Kalkulation Honigpreis

  • Da scheint es in D sehr unterschiedliche Märkte aber nur eine Regierung zu geben.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Das vemute ich ja auch, aber der Begriff ist doch dafür komplett unbrauchbar.

    Warum denn? Auch die Opportunitätskosten sind ja nicht unbedingt nur monetär zu verstehen. Ein Alternativjob, der zwar viel mehr Geld bringt als eine Imkerei, jedoch deutlich weniger Arbeitsfreude mit sich bringt oder wie in so vielen Fällen sogar im Gegenteil nur mit Widerwillen ausgeübt wird, kann deshalb also trotzdem durchaus "sehr viel teuerer" sein als eine Imkerei mit Einkommen unter der Armutsgrenze, aber dafür großer Befriedigung des Imkers.


    Nebenbei, gerade weil die Imkerei nach allgemeinem Konsens in der Regel nur schwer, falls überhaupt aus monetären Gründen attraktiv wird, kann auch bei Höchstpreisen nie und nimmer von (monetärer) Raffgier wie oben unterstellt ausgegangen werden. Auch nicht, wenn man versucht, die maue monetäre Sitution in einer Imkerei dann wenigstens durch das Streben nach maximalem Preis/mehr Anerkennung über den Preis innerhalb der dort möglichen, aber eben sowieso nur geringen Spanne abzumildern.


    Es bedeutet nichts anderes, als den persönlich empfundenen Mehrwert der Imkerei zu maximieren, damit man unter dem Strich ähnlich glücklich damit wird wie andere Leute mit anderen Jobs oder Beschäftigungen.


    Und mit höhere Einnahmen kann man wie jedes andere Unternehmen auch besser in höherwertige Ausstattung investieren, die dann wiederum Arbeitsfreude und natürlich vielleicht auch noch mehr Einnahmen vermittelt.

    Es ist eben wie überall in der Natur ein Keimen, ständiges Wachstum, irgendwann Aufblühen und danach auch wieder ein Vergehen, nie aber Stillstand.

  • Das vemute ich ja auch, aber der Begriff ist doch dafür komplett unbrauchbar.

    Warum denn? Auch die Opportunitätskosten sind ja nicht unbedingt nur monetär zu verstehen.

    In der Kostenrechnung geht es rein um das Verhältnis Produktionsmitteleinsatz/Gütermengenoutput/erzielter Gewinn. Opportunitätskosten bilden nur die Bindung meiner vorhandenen Produktionsmittel ab, die für anderweitige Zwecke dann nicht mehr zu nutzen sind.

    Das, was hier damit fälschlicherweise in Verbindung gebracht wird, sind alles individuelle weiche Faktoren, die sich nur sehr schwer od. gar nicht beziffern lassen.

    Nimmt man die Opportunitätskosten als das, was sie sind, hat Berggeist recht. Kann man einpacken in D, was die Imkerei angeht.

  • Nimmt man die Opportunitätskosten als das, was sie sind, hat Berggeist recht. Kann man einpacken in D, was die Imkerei angeht.

    Genau, aber NUR, wenn Geld das einzige ist, was zählt!

    Der Gründer von Wallmart hat im Prinzip alles erreicht, was man als Unternehmer erreichen kann. Unmengen an erfolgreichen Fillialen und mehr Geld als er vernünftigerweise ausgeben konnte. Auf seinem Sterbebett meinte er, er habe im Leben alles falsch gemacht. Er hat weder seine Kinder noch seine Enkel aufwachsen sehen.

    Ich habe nichts gegen Gewinnerhöhung. Ich habe nicht umsonst einen so hohen Preis gewählt, von dem ich meine ihn in meiner Gegend gerade noch vertreten zu können.

    Aber es gibt hier Stimmen, die scheinen den Wert aller Arbeit _allein_ auf monetären Gewinn zu beziehen und davon halte ich nichts. Das ist unfair den Hobby Imkern gegenüber und eine ungesunde Einstellung für Profis.

  • Wenn der monitäre Gewinn hilft, das Unternehmen, den Unternehmerlohn und damit seine Familie zu ernähren, finde ich das durchaus empfehlenswert.

    Nicht das die Ausbeutung der Familie, das Unternehmen erhält.

    Wer jammert beim Fleischer in Ostthüringen oder in der Südheide das das gute Steak, das Waschmittel und oder das Bier beim Rewe mehr oder genausoviel kostet, wie in einer Metropole beim gleichen Discounter.

