Imkern mit der Warre-Beute - Original und Modifikationen

  • Ich frage mich trotzdem, warum man dann nicht bei 2 Zargen mit je 20 cm Höhe bleibt, wie Warré es empfohlen hat. Da braucht nichts umgetragen werden und es gibt auch nicht drei verschiedene Zargenmaße.

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.

  • Moin,

    Ich frage mich trotzdem, warum man dann nicht bei 2 Zargen mit je 20 cm Höhe bleibt, wie Warré es empfohlen hat. Da braucht nichts umgetragen werden und es gibt auch nicht drei verschiedene Zargenmaße.


    Die Warré Zargen wahren ursprünglich doppelt so hoch, bis die Gehilfen rumgenölt haben. Dann wurden sie halbiert,


    Lg Dirk

  • Das behauptest du öfters. Du solltest das Buch nochmals aufmerksam lesen. Die Gehilfen haben nicht „genölt“, sondern es ergab sich im Betrieb.


    Zitat: „Jedoch füllten die Bienen den oberen Beutenkorpus nicht immer nur mit Honig. Es befand sich dort manches Mal Brut unten in den Waben und oben Honig. Die Ernte war daher schwierig. Und oft sagten meine Hilfskräfte: „Man müsste diesen Beutenkorpus in zwei Teile zersägen.“ Abbé Warré Bienenhaltung für alle

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 12 Völker

  • Hallo zusammen,

    dass ich die Zargen so verändert habe, hat den Grund in der Tatsache, dass die zwei Brutzargen sehr oft stark verbaut wurden und bei Kontrollen viele Maden / Puppenzellen aufgerissen wurden.

    Die vorhandenen 190er Zargen sind jetzt nur noch HR. Die 110er HR sind durch „Abfallholz“ entstanden und haben den Vorteil, dass die 190 und 110mm das BR-Mass ergeben.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Liebe Warre Imker,

    wenn Ihr einmal Euren eigenen Imkerfilm zurück spult ... Wie war das - ganz

    am Anfang ? Welchen Impuls, welches Erlebnis, welche Begegnung hattet

    Ihr, um mit der Warre Beute zu beginnen ?

    Gaanz am Anfang, so vor ca. 10 Jahren stand die Faszination Biene. Immer wieder alle 1-2 Jahre habe ich mich gedanklich mit dem Thema „Imkern“ auseinandergesetzt und recht viel gelesen. Dabei wurde mir schnell klar, dass es nicht nur ein Volk sein kann, sondern minimal 2-3. Davon neben Beruf und Kindern 30kg Honig pro Volk verarbeiten und lagern, Rähmchen drahten, Mittelwände löten usw. - Ne. An der Stelle habe ich immer das Gedankenexperiment „Imkern“ abgebrochen. Ich hatte Lust auf Bienen, nicht auf Handwerksarbeiten und ein vollgestelltes Haus.


    Dann kam der Bienenkistenhype und hat mich mit erfasst. Kurz dachte ich, das ist die Lösung, habe die zwei dazugehörigen Bücher gekauft und gelesen und war kurz davor, mir welche zuzulegen. Zwischenzeitlich hatte ich aber schon in der Theorie genug Wissen, um zu erkennen, dass ich in diesen Kisten nicht ausreichend Möglichkeiten habe, den Bienen bei Problemen zu helfen. Und die Nachbarin hatte Angst vor Schwärmen. Also wieder auf Eis gelegt.


