Imkern mit der Warre-Beute - Original und Modifikationen

  • Hallo Deichkind!


    Tatsächlich ist der Großteil selbst gebaut, weil es schlicht niemanden gibt, der sowas regulär produziert. Allerdings kann man sich an Beutenbauer wenden, die auch gerne Sondermaße erstellen.

    Würde aber gerne an dieser Stelle vorschlagen, falls du noch explizite Fragen zu dieser Sache hast, dies dann per PN zu machen, um hier wieder zurück zur klassischen Warre zu kommen.


    LG

  • Hallo,

    die klassische Warre ist doch kein Dogma.

    Zumindest sehe ich das so.

    Eine doppelthohe BR-Zarge habe ich hinter mir. Mit 2x190mm = 380mm war zu hoch - Zuviel Honigkranz!

    Nun habe ich 80 mm abgesägt / mit 300mm neu gebaut.

    Das entspricht der Brutnestausdehnung von 240mm inetwa am ehesten.

    Abschließend ist aber ein Urteil nicht möglich. Bis jetzt sieht das aber gut aus.

    Einen schönen Sonntag wünscht

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Würde vllt jmd. Lust haben hier ein bisschen seine Betriebsweise in der Warrebeute im Jahresverlauf zu erklären ähnlich wie Master Tom im ERB Faden? Die Nachfragen von @Auenbiene sind zwar punktuell toll, aber mMn könnte sich aus einer zusammenhängenden Beschreibung einer BW ein konstruktiverer Austausch entwickeln, von dem die Interessierten profitieren würden. Wen Warreimkerei nicht interessiert kann ja dann diesen Pfad ignorieren, so dass man beim Thema bleiben kann. Ich vermute die Betriebsweise unterscheidet sich schon deutlich von der konventionellen Magazinimkerei.


    Also um einige Fragen vorab zu formulieren:

    Worauf achtet ihr beim Kauf/Bau der Beute?

    Was sind die Vorteile bei Rähmchen/Stabilbau?

    Standort? Bienendichte? Wandert ihr auch mal?

    Ihr fangt den Schwarm, und dann?

    Wie führt ihr die Völker darin im Jahresverlauf? Behandlung? Einfütterung/Gewicht? Frühjahrsarbeiten?

    Vermehrung? Schwarmtrieb unterdrücken, sofern ihr das wollt? Wie erntet ihr? Verkauft ihr auch oder ist das rein für Freunde und Familie? Wie verkauft ihr Völker wenn es zu viele werden? Beachtet ihr auch Genetik, oder vllt besser selektiert ihr auch?


    Ich weiß nicht viel über Warre, und ich vermute, dass diese Betriebsweise bereits einige Punkte meiner Fragen ausschließt. Ich glaub aber das Master Tom auch an einigen Stellen seine BW abweichend von Mellifera e.V. angepasst hatte. Um oben zu zitieren, auch wenn ich hier jetzt auf die BW anspiele, „klassische Warre ist doch kein Dogma.“ Wie macht ihr das?


    Glückauf.

  • Hallo,

    schön wäre eine übliche Ansprache ;) , aber trotzdem will ich mich mit ein paar deiner Fragen befassen.

    Worauf achtet ihr beim Kauf/Bau der Beute?

    Beim Eigenbau entscheidet sich sehr viel beim exakten Zuschnitt und einem winkligen Zusammenbau. Das macht die Fugen zwischen den Beutenteilen dicht.

    Was sind die Vorteile bei Rähmchen/Stabilbau?

    Rähmchen machen das Wabenwerk beweglich. Vorteilhaft bei Kontrollen. Die Waben müssen nicht bei jeder Ernte teil- oder komplett zerstört werden.

    Stabilbau ist das natürliche Wabenwerk in einer Bienenbehausung ohne / mit geringen Hilfen für den Bau. Eine Hilfe ist der Oberträger mit einem Wachsstreifen. So wird der bau "geordneter".

    Standort? Bienendichte? Wandert ihr auch mal?

    Möglichst dort wo über die ganze Vegetationsperiode Nektar und Pollen eingetragen werden kann.

    Die Völker stehen einzeln in weitem Abstand (mehrere 100 m) an zwei Aufstellungsplätzen.

    Der hohen Bienendichte kannst Du nur ausweichen. Natürlich , je geringer umso besser!

    Ich wandere nicht.

    Ihr fangt den Schwarm, und dann?

    Einlaufen lassen und fertig. Ein Schwarm bringt alle Voraussetzungen mit, sich in der Beute einzurichten und die Brut zu versorgen. Ausreichend Tracht vorausgesetzt.

    Ich mache nichts was unterstützend wirken soll. Ich kontrolliere nach etwa 10 Tagen ob ein gutes Brutnest entsteht.

    Behandlung? Einfütterung/Gewicht?

    Es wird im Sommer, wenn nötig mit OXSsubli behandelt. Die Winterbehandlung erfolgt je nach Notwendigkeit.

    Der erste HR ist Winterfutter. Es wird ev. nur bei untergewichtigen Ablegern eingefüttert. Es genügen in meinen Beuten 10 bis 12 kg Futter.

    Wie erntet ihr?

    Verdeckelter Honig wird mit einem Löffel von der Mittelwand abgetrgen, gesiebt und danach direkt in Gläser abgefüllt. Kein Verkauf.

    Vermehrung

    Naturschwärme, die sich anbieten, meistens fremde. Brutwabenableger, kräftig gebildet. Teilung nach Warre.

