USt bei Wechsel Optierung -> Pauschalierung

  • Hallo zusammen,


    Frage an die Steuerexperten: Wenn man Gerätschaften (mit langer Abschreibdauer) zu Nettopreisen kauft (nach Optierung zur Regelbesteuerung in der Umsatzsteuer), und nach 5 Jahren wieder in die Pauschalierung wechselt, kann man die Gerätschaften dann einfach wieder zu Bruttopreisen verkaufen ohne die Umsatzsteuer abführen zu müssen?*


    Intuitiv würde ich sagen ja, aber wenn man das Gedankenexperiment in die Extreme treibt (kurz vor Wechsel in die Pauschalierung teure Maschinen kaufen, Vorsteuer ziehen und danach weiterverkaufen) klingt das erst einmal arg nach "Gestaltung". Ich schätze also dass das nicht so einfach möglich ist.


    Als Textaufgabe:

    Imkerei A optiert zur Regelbesteuerung in der Umsatzsteuer. Sie kann damit Vorsteuer ziehen, und muss bei Verkäufen Umsatzsteuer abführen. Imkerei A kauft die neue Superschleuder 3000 also zu Nettopreisen. Die Superschleuder 3000 wird auf 10 (oder 12?) Jahre in den Büchern abgeschrieben. Nach 5 Jahren wechselt Imkerei A wieder in die Pauschalierung der Umsatzsteuer. Danach möchte Sie die Superschleuder 3000 wieder verkaufen. Gibt es dabei (umsatzsteuerlich) etwas besonderes zu beachten?


    *Fiktives Szenario, bitte keine große Diskussion ob Optierung in der Imkerei Sinn macht oder nicht.

  • Hier gelten die Regelungen des § 15a UStG zur Berichtigung des Vorsteuerabzugs.

    Die Schleuder darf nach Wechsel zur Durchschnittssatzversteuerung ohne Umsatzsteuer verkauft werden. Aber u.U. muss der Vorsteuerabzug berichtigt werden. Hier gilt aber eine Frist von 5 Jahren bei mobilen Wirtschaftsgütern. Die deckt sich mit der Bindungsfrist bei Optierung zur Regelbesteuerung. Im genannten Beispiel muss also keine Korrektur des Vorsteuerabzugs vorgenommen werden.

    Anders wäre es, wenn die Schleuder beim Wechsel zur Durchschnittssatzversteuerung noch keine 5 Jahre genutzt wurde. Dann müsste nachversteuert werden, d.h. der Vorsteuerabzug entfällt nachträglich teilweise.

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  • Danke! Mit dem richtigen Paragraphen in der Hand hab ich dann noch mehr Informationen gefunden. Es muss wohl nicht berechtigt werden, wenn die Vorsteuer weniger als 1000€ war (§ 44 Abs. 1 UStDV). Hieße das bei einer 3000€ (+570€ USt) Schleuder könnte man nach dem Wechsel in die Durchschnittssatzversteuerung sofort verkaufen, ohne nachzahlen zu müssen?

  • Hieße das bei einer 3000€ (+570€ USt) Schleuder könnte man nach dem Wechsel in die Durchschnittssatzversteuerung sofort verkaufen, ohne nachzahlen zu müssen?

    Ja, wenn die 5-Jahresfrist des § 15a UStG abgelaufen ist.

    Ich muss das Obige präzisieren: Der Verkauf erfolgt nicht umsatzsteuerfrei, sondern es wird auch hier pauschaliert, d.h. die Umsatzsteuer kann ausgewiesen werden, wird aber nicht abgeführt (UStAE, 24.2 Abs. 6).

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