Nur Mut: Die Brutpause nach Büchler funktioniert!

  • Das ist ein Weg, der für viele Imker - auch Imker mit kleinen Beständen - praktisch gangbar ist.

    Also, inzwischen hats mich doch etwas gepackt, vielleicht doch schon dieses Jahr ein Testlauf an einem kleinen Vier-Völker-Stand mit deiner Scalvini-Taktik-Bannwabentaschen-Versuchs-Kombi :)


    Da ich DNM 1,5 habe und wegen Dauer-Sturm und Plastik-Stanz-Böden wo vieles oberhalb der Schublade liegenbleibt keine Windeldiagnose verlässlich anwenden kann, muss dann die Puderzuckermethode mit eine Wabe aus dem Honigraum @edit: oder mit Bienen vom Schied als Diagnosewerkzeug herhalten. Ohne Diagnose wird das auf jeden Fall nix, weil Völkerverluste wegen eines Experiments für mich nicht in Frage kommen. Mal sehen was dabei rauskommt.


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • ...muss dann die Puderzuckermethode mit eine Wabe aus dem Honigraum @edit: oder mit Bienen vom Schied als Diagnosewerkzeug herhalten.

    Die Methode funktioniert - zuverlässig jedoch nur mit Bienen direkt aus dem Brutnest. Dort hält sich der Milb auf - vorher die Wabe mit der Kö' zur Seite schieben.

  • Hallo Stylex ,


    abgesehen davon, dass das Schwammtuch keine Zulassung hat, ist das bei hohen Temperaturen die beste Methode mit Ameisensäure zu behandeln. Wegen der kurzen Verdunstungszeit (Stoßbehandlung) kann (und muss) man in die Kühle der Abendstunden ausweichen. Am nächsten Tag, wenn die Temperaturen wieder hoch sind, ist der Löwenanteil der Säure bereits abgedunstet.

    Da wäre bei einem Langzeitverdunster der Tank noch voll und man kommt in das Temperaturfenster, wo die Bienen zu stark geschädigt werden.


    Gruß
    Ludger

  • Das würde ich gerade andersherum sehen. Zumindest beim Nassenheider Professional.

    Da er mit zwei Dochten arbeitet, ist die Abgabemenge von der Temperatur her relativ unabhängig. Gerade dafür wurde er so konstruiert, dass egal ob kalt oder warm, annähernd die gleiche Menge AS aus der Flasche mit dem Dosierdocht entnommen wird. Dass dann bei kühlen Temperaturen noch genügend verdunstet wird, ist der Verdunsterdocht (das Vlies im Wännchen) sehr groß gewählt, um dann über die große Fläche trotzdem eine Verdunstungsleistung zu erhalten, die dem Tagessoll entspricht. Dieser große Verdunsterdocht kann auch an heißen Tagen nicht mehr verdunsten, als der Förderdocht aus der Flasche her gibt. Dieser arbeitet aber von der Temperatur her weitgehend unbeeindruckt. Vom Förderdocht sind auch noch drei verschiedene Größen dabei, um auch da noch angepasst an die erwartete Witterung, noch regelnd eingreifen zu können.

    Sogar Dr. Liebig hat sich von seinem ehemals geliebten Schwammtuch schon länger mit der Meldung verabschiedet: Das Bessere ist nun mal des Guten Feind.


    Grüße

    Peter

  • Hallo Peter,


    es geht um Temperaturen jenseits von 35°C. Ich habe noch keine Versuche in diesem Temperaturbereich gemacht, würde mich aber auch nicht auf das von dir beschriebene Wirkprinzip verlassen, wenn selbst der Hersteller den Betrieb nur zwischen 8°C und 35°C angibt. Beide Grenzen halte ich schon für ziemlich extrem.

    Beim Schwammtuch bin ich sicher, dass nicht mehr als die aufdosierte Menge verdunsten kann. Und für 8 Stunden lässt sich üblicherweise die Temperatur ganz gut vorhersagen. Über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen, lässt sich hingegen nicht garantieren, dass nicht doch solche Temperaturen außerhalb des sicheren Temperaturfensters auftreten.


    Es ging in der Diskussion auch nicht um den Vergleich einer normalen Langzeitbehandung mit einem Schwammtuchblock, sondern um die Einschätzung der Wirksamkeit der Schwammtuchbehandlung im brutfreien Zustand. Betrachtet man die "normale" Langzeitbehandlung ist unter moderaten Bedingungen die Langzeitverdunstung sicherlich dem Schwammtuch überlegen. Als Sommerbehandlung - also als Block ist das Schwammtuch allenfalls in extremen Situationen eine Option. (Wenn man unbedingt sofort behandeln muss, man aber ernsthaft befürchten muss, dass die 35°C überschritten werden). Man sollte sich dann aber überlegen, wie man in eine solche Notsituation gekommen ist,


    Aber ich vermeide den Einsatz von Ameisensäure wo irgend möglich, d.h. ich habe seit mehreren Jahren keine mehr eingesetzt. (Letztes Jahr nur noch TBE, Scalvini und Ox-Sprühbehandlung - und ja VSH/SMR Zucht)

    Also Ameisensäure nur als allerletzte Möglichkeit, z.B. wenn ich zu spät mit der TBE bin und sicher sein will, dass die Brutsammler nicht zu Varroaschleudern werden. Aber wenn ich ehrlich bin, könnte man solche Brut dann auch direkt einschmelzen - die Ameisensäure rettet da auch nicht mehr viel.


    Gruß

    Ludger

  • Mit Puderzucker entmilben?

    Wie das denn?

    Im Prinzip wie die PZM zur Diagnose - nur im großen Maßstab, also mit einem umgebauten Eimer statt eines Bechers und Wabe für Wabe mit dem ganzen Volk.

    Und auch das kann allenfalls im brutfreien Zustand funktionieren. Das ist ziemlich unüblich und tritt eigentlich nur als Nebeneffekt davon auf, dass man die Milben für die Infektion von VSB Zuchteinheiten erntet.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo zusammen,

    Macht was ihr wollt!

    wasgau immen: Das war und ist aber mein Text! :)

    ...

    Viele Grüße,

    Rudi

    ...der seinen Weg gefunden hat und niemand überzeugen will: Wenn Ihr auf mich hört, dann macht Ihr, was Ihr wollt.


    Auf alle kürzlich in diesem Thema vorgebrachten Vorwände, Argumente und "todsicheren Tipps" einzugehen - es wäre erstens müßig und zweitens zu viel Arbeit. Deshalb lass ich's.


    Stellvertretend nur eins:

    Ich wohne in der Gegend, in der in Deutschland erstmals mit AS gegen Varroa experimentiert und gearbeitet wurde. War von Anfang an dabei und habe die Geschichte der gesamten Varroabekämpfung aktiv und aufmerksam verfolgt.

    Es ist klar: AS ist die Nummer eins, wenn die Kacke so richtig am dampfen ist und ein stark varroabelastetes Volk gerettet werden muss. Da gibt es nichts, was schneller und besser wirkt. Würde ich immer nehmen.


    Aber seid versichert:

    Es gab und gibt keine Methode, bei der mehr Königinnen und ganze Völker hopps gingen, als die Schockbehandlungen mit Ameisensäure (Schwammtuch, Windel, Leinentuch, Dochtflasche, etc.).

    Und wenn es um ungenügende Wirkung geht, dann kommen AS-Anwendungen gleich hinter den Thymol-Anwendungen (...weil man bei AS halt so viel falsch machen kann!).

    Das würde ich gerade andersherum sehen. Zumindest beim Nassenheider Professional.

    Da er mit zwei Dochten arbeitet, ist die Abgabemenge von der Temperatur her relativ unabhängig. Gerade dafür wurde er so konstruiert, dass egal ob kalt oder warm, annähernd die gleiche Menge AS aus der Flasche mit dem Dosierdocht entnommen wird.

    So sehe ich das auch, das ist genau meine Erfahrung aus vieljähriger Sommerbehandlung mit dem Nassenheider. Auch in heissen Sommern und auch im verregneten, kühlen August.


    Der Schlüssel zum Erfolg bei der Völkerführung mit Varroa liegt allerdings nicht in irgendwelchen ZACK-Substanzen und auch nicht in irgendwelchen SuperDuper-Methoden.

    Das hat mich meine 42-jährige Varroa-Lernkurve gelehrt: Der Schlüssel zum Erfolg liegt einzig und allein in der nachgehenden Wirkungskontrolle. Jede Massnahme gegen Varroa ist erstmal verdächtig. Auch die, die die letzten Jahre bestens funktioniert hat...


    --------------------------------

    Trotz der dunklen Andeutungen unseres Missionars - dass die Anwender von "biologischen Verfahren" ihre Völker verlieren - bleibt es dabei:

    Nur Mut: Die Brutpause nach Büchler funktioniert!

    Beste Grüße aus dem - noch - sonnigen Hintertaunus,

    Rudi


    ...der seinen Weg gefunden hat und niemand überzeugen will: Wenn Ihr auf mich hört, dann macht Ihr, was Ihr wollt. :):thumbup:


    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • Queen raus,14 Tage vor Trachtende. Die Besten sichern in Mini KS und drauf schreiben Wo her die kommen, den Rest platt machen.

    Die Bienen schaffen nun nach und machen die Kiste richtig voll Honig.

    3Wochen später is alles geschlüpft, die HR kommen runter.

