Kalkulation Honigpreis

  • An alle die meinen, dass Hobby-Imker ja ihre Stunden und Abschreibungen nicht einpreisen und deshalb den Honig teurer verkaufen sollen:

    Es ist ja noch viel schlimmer. Anstatt bei den Bienen zu arbeiten, könnte ich bei meinem Arbeitgeber auch Überstunden machen und mir da einen Ingenieursstundensatz auszahlen lassen. Außerdem hätte ich die ganze Kohle, die ich für die Imkerei ausgegeben habe, auch in einen MSCI World investieren können und im langjährigen Mittel 7 % pro Jahr abgreifen können.


    Ich finde es herablassend so über Hobbyimker zu reden. Ich weiß ziemlich genau was mich das alles kostet, aber ihr wisst nicht warum ich das alles mache und tut so, als sei finanzieller Gewinn das einzige akzeptable Kriterium. Habt ihr eigentlich Kinder? Haben die sich finanziell schon rentiert? Inflationsbereinigt und inklusive Opportunitätskosten bei Kaptial und Arbeitskraft? Geld ist nicht alles im Leben.

  • Kinder sind ja auch eine langfristige Investition, da kommt der ROI erst später.

    Solange Hobby vorne dran steht, ist es schwierig da einen Konsens zu finden, darum vermutlich auch die Imkerschein Geschichte. Andere Handwerksberufe haben diese Art von Konkurrenz eben nicht. Der Hobbybäcker darf sein Brot nicht verkaufen, ebenso wenig darf der Hobbyschreiner dir ein Angebot für ne Treppe machen.

    Als Berufsimker hast du eine riesige Konkurrenz die das gleiche Produkt zu einem Preis anbietet, den sich ein Berufsimker nicht leisten kann, insofern kann ich schon verstehen, wenn man als Berufsimker ein Problem mit den 5€ Gläser der Hobbyimker hat.

  • Der Hobbybäcker darf sein Brot nicht verkaufen, ebenso wenig darf der Hobbyschreiner dir ein Angebot für ne Treppe machen.

    Nicht dürfen und nicht machen sind zwei paar Schuh, Dadurch dass es verboten ist, ist das Preisgefälle noch erheblich größer.

  • ... hätte ich die ganze Kohle, die ich für die Imkerei ausgegeben habe, auch in einen MSCI World investieren können und im langjährigen Mittel 7 % pro Jahr abgreifen können.

    Es geht nicht um Gewinnmaximierung, es geht um Kostendeckung plus Anerkennung. Und die möchte ich, gerade von Kunden. Denen das zu teuer ist, sollen beim Supermarkt kaufen - ganz unten im Regal gibt's den Günstigsten ;) .

    ... aber ihr wisst nicht warum ich das alles mache und tut so, als sei finanzieller Gewinn das einzige akzeptable Kriterium. Habt ihr eigentlich Kinder? Haben die sich finanziell schon rentiert? Inflationsbereinigt und inklusive Opportunitätskosten bei Kaptial und Arbeitskraft? Geld ist nicht alles im Leben.

    Ich glaube schon zu wissen, warum Du das machst. Höchstwahrscheinlich aus den gleichen Gründen, aus welchen die Meisten hier das machen. Und Bienen mit Kindern in Relation zu setzen, .... der Vergleich hinkt!

  • ... hätte ich die ganze Kohle, die ich für die Imkerei ausgegeben habe, auch in einen MSCI World investieren können und im langjährigen Mittel 7 % pro Jahr abgreifen können.

    Es geht nicht um Gewinnmaximierung, es geht um Kostendeckung plus Anerkennung.

    Opportunitätskosten sind auch Kosten.

  • Hallo zusammen

    Ich hab eine sehr kleine Imkerei.

    Honigverkauf an Freunde,Bekannte,Arbeitskollegen und Verkaufsstand an der Straße. Den Preis habe ich nicht kalkuliert nehm einfach 8€ für 500g Waldhonig 6€ für Sommerblüten.

