Nur Mut: Die Brutpause nach Büchler funktioniert!

  • Hallo zusammen,

    ich muss doch mal nachfragen:

    Alte Waben mit Pollen kamen bei mir links und rechts an den Rand des Brutraums (die fliegen im Frühjahr als erstes raus), zudem daneben alte Waben mit Futter. Den Block in der Mitte habe ich mit Leerwaben und MW ausgefüllt, damit die Bienen mit frischen Waben ins neue Jahr starten können.

    Wie klappt das bei Euch?

    Bei mir hat das regelmäßig nie funktioniert, am Ende hatte ich schlecht ausgebaute Waben und leider auch kein großes, kompaktes Brutnest. Das krieg ich nur mit regulären Kunstschwärmen hin.

    (Selbst wenn ich zu den Mittelwänden lediglich eine volle Futterwabe außerhalb des Schiedes gab, wurde das Brutnest regelmäßig dort in den wenigen freien Zellen angelegt. Und wenn noch Platz war, gab es schönen Wildbau - aber nur ein paar lustlos ausgebaute Mittelwände vor dem Schied.)


    Am dünnflüssigen Futterstrom kann es m.E. nicht gelegen haben, dafür hatte ich immer gesorgt.

    • Habt Ihr einen bisher ungenannten Trick?
    • Bin ich zu ungeduldig, hilft länger warten?
    • Seid Ihr mit weniger zufrieden und wartet auf die Baulust im nächsten Frühjahr?
    • Sortiert Ihr den Wintersitz noch mal um, wenn eine Mittelwand wie ein Schied wirkt?


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • Bei mir war das völlig entspannt: Absperrvorrichtung raus (Bannwabentasche oder 2 vertikale Absperrgitter), Mittelwand in die alte Brutnestmitte, Königin einlaufen lassen, Futter 1:1 ca. 8 Liter. Die MW wurde zügig ausgebaut - war ja ein Fremdkörper im künftigen Brutnest. Nachdem innerhalb von 2 Wochen mind. 3 Brutwaben angelegt waren, bekamen die Völker weitere MW vor das Schied und ordentlich Futter (7 kg Zucker 3:2). Die hauen alles voll, bauen aber gleichzeitig und lagern das in den nächsten 2 Wochen dorthin um. Dann kommt die nächste größere Menge.

  • Hier auch. Allerdings nicht bei den Völkern mit Brutpause.

    Da hatte ich die Königin frei gelassen und alle Waben bis auf 1 PW entnommen, mit MW und 1 LW aufgefüllt und 7 ltr Sirup 1:1 gegeben. Innerhalb von 4 Tagen waren die alle ausgebaut, die Kö stiftete allerdings erstmal nur auf der LW.


    Das Phänomen von Rudi habe ich bei meinen Ablegern. Die wurden mit verdeckelten BW, FW /PW und Krabbelzelle gebildet. MWe dazu. Die allermeisten MW sind bis heute nicht ausgebaut Und die Kö stiftet nur auf den alten Waben.

  • Hallo zusammen,

    dank Euch für Eure Antworten! :):thumbup:


    Es zeigt sich mal wieder, dass es bei den Bienen immer mehr als nur eine mögliche Wahrheit gibt. Welche sich jeweils durchsetzt, hängt stark vom räumlichen und zeitlichen Umfeld ab, zu dem das Geschehen in der Natur gehört und natürlich auch der Imker mit seinem Tun.


    In meinen Völkern gibt es seit Jahren keine Mittelwände im Sommer (ausgenommen 100%-ige Kunstschwärme). Ich scheue nicht davor zurück, kaffeebraune Brutwaben mit in den Winter zu nehmen.

    Die Bienen scheinen die gut gebrauchten Dinger sowieso zu lieben... ;)


    Aber: Siehe meine Signatur! :)


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • Moin,

    kurz gesagt Rudi, so eine Mischung an Waben einzusetzen, klappt so semi. Wurde ja aber auch schon thematisiert;-)

    Allerdings hatte ich erwartet, dass die Kö's in erster Linie die LW direkt neben der Fangwabe bestiften und danach die MW ausgebaut sind.