    Also erzählt mir nicht das man da nicht auch Honig zum ähnlichen Preis verkaufen sollte.


    Markt erzeugt auch Bedürfnisse, die man eigentlich nicht immer braucht.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Heute gesehen: zwischen 8 und 16€ für 500g Glas. Aber eben auch Sortenhonige wie Heide und Linde. Sommertracht 9€!

    Bestimmt nicht in Ostthüringen 😉

    Doch! 😆

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Gier galt mal als unsexy.

    Als Kapitalist (Eigentümer von Produktionsmitteln) im marxschen Sinne (bitte nicht falsch verstehen) sollte man Wert, Investition, Gewinn (Mehrwert) und Gier unterscheiden können, sonst ist man schneller als langsamer wieder Arbeitnehmer.

    Aloha ❀ Markus F.

    ✦ Liebe deine Bienen wie dich selbst - Liebe ist Verantwortung eines Ichs für ein Du, hierin besteht, was in keinem Gefühl bestehen kann, die Gleichheit aller Liebenden.

  • Ah ja. Und wer bist Du so?

    Ich bin der 'zuviel Fragerei galt mal als Neugierig' ;)

    Aloha ❀ Markus F.

    ✦ Liebe deine Bienen wie dich selbst - Liebe ist Verantwortung eines Ichs für ein Du, hierin besteht, was in keinem Gefühl bestehen kann, die Gleichheit aller Liebenden.

  • Jetzt hatte sich rase gut zwei Jahre unter Kontrolle und dann haut er, garnicht mal zu unrecht, sowas raus. Die alten Dinger kommen immer wieder. Hat sich letzten Montag schon kurz angedeutet. Aber ich bin ein Freund von deutlicher Sprache, alles gut.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich habe mich bisher zurückgehalten, aus Gründen ... Mich erschreckt die meiner Einschätzung nach katastrophale Unkenntnis über das Zustandekommen von Preisen, Handels- und Gewinnmargen im Lebensmittel

    Handel. Das in einer Branche, die per gesetzlicher Definition als Lebensmittelunternehmer gilt. Schaut Euch doch bitte diese Sendung

    an, um zumindest Kenntnis davon zu haben, in welchem marktwirtschaftlichen

    Umfeld wir uns bewegen.

    https://www.zdf.de/arte/arte/p…odell-supermarkt-100.html

    Flüsse trinken ihr eigenes Wasser nicht. Bäume essen ihre eigenen Früchte nicht. Wolken verschlingen ihren eigenen Regen nicht. Was Große Wesen haben ist immer zum Wohle anderer. Indisches Sprichwort

    Einmal editiert, zuletzt von Auenbiene ()

  • Ich habe mich bisher zurückgehalten, aus Gründen ... Mich erschreckt die meiner Einschätzung nach katastrophale Unkenntnis über das Zustandekommen von Preisen, Handels- und Gewinnmargen im Lebensmittel

    Handel. Das in einer Branche, die per gesetzlicher Definition als Lebensmittelunternehmer gilt. Schaut Euch doch bitte diese Sendung

    an, um zumindest Kenntnis davon zu haben, in welchem marktwirtschaftlichen

    Umfeld wir uns bewegen.

    https://www.zdf.de/arte/arte/p…odell-supermarkt-100.html

    Das ist zwar eine interessante Doku, ich kann zumindest nach 2/3 jedoch nicht erkennen, wo ein Zusammenhang mit der Preisfindung beim Produkt "regionaler deutscher Honig" bestehen soll.


    Wie schon mehrfach festgestellt, ist der Preis für deutschen Honig sowieso so völlig außer Reichweite im Vergleich mit internationalem Honig, dass überhaupt der Gedanke, über den Preis konkurrieren zu wollen, lächerlich ist.


    Schau z.B. mal bei "Alibaba Honig einkaufen" und ein Mal klicken, das findet man ohne Mühe, Preise von 1,XX Dollar je Kilo, sogar mit Labordiagnose.


    Wir bewegen uns definitiv nicht in dem von dir genannten marktwirtschaftlichen Umfeld.


    Bei uns kaufen keine Leute, die "billig" wollen. Sondern "regional", "hochwertig", "nachhaltig", "bio" oder "ich kenne meinen Imker". Und hier gibt es glücklicherweise einen für uns positiven Trend. Das wurde aber alles schon gesagt.


    Schöne Grüße - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert