Kalkulation Honigpreis

  • Und wenn einem innerhalb dieser 10 Jahre auffällt, dass das ganze für einen als Beruf vielleicht doch nicht taugt, hat‘s weniger Konsequenzen.

  • Und wenn einem innerhalb dieser 10 Jahre auffällt, dass das ganze für einen als Beruf vielleicht doch nicht taugt, hat‘s weniger Konsequenzen.

    Für die meisten ist der Beruf auch Brotberuf, und nicht nur Selbstverwirklichung. - Wenn man es aus dieser Perspektive betrachtet schließt sich der Kreis zum Honigpreis... die Ideale werden immer weniger, die Zwänge immer mehr.. was bleibt ist harte Arbeit und strikte Kalkulation als Kaufmann.


    Oder beim Hobby bleiben, und ein bisschen mit Bienen machen. (Wie 90% aller Imker in Deutschland.) - Darf dann unterm Strich auch was kosten. - Eine unrentable Imkerei aus Liebhaberei. Einfach so, weil man's will, und kann.

    Und wenn man keinen Spaß am Vertrieb hat, oder sich gar gestört durch Kunden fühlt... weil die kritisch oder knausrig sind, Ansprüche stellen, Zeit stehlen, oder so... dann ist eine Diskussion über den Honigpreis ebenso lästig wie überflüssig.

  • An der Stelle sollte sich ein ernsthafter Imker überlegen, ob die Zahl seiner Völker oder das was er da tut angebracht sind. Nur weil ich es kann fahr ich auch kein Porsche und heize mit 350 über die Autobahn.

    Irgendwo kann man sich nicht nur hinter einen Spaß verstecken.

    jeder kann sein Spaß haben oder seine Freiheiten, doch da wo sie die Freiheit und den Spaß anderer beeinflussen ist vielleicht besser es angebracht mal über die Spassgrenzen nachzudenken bzw. sich zu regulieren.

    Nur weil ich es kann gehe ich auch nicht in den Baumarkt hole mir ein Anhänger voll Zement und Hohlsteine und gieße dem Nachbarn eine Garage.


    Klar hinken Vergleiche, aber sollte man sich mit dem was man tut selbst belügen?

    Und wenn sich ein Käufer den Imker nicht leisten kann, herje dann gibt es Mittel und Methoden, der alten Dame mal ein Beutelchen mit 2-3 kleinen Gläsern des besten Honig an die Haustür zu hängen, gleichzeitig eine Tüte Blumensamen rein und sich bedanken, das sie so schön die Blumen pflegt oder der Postbotin die meine schweren Kartons der Beutenlieferung die Einfahrt hochschleppt einfach mal ein Honigglas in die Hand drücken, dem Schornsteinfeger einmal Bärenfang mitgeben damit er sich zum Feierabend die Kehle spült, weil er zum 2x mal kommen musste, da ich den Termin verpennt hatte ......


    Aber für meine Leistung möchte ich dann doch lieber auch den entsprechenden Gegenwert sehen und da ist es mit persönlich egal ob in meinem Hobby oder im Beruf. Dafür möchte ich mich nicht klein machen und entschuldigen das ich dort einen angemessenen Preis für ein Honigglas nehme. Sicher hat Vermarkung auch etwas mit der Persönlichkeit zu tun und wenn man das eine hat dann muss man unter Umständen auch bei dem anderen etwas tun, da es ja mit dazu gehört.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • d2dum

    Danke für das Posting, sprichst mir aus der Seele!

    Im Nebenerwerb den eigenen Honig vollständig regional zu vermakten... und dann noch zusätzlich den gesamten Honig aller anderen vertrieblich unbegabten Kollegen?

    Würde ich sofort machen und könnte das auch, wenn da nur die steuerliche Sache nicht wäre, denn dann wird man schnell zum Händler, und das ist dann sofort sehr unattraktiv.

    Ein wenig (steuerliche) Kapazität für Zukaufshonige hätte ich aber noch ;)

  • Danke der Ehre, aber Typen wie mich gäbe es genug. Die Erfahrung zeigt aber, dass im näheren Umfeld in der Regel wenig bis nichts verkauft wird. Wenn dann plötzlich Fantasiepreise aufgerufen werden, weil man Angst hat der andere verdient zu viel...