    Aber wie schon oft geschrieben, folgen die Bienen ihrem eigenen Plan.

    Der Reihe nach:
    Wochenende habe ich bei allen Völkern die Fangwabe entnommen.

    Jetzt wird sich zeigen müssen, wie gut die Milbenreduizierung gefunzt hat. Ab Ende des Monats wird der Milbenfall dokumentiert.

    Von der Fangwabe an hab ich mich seitwärts bewegt und die erste bestiftete Wabe gesucht.

    Das war, wie kann es anders sein, meist eine etwas ältere Wabe, eher am Rand als mittig.

    Sah dann meist so aus: AW/P/F - AW/P/F - MW - LW - FaW - LW - MW - AW/B - AW/P/F - S

    (AW=Altwabe; F=Futter; P=Pollen; MW=Mittelwand; FaW=Fangwabe; LW=Leerwabe; B=Brut; S=Schied).

    Nagelt mich jetzt nicht fest, es müßten eigentlich 11 Waben inkl. Schied sein, da fehlt irgendwo noch eine Wabe. Ich hab extra die Pollenwaben drin gelassen, weil ich letztes Jahr gefühlt knapp an Pollen über den Winter gewesen bin. Die fliegen im Frühjahr (hoffentlich) alle raus, wenn der erste frische Pollena aus der WEide kommt (so der Plan).

    Bei einem Volk hat die Kö erst einmal die Leerwabe direkt neben der Fangwabe bestiftet und danach eine leere, alte Wabe auf der anderen Seite von der Fangwabe.

    Das sah dann so aus:

    AW/F - AW/P/F - MW - LW/B - FaW - LW - MW - AW/B - AW/F - S

    Die MW sind recht gut ausgebaut. Gab jetzt nochmal Futternachschub (dünn), damit die final ausgebaut werden. Danach kommt Sirup.

    Das mit dem Futter habe ich auch als Gratwanderung empfunden. Nicht zu viel füttern, dass ich mit den alten und Fangwaben zu viel Futter entnehme, nicht zu wenig füttern, damit die auch die MW ausbauen. Da sehe dann auch definitiv den Vorteil bei den kleinen Waben, die ich als Fangwaben eingesetzt habe. Da war definitiv weniger Futter drauf als auf den großen DN1,5 Waben.

    Die neue LW/MW (je nachdem, was ich noch zur Verfügung hatte) hab ich auf der Brutabgewanten Seite vor die alten Waben gehängt.

    Ich hoffe, dass die Völker das Brutnest über den Winter etwas mittiger einrichten, befürchte, dass es aber einseitig bleiben wird.

    Ich werd da aber nicht aktiv eingeifen um das Brutnest noch mittig zu setzen. Das sollen die Bienen jetzt mal selber machen. Im Frühjahr wird korrigiert.

    Alles in allem bin ich aber zufrieden mit dem Bannwabenverfahren, ist ein wenig TBE light, mit den gleichen Problemen, die man hat, wenn man bei einer TBE nicht alle Waben raus nimmt und die Fangwabe mit offener Burt bei der TBE mittig setzt, aber logistisch alles etwas entzerrt, da immer nur alle 9 Tage Waben frei werden, die man weiter verarbeiten kann, bzw. MW benötigt werden.

    Da gibt es bestimmt noch Verbesserungen, die man machen kann (nächstes Jahr).

    Wichtig für mich: Bis auf die eine Kö, die ich Dussel selbstverschuldet verloren habe, sind alle Kö's wieder in Eilage gegangen. Wie gut oder schlecht, werde ich mir Anfang September nochmal anschauen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo zusammen, hallo Andreas,

    vielen Dank für Deine ausführlichen Berichte, mit denen Du Deinen Weg beschreibst. :):thumbup:

    Spannend und lehrreich für mich, die unterschiedlichen Vorgehensweisen aller Berichte zu verfolgen und zu vergleichen.

    Brutpause+Fangwabe ist halt kein Verfahren, das man im "Man nehme"-Stil umsetzen kann, da muss jeder seinen Weg finden.

