Nur Mut: Die Brutpause nach Büchler funktioniert!

  • Die Flugbienen dem Ableger zuzuordnen, hat den Zweck, die Milben der Flugbienen vom neuen Volk fernzuhalten.

    Die Milben sitzen ja auch auf den Ammenbienen, ganz ohne Last ist das Ursprungsvolk daher nicht. Vielleicht nimmst du als Kompromiss alle Brutwaben raus bis auf eine mit viel offener Brut, die du als Fangwabe nutzt und nach einer Woche verdeckelt entnimmst, die Methode wurde hier schon ausführlich besprochen.


    Eine regelmäßige Diagnostik ist noch - gerade bei so Experimenten, aber auch sonst - sehr wichtig, dass du vorher und nachher den Milbenfall misst und nochmal ca. 2.-3. Septemberwoche, damit es im Winter keine schlechte Überaschung gibt. Büchler arbeitet eigentlich mit mehreren Fangwaben/Bannwaben hintereinander, da ist die Frage ob das jetzt so reicht. Ein regelmäßig erfolgendes Drohnen schneiden könnte die Milben in ihrer Aufwärtsentwicklung vorher schon deutlich drücken (weil die Milbe in den Drohnen aufgrund der längeren Brutzeit mehr Nachkommen erzeugen kann). Schön, dass du deinen Plan noch einmal überdenkst, noch ist ja früh genug...


    Schöne Grüße aus dem verschneiten Schleswig-Holstein - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Bei einem Eingriff im FJ (TBE im Mai) geht's einerseits um die Simulation des Schwarmaktes (Vorwegnahme) mit der Nebenwirkung der Milbenreduktion.


    Letzteres ist aufgrund des noch niedrigen Befallsniveaus durchaus effektiv. Bei keinem der Völker, die ich im FJ per TBE in ein anderes Format übertragen habe, war im Juli der Milbenbefall hoch. Dabei lag die Sammelleistung etwas niedriger, als vergleichbare Völker ohne diese Maßnahme.


    Die Milbenlast in den Kategorien Brut - Ammenbienen - Flugbienen nimmt in der Reihenfolge ab. Die Flugbienen tragen somit am wenigsten zum Wiederanstieg der Milbenlast bei.


    Da man in natürlichen Systemen meist nur mit 80 %igem Erfolg arbeitet, erreicht man mit der Aktion schon einen beachtlichen Effekt und das ohne Behandlung des jew. Volkes. Ist halt Arbeit...

  • ...Dabei lag die Sammelleistung etwas niedriger, als vergleichbare Völker ohne diese Maßnahme....

    Und da liegt der Hund begraben. Ich halte meine Bienen, WEIL ich Honig ernten möchte.


    Und es wird mit einer TBE die mögliche Sammelleistung und für mich auch eine Vergleichbarkeit der Völker reduziert...


    Aus meiner Sicht ist die Lösung: Mit möglichst wenig Varroen in den Herbst gehen und so wenig geschädigte Winterbienen zu haben (dazu für mich TBE ca. 2 Wochen vorm abschleudern Anfang Juli => Termin TBE also Mitte Juni) und dann mit der Winterbehandlung (Dezember) möglichst auf eine sehr niedrige Schadschwelle bringen.


    Dazu ist aus meiner Sicht auch bis September ein Monitoring über die Milbenlast und ggf. ein zusätzlicher Eingriff erforderlich.


    Kann man aber auch anders machen, wenn die Ziele anders liegen.


    Wenn ich keinen Honig haben möchte, helfen sogar 3 TBE.............. (Ironieende)