    Anonym irgendwohin geht dann plötzlich für minimales Geld, da fährt man den Honig sogar noch hin. Kein Geschwätz, alles gesehen und mitbekommen.

    Gerade dieses Jahr kann gar kein Imker auf seinem Honig sitzen bleiben. Zu viele hatten wenig bis nichts, da sollte man sich gegenseitig helfen. Das nächste mal braucht man vielleicht selber was, dann hat man hoffentlich noch ein paar Telefonnummern.

    Pflegt ein Netzwerk, da haben alle mehr davon.


    Grüße

    Peter

  • d2dum

    Danke für das Posting, sprichst mir aus der Seele!

    Im Nebenerwerb den eigenen Honig vollständig regional zu vermakten... und dann noch zusätzlich den gesamten Honig aller anderen vertrieblich unbegabten Kollegen?

    Würde ich sofort machen und könnte das auch, wenn da nur die steuerliche Sache nicht wäre, denn dann wird man schnell zum Händler, und das ist dann sofort sehr unattraktiv.

    Ein wenig (steuerliche) Kapazität für Zukaufshonige hätte ich aber noch ;)

    Wo ist das Problem? Steuern bezahle ich auf Gewinne, oder was ist unattraktiv wenn man zum Händler wird? Also mal rein Steuermäßig? In der Regel ist dann einer der Landwirt und der Partner der Händler. Dann kann man steuerlich sauber trennen und wie die Abfüller auch, die 3,7 % Steuerdifferenz mit nutzen. Wenn mir auch was bleibt, dann bezahle ich gerne Steuern. Am liebsten ganz viel. ^^

  • black.peterle

    ja, aus eurer Sicht (Berufsimker) stimmt das natürlich, da kommt es nicht mehr darauf an, die steuerliche Bürokratie ist ja eh schon da.

    Ich habe da wohl zu sehr aus meiner Perspektive gedacht, wo ich als Nebenerwerbler in der Imkerei unterhalb der Buchhaltungspflicht und damit der steuerlich aufwändigen Erfassung bleiben will. Auch für kleinere Imker dürfte es deshalb eher nicht rastam sein, einen zu hohen Handelsanteil zu haben und dadurch über dem FA-Radar aufzutauchen, Ehrlichkeit natürlich in allen Fällen vorausgesetzt ;)

  • Nur weil ich es kann fahr ich auch kein Porsche und heize mit 350 über die Autobahn.

    Du machst das nicht. Und ich mache das auch nicht. - Aber du würdest dich wundern wie groß die Sportwagen- und Tuning-Szene ist... und wie viel Kohle dort verblasen wird... und das nur weil sie es können, und dürfen, und Spaß dran haben.🤷


    Über Sinn und Unsinn von Freizeitbeschäftigung zu debattieren ist müßig. - Hobby-Imkerei ist eines der eher sinnvollen Hobbies. Auch als Zuschuss-Projekt. Auch objektiv betrachtet.

    jeder kann sein Spaß haben oder seine Freiheiten, doch da wo sie die Freiheit und den Spaß anderer beeinflussen ist vielleicht besser es angebracht mal über die Spassgrenzen nachzudenken bzw. sich zu regulieren.

    :/ Ja, da bin ich bei dir. Wenn 100.000 Hobby-Imker Honig als "lästiges Nebenprodukt" erzeugen, und billig auf den Markt werfen, weil sie vorrangig nur Interesse an Bienen haben... dann ist das eine Fehlentwicklung.

    Mir fehlt aber die Fantasie, welche Art der Regulierung das beseitigen könnte.

  • Ich meine dabei Selbsterkenntnis und Selbst"kasteiung"regulierung.

    Ich möchte da nicht noch weitere staatliche Bürokratie oder Imkerführerscheine oder oder oder.

    Selbst wenn wie da die 100.000 Hobbyimker nicht überzeugen könnten, aber die wenigen/viele hier im Forum bekommen einen Denkanstoß und organisieren sich anders.

    Dann setzt das Gesetz des Abguckens ein, bzw der einfachen Kalkulation sich immer etwas weniger am oberen Preis zu orientieren.

    Wenn sich dann im Imkerverein rumspricht das ich im Großhandel für 6,50 pro kg den Hobbock verkaufen kann, was meinst du wie schnell da der Ehrgeiz entfacht ist das auch zu bekommen.