    (Eigentlich wie immer in der Imkerei, oder? :) )


    In meine Brutnester greife ich jetzt auch nicht mehr ein. Der Wintersitz ist eingerichtet und den Rest erledigen die Völker selbst. Bei mir entstehen die immer auf der warmen Innenseite der Beuten, ausgelöst durch die Zweier-Aufstellung mit Vollkontakt, wie im Avatar zu sehen.


    Die Dokumentation des Varroa-Totenfalls läuft schon, und in 14 Tagen werde ich vermutlich bereits erste Unterschiede zwischen den Völkern erkennen können.


    Die Einwinterungsstärke des letzten Jahres, in dem wir bis Ende September immer läppernde Tracht hatten, werden wir hier in diesem Jahr wohl nicht erreichen. Seit Anfang Juli kennen die Waagen nur eine Richtung, derzeitige Abnahme ~300g/Tag.


    Es bleibt spannend,

    beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • Ich habe es ja nach dem Desaster mit dem einen Volk mit den anderen so gemacht, dass, ich nicht umgeweiselt, sprich keine Ableger eingeweiselt/implantiert habe.

    Somit hatte ich bei allen Restvölkern die gleiche Anordnung nach Entfernung der ausgelaufen alten Waben:

    P/LW zA/6 MW/Futtertasche mit verdünntem Sirup.

    (LWzA=Leerwabe zum Ausschlecken, P=Pollenwabe.)


    Bestiftet war nach ca 1 Woche lediglich die LWzA, der Rest der MW war ordentlich ausgebaut, aber nicht bebrütet.

    Mich hat das etwas an meine TBE. s erinnert, an denen ich immer den Eindruck hatte, dass das Volk etwas geschockt darauf reagiert und erst spät wieder in die Reihe kommt.

    Die nächsten Mal werde ich darauf achten, falls Waben Hygiene ansteht, ausgebaute Waben zu haben.

    Die hatte ich dieses Jahr nicht mehr, und der Plan war ja auch eigentlich, mit Beendigung der BWT Zeit in jedes Volk einen Ableger einzusetzen, der seit seiner Erstellung seine MW brav ausgebaut und bebrütet hat.

    Was ja leider nicht geklappt hat.

    Somit setze ich jetzt im September, wenn ich die Völker mit den Ablegern versehe, wieder alte Waben rein, weil die Ableger ja auch fast ausschließlich auf denen gebrütet haben. :rolleyes:

    Doof.

    Was wäre denn mit folgendem Plan:

    Im September alte Kö raus, Ableger in Zarge auf den Brut Raum setzen (neue Kö ist safe im Ableger). HR(Futterwaben) ganz nach oben.

    Also 3 Zargen.

    1 Woche warten, bis Kö vermutlich akzeptiert. Kö nach unten setzen in den BR mit den neuen Waben, ASG, alte BW auslaufen lassen, 2.Zarge entnehmen?


    Passt nicht ganz hier zum Thema, aber ein bisschen doch😉.

    Wegen Wintersitz nämlich, der wäre dann wohl erst im Oktober so richtig fertig :/


    Nur damit hier niemand denkt, ich wäre so ein Hygiene Fanatiker, die jedes Jahr Waben wechselt :

    Mache ich nicht, aber dieses Jahr waren die dann doch wirklich fällig und die alten Hoffmänner mussten auch unbedingt mal raus.

    Bienen mögen alte BW ja viel lieber,daher erspare ich ihnen auch zu viele neue, aber dies Jahr ging eben nicht anders.

  • Hallo zusammen,

    honigbanane: Auch Dir vielen Dank für Deine wertvollen Berichte.

    Vielleicht kommt es ja dazu, dass wir anfangs Oktober einige individuelle Bewertungen bekommen. Jeder für sich und seine Erfahrungen.

    Ich fände das hilfreich.


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • Moin,

    tja, vielleicht war das einfach Pech, dass das Volk die Kö nicht wollte.

    Da reicht ja manchmal eine handvoll, die doof sind und sich die Kö greifen.