    Aber das Stichwort „extensives Imkern“ blieb hängen und hat mich nicht losgelassen. Auf dieser Fährte habe ich wieder Buch um Buch gelesen, habe mich mit der Einraumbeute, der Top Bar Hive, dem Korb und vielen anderen befasst, bis ich irgendwann bei Bernhards Skript zu Imkern mit Warré gelandet bin. Da habe ich alles gefunden, was ich gesucht hatte. Eine Beute in der ich nach meinem theoretischen Verständnis den Bienen helfen konnte wenn nötig und auch Schwarmverhinderung betreiben. Zwischenzeitlich kamen auch die Wachsskandale, so dass für mich klar war, dass Fremdwachs ein No-Go ist. Naturbau ohne Rähmchen und Mittelwände kam meiner Abneigung gegen handwerkliche Tätigkeiten total entgegen, außerdem sollte maximal 15kg Honig pro Volk zu erwarten sein, das war eine Menge die ich mir auch bei 2-3 Völkern noch zutraute zu verarbeiten. Dazu noch kleinere leichtere Kisten, die Frau auch mit 50 noch heben kann ohne sich den Bandscheibenvorfall zuzuziehen. Klang alles easy und wunderbar. Also noch das Warré Buch gelesen und endgültig Feuer gefangen.


    Dann kamen ein paar familiäre Krisen und alles ging wieder auf Eis. Irgendwann habe ich mir dann Gedanken über mich selbst gemacht und festgestellt, das eigentlich nichts in meinem Leben mehr mir alleine gehört hat. Alle meine Hobbies sind auf der Strecke geblieben weil wir uns überwiegend nur noch im Bereich „Arbeit“ „Kita“ „Zuhause“ bewegt haben. Ich habe mehrere Anläufe unternommen, meine alten Hobbies zu reaktivieren, wieder Sport zu treiben usw. Letztendlich ist alles krachend gescheitert, weil ich nicht stabil genug ausreichend lange von zu Hause weg konnte. Ein Hobby das ich im eigenen Garten ausüben konnte musste her, um meiner seelischen Gesundheit Willen.


    Und da habe ich meinen jahrelangen Traum von Bienen wahr gemacht. Mein Mann hat mich bei der Entscheidung unterstützt, er fand den Gedanken an Bienen im Garten faszinierend und hat sich total darauf gefreut. Über Winter habe ich die „Honigmacher“ Seite komplett durchgearbeitet und mich bei der Volkshochschule zum Imkerkurs angemeldet. Ich habe Material beschafft und mich im „immenfreunde“ Forum angemeldet wo ich vorher schon seit mindestens 2 Jahren gestöbert hatte. Im März musste mein Mann dann den Beutenbock bauen und Beuten streichen. Und dann ging es los.


    So war mein sehr persönlicher Weg zur Biene in Warré-Beuten.

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 12 Völker

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  • Hallo Auenbiene,

    der Weg dahin war ein langer. Die Bienen in der Warre sind hervorgegangen aus dem lebenslangen Interesse an Natur, Umwelt, Pflanzen, Tieren.

    Erste Einmündung war der Entschluss, Landwirt zu werden.

    Danach folgten sehr ausgefüllte Jahrzehnte Berufsleben.

    Und so ganz nebenbei auch die Arbeit als Gartenbaufachberater über nahezu vier Jahrzehnte.

    Die Versuchung, Bienen zu halten, bestand mehrmals. Bis zur Übernahme einer kompletten Imkerei.

    Erst nachdem das alles auf das Ende zu ging, kamen wieder die Bienen.

    Mit Berufs- und Umwelterfahrungen im Hintergrund war es dann ein kleiner Schritt zur Warre.

    Im Herbst / Winter 2014 / 2015 entstanden die ersten Böden, Zargen und Kissen mit Dächern.

    Im Mai zogen Hals über Kopf die ersten Schwärme in die Beuten ein.

    Die Beuten wurden in mehreren Schritten verändert.

    So war der Weg eigentlich sehr kurz. Die Vorgeschichte war dafür der Impulsgeber, auch für die Standortwahl und einige Aspekte der Bienenhaltung.

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Für mich war Warre zu Beginn deshalb so interessant, weil man ohne Rähmchen arbeitet und mit Untersetzen erweitert. Damals war das für mich eine gute Alternative zur Korbimkerei, wie auch einfacher zu bauen als eine TBH, zumindest traute ich mir das damals noch nicht zu, witzigerweise. Klar war auch das Immenforum da maßgeblich schuldig, dass dieser Weg eingeschlagen wurde.

    Modifikationen sind deshalb oft vorprogrammiert, weil der Naturbau, der ja einfach nach unten wächst, an keinen Rähmchenunterträger gebunden oder begrenzt ist. Es gibt einfach mehr Freiheiten, ähnlich wie in einem Korb. Entscheidungen, die Maße zu ändern, bedeutet nicht, dass alle Rähmchen und das komplette Material plötzlich nicht mehr passen, weil es keine Rähmchen gibt und das Grundmaß der Zargen sich nicht ändert. Das bedeutet viel Freiheit, und die wird oft an den regionalen Gegebenheiten angepasst. Im Voralpenland würde ich großteils doppelte Höhe und nach oben erweitern empfehlen, in klimatisch begünstigen Gegenden wie Weinbaugebieten ist die klassische Höhe und das nach unten erweitern gut zu praktizieren. Da gibt es auch ausreichend Nektarfluß, da ist das nach unten wachsen keine Problematik.


    Wenn ich das richtig beurteilen darf, gab es zu Lebzeiten von Warre selbst, neben dem tollen französischen Wetter, viel Nektar übers Jahr. Da sehe ich die Parallele zu den Weinbaugebieten oder andere wärmere Regionen oder Breitengrade.


    Auf Halbrähmchen hab ich von Anfang an nicht verzichtet, und so eine Zarge kann man auch gut stürzen, um die Wachsbrücken, ähnlich wie bei der TBH, mit einem langen Werkzeug, zu trennen.


    Auch möchte ich mal die Beute Warre etwas aus dem Hinterfeld holen, da es ja immer noch Meinungen gibt oder auftauchen, dass jedes weitere Maß eines zuviel ist. Aber gerade Warre hat sehr wohl eine Daseinsberechtigung, das beweist auch der eine oder andere französische Berufsimker, der mit dieser Beute gut leben kann.


    Auch das kleinere Grundmaß und das damit verbundene, geringere Gewicht, finde ich sehr sympathisch. Selbst ohne Caddy oder Ladefläche kann man wunderbar Material oder Völker in einem kleinen Pkw transportieren.


    So erstmal meine Worte dazu.

  • Für mich war Warre zu Beginn deshalb so interessant, weil man ohne Rähmchen …

    Verwendest Du auch die Warre?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Für mich war Warre zu Beginn deshalb so interessant, weil man ohne Rähmchen …

    Verwendest Du auch die Warre?

    Anschlussfrage: welche Dadant-hoch-Trogbeute verwendest du und passen die Warré-Zargen da drauf?


    Edit: und die dritte Frage - passen deine Dadant-hoch Rähmchen in die Warré? (also logischerweise von der Breite her)

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 12 Völker

  • Für mich war Warre zu Beginn deshalb so interessant, weil man ohne Rähmchen …

    Verwendest Du auch die Warre?

    Exakt! Nach Zander kam Warre, seither ist mein gesamtes Beutenmaterial auf dieses Grundmaß geschnitten. Muss aber sagen, dass ich seit den letzten Jahren mit Rähmchen arbeite, eben aus den oben genannten Witterungs-Gründen.


    Für mich war Warre zu Beginn deshalb so interessant, weil man ohne Rähmchen …

    Verwendest Du auch die Warre?

    Anschlussfrage: welche Dadant-hoch-Trogbeute verwendest du und passen die Warré-Zargen da drauf?


    Edit: und die dritte Frage - passen deine Dadant-hoch Rähmchen in die Warré? (also logischerweise von der Breite her)

    Durch die oben genannten Gründe kam ich zu Doppeltwarre, und damit das Kreuz noch mehr geschont wird, wurden es dann plötzlich horizintal betrachtet zwei Warrezargen nebeneinander (also 18 Rähmchen). Dass es die Einraumbeute gibt und ich quasi parallel das Rad neu erfand, war nicht geplant, aber hinterher gut als Bestätigung. Natürlich könnte ich Klassik-Warrezargen drauf stellen, ist aber nicht das Ziel. Und ja, die Rähmchen passen in alle meine Zargen, egal ob Klassik (Warmbau) oder Trogbeute (Warmbau).

  • Das ist ja sehr spannend Lachnide, du bist also den Weg schon vorangeschritten, auf dem ich, wie du aus dem Lagerbeuten-Faden weißt, mich gedanklich auch befinde.


    Der geteilte Brutraum stört mich aktuell am meisten an der Warré, auch ich kenne die von keinimker beschriebenen Anbauten von Brutwaben an den Oberträgern der Zarge darunter, welche zu Wabenabrissen führen, wenn man es nicht rechtzeitig merkt und schneidet vor dem öffnen. Momentan habe ich das Buch von Gerstung am Wickel und dessen Überzeugungen vom ungeteilten Brutnest erscheinen plausibel.


    Sind deine Warréx4 Beuten und Rähmchen Selbstbau? Oder kann man die irgendwo kaufen?

    Ich bin ja nunmal nicht die Heimwerkerkönigin und der werte Haus- und Hofhandwerker hat weder den notwendigen Platz, noch die Maschinen.

    Kennst du oder kennt jemand von euch fertig kaufbare Dadant-Hoch-Rähmchen die in zwei Warré-Zargen übereinander passen? Ich habe schon versucht bei den üblichen Verdächtigen mit den Rähmchenmaßen abzugleichen, aber die sind, zumindest nach dem was als Maß angegeben wird alle zu lang oder zu breit.

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 12 Völker

  • Sind deine Warréx4 Beuten und Rähmchen Selbstbau? Oder kann man die irgendwo kaufen?

    Ich bin ja nunmal nicht die Heimwerkerkönigin und der werte Haus- und Hofhandwerker hat weder den notwendigen Platz, noch die Maschinen.

    Kennst du oder kennt jemand von euch fertig kaufbare Dadant-Hoch-Rähmchen die in zwei Warré-Zargen übereinander passen? Ich habe schon versucht bei den üblichen Verdächtigen mit den Rähmchenmaßen abzugleichen, aber die sind, zumindest nach dem was als Maß angegeben wird alle zu lang oder zu breit.

    Warum möchtest Du etwas eigenes erfinden wenn Du Richtung ungeteilten Brutraum unterwegs bist?

    Da gibt es doch schon etliche Maße und jeder hat da seine für sich abgewandelte Betriebsweise.

    Lachnide schreibt, dass er z.B. die Einraumbeute neu erfand.

  • Weil ich absolut noch nicht weiß, wo die Reise hingehen soll, die eierlegende Wollmilchsau hat sich mir noch nicht gezeigt. Die dazugehörigen Überlegungen findest du hier.



    Der grobe Plan ist aktuell erst mal bei dem zu bleiben was ich habe, weil da im Gesamtüberblick für mich momentan die Warré immer noch als der beste Kompromiss erscheint und ich da das Material habe. Zukünftig möchte ich möglichst viele Beutensysteme live bei Kollegen zu besuchen um mir ein Bild zu machen.


    In der Zwischenzeit erscheint es mir eine elegante und von den Kosten her gut zu stemmende (Übergangs-)Lösung, pro Volk 8 Rähmchen zu kaufen und erst mal nur den Brutraum zu verdoppeln und damit den größten Nachteil der Beute auszugleichen.


    Das interessante an Lachnides Beute sind die Maße. Eine klassische Einraumbeute ist (zumindest von dem was ich so öffentlich finde) noch ein ganzes Ende größer und passt nicht exakt zum Warré-Maß. Lachnides System hat den Charme, dass das ganze Warré-Zubehör (z.B. der Fütterer) ohne Gefrickel mit Adaptern und die normalen Warré-Beuten als Ablegerkästen weitergenutzt werden könnten. Daraus könnte sich tatsächlich die von mir gesuchte Frauen- und rückenfreundliche eierlegende Wollmilchsau-Betriebsweise ergeben.


    Lachnide könntest du auch noch Bilder spendieren?

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 12 Völker