  • sebihees - vielkeicht einige Gedanken dazu. Die Methode funktioniert sicher gut, ist dann aber denke ich zumindest nicht im Sinn der hier diskutierten Methode. Die etwas reduzierte Ernte ist m.E. nicht einer reduzierten Sammelleistung, sondern der Energie geschuldet, die für den erneuten Wabenaufbau benötigt wird, was du genau so auch in deiner späteren TBE Variante haben solltest. Der für mich entscheidende Vorteil einer früheren TBE liegt darin, dass die Anfangsbelastung durch die Milbe im Frühsommer nochmal enorm heruntergebracht wird und diese quasi bei Null nicht im Januar, sondern ab Mai beginnen muss. Wie die Milbe sich dann vermehrt, sollte m.E. im drei Wochen Rhythmus ab Mitte Ende Juni bis in den September regelmäßig geprüft werden, weil dann kann man noch was machen. Bei jeder Methode der Varroabekämpfung halte ich eine regelmäßige Kontrolle bis nach dem Altweibersommer für sehr wichtig. Davon ab, ist auch aus dem Brutling in vielen Fällen noch eine Honigernte drin. Dazu sollte man meines Wissens das brutfreie Fenster bei vorher abgenommenen HR für eine Oxalsäure Sprühbehandlung nutzen, dann hast du beide Vorteile, oder du nutzt beim Brutling eine Zwischen-Fangwabe nach dem Ausschlüpfen 21 Tage, bis die neue Königin dort in Eilage ist, vergehen je nach Wetter usw. schonmal gerne ca. 20-25 Tage, so dass die Fangwabe ihre Wirkung entfalten kann. Ob es dann reicht, zeigt sich dann in der Nachkontrolle.

    PS: Ich glaube nicht, dass Ironie an dieser Stelle erforderlich war ;)


    Schöne Grüße - Matthias


    @edit: Wenn bei dir schon so früh mit Tracht Schluss ist, kann ich dein Vorgehen schon nachvollziehen. Hier ist bis Ende Juli noch der Klee am Blühen.

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

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  • Und da liegt der Hund begraben. Ich halte meine Bienen, WEIL ich Honig ernten möchte.

    ... mache ich auch!

    Bei einem Eingriff im FJ (TBE im Mai) geht's einerseits um die Simulation des Schwarmaktes (Vorwegnahme) mit der Nebenwirkung der Milbenreduktion.

    Hängen sie im Baum, gibt's nix; nach TBE im FJ gab's noch immer ausreichend...

    Es geht um Milbenm'ment und Honig.

  • Hallo zusammen,

    ich wundere mich eigentlich, dass wir hier so ausführlich über den optimalen Zeitpunkt für eine (wie auch immer gestaltete) Brutpause diskutieren. Das ist doch schon länger recht gut untersucht und dokumentiert.

    Zum Beispiel in diesem Kirchhainer Versuch von 2008:


    2008 Brutentnahme - Effekt Honigernte.png     2008 Brutentnahme - Effekt Einwinterung.png


    2008 Brutentnahme - Effekt Varroa.png   2008 Brutentnahme - Zusammenfassung.png



    Der frühe Termin fällt für mich auch deshalb aus, weil mit der Mai-Behandlung der Varroa-Käse ja nicht gegessen ist, man muss im Sommer nochmal ran. Und für den Umgang mit dem Schwarmtrieb stehen uns doch andere, weniger aufwändige Methoden zur Verfügung.

    Ok: Meine Meinung - kann und darf man natürlich ganz anders sehen. :):thumbup:


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • Hallo zusammen,

    ich wundere mich eigentlich, dass wir hier so ausführlich über den optimalen Zeitpunkt für eine (wie auch immer gestaltete) Brutpause diskutieren. Das ist doch schon länger recht gut untersucht und dokumentiert.

    Rudi

    Wo wurde das so publiziert?

    lg

    Imkern muß einfach, praktisch, bienengemäß, imkerschonend und preisgünstig sein

  • Danke,

    hatte in Kirchhain bei Publikationen nachgesehen und diese Tabellen dort so nicht gefunden.

    jetzt habe ich eine neue Seite zum Durchgucken.


    Die Fangwabe, Kö käfigen und dann noch TuB mache ich immer mit einem Teil der Völker. Nie alle Eier in einen Korb legen.

    lg

    Imkern muß einfach, praktisch, bienengemäß, imkerschonend und preisgünstig sein

  • Und da liegt der Hund begraben. Ich halte meine Bienen, WEIL ich Honig ernten möchte.

    ... mache ich auch!