    Je später im Jahr, umso einfacher sollte das Umsetzen sein, auch das mittig ins Volk setzen eines Ablegers, wie es Rudi in seinem Bannwabenverfahren und Völkerumtrieb beschrieben hat.

    Ich glaube jetzt nicht, dass du diese Probleme, dass das WV den Ableger platt mach, im September auch noch hast.

    Ich kann von der Seite einfach reden, würde es aber auf einen Versuch ankommen lassen.

    Ansonsten hat ja Rudi die entsprechende Expertiese dazu.

    Rudi: Zu welchem Zeitpunkt setzt du die Ableger mittig ins Volk?

    Ich bin gespannt, wie sich die Völker jetzt nach dem Bannwabenverfahren in Richtung Winter machen. Letztes Jahr hatte ich halt das Gefühl, dass Pollen (und ggf. auch Futter, hatte etwas sparsamer eingefüttert, weil ich im Frühjahr so viel Futterwaben entnommen hatte) fehlte, so dass die WV mit TBE im Frühjahr nicht so richtig aus dem Knick gekommen sind.

    Daher hab ich jetzt auch ganz bewußt die Pollenwaben am Rand drin gelassen, auch wenn es ein wenig Kontraproduktiv ist, da die Kö nicht mittig ihr Brutnest angelegt hat, sondern einseitig...

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hamburger-Jung: Ich habe nie so sehr darauf geachtet, ob das BN zum Winter eher randständig oder mittig lag. Ich habe nur zum Winter immer 1 PW am Rand gehabt und den ganzen Block nach dem Auffüttern auf 9 Waben (Zander 1,0) mittig gerückt, um Schimmel an den Rändern zu vermeiden. Eine Engstellung wie nassauer sie macht, funktioniert bei mir wg der Blechdeckel nicht.

    Übrigens hab ich oft auch noch 1 PW im HR für die Überwinterung, ich finde PW eklatant wichtig. Man weiß nie, wie das Frühjahr wird.

    Die Obenaufsetzung der Ableger wollte ich nur deshalb so betreiben, weil ich den Ableger nicht mit seinen alten Waben mittig einsetzen wollte.


    Die Kö aber einfach ungeschützt alleine so runter setzen im September und nur die BW zum Auslaufen darüber wäre mir auch zu riskant, daher die Woche Wartezeit.

  • Hallo zusammen,

    Zu welchem Zeitpunkt setzt du die Ableger mittig ins Volk?

    Wenn die Frage wörtlich gemeint ist: Eigentlich nie.

    Wenn ein Ableger ein Volk übernehmen soll, kommt dieser Wabe für Wabe in der gegebenen Anordnung an die Innenseite der leeren Kiste.

    Die alte Besatzung schmeiß ich raus, sie muss suchend über das Flugloch einlaufen. Mit bienenfreien Waben aus dem alten Volk fülle ich den Ableger ggf. auf.

    Übrigens hab ich oft auch noch 1 PW im HR für die Überwinterung, ich finde PW eklatant wichtig. Man weiß nie, wie das Frühjahr wird.

    :thumbup::thumbup::)

    Und wenn die Engstellung nur wegen der Blechdeckel nicht funktioniert: Ein Kollege hat seine Deckel an einer Längsseite so bearbeitet, daß sie völlig flach sind. Bei ihm reicht es, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

    Wie sind die Fluglöcher bei zwei aneinander stehenden Kisten ausgerichtet ?

    Du hast Dir sicher die PDF zu meinem Montagsimkerbeitrag geladen. Auf den Folien 24 und 25 ist das gut zu sehen: Die Fluglöcher sind mittig angeordnet, fast über die ganze Breite offen und nur durch die gatterförmigen Fluglochschieber begrenzt.

    Auf Folie 25 ist der Schieber nach oben verlegt, um den Einzug der abgefegten Bienen zu erleichtern. Dadurch ist die volle Breite des Flugloches zu sehen.


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    (mit schlechtem Bauchgefühl wegen Off-Topic...) :(

    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)