Kalkulation Honigpreis

  • black.peterle : Was Du hier richtiger Weise hier aufführst kann man auch genau andersherum beurteilen. Die 10 Jahre Aufbau sind keineswegs verschleudert. Erstens befinden wir uns ja nicht, was mancher vergisst, in einem Rennen um den schnellsten Weg ins Altersheim, hier ist tatsächlich der Weg das Ziel. Diese zehn Jahre sind keine Herrenjahre sondern Lehrjahre. So lernt man wirklich Imkern und hat seine Betriebsweise gefunden, die meisten Fehler schon gemacht als sie noch harmlos und verkraftbar waren. Der Vertrieb ist bis dahin auch aufgebaut. Für Ralf würde das z.B. bedeuten, daß er nicht jedem erklären müßte, daß 10-er Dadant Ideal wären auch wenn er 12-Dadant benutzt.

    Edelstahlgerätschaften und Beuten sind nach 10 Jahren Hobbynutzung nicht kaputt, nur schon lange abgeschrieben, diese Dinge kosten kein Geld beim Wechsel ins Profilager. Sie können auch an die vielen Neulinge zu einem guten Preis verkauft werden.

    In den 10 Jahren arbeite ich noch als Angestellter. Ist das schlecht oder ist das gut. Festes sicheres Gehalt, Weihnachtsgeld, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Rentenversicherung und die Kunden gleich nebenan. So schlecht klingt das doch garnicht in der Zeit der Planung.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Und wenn einem innerhalb dieser 10 Jahre auffällt, dass das ganze für einen als Beruf vielleicht doch nicht taugt, hat‘s weniger Konsequenzen.

  • Und wenn einem innerhalb dieser 10 Jahre auffällt, dass das ganze für einen als Beruf vielleicht doch nicht taugt, hat‘s weniger Konsequenzen.

    Für die meisten ist der Beruf auch Brotberuf, und nicht nur Selbstverwirklichung. - Wenn man es aus dieser Perspektive betrachtet schließt sich der Kreis zum Honigpreis... die Ideale werden immer weniger, die Zwänge immer mehr.. was bleibt ist harte Arbeit und strikte Kalkulation als Kaufmann.


    Oder beim Hobby bleiben, und ein bisschen mit Bienen machen. (Wie 90% aller Imker in Deutschland.) - Darf dann unterm Strich auch was kosten. - Eine unrentable Imkerei aus Liebhaberei. Einfach so, weil man's will, und kann.

    Und wenn man keinen Spaß am Vertrieb hat, oder sich gar gestört durch Kunden fühlt... weil die kritisch oder knausrig sind, Ansprüche stellen, Zeit stehlen, oder so... dann ist eine Diskussion über den Honigpreis ebenso lästig wie überflüssig.

  • An der Stelle sollte sich ein ernsthafter Imker überlegen, ob die Zahl seiner Völker oder das was er da tut angebracht sind. Nur weil ich es kann fahr ich auch kein Porsche und heize mit 350 über die Autobahn.

    Irgendwo kann man sich nicht nur hinter einen Spaß verstecken.

    jeder kann sein Spaß haben oder seine Freiheiten, doch da wo sie die Freiheit und den Spaß anderer beeinflussen ist vielleicht besser es angebracht mal über die Spassgrenzen nachzudenken bzw. sich zu regulieren.

    Nur weil ich es kann gehe ich auch nicht in den Baumarkt hole mir ein Anhänger voll Zement und Hohlsteine und gieße dem Nachbarn eine Garage.


    Klar hinken Vergleiche, aber sollte man sich mit dem was man tut selbst belügen?

    Und wenn sich ein Käufer den Imker nicht leisten kann, herje dann gibt es Mittel und Methoden, der alten Dame mal ein Beutelchen mit 2-3 kleinen Gläsern des besten Honig an die Haustür zu hängen, gleichzeitig eine Tüte Blumensamen rein und sich bedanken, das sie so schön die Blumen pflegt oder der Postbotin die meine schweren Kartons der Beutenlieferung die Einfahrt hochschleppt einfach mal ein Honigglas in die Hand drücken, dem Schornsteinfeger einmal Bärenfang mitgeben damit er sich zum Feierabend die Kehle spült, weil er zum 2x mal kommen musste, da ich den Termin verpennt hatte ......


    Aber für meine Leistung möchte ich dann doch lieber auch den entsprechenden Gegenwert sehen und da ist es mit persönlich egal ob in meinem Hobby oder im Beruf. Dafür möchte ich mich nicht klein machen und entschuldigen das ich dort einen angemessenen Preis für ein Honigglas nehme. Sicher hat Vermarkung auch etwas mit der Persönlichkeit zu tun und wenn man das eine hat dann muss man unter Umständen auch bei dem anderen etwas tun, da es ja mit dazu gehört.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • d2dum

    Danke für das Posting, sprichst mir aus der Seele!

    Im Nebenerwerb den eigenen Honig vollständig regional zu vermakten... und dann noch zusätzlich den gesamten Honig aller anderen vertrieblich unbegabten Kollegen?

    Würde ich sofort machen und könnte das auch, wenn da nur die steuerliche Sache nicht wäre, denn dann wird man schnell zum Händler, und das ist dann sofort sehr unattraktiv.

    Ein wenig (steuerliche) Kapazität für Zukaufshonige hätte ich aber noch ;-)