Notfütterung im Oktober

  • Guten Tag, ich will hier mal ganz mutig schreiben. Kenne ich doch den Satz, einer Räuberei geht immer eine Eselei voran und rechne mit herber Kritik. Ich habe schon mit so vielen Imker gesprochen, die Eselei haben wir noch nicht gefunden. Aber ich hoffe auch auf euren Rat.

    Ich habe selber seit 2 Jahren Bienen auf ZaDant, vorher habe ich meinen Sohn begleitet. In dieser Saison habe ich meine 5 Beuten immer mal zugefüttert. Ein sehr starker Ableger und ein normaler Ableger, ein Schwarm und ein abgeschwärmtes Volk, ein Wirtschaftsvolk mit gekräftigter Königin, sie haben immer nach Bedarf Zuckerlösung in Futtertaschen oder Zargen bekommen. Flugloch immer schön klein, spät füttern, immer eine Kanne Wasser dabei (Stand liegt am Wasser, darum reinige ich grundsätzlich nach dem Füttern noch mal schön die Beute). Alles lief super. Wegen der geringen Tracht durfte auch mein Wirtschaftsvolk sein bisschen Honig behalten. Alles lief gut.

    Beginn des Einfütterns vor der Ameisensäure Behandlung der restlichen 4 Beuten. Mein Wirtschaftsvolk lies ich wegen der gekräftigten Königin aus. Alles lief gut.

    Dann habe ich das Prozedere geändert. Nach Frau Pia Aumeier haben ich einfach in die leeren Zargen Schüsseln mit Aufstiegshilfen gestellt. Schön einfach zu befüllen. Danach noch mal Wasser über die Beuten. Nur keine Räuberei.....

    Am nächsten Tag wurden alle 5 Beuten geräubert. Trotz aller Vorsicht und den winzigen Fluglöchern. Ich habe den Stand nicht aufgelöst. Meine Ausweichplätze waren für Pferde genutzt. Mein Gedanke war, ich opfere die beiden schwächsten Völker und verhelfe den Starken zu Entspannung. Aufgefüttert habe ich weiter.

    Nun habe ich mir meine Völker angeschaut. Wie erwartet, sind zwei mit sehr wenig Futter. Aber auch meine drei starken Völker sind mit zu wenig Futter. Selbst mein Wirtschaftsvolk (Herold zwei Zargen), dem ich den Honig gelassen habe und aufgefüttert habe, kommt so nicht durch den Winter.

    Kann man hier noch was mit weiterem Füttern retten? Habt ihr den Fehler gefunden? Sind meine Völker jetzt verloren? ;( Sollte ich noch welche vereinigen? Bin dankbar für Kritik und Rat. :/



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  • Hallo Teere,

    ich habe die Königin in einen eigens dafür vorgesehenen Käfig auf einem Rähmchen mitten in der Beute eingesperrt. 21 - 24 Tage lang. Dadurch entstand Brutfreiheit. Ich habe mit Oxalsäure dann behandelt. Und die Königin wieder freigelassen. Sie hat dann weiter gelegt. Ich wollte die Variante der Varroa Bekämpfung testen und sie hat mir gut gefallen von der Handhabung. Danach habe ich als Starthilfe zugefüttert.

  • was ist denn noch an Futter drinn? Wie stark (schwach) sind die denn jetzt?Milben?Viren?

    Schaffen die das so nicht ohne Futter bis Anfang März?

    in der Not

    jetzt 4/5kg Sirup von unten oder immer wieder Tüte Futterteig 2,5kg von oben.

    Könnte klappen, wenn gesund,..da hab ich allerdings Zweifel......

