kann meiner Meinung nach wenn überhaupt nur eine Notlösung sein. Eine Schwarmträge Biene in einer ihrer Legeleistung angepassten Beute braucht solche massiven Eingriffe sowieso nicht.
    Mit einem Kunstschwarm kann man den Schwarmdruck wunderbar hemmen u. kommt gleichzitig den natürlichen Bedürfnissen der Bienen zumindest sehr nahe (das gilt auch für die DD-Beute, um auf Deine Frage zurückzukommen). Ausserdem, wer seinen Bestand verdoppelt braucht nächstes Frühjahr keine Bienen zu kaufen u. kann aus dem Vollen schöpfen.


    Gruss,
    M. Brandt :wink:

  • Hallo Martin


    Danke für Deine schnelle Antwort, leider bringt die mich nicht so richtig weiter. Meinen Zuchstoff habe ich von einer Carnica Belegstelle, die Bienen müssten also einigermaßen schwarmträge sein. Trotzdem hatten dieses Jahr 80% meiner Völker den Schwarmtrieb. Zellenausbrechen ohne Ende war angesagt. Ich wollte aber die Völker auch nicht durch einen Kunstschwarm schwächen. Jungvölker habe ich nach Liebig seiner Methode gebildet, das hat wunderbar funktioniert. Jetzt im Herbst besetzten diese Völker im Schnitt 9 Dadantwaben und bei der Ameisensäurebehandlung fielen ca. 30 Milben. Ich suche nach einer Möglichkeit mit der man den Schwarmtrieb in den Griff kriegt und gleichzeitig die Volksstärke erhält.


    MfG Steffen

  • Hallo Steffen,


    wenn die Bienen einmal Schwarmtieb haben, hilft nur noch Bienen weg nehmen. Schwarmtieb beginnt mit der Schwarmstimmung. Die mußt du erkennen lernen! in der Schwarmstimmung hilft es die Zellen zu brechen!
    Die Carnika kommt sehr leicht in Schwarmtieb, die Buckfast aber hat eher nur Schwarmstimmung! läst sich also dadurch leichter lenken! jetzt wirst du natürlich Fragen worin unterscheidet sich Schwarmtieb von der Schwarmstimmung?
    ein Merkmal ist ob die Königin noch legt! und da reicht es eben auch nicht einfach nur zu kippen um das zu erkenn! da mußt du eine Wabe oder zwei Waben ziehn!


    Gruß

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Schwarmtrieb, Schwarmstimmung. Solche Unterscheidungen sind nun wirklich Haarspalterei! Egal was Deine Bienen haben, wenn sie Zellen ziehen u. es sich dabei nicht um Nachschaffung oder stille Umweiselung handelt mußt du eingreifen. Bei der Carnica geht das in der Regel nicht nur über Zellenbrechen!!! Du mußt schröpfen, in welcher Form auch immer. Vor allem solltest Du von dem Gedanken loskommen, dass Du Deine Völker schwächst. Das Volk in Schwarmstimmung braucht Entlastung. Du wirst Dich wundern wie schnell ein geschröpftes Volk den "Verlust" wieder ausgeglichen hat. Man hat z.T. den Eindruck, dass die Königinn sich noch mal so richtig ins Zeug legt (habe dieses Jahr bei einigen Völkern 1 Kunstschwarm u. 1 Ableger herausgenommen u. trotzdem minestens 20 Kg pro Tracht geerntet). Wenn Du nicht schröpfen willst, bist Du mit der Carnica grundsätzlich wohl nicht bei der richtigen Biene, vor allem wenn Du auf Dadant imkerst.
    Ich kann es nur noch einmal raten, bilde Ableger oder Kunstschwärme. Damit hast Du Schwarmverhinderung u. Völkerverjüngung in einem. So haben es schon die alten Heidjer gemacht u. sind bis heute gut damit gefahren. In Zeiten von Bienensterben, Faulbrut usw. sollten andere Massnahmen in die Mottenkiste Wandern!


    Gruss,
    M. Brandt