    Nun kannst viel machen :) aber keine QX :)

    Machst Du die "alte" wieder rein oder behälst Du die nachgeschaffte?

    „Wenn Bienen den Mindestlohn erhalten würden, würde ein Glas Honig mehr als 132.000 Euro kosten „🤔

  • Danke Rudi für diese umfangreichen Vorträge/Erläuterungen/Darstellung/Antworten/Hilfen/ Geduld usw.... !!!


    Diese umfangreichen Informationen.... :):thumbup::thumbup::thumbup::thumbup:


    Ich hatte mir leider erst GESTERN den Vortrag vom 27.12.21 angesehen.

    (Auch nochmal auf den Tipp hin von beemax )


    Natürlich schwirrt da erst mal der Kopf und die jährlichen Termine werden schonmal im Kalender sortiert/notiert.


    Gute Literatur ist schön,

    solche "Live Infos" sind super ,

    durch aktuelle Rückfragen/Antworten unschlagbar <3


    THAAANKS RUDI !!


    LG

    Hulki

  • "alte" wieder rein oder behälst Du die nachgeschaffte?

    Die Gute Alte, also die, die die wenigsten Milben zugelassen hat (erkennst bei Brutfreiheit und nach Behandeln auf dem Schieber) und gut im Ertrag etc. war bleibt im Mini welches ich dann aufbaue.

    Das wird ne Zuchtmutter bei euch. Bei mir schon ma ein Drohnenspender, sind ja vorgeprüft ;)

    Ich Teste so meine Nachzuchtlinien, sehe bestens ob meine Besamte Zuchtmutter die Antimilbeneigenschaften in den Töchtern weitergibt.

    Euch bringt das auch weiter, nich so schnell, aber es bringt weiter. Ihr findet so sicher gute Antimilbeneigenschaften.

    Die Nachgeschaffte Standbegattete darf erstma bleiben. (gehts in die Tanne, kommt die raus und ein Ableger rein)

    Gehts nicht in den Wald, sehe ich bis zum Herbst, ob sie bleibt oder nicht. Wenn nicht, raus damit und einen (seit Mai geprüften!) Ableger rein. Da gibts keinen Kompromiss.

    Ich mach eigentlich nix anders wie Nassauer, ich spare mir nur die Fangwabe, und sorge dafür das ne Junge Queen in einem starken entmilbten Volk möglichst früh im Jahr Gas geben kann.

    Ihr sollt auf diese Weise die Völker erkennen, die weniger Milben zu lassen und mit Viren besser zu recht kommen.

    Davon könnt ihr weiterzüchten, das ist meine Intension.

    Ihr geht dabei nur über die Mutterseite (wie Nassauer), solange ihr nicht auf VSH Belegstelle mit den Töchtern eurer Auslese geht, was natürlich Sinnvoll wäre.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


    https://www.bienen-plus.de/

  • Guten Morgen,

    ich geb auch nochmal kurz meine "Erfahrung" dazu ab.

    Von Natur aus neugierig, hab nachdem ersten Vortrag von Ralph Büchler auch das Käfigen an einigen Minis probiert. Hat sehr gut funktioniert, keine Verluste ö.Ä. Im Jahr darauf (2021) hab ich folgendes gemacht: Königin gekäfigt, gefüttert, 21 Tage gewartet, Königin entnommen, OX gesprüht, neue Königin im Versandkäfig oben auf gelegt.

    Diese Völker haben die stärksten Wintervölker aufgebaut.


    Ich musste mich da etwas reinfuchsen was den Ablauf angeht denke aber für dieses Jahr hab sollte es klappen auch ein paar mehr Völker so zu behandeln.


    Vorteile für mich sind:

    - Planbar! Mit wenigen Anfahrten.

    - Keine Nachschaffung / Alle Königinne am leben nach 21 Tagen (bei mir)

    - Sicheres Umweiseln bereits Anfang August (mit Zeit zum reagieren falls nicht)

    - Neue junge Königin baut großes Wintervolk auf

    - Platz für Futter wenn man, wie ich, einräumig überwintert.

    - Auflösen der Minis wenn man noch Bock auf Bienen hat :)


    Nachteil:

    - Der Eingriff: Königin finden, Käfigen dauert manchmal einen Moment.

    - Falls man die Königin partout nicht findet braucht man Streifen o.Ä. in der Tasche

    - Käfigen vor Trachtende hat bei mir keinen Unterschied gemacht, Brutnest wurde aber auch nicht vollgetragen.


    Alles in Allem, wird Käfigen meine bevorzugte Methode 2022.

    Ich benutze selbstgedruckte Käfige aus dem 3D Drucker, beidseitig offen mit viel Platz für Bienen. Einseitig mit Zellvorgabe haben sie nicht angerührt.

    Das zweite Bild ist mitte November..damit kann ich sehr gut leben.