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Ob die Völker überleben können hängt in erster Linie von der Volksstärke und der Varroabelastung ab. Wenn beides stimmt, kann noch gefüttert werden. Ich musste auch einmal noch im November füttern, weil die Völker lange gebrütet haben und ich zu geizig war. Meine Methode: Im Müllbeutel von oben. Stabilen Müllbeutel nehmen (20 l), in einen 10 l Eimer einsetzen, ca. 5 l Sirup reingießen, und verknoten. Einen Rähmchen-Oberträger durch die Schlaufen stecken und den Beutel in einer Leerzarge auf dem zu fütternden Volk platzieren. Oberträger in der Leerzarge einhängen, damit der Beutel nicht auf den Oberträgern der Rähmchen hin- und herwabbelt. Ein paar Löcher mit einer Reißnadel in den Beutel stechen, sodass der Sirup langsam nach unten auslaufen kann.


    Ähnlich der Zip-Lock-Methode (google fragen), nur mit größerem Beutel.


    Viele Grüße und viel Erfolg beim Auffüttern


    Carsten

  • Wie viel hast du denn pro Volk gefüttert?

    Bei der Trachtlage dieses Jahr haben bei mir 20l pro Volk nicht ausgereicht!

    Bist du dir sicher, dass es Räuberrei war?

    Bei einem so kleinen Flugloch gibt es gedränge am Eingang, was du vielleicht als Räuberei angesehen hast?

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Hallo, Winterfütterung mit 1kg Futter/660 ml Wasser

    Ok, dann füttere ich mit den Zip Beutel mal noch weiter. Ist sicher besser als Teig. Ob sie gesund sind? Varroa mässig habe ich eigentlich alles gemacht. Aber man weis ja nie. Danke für die Tips.

  • Ich bin mir sicher, dass es Räuberei war. Das Deckelwachs überall am Boden. Flugbewegung noch sehr spät, Auffliegende Bienen in der Zarge. Stress am Volk bzw. Völker.

    Der Nachbarimker konnte jeden Tag wiegen wo mein Futter hin ging.

  • Oh, ich mache auch öfters mal Eseleien, aber das mit der Räuberei muß nicht Dein Fehler sein, nicht unbedingt. Schwache Völker werden gerne mal ausgeräubert wenn es kaum andere Tracht gibt. Ist vielleicht ein neues Zuchtkriterium, bringt meist viel Honig. Mein Nachbar hat auch so ein Volk und eine Stockwaage mit Handyanschluß, ist Stolz wie Bolle. Die Frage ist, warum sind die Völker jetzt so schwach und reicht es überhaupt zum Überwintern. Schon mal mit speziellen Fluglochkonstruktionen gegen Räuberei versucht?

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Schwache Völker werden gerne mal ausgeräubert wenn es kaum andere Tracht gibt.

    kranke auch ;)

    Ist sicher besser als Teig.

    daaaa bin ich mir nich sooo sicher

    Hängen die jetzt auf 3 oder4 halben Gassen, mach ein Kreuz drauf, das was du siehst sind keine oder nich genug Dauerbienen.

    Gesunde starke Völker (auch Ableger ;) ) machen jetzt die Kiste annähernd voll. Wenn nicht.......

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  • sie haben immer nach Bedarf Zuckerlösung in Futtertaschen oder Zargen bekommen.

    Zuckerlösung riecht stärker als Sirup. Hast du geschlossene oder offene Böden? Könnte etwas von dem Futter durch den offenen Boden gekleckert sein? Ist vielleicht ein Loch im Bodengitter oder in der Futtereinrichtung? Bei mir war mal das Bodengitter verrutscht und eine große Lücke entstand, welche zur Räuberei führte.

    Beginn des Einfütterns vor der Ameisensäure Behandlung der restlichen 4 Beuten.

    Am nächsten Tag wurden alle 5 Beuten geräubert.

    An welchem Datum hast du was genau gemacht? Wann wurde geräubert? Wann behandelt? Wann gefüttert? AS-Behandlung darf nicht parallel zur Fütterung stattfinden. War es Schwammtuch oder Langzeitbehandlung?

    Nun habe ich mir meine Völker angeschaut. Wie erwartet, sind zwei mit sehr wenig Futter. Aber auch meine drei starken Völker sind mit zu wenig Futter. Selbst mein Wirtschaftsvolk (Herold zwei Zargen), dem ich den Honig gelassen habe und aufgefüttert habe, kommt so nicht durch den Winter.

