Nur Mut: Die Brutpause nach Büchler funktioniert!

  • Die Geschichte mit dem zweijährigen Völkerumtrieb lässt mich auch nicht mehr los. Sie löst (in der Theorie zumindest) viele praktische Probleme die ich im Naturbau habe und schließt konsequent an die Konzepte von Martin Dettli an, der alle Völker (auch abgeschwärmte) auf eigenes junges Wabenwerk setzt.


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    Vielen Vielen Dank, ich glaube so langsam kristallisiert sich tatsächlich sogar sogar für mich eine praktikable Betriebsweise mit Brutpause heraus.

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 5 Völker

  • Vielen herzlichen Dank, Rudi! Ich finde es grandios, dass Du Dein (hart erarbeitetes) Wissen so freizügig mit uns teilst! :thumbup:

    Ich stolpere immer wieder über Deine Signatur: «äs ändret geng … u guetet nid»

    Kannst Du mir das mal übersetzen, ich komme über eine schwache Ahnung leider nicht hinaus.

    Das war ein Satz, den Sulz mal hier geschrieben hat (er wollte aber nicht als Urheber in meiner Signatur erwähnt werden ;) ). Sinngemäss bedeutet es, dass sich ständig alles ändert, aber besser wird es dadurch nicht. Das passt einfach wie die Faust aufs Auge zur Imker-Welt, wo alle Jahre wieder neue Säue durchs Dorf getrieben werden! :) Ich muss allerdings zugeben, dass ich als Nicht-Berner bei der Übersetzung auch nur mit Vermutungen operiere; «geng» sagen wir hier zum Beispiel nicht, sondern «immer», ausgesprochen «immo». Voschtohsch? (Verstehst Du?) :D


    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Tobias

  • Mit dem Skalvini ist echt super durchdacht und wahrscheinlich am ungefährlichsten für die Königin. Leider sind die recht teuer.

    Orginal Scalvini Käfig bekommst du für 6,70€

    Bei den aktuellen Holzpreisen Absperrgitter und Arbeitsaufwand, bist du ziemlich gleichauf ^^ (agrariaughetto)

    So einen Preis für Scalvini-Käfige fand ich noch nie, eher so ab 12eur aufwärts.

    Wo muss ich denn da bitte nachschaun?

    Lieben Dank!

  • Bei Holtermann gibt es die Artikelbezeichnungen 'Scalvini I' und 'Scalvini II'. Der Erste ist 2cm dick, der Zweite misst in der Dicke 3cm.


    Entspricht der 1. dem Original, und der 2. ist eine Weiterentwicklung, bei der die Brut etwas länger gepflegt wird, ehe sie wegen Platzmangel ausgeräumt werden muss?


    Oder bin ich da ganz auf dem Holzweg?


    Liebe Grüße 😊

  • Im Endeffekt ist es ein Kompromiss die Bienen nicht der thermischen Desinfektion (Tötung) zu zu führen das wäre die Ausfahrt komplette Auflösung und Beseitung aller Viren und Milben.

    Nein, wäre es nicht. Die Bienen mit denen man Jungvölker erstellt bringen ja Milben und Viren aus den original Völkern mit. Unter Umständen vermehren sich die Bienen dann in kleinen Völkern stärker, als die Schädlinge, das muss aber nicht sein. Wenn es beispielsweise zu kalt ist und Puppen werden kannibalisiert, wird dadurch ein Virus deutlich stärker verbreitet, weil die Puppen verdaut und dann inklusive Viren portionsweise an viele neue Puppen verteilt werden.

  • Der 1 ist das Original. Nummer 2 sieht mir bei 3 cm Höhe so aus, dass die Zellen gepflegt und verdeckelt werden können. Danach kann die Königin aber mangels freien Zellen keine Eier mehr legen. Das widerspricht den Zielen des Scalvini-Originals.


    Gruss

    Ulrich

  • Hallo zusammen, hallo ChrisAusEssen,

    wenn man meine Völkerführung mit 3 Buchstaben beschreiben könnte, hätte ich mir viel Arbeit ersparen können. ;)

    Für TBE kenne ich bis heute 2 Bedeutungen: "Totale Bau Erneuerung" und "Totale Brut Entnahme".

    Ich mache weder das eine noch das andere.


    Das ist meine varroabezogene Strategie:

    • Während der Saison arbeite ich so, als ob es keine Varroa gäbe.
    • Im Juli mache ich eine Sommerbehandlung (...wie ist erstmal zweitrangig, anfangs war das bei mir der Nassenheider.).
    • Danach überwache ich den Varroa-Totenfall, um Völker mit geringer Varroavermehrungsrate auszulesen.
    • Die Saison schliesst mit der Winterbehandlung.
    • In der nächsten Saison wird von den ausgelesenen Völkern nachgezogen.

    Es geht um die regionale Auslese von Völkern, die - aus welchem Grund auch immer - eine geringere Varroavermehrung zulassen als der Durchschnitt.

    Allein diese Auslese ist mir wichtig und wegen der habe ich das Thema eröffnet!.

    (Und der Ralph Büchler wirbt schon seit mehr als 20 Jahren dafür, dass landauf-landab mehr Imker in dieser Richtung aktiv werden.)


    Die in den einzelnen Phasen eingesetzten Methoden ändern sich mit meinem Kenntnisstand, das Ziel bleibt.

    Falls Du auch so arbeiten willst: Du kannst bei diesem Konzept gerne die Sommerbehandlung Deines Vertrauens einsetzen, auch gerne irgendeine TBE, wenn Du gut damit zurecht kommst. Die anschließende Auslese ist wichtig!