    Beachtet ihr auch Genetik, oder vllt besser selektiert ihr auch?

    Es wird selbstverständlich selektiert. Wichtiges Kriterium ist die Gesundheit und wie gehen die Völker mit der Milbe um. Stecher werden umgeweiselt / mit Ablegern vereinigt. 2021 habe ich zum ersten mal zwei Königinnen zugekauft. Auf das kommende Jahr bin ich gespannt!

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Die Völker stehen einzeln in weitem Abstand (mehrere 100 m) an zwei Aufstellungsplätzen.

    Guten Tag Harald.


    Heisst dies nun, Dass du 2 Aufstellungsplätze hast, bei denen jeweils die einzelnen Völker, wiederum im Abstand von mehreren 100 Meter aufgestellt werden können, ohne dass dir andere Bienenstände distanzmässig in die Quere kommen?


    Lg Sulz.

  • Es gibt keine Stände anderer Imker auf etwa 2-3 km

    Das stelle ich mir gerade mit nur 5 Völkern je Stand vor. Wobei dann ja jedes Volk ein eigener Stand ist. Mehrere 100 Meter geht bei mehr als 199 Metern los.


    Gruss

    Ulrich

    Ja, genauso.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Vielen Dank noch an alle, die auf meine Frage geantwortet haben, warum

    und wie sie zur Warre Beute gekommen sind. Obwohl ich selber seit fünf

    Jahren in der 12er Dadant in meinem Garten Bienen habe, lande ich an

    manchen Punkten immer wieder beim Konzept der Warre. Das liegt vermut-

    lich daran, dass ich meinen Garten im Verlauf von vielen Jahren zu einem

    sich annähernd selbst tragenden, selbst regulierenden Ökosystem entwickelt habe. Oder besser und genauer : mit wenigen, gezielten Pflanz- und Pflegeeingriffen meinerseits im Jahreslauf, trägt und stabilisiert sich mein Gartenreich zunehmend selbst. So ähnlich stelle ich mir das als anzustrebendes Ziel für meine Bienen vor : mit minimalsten Eingriffen, aber aufmerksamer Beobachtung durch' s Jahr.

    Dass ich es nicht schon längst einfach ausprobiert habe mit der Warre, liegt daran, dass ich in meinen ersten Jahren überhaupt nichts von ihr wusste. Hinzu kommen Bedenken wegen der Trachtsituation, also der Versorgung der Bienen mit Pollen und Nektar, die über die Saison nicht durchgehend gegeben ist. On Top das Thema rückenfreundlich imkern.

    Das sind so grob skizziert die Fragen, die mir im Kopf herumschwirren auf der

    Suche nach der Eierlegendenwollmilchsau. Mir hilft es immer die Motivationen Anderer zu lesen, um selbst klarer zu werden. Danke also an

    alle, die sich beteiligen.

  • Hallo, liebe Warreaner,

    es ist ja bekannt, dass ich den Brutraum auf ein Maß 300 x300 x300 umgestellt und die HR sind 190mmhoch.

    Nun hat sich ergeben, dass mit einem Zargentausch keine kontinuierliche Wabenerneuerung klappt.

    Welche Erfahrungen habt ihr? Wann nehmt ihr alte Waben heraus?

    Meine haben IMMER alle Waben mit Brut oder / und Futter besetz.

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Das Problem werde ich auch in den nächsten Jahren bekommen. Ich liebäugele zur Problemlösung mit dem zweijährigen Völkerumtrieb nach Rudi Maurer.

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 12 Völker

  • Hallo Andrea,

    das ist alles ganz gut und schön. Für mich aber zu viel Eingriff in die Völker.

    Das ist nicht meine Sache.

    Nun habe ich zu dem Wabenersatz (1 bis 2 Waben) bei der Jungvölkerbildung noch eine Möglichkeit jetzt im Spätsommer probiert.

    Aus dem Brutraum habe ich bei einem Volk 3 Waben mit Futter entnommen und in einen Fütterer geschabt. (So wie ich das auch bei der Ernte mache)

    An die gleiche Stelle habe ich drei Rähmchen mit Anfangstreifen gehängt.

    Die „abgeernteten“ Wabenreste werden eingeschmolzen.

    So bekomme ich über die Saison etwa 3 bis 5 Waben aus dem Brutraum. 3 würden aber reichen.

    Ich weiß noch nicht was sie mit den 3 neuen Rähmchen gemacht haben.

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Für mich aber zu viel Eingriff in die Völker.

    Der einzige Eingriff ist doch das abfegen/auflösen nach zwei Jahren? Ich meine nicht die Brutpause nach Büchler.



    Alternative wäre noch auf einen Schwarmabgang warten oder entweiseln. Dann im brutfreien Fenster das komplette Volk am Platz in eine neue nackte Beute setzten. Das wäre sehr nah am natürlichen Prozess.


    Wie gesagt auf dem Problem knabbere ich auch gerade in der Theorie rum weil ich jetzt auch in diesem Jahr die ersten Völker auf hohen Rähmchen über zwei Zargen habe.

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 12 Völker

  • Das ist halt das Problem, wenn man eine funktionierende Betriebsweise verändert ;) Das Ziel von Warré war einfaches Imkern. Durch unterschiedliche Zargenmaße wird es komplizierter. Meine Völker werden zur Ablegerbildung regelmäßig geschröpft. Ich erweitere nur nach oben. Sie stehen zur Zeit noch auf 3 Zargen. Im September nehme ich die untere Zarge weg und damit die ältesten Waben.

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.