    Bei einem Eingriff im FJ (TBE im Mai) geht's einerseits um die Simulation des Schwarmaktes (Vorwegnahme) mit der Nebenwirkung der Milbenreduktion.

    Hängen sie im Baum, gibt's nix; nach TBE im FJ gab's noch immer ausreichend...

    Es geht um Milbenm'ment und Honig.

    Ist bei mir ganz genau so. Die Honigverluste im oben gezeigten Versuch kann ich in keinster Weise bestätigen. Dazu gibt es aber auch noch andere Arbeiten. Es muß meiner Meinung nach zur gesamten Betriebsweise , Tracht und Klima passen.


    MfG Frank

  • Bei den Bienen ist es wie es ist: Es gibt sehr viele Wege zum Erfolg und nie den einen, da viele kleine Puzzleteile zu anderen Rahmenbedingungen führen. Deswegen gibt es nicht das Rezept.


    Was aber sicher ist: Wenn ich so früh eine Milbenreduzierung vornehme, haben die Mistviecher bis zu den Winterbienen wieder Zeit eine Population aufzubauen. Diese liegt natürlich unter der Schadschwelle, aber ich muss noch einmal ran!

  • Hallo zusammen,

    ich habe die Ergebnisse der Versuche erstmals in 2009 kennen gelernt, anläßlich einer Schulung in Kirchhain.

    In der Folge wurden sie immer wieder in Vorträgen und Artikeln verarbeitet ( Chrisbee: Vielen Dank!).

    Immer dann, wenn vom optimalen Zeitpunkt für die Brutpause gesprochen wird, geht das auf die Erkenntnisse dieses Versuchs zurück, z.B. auch hier:

    2010 Komplette Brutentnahme


    Mittlerweile hat sich der Fokus bei der Brutpause verändert. Es geht ja um ganz andere Ziele als die Ertragssteigerung. Siehe:

    Konzepte zur erfolgreichen Varroabekämpfung mit reduziertem Medikamenteneinsatz


    2020 Büchler Empfehlungen.png


    Oder auch hier:

    Wege zu einer medikamentenfreien Imkerei


    (...womit wir wieder beim Themenstart gelandet wären... :) )

    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • Nun möchte ich auch mal meinen konkreten Umsetzungsplan hier auf den Prüfstand bringen. Es wird ein Mischmasch aus Königin begrenzen und teilen und behandeln.


    Ausgangssituation:

    Wochenden und Mittwoch vormittag stehen als Bienenzeit zur Verfügung.

    Völker im überwiegendem Stabilbau in Warré-Beuten (3 von 8 Waben in unten offenen „Halbrähmchen“), klassisch als Magazin mit Honigräumen über Absperrgitter betrieben. Nur Naturbau.

    Start-Zeitpunkt letzte Juniwoche (bei uns ist relativ zuverlässig die Linde bis Mitte Juli die letzte Tracht):


    Tag 0) Zweites Absperrgitter zwischen die beiden Brutzargen


    Tag 7) Zarge mit Stiften nach unten


    Tag 20 früh morgens) Bienenfluchten einlegen


    Tag 20 abends) Abernten, Honig abtransportieren.


    Tag 21) Volk auf die Seite stellen Beute mit 2 Leerzargen mit Anfangsstreifen an den Platz, Fütterer drauf, Zarge mit Brut und Königin davor auf Brett abstoßen oder fegen.


    Zargen mit Waben und Brut an zweiten Standort aus dem Flugkreis bringen, 1 Streifen Formicpro (Maqs) und Futterteig drauf oder in Futtertasche rein.


    Abends wenn Ruhe eingekehrt die Völker in den Leerzargen kräftig flüssig füttern.


    Tag 24) Oxalsäuresprühbehandlung der „nackten“ Völker, nachfüttern


    Tag 28) Formicpro auf den Brutlingen wechseln,

    „nackte“ Völker nachfüttern


    Tag 35) Formicpro nochmals wechseln


    Tag 49) Brutlinge auf Eilage kontrollieren, auflösen der „Nieten“.


    Dann in die regulären Wintervorbereitungen mit Füttern/Vereinigen gehen.


    Haut das hin?

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 5 Völker