    Ich mache die Sommerbehandlung mittlerweile aus guten Gründen halt per Brutpause mit Fangwabe - so wie in diesem Thema beschrieben und wie von Büchler propagiert. Und wenn ich morgen eine noch bessere Methode der Sommerbehandlung kennen lernen sollte, werde ich wieder umsteigen.


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    Meine "zweijährige Völkerführung" ist eine ganz andere Geschichte.

    Dabei geht es um meinen allgemeinen Umgang mit den Bienen und es sollen vitale Völker entstehen, Varroa ist ja nur ein lästiger Anhang meiner Bienenhaltung.

    Diese Völkerführung ist gesondert vom Varroakonzept entstanden, beides passt allerdings sehr gut zusammen.

    Ich will diese Strategie nicht noch mal beschreiben, bei Bedarf siehe die weiter oben verlinkte PDF.


    Ab wann gilt ein Altvolk für dich als aufgelöst?

    Ein Altvolk wird grundsätzlich nach zwei Jahren aufgelöst, und zwar immer über die Brutscheune. Einen "Reset" gibt es nicht. Das Ziel ist ja der "ständige Neubeginn" (siehe PDF).

    Oder behandelst/führst du die Völker im ersten Jahr anders?

    Ja, im Jahr "0" und im Jahr "1" werden die befriedigenden Jung- und Altvölker zur Überwinterung vorbereitet.

    Zu den Brutscheunen - also altes Wabenwerk entfernen, habe ich in dem Kontext verstanden.

    Das greift zu kurz. Die Bauerneuerung ist wie die Beutenreinigung nur ein Nebeneffekt.

    Der Haupteffekt ist der, dass die Bienen vor ihrer Weiterverwendung (Kunstschwarm, Verstärkung) ihre über 2 Jahre aufgebaute Varroalast los werden sollen. Zu diesem Zweck gehen die aufzulösenden Völker über die Brutscheune. (Die Masse ihrer Biene wird natürlich vorher über Kunstschwarm entnommen und brutfrei behandelt.)

    Die guten Waben werden nach der Brutscheune durchaus weiter verwendet, also wieder nix mit TBE. :)

    Ich gehe davon aus, dass du die Scheunen z.B. mit Beeboost zusammen hälst, oder?

    BeeBoost kommt mir nicht mehr in die Kiste! Das habe ich vor etlichen Jahren schon hier im Forum beschrieben (ist aber wohl nicht mehr zu finden.).

    In meiner Brutpausen-PDF (siehe oben) habe ich den Aufbau meiner Brutscheunen gezeigt.

    Den Zusammenhalt der Bienen in der Scheune erreiche ich durch eine abgängige Königin, die sich in einer flachen Fusszarge unter Absperrgitter frei bewegen kann. Auf Waben, die nicht mehr gerne bestiftet werden (z.B. helle Waben), weil ich will am Ende keine Brut vernichten. Klappt meistens.


    hummlmmuh: Bei meinem (flachen) Scalvini legt die Königin zwar Eier, es wird aber keine Brut gepflegt. Mein Plan setzt genau das voraus, mit Brutpflege wird es nicht gelingen.


    swissmix + Sulz: Vielen Dank, dann war meine Ahnung ja gar nicht so verkehrt. :):thumbup:


    Beste Grüße aus dem Taunus,

    Rudi

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    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • die Frage stellte ich mir auch

    den einzigen Unterschied zwischen TBE, Sperrung und Völkerauflösung ist wohl die Verteilung der Bienen auf mehrere Völker, wodurch die Viren- und Varroabelastung verteilt wird. Im Endeffekt ist es ein Kompromiss die Bienen nicht der thermischen Desinfektion (Tötung) zu zu führen das wäre die Ausfahrt komplette Auflösung und Beseitung aller Viren und Milben.

    So hab ichs mal für mich übersetzt.

    ...sorry, totaler Holzweg!

    Wenn Du willst: Gehe zurück auf Anfang! ;)


    Beste Grüße,

    Rudi

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    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • Hallo zusammen,

    habe jetzt doch den Zugang zu der uralten BeeBoost-Diskussion gefunden:


    Queenkiller selbstgemacht - Annahmeschwierigkeiten durch Anwendung von BeeBoost


    Marion verweist darin auf meine Beiträge von 2009. Dort wird auch noch was zu Brutscheunen gesagt.


    Herzliche Bitte:

    Macht jetzt kein BeeBoost Thema aus diesem Faden!

    Bei Bedarf: Neues Thema eröffnen ist ganz einfach... :thumbup:


    Beste Grüße aus dem Taunus,

    Rudi

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  • Rudi, wie sind die Milbenfallraten im Laufe der Jahre in den Brutscheunen?

    Sind diese eher willkürlich oder sind dort Tendenzen zu erkennen?


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Hallo Bernd,

    Rudi, wie sind die Milbenfallraten im Laufe der Jahre in den Brutscheunen?

    Sind diese eher willkürlich oder sind dort Tendenzen zu erkennen?

    Da kann ich Dir keine direkt vergleichbaren Zahlen nennen. Ich kenne zwar die (geschätzten) Zahlen der gefallenen Milben, aber ich weiss z.B. nicht, wieviele Waben mit welcher Vorgeschichte in den einzelnen Jahren in die Brutscheunen gewandert sind.

    Zudem sind auch die bekannten Schwankungen zwischen den Varroa-Jahren erkennbar.


    Mein Bauchgefühl sagt mir, es sind über die Jahre tendenziell weniger Varroen gefallen.

    Nur zur Orientierung: In diesem Jahr fielen - bei vergleichbarer Völkerzahl - in den Scheunen gerade mal 1/4 der Varroen von 2016.

    2016 war allerdings ein Jahr mit ausgesprochen guter Varroaernte. :)


    Beste Grüße aus dem Taunus,

    Rudi

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