Typischer Varroaschaden?

  • :thumbup: Dann brauchst Du aber auch nicht unruhig zu schlafen. Solche Ausreiser gibt es immer wieder mal.

    Brutfrei könnten die Völker jetzt schon sein. Schau nach. Ich behandele jetzt.


    Varroakandidaten haben jetzt noch offene Brut und die Königin stiftet.


    Gruss

    Ulrich

  • ...

    + zweimaliges Verdampfen im Sep. + ...

    Zweimaliges verdampfen im September ist aus meiner Sicht nach völlig unzweckmäßig - um es diplomatisch auszudrücken...


    ich drücke dir und vor allem den Bienen aber alle Daumen die ich habe und schliesse mich den Vorrednern an: Die Betriebsweise mit einem angepassten Varroamanagement wäre zu überdenken.

  • Bienenweg , ich möchte nochmals auf die Verdampfung eingehen. Durch

    unsere Lage an der deutsch-französischen Grenze haben wir auch Kontakt

    mit französischen Imkerkollegen, die OX sublimieren dürfen. Diese raten von

    der Verdampfung im brütenden Volk ab, weil selbst bei 7 X 3 Block die Wirkung

    unzureichend und nicht vorhersehbar sei. Insbesondere nicht von Imkern, die keine ausreichende Erfahrung haben, um Brutstatus und Volksentwicklung abschätzen zu können. Bei den Verfahren der Brutfreimachung im Sommer

    müsse und wolle man nach der Absperrung der Königin ohnehin ins Volk

    schauen, um den aktuellen Status zu prüfen. Da bietet sich dann OX sprühen

    an, wenn man keine medikamentenfreie Version der Varroabehandlung gewählt hat.

    Flüsse trinken ihr eigenes Wasser nicht. Bäume essen ihre eigenen Früchte nicht. Wolken verschlingen ihren eigenen Regen nicht. Was Große Wesen haben ist immer zum Wohle anderer. Indisches Sprichwort

  • Ist zwar nicht wirklich repräsentativ, aber vielleicht doch ein Hinweis auf die Wirksamkeit der Oxalsäure-Sublimation bei stark brütenden Völkern im Sommer: Ich habe dieses Jahr versuchsweise die stark vermilbten Brutwaben, die ich zur Sanierung der Brut-Sammler entnommen hatte und hätte einschmelzen sollen, einem kleinen Ableger zugegeben. Dann habe ich über drei Wochen lang alle drei Tage Oxalsäure sublimiert. Anschliessend die Kontrolle: Unschönes Brutbild, sehr schwaches Volk, phoretischer Milbenbefall (Alkoholauswaschung) über 5%. Ich will nicht wissen, wie viele Milben da noch in der Brut gesessen haben. Dieser Versuch hat mich in meiner Entscheidung bestärkt, weiterhin im Sommer mit einer Brutpause zu arbeiten. Das scheint mir der Dreh- und Angelpunkt zu sein.

  • Dieser Versuch hat mich in meiner Entscheidung bestärkt, weiterhin im Sommer mit einer Brutpause zu arbeiten. Das scheint mir der Dreh- und Angelpunkt zu sein.

    Genau - hier liegt das Problem!


    Behandlungen ohne verdeckelte Brut wirken. Das heißt aber nicht, dass Sie zu 100 % wirken, sondern, dass Sie vlt. zu 80 - 90 % den Milb reduzieren.


    Behandelt man dagegen Völker mit verdeckelter Brut, ist die Erfolgsquote, je nach Jahreszeit, mglw. 20 - 60 %. Rein rechnerisch linear kommt man mit einer Blockbehandlung 7 * 3 mit 40 %iger Wirkung auf ca. 3 % Restmilbenbefall (d.s. ca. 100 Restmilben bei einem Startbefall von 3.500 im Volk). Dabei ist die Vermehrungsrate der Milben in der verdeckelten Brut nicht berücksichtigt, d.h., die Befallsrate nach der Behandlung liegt höher, weil es eben ein biologisch, dynamisches System ist und nicht linear betrachtet werden kann.


    Im Juli ist das durchaus realistisch und wer sich dann wundert, dass im Sept./Okt. der Milb wieder oberhalb von 5 % Befall liegt, ist noch besser dran, als diejenigen, die gar nicht zählen und sich sicher wähnen. Wenn man da nicht handelt, kann es zu spät sein.


    Meine (wenigen) Erfahrungen mit der Beteiligung von vsh-Genetik am Stand zeigt mir, dass sich derartige Völker zwar dem Befallsrhythmus nicht komplett entziehen können, dass aber deren Resilienz, d.i. die Fähigkeit, sich von einer Bedrohung/Schädigung zu erholen, deutlich höher ist.


    Das drückt sich darin aus, dass z.B. in diesem Jahr, wo der Milbendruck viel höher ist, als in den beiden Vorjahren, diese Völker unterstützt werden können, indem man "nur die Spitze des Befalls bricht", wenn der Befall oberhalb z.B. 3 % liegt. Damit kommen sie offensichtlich zurecht; denn alle sind noch da. Aber wie schon mehrfach gesagt, gezählt wird im April.


    Brutfreiheit ist die Basis für jegliche erfolgreiche Behandlung.

  • Brutfreiheit ist die Basis für jegliche erfolgreiche Behandlung.

    Aber selbst bei Brutfreiheit gibt es wohl Faktoren, die die Wirksamkeit bspw. von OX, aber auch von AS usw. einschränken können.

    Wir haben in unserer Region unter Kollegen gezielt verglichen die Wirksamkeit bei Kunstschwärmen aus TBE-Brutscheunen (auf 1 LeerW und MW sitzend, nicht mehr in der Traube hängend, aber noch ohne Brut, allenfalls Stifte):

    - MS ( 2 x besprüht im Wochenabstand): schlechteste Wirksamkeit, vermuteter Grund: Beim zweiten Behandlungsschritt war bereits jüngste offene Brut -> Unterschlupfmöglichkeit/Fußlappenwaschgelegenheit für Milben gegeben.

    - AS: schwankend, vermutete Einflüsse von standortspezifischen Faktoren (bes. Luftfeuchte)

    - OX: Bei besonders großen Einheiten (2 bzw. 3 Zargen proppevoll mit Bienen) war die Wirksamkeit ebenfalls herabgesetzt. Wir vermuten, daß die Bienen aktiv gegen den Staub angefächelt oder sich gegenseitig durch engen Körperkontakt vor dem Nebel geschützt haben könnten.


    => Man kann sich auch bei Brutreiheit nicht blind auf die Behandlung verlassen, sondern muß weiter auf die Völker achten und ggf. spätestens im Sept. bei Überschreitung der 5%-Befallsgrenze handeln wie beemax in #19 sagt.

  • Immenlos: Wir sind uns selber nicht sicher, zumal die Versuchsbedingungen nicht von einer Person, sondern vom jeweils teilnehmenden Imkerkollegen selbst überwacht wurden. Ich vermute, daß auch der Oxamat nicht viel ändern kann, wenn sich viele Bienen zusammenballen und so der Staubstrom an der Bienentraube vorbei bzw. um sie herum abgeleitet wird. Man müßte das wirklich mal genau beobachten.


  • hier ist die Bedampferei sehr umfangreich und qualifiziert (wie von Glaronius gewöhnt) erläutert.

    Vielen Dank!

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)