Von Carnica auf Buckfast wechseln

  • Solch eine Fall hatte ich 2019 Buckfast kö über Freiluftkunstschwarm eingeweiselt im September hab ich die Dame wieder raus jede Woche war eine frische Wsz zu brechen die wollten sie einfach nicht haben. Oder sie hatte einen "Schaden"

  • Bei mir gings am besten im Spätsommer. vorher nen Schluck Schnapps drauf und alte Königin entsorgen und paar Tage später die neue Königin rein.

    Zum Frühjahr oder mitten in der Saison hat bei mir zu Verlusten geführt.


    hatte beide (Carnica/Landrasse vs. Buckfast) nebeneinander für mich getestet. teilweise auch in unterschiedlichen Betriebsweisen (DNM 2 zargig vs. DNM 1,5 ähnlich wie Dadant).


    Muss Wolfgang zustimmen. ich hab keinen wesentlichen Unterschied entdecken können. einige kleine feine. Die aber beim abstellen auf die gleiche Betriebsweise (1,5 DNM) quasi verschwunden sind. Mein Gefühl war eher dass die meisten Äpfel mit Birnen vergleichen, da man Buckfast häufig im großen Brutraum nutzt (Dadant, 1,5 DNM, Zadant) und Carnica klassisch in 2 Zargen (DNM, Zander). Dadurch fand ich einen größeren Unterschied im Wechsel des Verhaltens in der Betriebsweise als rein durch die Rasse.

    Andrerseits war mein Versuch relativ klein und nicht immer ganz scharf abgetrennt und ich hatte wohl keine reine Carnica.


    Auch wenn der Buckfast immer eine gewisse Schwarmträgheit nachgesagt wird, konnte ich das nur bedingt feststellen. Sondern eher durch die Bienenvolknahe/sensible Betriebsweise mit Schied und entsprechend frühem Raum geben. Laut Hören und Sagen soll es ja mittlerweile auch ganz gute schwarmträge Carnica geben. Außerdem hab ich das Gefühl wenn sie Schwarmträge sind dann eben nur aus der Zucht und es schien mir fast unmöglich diese Eigenschaft vor Ort durch Durchmischung aufrecht zu erhalten. Man müsste also um die Eigenschaft aufrecht zu erhalten selbst gezielt züchten oder eben jedes Jahr welche zukaufen (ist mir aktuell zu viel Aufwand). Dem sollte man sich bewusst sein.


    Der wesentliche Unterschied den ich festgestellt hab, lag in einem anderen Sammelverhalten. Hatte hierzu auch mehrere Herkünfte der Buckfast getestet. So waren die Buckfast nicht immer in der Lage mit Läppertrachten umzugehen. Die Carnica dagegen hat immer was gefunden und war eher auf die regionalen Gegebenheiten zugeschnitten (lag vllt auch der Mischung die man vor Ort nutzt und die Jahre/jahrzehntelange Anpassung?). Die Buckfast haben dagegen bei Massentrachten die Nase vorn gehabt und schlagartig den Honigraum vollgeballert - aber eben nur wenn offenbar alle Bedingungen gestimmt haben - was selten der Fall war. Zudem hat die Buckfast "sauberer" den Honig da abgelagert wo er aus Imkersicht hin soll, nämlich in den Honigraum. Die Carnica hat ihn oft auch Brutnah eingelagert und dort wo es ihr am besten passt (dadurch wird der Carnica auch nachgesagt, dass sie Fehler eher verzeiht bzw. pflegeleichter ist - gerade im Winter und Frühjahr). Dieser Unterschied hat aber abgenommen, als ich auch die Carnica auf DNM 1,5 geführt hab.

    Von daher machts für mich auch Sinn wenn die Berufsimker regelmäßig Buckfast nutzen. Die Hobbyimker allerdings oft noch Carnica/Landrasse die besser an die regionalen Gegenheiten angepasst ist und Imker-Fehler eher wegsteckt.

    Also wenn der Umstieg beschlossen ist und du im Optimalfall auch Massentrachten hast, vllt auch mal drüber nachdenken wo genau die Buckfast denn eigentlich herkommt. Eine Züchtung vor Ort bzw. in der Nähe würde ich auf jeden Fall vorziehen.

  • hatte beide (Carnica/Landrasse vs. Buckfast) nebeneinander für mich getestet.

    Hallo, du hast also einen Traktor mit einem Sportwagen auf der Straße verglichen ? Der Traktor kommt auch überall hin, wo der Sportwagen hinfährt, nur halt eben anders.......ich selbst habe keine Carnica, aber nehmt doch bitte Carnica auch von serösen Züchtern und vergleicht die mit der Buckfast( auch vom Züchter).

    Sicher kribbelt es auch mich, mal einen Vergleich zu machen, aber was soll ich dann an meinen popeligen paar Völkern sehen ? Der Unterschied zwischen den einzelnen Königinnen ist auch schon recht groß, obwohl sie von gleichen Stamm sind.

    Bis bald

    Marcus, der auch ab und zu bei Carnica Singer schaut.....

  • Der Unterschied zwischen den einzelnen Königinnen ist auch schon recht groß, obwohl sie von gleichen Stamm sind.

    Bei mir nicht. (Vorneweg: ich glaube die Schwärmerei liegt bei mir an der Standbegattung. Die Landrasse Völker waren noch schlimmer) Ich habe drei Carnica von einer Vereinszuchtmutter aus Kirchhain, die sind ziemlich brav, haben auf DN Warmbau mit Schied 11 Waben Holz zu Holz voll gebrütet, stapeln den Honig ziemlich gut Brutnestfern und sind allesamt Schwarmteufel. Das waren die, die schon Mitte April in Schwarmstimmung waren (alle drei), die nach dem Königinableger von der neuen Dame aus den ersten Eiern gleich wieder Schwarmzellen gezogen haben und abgehauen sind, bzw die Schwester fing eine Woche später mit der Schwarmstimmung an und die hab ich noch behalten können. Bei der dritten Schwester habe ich im Raps eine TBE gemacht. Alle drei Schwestern, auch die Königinnenableger wollten danach noch wieder schwärmen, bis in die letzte Juli Woche rein. Positiv muss ich anmerken, dass die TBE Schwester zwar 5 Tage nach einer Schwarmkontrolle schon wieder eine verdeckelte Zelle hatte, aber die war noch da.


    Dann habe ich 3 Carnica Schwestern von einem Züchter aus letztem Jahr und von der selben Zuchtmutter 5 aus diesem Jahr, bei denen konnte man schön beobachten, dass ihre Brutleistung direkt von der Bienenmenge abhängt. Je mehr Bienen, desto mehr Brut. Leider kamen sie trotz verstärken nie auf mehr als 6 Brutwaben DN Warmbau, Holz auf Holz mit Schied. Die sind heuer als vorletzte in Schwarmstimmung gekommen, je größer die Völker waren desto früher. Ich hatte davon übrigens zwei Kunstschwärme aus letztem Jahr überwintert, beide gleich groß und die kamen beide gleich klein aus dem Winter. Alle Schwestern stapeln den Honig Brutnestfern. Also bei starkem schieden nach oben oder schwachem schieden nach hinten. Das war bei einem Landrasse Schwarm deutlich anders. Der hat trotz Schieden und Platz über Kopf und etwas nach hinten den Honig einfach mitten ins Brutnest gelegt, auch bei starkem schieden.


    Dann habe ich letztes Jahr noch eine Buckfast von einem Züchter eingeweiselt. Die wurde über den Herbst umgeweiselt. Sie ging stark in den winter und kam stark raus. Sie war die letzte die in Schwarmstimmung kam und hatte ständig 11 Brutwaben DN Warmbau mit engem Schied. Heuer habe ich noch 8 Schwestern davon eingeweiselt. Das sind allesamt lammfromme Völker. So lammfromm, dass es mir bei bei Ständen wo nur die standen oft den Aufwand nicht wert war, den Smoker an zu machen. Ihre Brutleistung hängt auch bei allen mit der Volksstärke zusammen, allerdings hat man das Gefühl sie übertreiben quasi. Sie legen also bei der selben Bienenmenge wie die Züchter-Carnicas deutlich mehr Brut an. Es waren nicht immer alle gleich, eine der Buckfast Schwestern fiel allerdings aus der Reihe, die hatte ihren Ableger schön groß gemacht, aber fing dann Ende Juli plötzlich an mehrere Flecken Drohnenbrut in Arbeiterzellen zu legen und der Rest des Brutnestes wurde lückig.


    Ich will damit sagen, dass die paar Schwestern die ich da habe, doch schon ziemlich vergleichbar und ähnlich sind. Ich hab noch zwei Carnica Schwestern von einem anderen Züchter, die ähneln sich auch sehr. Beide sehr lieb und genauso Brutstark.


    Vielleicht liegt das schwache Brüten der Züchter-Carnica auch an DN Warmbau. Die sitzen jetzt auf dadant, mal schauen wie das nächstes Jahr wird. Futter und Pollen war jedenfalls immer da.

  • Hallo Jaki, wie lange und wie viele Bienen hast du? Sorry das war fresch, aber bedenke immer, dass es alles nur Momentaufnahme von relativ wenigen Völker sind, bei den meisten von uns Bienenhaltern. Sicher sind wir in der Lage ein paar Merkmale zu erkennen und zu vergleichen, aber mehr auch nicht, wenigstens bei mir.

    Bis bald Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Hallo, du hast also einen Traktor mit einem Sportwagen auf der Straße verglichen ? Der Traktor kommt auch überall hin, wo der Sportwagen hinfährt, nur halt eben anders.......ich selbst habe keine Carnica, aber nehmt doch bitte Carnica auch von serösen Züchtern und ....

    Jo aber hab ich ja auch so gesagt und das ist für mich der Vergleich der für mich zählt. Ich will ja sehen ob es sinnhaft ist die Carnica/Landrasse zu ersetzen auf meinem Stand. Hatte zuvor auch mal Carnica Königinnen zugekauft aber nach 2-3 Jahren sind davon bestenfalls noch ein paar Nachkommen übrig und die waren eher schlechter als meine vor Ort. Wenn ich rein Carnica mit rein Buckfast vergleiche hab ich vllt den schöneren und exakteren Vergleich aber es bringt mir in der Praxis halt null.

    Ich wollte rausfinden ob die Vorteile der zugekauften Buckfast die Vorteile meiner heimischen Gene überwiegen und ob ich diese austauschen soll. Ziel war nicht jedes Jahr meine Königinnen beim Züchter neu einzukaufen sondern die best mögliche Anpassung an meine Region und meine Betriebsweise - was nach meiner Ansicht die langfristig nachhaltigste Betriebsweise ist.

    Genauso find ich die denke nicht unbedinkt sinnhaft die Vorteile der Buckfast generell hier immer zu promoten wenn man diese nicht durch die eigene Betriebsweise und Region voll ausschöpfen kann.

    Ist vllt "wissenschaftlicher", aber für deine Alltagsprobleme taugt das nichts, weil Anfänger wie ich vor ein paar Jahren auf die Idee kommen, dass es ja viel cleverer ist Buckfast einzusetzen ohne aber in den Kontext zu setzen ob deine eigene Betriebsweise und Region zu den Eigenschaften passen - nur weil der Sportwagen 450 PS hat und der Traktor vllt auch 450 PS - kommt es ja drauf an für welchen Zweck ich sie nutze. Wenn ich nur Landstraße und über Acker fahren will bringt mir der schönste Sportwagen nix. Da macht der Traktor halt einfach mehr Sinn manchmal. Aber das war mir persönlich so vorher nicht klar. Ich dachte der Sportwagen ist immer besser.


    Deshalb denke ich dass das wichtig ist zu erwähnen, weil jemand der diesen Blick oder Erfahrung nicht so hat, tatsächlich nen riesen Aufwand unternnimmt und so überzeugt von seiner Idee und mit Imkerkollegen vor Ort aneckt für einen wenn überhaupt minimalen Mehrwert bzw. Vorteile die für ihn eher Nachteile sind. Also ich kenn keinen Jungimker der seine Königinnen ausschließlich vom Züchter bezieht. Meistens startet man doch mit nem Ableger vom Imker um die Ecke (mit eben der Gen-Mischung vor Ort).


    Eine andere berechtigte Vorgehensweise wäre doch: erstmal eine regionale Zucht-Carnica am Stand zu versuchen

  • Hallo Jaki, wie lange und wie viele Bienen hast du? Sorry das war fresch, aber bedenke immer, dass es alles nur Momentaufnahme von relativ wenigen Völker sind, bei den meisten von uns Bienenhaltern. Sicher sind wir in der Lage ein paar Merkmale zu erkennen und zu vergleichen, aber mehr auch nicht, wenigstens bei mir.