    Was ist für dich wenig Futter, was ist viel Futter? Was ist für dich ein starkes Volk, was ein schwaches Volk? (wie viele Wabengassen besetzt ein "starkes" Volk bei dir?). Ein Volk braucht an meinen Ständen pro 1000 Bienen ca. 1,5 Kilo Futter im Kasten. Hast du gewogen, was deine Beutenteile und Rähmchen leer wiegen? Du kannst ein Kilo Bienen und ein Kilo Pollen rechnen, der Rest muss dann das gewollte Gewicht Futter sein.


    Du kannst ein Schätzrähmchen bauen wenn du nicht weißt wie viele Bienen und wie viel Futter im Kasten sind. Bei DNM 1.0 teilt man dafür mit 4 Gummibändern ein leeres Rähmchen ein mal längs und drei mal Quer in acht Quadrate auf, dann ist jedes Quadrat 125 Bienen (Zargeninnenwände nicht vergessen) und 125 Gramm Futter, bei Dickwaben oder gestapelten Bienen etwas mehr.


    Wo kommst du her? Wenn du dein Profil ausfüllst, kannst du ggf. Ratschläge erhalten, die für deine Gegend passen. Ich habe heute den letzten kleinen Schwung Flüssigfuttersirup bei meinen Jungvölkern gegeben, wir haben hier momentan 10-15 Grad.

    Hallo, Winterfütterung mit 1kg Futter/660 ml Wasser

    Meinst du damit 1 Kilo Zucker PLUS 660ml Wasser oder meinst du in einem Kilo Futter sind 660ml Wasser enthalten?


    Wenn du flüssig fütterst, nimm bitte dicken Sirup und keine verdünnte Lösung. Oder Zucker 2/3 zu Wasser 1/3. Die brauchen jetzt sofort schnell viel Futter zum Einlagern. Wenn es bei dir in der Gegend noch einigermaßen warm ist, klappt das mit etwas Glück vielleicht noch. Die beiden schwachen Völker stelle nach Möglichkeit sofort (vor weiteren Futtergaben) an einen anderen Standort außerhalb vom Flugkreis 3km. Wiege genau, was die noch brauchen, alle drei Tage kontrollieren, immer ca. fünf Liter auf einmal, auch nicht zu viel, weil Zuckerwasser schnell gärt, besser finde ich daher Sirup (aber wenn du jetzt nicht so schnell an Sirup kommst, geht auch die Zuckermischung). Wenn die schwachen Völker weniger als 5000 Bienen haben, würde ich nach der Futteraktion die schlechtere Königin abdrücken und die beiden vereinigen.

    Schöne Grüße - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert

  • Warum füttert man in offenen Gefäßen, wenn man Futterzargen oder Futtertaschen hat? Gerade Adamfütter, Nicots oder auch andere Fütterer haben eingeschränkten Zugang in der Mitte, bei offenen Gefäßen finden die Räuber schneller den Weg über die Innenwände, vor allem wenn das Volumen zu groß für den Ableger/Volk ist oder durch Varroa oder imkerliche Fehler geschwächt ist.

    Das Verhältnis Zucker :Wasser sollte jetzt 3:2 bis 2:1(in heißem Wasser lösen), besser wenn verfügbar Apiinvert.

    Wenn die jetzt schon geschwächt sind, braucht man keine großen Futtermengen rein prügeln, auch das kostet Bienenleben.

    Prüfen ob die restlichen Bienen noch 2 Zargen füllen. Lieber eng auf einer Zarge. 5-10l Sirup reichen bis ins neue Jahr, bei der Winterbehandlung Kontrolle, evt Notfütterung von 1-2l Sirup im Zip-Beutel, ab Januar 2,5kg Futterteigpakete auf die Oberträger. Am Verbrauch sieht man den Bedarf.