Bienen und Raps

  • Hallo, ich habe eine Frage,
    Ich halte meine Bienen in einem Bienenhaus. Jetzt habe ich gesehen das der Landwirt rund um mein Bienenhaus jede Menge Raps angepflanzt hat.


    Da ich aber möglichst ökologisch imkern möchte, habe ich jetzt Sorgen um das Spritzgift des Landwirtes.
    Wenn ich mit dem Landwirt bespreche wann der spritzt, kann ich dann meine Bienen solange einsperren ? Wenn ja wie lange müßte ich die einsperren um sicher zu sein das ich keine Petiziede mehr im Honig habe. Oder habt Ihr sonst noch einen Tipp was man machen kann (ausser umsetzen, dass geht leider nicht).


    Danke erstmal Gruß Jürgen

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Klanes,


    ich habe das Glück/Pech das im Flugkreis meiner Bienen immer Raps blüht.
    Das Spritzen des Raps ist noch das erträglichere Problem viel schlimmer ist es, wenn Dein Landwirt den gebeizten Raps hat, da sind die versteckten Gefahren viel größer (siehe Beiträge).
    Ich habe mich mit den Landwirten in meinem Umkreis kurzgeschlossen, (Rapshonig von den eigenen Feldern wirkt Wunder) so werde ich angerufen wenn es soweit ist das gespritzt werden muss und ich sage ihnen dann wann der Flugbetrieb ungefähr eingestellt ist.
    Bis jetzt habe ich noch keine großen Verluste durch das Spritzen gehabt und im Honig auch keine Rückstände.
    Da ich direkt an einem Natur- und Landschaftsschutzgebiet wohne ist meines Wissens auch nicht jedes Mittel erlaubt, und wir haben hier einen Inspektor der es sehr genau nimmt.
    Dem sind sogar meine Bienen ein Dorn im Auge, weil sie seinen Wildbienen das Futter wegnehmen.


    Ich wünsche, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo Magret,
    danke für deine schnelle Antwort.
    Über die Suchfunktion konnte ich über gebeitzen Raps nichts finden. Wo ist denn da das Problem?
    Wenn ich dich richtig verstanden habe sagst du dem Landwirt wann deine Bienchen schlafen gehen und der spritz dann. Am nächsten Morgen fliegen dann deine Bienchen auf den frisch gespritzen Raps. Reicht denn die kurze Zeit um den Honig rückstandsfrei zu halten. Das sind ja nur 10 Stunden?
    Gruß Jürgen

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Jürgen,


    in der Rubrik „Sonstiges zu Krankheiten und Schädlinge“, findest Du einige Beiträge dazu.
    Gebeizter Raps ist mit verschiedenen Wirkstoffen ummantelt und behandelt zur Langzeitwirkung nicht nur zum Schutz des Samenkorns sondern auch noch der Pflanze.
    So dass, meines Wissens noch Wirkstoffe durch den Pflanzensaft, Nektar und eben auch Pollen, von den Bienen aufgenommen werden können.
    Die Absprache wegen des Spritzen trifft man nicht wegen des Wirkstoffs, der weil für eine Trachtpflanze, sowieso Bienenverträglich sein muss, sondern weil die Bienen von dem Druck des Spritzstrahls erschlagen werden.
     
    Ich wünsche, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo zusammen, mir ist aufgefallen, das seit Einführung der "Doppel-Null-Sorten" (hat nichts mit James Bond zu tun :wink: ), der Raps immer früher blüht. In meinen Anfangsjahren fing die Rapsblüte gegen Ende der Obstblüte an. Mittlerweile blüht er schon zu Beginn oder noch vor der Obstblüte. Da sind die Völker leider noch nicht so weit. Und vereinigen möchte ich sie nicht, wegen Auslese über das Einzelvolk. Hat jemand auch diese Erfahrung gemacht? V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo bisy, bitte laß jetzt mal alle Frotzeleien und vielleicht auch latente Abneigung beiseite, das mit dem Spritzstrahl hör ich wirklich zum ersten mal. :o