    Bis bald Marcus

    Das war nicht fresch, sondern herablassend. Schade, dass du von mir so wenig hältst.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mir sagen willst. Erst schreibst du, dass 40 Völker zu wenig sind, sich ein Urteil zu bilden und dann, dass es doch möglich sei, Merkmale zu erkennen und zu vergleichen. Was denn nun?

    Und findest du wirklich, dass elf Töchter einer gekörten Zuchtmutter zu wenig sind, um sich ein Urteil zu bilden? Wir sprechen ja von Zuchtmüttern, die schon auf Erbfestigkeit geprüft wurden. Ich finde, wenn elf Töchter unterschiedlich sind, dann braucht man nicht mehr Völker zur Beurteilung, sondern eine andere Zuchtmutter. Aber vielleicht bin ich ja noch zu neu dabei und überschätze, was mit Erbfestigkeit so möglich ist ;)

    • Offizieller Beitrag
    .....

    Und findest du wirklich, dass elf Töchter einer gekörten Zuchtmutter zu wenig sind, um sich ein Urteil zu bilden? Wir sprechen ja von Zuchtmüttern, die schon auf Erbfestigkeit geprüft wurden. Ich finde, wenn elf Töchter unterschiedlich sind, dann braucht man nicht mehr Völker zur Beurteilung, sondern eine andere Zuchtmutter. Aber vielleicht bin ich ja noch zu neu dabei und überschätze, was mit Erbfestigkeit so möglich ist ;)

    Ich gestatte mir einen Einwurf als Standbegatter.

    Wenn ich eine gekörte Zuchtmutter mein eigen nenne und dann Standbegattung betreibe kann ich trotzdem kein Ergebnis erwarten das einer Begattung auf einer Belegstelle/Insel oder Handbesamung gleichkommt.

    Da nützt es auch nichts diese zu verwerfen und eine neue Zuchtmutter zu beschaffen.

    Gruß Eisvogel

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

  • Schade, dass du von mir so wenig hältst.

    Hallo, wenn du richtig gelesen hättest dann wäre dir aufgefallen, dass ich mich auf die gleiche Stufe stelle, also kann man da gar nicht herablassen. Im Internet ist es halt was anderes als wenn man sich gegenüber sitzt :O) .

    Du bist noch in der Findung deiner Betriebsweise und da erlaube ich mir einfach zu vermuten, dass du nicht mehrere Jahre Zuchtrichtungen getestet hast. Auch hast du noch keinen richten "Winter" erlebt, weil die letzten 2, oder 3 waren nicht so. Wir kratzen alle nur an der Oberfläche.

    Erst schreibst du, dass 40 Völker zu wenig sind, sich ein Urteil zu bilden und dann, dass es doch möglich sei, Merkmale zu erkennen und zu vergleichen. Was denn nun?

    Es gibt Merkmale, die erkennt jeder Blinde mit Krückstock, Sanftmut ist so eins. Aber lies dir mal durch, auf was Adam alles selektiert hat, dafür fehlt mir die Anzahl und die Erfahrung um das alles zu beurteilen.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

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  • Da nützt es auch nichts diese zu verwerfen und eine neue Zuchtmutter zu beschaffen.

    Hallo, genau das ist es, wenn ich in einer Gegend Imkere, wo nur top Material um mich herum ist, kann ich eigentlich jeden Mist haben, die Nachzuchten werden gut. Ich habe auch die eine Zuchtmutter, die war gut, davon waren jetzt die Töchter auf der Belegstelle, mal sehen was 2021 bringt. Die Nachzuchten von ihr waren Standbegattet halt mal gut und weniger gut.

    Hatte der Henry mal so was mit irgend einen Zoo, egal was er dahin zur Standbegattung gebracht hat, die Königin kam als Stecher nach der Begattung wieder ? Es gibt halt Ecken da funktioniert Standbegattung nicht so pralle. Aber daraus Rückschlüsse auf die Zuchtmutter zu schließen, ist schon wie du schreibst, sehr gewagt.

    Bis bald

    Marcus