Kalkulation Honigpreis

  • Ich lese ja gerne die hier vorhandenen wirtschaftstheoretischen Abhandlungen, zeigen sie doch, dass sich einige Imker intensiv und für sich zufriedenstellend mit dem Thema Honigpreis und vor allem Vermarktung beschäftigt haben.

    Und auch wenn die meisten Argumente nachvollziehbar, stimmig und bekannt sind, passen sie immer auch nur begrenzt. Alle haben im Grunde das gleiche Produkt, aber es gibt nicht diesen einen Markt. Es gibt zigtausende kleine regionale Märkte mit unterschiedlichsten Bedingungen und Marktteilnehmern, zumindest für alle kleineren Imker.

    Ich finde die Kalkulationsvorlagen anschaulich und für Neuimker sicher auch hilfreich, um sich mal einen Überblick über die Kostensituation zu verschaffen und was ein bestimmter Honigpreis theoretisch für das eigene Portemonnaie bedeutet. Für mich persönlich bildet sich der Honigpreis über 3 Faktoren und damit bin ich genau im Preissegment meines kleinen regionalen Marktes:


    1. Wie voll ist das Honiglager, wenn der nächste Honig reinkommt? Leer --> vielleicht ist der Preis zu niedrig, "zu voll" --> der Vertrieb muss besser werden, will ich da Aufwand (Freizeit) reinstecken oder lieber meine Produktion reduzieren

    2. Eine Handkasse und minimale "Buchführung". Ich kenne meine Einnahmen und Ausgaben nicht wirklich genau, aber beim Blick in die Kasse (oder ins Imkerlager) weiß ich, ob sich der Aufwand im letzten Jahr gelohnt hat.

    3. Was nehmen die anderen Imker vor Ort? Ich nehme nicht weniger, als der Durchschnitt und prüfe meine Preise immer, wenn jemand mehr nimmt.

  • Wir haben uns nach den ersten Jahren nun darauf geeinigt, dass alles was gekauft wird vom Erlös des Honigverkauf erstanden wird.


    Das macht das ganze dann auch attraktiver, einen vernünftigen Kurs zu erzielen!


    Ausserdem wirkt sich das ganze Hobby dann auch nur noch im zeitlichen Budget negativ auf die Familie aus.


    In den ersten Jahren, habe ich sicher einen mittleren vierstelligen Betrag ausgegeben....

  • Hallo, trotz der hohen Imkerdichte im WW, steht der Honig für 7,99 im Rewe und er wird gut verkauft. Die genaue Menge kenne ich auch :O). Würde mich aber nicht trauen 8 € an der Haustür zu nehmen. Der Hohe Preis im Rewe ist auch der bequemlichkeit geschuldet, dort ist das Glas einfach gekauft, ohne die Gefahr vor verschlossener Tür 400m weiter zu stehen.....2022 wird ein bisschen teuer 6,50€.

    Bis bald

    Marcus

    und damit stehst du dann in Konkurrenz zu deinem Wiederverkäufer? Das ist der Bereit zu akzeptieren? Würde ich nicht machen, kenne auch ein paar Imker die das versucht haben, Ergebnis war bei allen, das weniger Honig verkauft wurde weil der Händler ganz klar gesagt hat ich trete nicht in Konkurrenz zu meinen Geschäftspartner (also es als Versuch des abwerbens von Kunden interpretiert hat, was es ja auch ist, wenn Plötzlich 200 Gläser weniger verkauft werden und direkt über den Imker laufen ist das Geschäftsschädigend, die Kosten für die Präsentation der Ware sinken ja nicht, der Turn-Over sinkt aber).

    Kenne keinen Händler heute der nicht mindestens einen Mindestpreis vereinbart und würde das auch nicht mehr anders machen. Drüber gerne, aber ich kann es auch nicht akzeptieren wenn meine Händler sich gegenseitig anfangen zu Unterbieten.

    Wenn jetzt einer auf die Idee kommt den Honig zum EK zu Verkaufen, kann der Sicher sein das er keinen Honig mehr bekommt, da ich so nur Riskiere das meine anderen Wiederverkäufer abspringen.

  • Seid ihr der Meinung, die Imker verkaufen den Honig für 3,70 weil sie den Preis für angemessen halten und nicht mehr dafür haben wollen?

    Ich vermute, dass sie ihn deshalb dafür verkaufen, weil ihre Alternative ein Wert von ca. 1.- Euro bedeuten würde - bis hin zum Totalverlust.

    Meine Erfahrung ist eher das dies so ist, da es ja schon immer so war. Die Diskussion hatten wir im IV auch schon ein paar mal, da kam auch raus das mir alle Wiederverkäufer mehr bezahlt haben als der Honig bei anderen im Glas gekostet hat und n Glas im Direktverkauf das doppelte und das Obwohl er gerade die Preise erhöht hat. Naja von 3€ auf 3,50€ weil der Preis zuletzt bei der Euroeinführubg von 5 DM auf 6€ „angehoben“ wurde und wenn sich dann Kunden beschweren gab es das Glas weiter für 3€. Naja da wurden dann auch abgebrochene Hoffmanseiten mit durchgeschnittenen Röllchen repariert um zu sparen.