    Wir rüsten Anlagen aus, die Feldspritzen zu deren gesetzlich vorgeschriebener Abnahme prüfen. Dabei wird jede Düse der Ausleger einzeln gemessen und allerlei Meßwerte zu Sprühwinkeln und Tropfenverteilung verarbeitet. Nur die Energie der ausgetretenen Spritzbrühe wird nicht gemessen. Ganz im Ernst, das Ziel ist immer die Spritzbrühe möglichst fein zu verteilen und möglichst keine Blattpfützen entstehen zu lassen. (Erstens sind Blattpfützen als eventuell Vogel- oder Bienentränken auch an nächsten Morgen noch da und zweitens gelangt durch Blattpfützen und große Tropfen Spritzmittel in den Boden und verbleibt nicht auf der Pflanze) Deshalb sind die Düsen so optimiert, daß nahezu der gesamte Druck der Anlage zur Verteilung oder Vernebelung an der Düse genutzt und dabei abgebaut wird. Auch sind die Tropfen so klein, daß sie unmöglich Bienen erschlagen können. Nein wirklich, wenn Du unter eine Feldspritze bei Volllast die Hand hälst, hat der Sprühnebel nicht mehr Energie, als der aus meinem Nelkenölzerstäuber oder einem Pumpdeo.


    Bitte nenn' mir mal eine für mich ereichbare Quelle, für die vom Sprühstrahl erschlagenen Bienen. Das ineressiert mich wirklich (und dient nur nebenbei der Score-Verbesserung) Auch wäre dann der Einsatz der Spritzen zur Ausbringung völlig bienenungefährlicher Brühen z.B. Dünger oder Nutzmikroben genau wie das Mähen beflogener Flächen ein Verstoß gegen geltendes Bienenschutzrecht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, Henry,


    diese Quelle bin ich.
    Im ersten Jahr meines Imkerns ist es am helllichten Tag passiert und anschließend untersucht worden.
    Dabei ist festgestellt worden das der Landwirt ein bienenverträgliches
    Mittel verwendet, und sich nicht schuldig gemacht hat.
    Die Bienen wurden durch den feinen Nebel heruntergeschlagen und sind ersoffen oder verklammt(durch die Nässe erfrieren oder zu Tode erstarrt).
    Wie Dir bekannt sein dürfte wird durch den gleichbleibenden Luftdruck eine gleichmäßige Verteilung des Mittels auch unter die Blätter erreicht und die Bienen haben keine Chance wegzufliegen da der Nebel von sämtlichen Seiten kommt und vom Pelz auch noch aufgesaugt wird.
    Wenn ich einen Schwarm aufnehme, sprühe ich ihn zuvor kurz mit Wasser ein um den Bienen das Wegfliegen zu erschweren, prinzipiell dasselbe.
    Wenn ich das Größenverhältnis und Gewicht Biene zu Millionen kleiner Wassertröpfchen nehme, erübrigt es sich am erschlagen zu zweifeln, für mich ist es etwa der Vergleich mit einer Schrotladung.
    Im Übrigen tat es dem Landwirt sehr leid und seitdem spritzt er sehr früh morgens oder spät abends, nach Absprache.
    Rechtlich gesehen ist er dazu aber nicht verpflichtet.
    Ich hoffe damit Deiner Haarspalterei genüge getan zu haben, bevor es wieder in Unmengen von Beiträgen eskaliert.


    P.S. Falls Du noch das Aktenzeichen haben möchtest muss ich Dich enttäuschen, - ich habe die Akte weggeworfen.
     
    Ich wünsche, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Man bisy, Du kannst wohl wirklich nur bisy-ch sein.


    Ich hab' doch meine Zweifel nun wirklich nicht unsachlich sonder tatsächlich interessiert vorgetragen.
    Und nach Deiner Antwort ist ja auch klar, daß die Bienen eben nicht erschlagen werden. Der Vergleich mit einer Schrotladung ist nicht angebracht, sonst müßte ich Dich ja davor warnen, Deinen nächsten Schwarm nicht zu erschießen. Kein Sprühnebeltropfen einer ordentlich eingestellten Feldspritze wird wegen seiner geringen Masse eine Biene verletzten. Außerdem arbeiten Feldspritzen inzwischen "airless" also ohne Luft oder Luftdruck. Die Spritzbrühe wird direkt zu den Düsen gepumpt und sehr genau dosiert. Aus den Düsen kommt also keine Luft sondern so feine Tröpfchen, daß sie von selbst schweben.


    Du magst es haarspalterisch finden, aber es ist nicht nur juristisch ein Unterschied, ob die unvermeidbare Feuchtigkeit beim Sprühen die Ursache für Bienenverluste sein kann oder die Energie der Tropfen. Gegen letzteres kann man nämlich was machen, gegen ersteres eben nicht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder