Ausgerechnet Honig

  • Das macht 30.000 kg pro Volk. Ich glaub ich kauf doch mal Königinnen bei denen.

  • Der Beitrag ist gar nicht mal so schlecht wie befürchtet ;)


    Dass die Redakteure kleine Fehler gemacht haben (Tonnen mit Kilogramm verwechselt), ist doch wirklich verzeihlich.

    Schlimmer fand ich schon, eine Abfüller-Mischung von Biophar als "Imkerhonig" zu bezeichnen im Sinne von "Honig direkt vom Imker".


    Wo ich persönlich gar nicht so begeistert bin ist die Bestrebung der EU, der Verbraucherschützer aber auch einiger Imker, die Bezeichnung "Aus EU- und Nicht-EU-Ländern" abzuschaffen und durch die Bezeichnung der Länder zu ersetzen.


    Denn wenn da mal steht "Honig aus Argentinien", dann klingt das für unbedarfte Kunden durchaus wieder interessant. Umgekehrt hat sich für Qualitätsbewusste Kunden (und das sind die, die mehr Geld für Honig springen lassen und damit für uns wichtig sind!) die EU- und Nicht-EU-Länder-Phrase als wichtiges Erkennungsmerkmal für unerwünschten Honig etabliert.

    Wird das abgeschafft, fehlt künftig auch ein wichtiges und einfach erkennbares Unterscheidungsmerkmal für diese Kundengruppe.


    Was ich bisher noch nicht auf dem Schirm hatte, ist das Veganer-Zeugs. Das halte ich so, wie es im Beitrag gezeigt wurde, für eine echte Gefahr für die Vermarktung von gutem Honig. Denn vielen Kunden wird lange nicht klar sein und es muss ihnen daher erst wieder über lange Jahre mühsam erklärt werden, wie genau man diese Unterschiede bewerten sollte.

    Bis dahin könnte das Zeug im aktuellen Veggi-Trend aber große Marktanteile zu Lasten von Honig erobert haben.


    Gut fand ich den Teil mti der Demeter-Imkerin, obwohl ich selbst mit dieser Philosphie gar nichts anfangen kann.

    700 kg Honig aus 80 Völkern hat mich schon beeindruckt - so extrem schlecht hätte ich jetzt die Ernte bei demeter-Betriebsweise nun doch nicht erwartet.

    Doch wenn sie wirklich 12 EUR für 500g bekommt und alle 700 kg so verkauft, kriegt sie tatsächlich doch ganz ordentliche 16800 EUR Umsatz zustande. Für 80 Völker natürlich ein Witz, aber dafür hat sie ja immerhin erheblich weniger Arbeit und Investitionen.


    Bei allen Preisdiskussionen sollte man aber beachten, dass dieser Beitrag VOR der aktuellen Inflationsexplosion entstanden ist.


    Seither sind aber praktisch alle für Imker wichtige Betriebsmittel, -materialien, Vorprodukte, Werkzeuge etc. überproportional stark von der aktuellen Preiserhöhung betroffen - die meisten weit über die 5% Preissteigerung, die wir gerade haben.


    Man denke an Treibstoffe, Edelstahlprodukte, Glas, Holz, Papier für Etiketten...das alles ist energieintensiv oder schlecht lieferbar oder beides geworden und daher nicht nur um 5%, sondern oft um 20 bis 40% in weniger als 12 Monaten teuerer geworden.

    Da sollte man natürlich auch mal seine eigenen Preise neu ausrechnen, um mal weiterhin beim Titel des Fadens zu bleiben ;)

  • Ich finde den Trend auch irgendwie eigenartig. Warum kaufen Vegetarier "Würstchen" aus Sojamehl, oder Soja-Schnitzel? Wenn ich dazu stehe, dann verzichte ich auch wirklich auf die Wurst oder das Schnitzel und pfusche mir da keinen Ersatz oder eine schlechte Kopie hin?

  • Sonst wäre es ja auch kein richtiges Surrogat. So nah wie möglich an das Original heranrutschen, vom positiven Image profitieren und sich dabei im Bericht abfällig über das definitiv wertigere Naturprodukt Honig äußern.

    100.000 Gläser Zuckerpampe mit satten Gewinnspannen auf dem Rücken der Imker verkaufen und dann noch so tun als würde man mit den bösen profitorientierten Tierhaltern nichts zu tun haben wollen, Chapeau!

  • Wenn ich dazu stehe, dann verzichte ich auch wirklich auf die Wurst oder das Schnitzel und pfusche mir da keinen Ersatz oder eine schlechte Kopie hin?

    Das liegt daran, dass man den Geschmack von Fleisch mögen, aber das Töten von Tieren trotzdem ablehnen kann.


    Die meisten Leute sind übrigens gar nicht mal so dumm, wie hier manche glauben. Die wissen schon, dass Sojamilch keine echte Milch ist. Und dass man nur Bienenhonig Honig nennen darf ist übrigens neu. „Löwenzahnhonig“ war früher eine gebräuchliche Bezeichnung für eine Mischung aus Löwenzahn, Zucker und Wasser. Und in unserer Gegend sagt man immer noch Quetschehonig zu Zwetschgenmarmelade und da käme auch niemand auf den Gedanken, das mit Bienenhonig zu verwechseln.