  • Jemand der seinen Honig für 3,70 oder 4 € verkauft, muss doch wissen, dass er den auch für

    6 bis 8 € im Eimer an Kollegen verkaufen kann. Dann hat er mehr Geld in der Tasche und weniger Arbeit damit. Wer selber wg. welchen Gründen auch immer nicht angemessen verkaufen kann, der kann es doch auch den Profis überlassen. Nicht unbedingt der Schepperer der den Honig für den berühmten einen Euro gnadenhalber abnimmt.

    Aber Kollegen die so viel Rückgrat haben den Wert der Vorleistung zu bezahlen, die aber die Verkaufsseite besser im Griff haben, bzw. dort aus welchen Gründen auch immer mehr Möglichkeiten haben. Dann haben doch alle mehr davon.

    Das setzt natürlich voraus dass die Qualität stimmt. Wenn das der Grund ist, dann hilft nur Weiterbildung oder sein lassen.


    Grüße

    Peter

  • und damit stehst du dann in Konkurrenz zu deinem Wiederverkäufer?

    Ja stehe ich, der Widerverkäufer bietet aber eine Menge Bequemlichkeit. Nur einmal Anfahrt, Vollsortimenter, Öffnungszeiten (8-22 Uhr und Samstags).

    Bis bald

    Marcus, der um 2€ zu sparen auch nicht in der Weltgeschichte rumfährt, lieber stundenlanges surfen um die 2 € zu erbeuten :O)

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Selbst in meinem Bekannten/Freundeskreis verkaufe ich den ( aktuell ) für 6,00 Euro.

    Das ist nicht viel Geld und für mich momentan in Ordnung.


    Und da wird überhaupt nicht gefragt : "Waaaas, so teuer ?"


    Im Gegenteil, würden auch 7,00- 8,00 zahlen...


    Ein Kunde fragte:

    " Wenn ich alte Gläser abgebe, muss ich dann auch 6,00 bezahlen ?"

    Gibt's natürlich auch...


    Solche Gespräche führe ich dann nur bedingt weiter, ohne vom Preis abzurücken.


    Ich kann die Preise unterhalb von 6,00 nicht verstehen ( mit WENIGEN Ausnahmen).


    Maaaan, Honig ist nun mal ein hochwertiges Produkt (von den meisten Imkern hier)


    Das ist doch die Voraussetzung und sollte selbstverständlich sein.


    Kunden wissen das auch mit Sicherheit immer mehr zu schätzen...


    Erzählt doch mal vom Aufwand:


    Völker über den Winter bringen, Winter- und Vorbereitungsarbeiten, Pflege, Schulungen, Weiterbildung , Fürsorge, Zeitaufwand.... usw, usw...


    Hab ich schon ein paar mal erzählt....

    Das wird honoriert...


    LG

    Hulki

  • Der einzelne Kunde, welcher direkt beim Imker kauft, hat doch eine andere Erwartungshaltung und möchte seinen persönlichen "Mehrwehrt" durch diesen Kauf bestätigt sehen. Dazu gehört nun mal auch das gewisse etwas an Information direkt vom Imker, welches er dann gerne honoriert, bzw. auch im Kaufpreis für sich bestätigt sieht.
    Ich lege den VK-Preis an meine Wiederverkäufer auch fest, um den Marktwert für Honige mit "meinem Etikett" auf ein entsprechendes Niveau zu halten. Meine Honige kosten überall den gleichen Preis. Egal ob bei mir an der Haustüre oder sonst wo.
    Einzige Ausnahme ist direkt vom Bienenstand weg, direkt aus der Gartenlaube. Da ist der offizielle Preis bei 7,50 €/500 g.
    Doch da runden die meisten Käufer, auch nach ein paar individuellen Informationen, direkt vom Imker, von selber auf.

    Ich liebe aber auch diese Gespräche mit dem Kunden in unmittelbarer Nähe am Bienenstand. Man bekommt so direkte Kundeninformationen und ich öfter mal eine zusätzliche Pause. ;)

    Imkern ist kein Hobby - imkern ist eine Lebenseinstellung!<3

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Vermutlich scheitert das daran, dass es zu wenige Typen wie dich gibt.


    Im Nebenerwerb den eigenen Honig vollständig regional zu vermakten... und dann noch zusätzlich den gesamten Honig aller anderen vertrieblich unbegabten Kollegen? - Wenn du das ernsthaft aktiv angehst wird es nicht lange dauern, und du bist vermutlich eher Abfüller als Imker.