    Denn so offensichtlich möchte auch keiner Geld vor die Tür werfen, wenn die Frischlinge das können, können wir Alten das auch, sind ja nicht Dümmer und imkern ja schon 20 Jahre länger.

    *träum*


    Mir hat mal jemand in die google Bewertung geschrieben, ich würde die Leute übers Ohr hauen. Dazu darf man ja auch sein Statement abgeben bei einer negativen Bewertung.

    Nach meinem kurzen nicht beleidigendem Kommentar, wo ich mal so richtig die Herkunft, Arbeit und Vorzüge meiner Produkte darstellen konnte ohne aufzutragen, hatte ich noch mehr Anfragen.

    Massenhaft gute Kommentare liest keiner, aber wenige negative werden aufmerksam gelesen und automatisch natürlich dein eigener Kommentar.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Mir hat mal jemand in die google Bewertung geschrieben, ich würde die Leute übers Ohr hauen. Dazu darf man ja auch sein Statement abgeben bei einer negativen Bewertung.

    Nach meinem kurzen nicht beleidigendem Kommentar, wo ich mal so richtig die Herkunft, Arbeit und Vorzüge meiner Produkte darstellen konnte ohne aufzutragen, hatte ich noch mehr Anfragen.

    Massenhaft gute Kommentare liest keiner, aber wenige negative werden aufmerksam gelesen und automatisch natürlich dein eigener Kommentar.


    Liebe Grüße Bernd.

    Gutes Marketing ;)

    Viele Grüße aus der Westlausitz


    "Was tausend Wichte sagen, bekommt Gewicht" - Johann Nepomuk Nestroy

  • ... wenn die Frischlinge das können, können wir Alten das auch, sind ja nicht Dümmer und imkern ja schon 20 Jahre länger.

    *träum*

    Ich bewundere ältere Menschen die frisch im Kopf sind... und nicht aus der Zeit gefallen (bzw. in der Vergangenheit verhaftet.) - Leider schafft das nicht jeder... und die es nicht schaffen, merken es selber nicht.

    Die Erfahrung zeigt aber, dass im näheren Umfeld in der Regel wenig bis nichts verkauft wird. Wenn dann plötzlich Fantasiepreise aufgerufen werden, weil man Angst hat der andere verdient zu viel...

    Anonym irgendwohin geht dann plötzlich für minimales Geld, da fährt man den Honig sogar noch hin. Kein Geschwätz, alles gesehen und mitbekommen.

    Neid. Missgunst. Unwissenheit. Fehler zugeben? - Gelernt, ist gelernt.


    Um Dinge gesellschaftlich zu verändern braucht es mindestens 1. Generation. - Meinungen ändern sich nicht. Meinungen sterben aus.

  • Wenn in jedem Imkerverein einmal ein Vortrag über dieses Thema gehalten wird, in dem alle Kosten und der Aufwand auf den Tisch kommen, und vielleicht noch das ein oder andere Argument, warum das Honig Verschleudern keinen positiven Effekt bringt - das Bewusst machen, würde glaube ich schon viel ändern. Schöne Grüße - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert

  • Mensch vosp , Du stichelst wieder mich, 😛. Ich bin alt und fühle mich tatsächlich manchmal etwas aus der Zeit gefallen, weil ich nicht jedes Jahr den Telefonanbieter, alle Versicherungen und Abos wechsele. Da kommt man sich fast etwas komisch vor. Genauso, meinen erbitterten Wiederstand gegen einen ordentlich temperierten Automatikrührer der mehr kostet als meine letzten zwei Astra Kombis. Ja natürlich, der Rührer dreht sich alle drei Stunden für 5 Minuten, aber mein Kombi fährt 140 auf der Autobahn mit mir und 4 Zweizargern drin. Problemlos 3.500 Umdrehungen für 5 Stunden, steht jahrelang im Freien und putzen tue ich ihn auch kaum. Trotzdem soll der Rührer mehr kosten?

    Ich weiß nicht ob ihr jungen Hüpfer das versteht.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang, Telekom und Post, unglaublich

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Wolfgang auch andere Branchen haben andere Kalkulationsgrundlagen, wäre dein und mein Opel aus Edelstahl, würdest du so nicht argumentieren können.

    Aber wie wir ja aus der Honigpreisdiskussion wissen, werden Verkaufspreise auch gelegentlich an der Mehrwertpartizipation festgemacht.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.