    Die Imkerdichte ist sehr hoch, jeder hat oder kennt jemanden mit Bienen.

    Hab schon unterschiedliche Erfahrungen gemacht, manche die bestimmt Geld haben machen große 👀und kaufen dann auch wieder irgendwo günstig.

    Manche die bestimmt noch nicht dem Mittelstand angehören kommen regelmäßig ( bei denen hab ich eher ein ungutes Gefühl).

    Bei den Preisen brauche ich noch einige Zeit bis unterm Strich was übrig bleibt, aber muss auch nicht denn es ist mein Hobby . Wenn ich heute am Sonntag bei den Bienen arbeite brauche ich kein Sonntagszuschlag > alles freiwillig und mit viel Spaß.

    Zum Abschluss noch ein Problem,

    trotz hoher Preise der Keller wird übersichtlich und die leeren Eimer stapeln sich.

    Gruß edsa

  • Opportunitätskosten sind auch Kosten.

    Theoretisch, kalkulatorisch - praktisch eher von untergeordneten Bedeutung. Opportun betrachtet, gäbe es immer wieder bessere Alternativen, als Bienen zu halten und Honig zu verkaufen; gilt für Geld wie für Zeit.


    Damit befinden wir uns eher im "off"; denn bei der Entscheidung zur Bienenhaltung spielt der Kostenfaktor oft nicht die entscheidende Rolle. Vielmehr sind es die "weichen Faktoren" die wir hier im IF von Beginnern lesen können

    - Beitrag zur ausgewogenen Umwelt ("Es geht mir gar nicht um den Honig")

    - Faszination am selbstregulierenden Biosystem Bien

    - "etwas Gutes tun" (Anerkennung durch Andere)

    - Hobby mit "output" (Honig für Familie und Bekannte)

    etc.


    Diesen Motiven werden dann Investitionskosten untergeordnet, im besten Fall abgewogen, ob Gebrauchtes es auch tut oder Neues alternativlos ist. Und dann gibt's noch die "Materialfreakes"... Auch eigene Unzulänglichkeit(en) sind durchaus Grund für Investitionen und natürlich die jeweils "neue Sau, die durchs Imkervolk getrieben wird" bieten Optionen für weitere Investitionen.


    Insofern sind wir schon viel zu tief im Detail. Wohlgemerkt geht's um vorwiegend Hobbyisten. Die davon leben wollen / müssen, optimieren Prozesse und damit Investitionen.


    Es ist aber eine müßige Betrachtung von der Kostenseite her; denn den Preis bestimmt der Markt. Und ich beanspruchen für mich (!), dass ich Bienenhaltung als praktische, interessante Tätigkeit ansehe, wo am Ende auch etwas übrig bleiben darf.

  • Opportunitätskosten sind auch Kosten.

    Ich musste erstmal googeln, was damit gemeint ist. Jetzt verstehe ich die Aussage noch weniger in diesem/deinem Zusammenhang.

    Rechne ich diese ein, muss ich die Imkerei aufgeben. Ganz.

    Dann müssten in Deutschland alle die Imkerei aufgeben.

  • Heute gesehen: zwischen 8 und 16€ für 500g Glas. Aber eben auch Sortenhonige wie Heide und Linde. Sommertracht 9€!

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Ich musste erstmal googeln, was damit gemeint ist. Jetzt verstehe ich die Aussage noch weniger in diesem/deinem Zusammenhang.

    Rechne ich diese ein, muss ich die Imkerei aufgeben. Ganz.

    Dann müssten in Deutschland alle die Imkerei aufgeben.

    Ja klar, denn alternative Optionen für Investitionen sind durchaus attraktiver.


    Wenn ich es richtig verstehe, was JaKi damit meinte, ist, dass man die Sache eben nicht ausschließlich monetär betrachten kann. Stimmt ja auch; es ist aber eine Frage, was mir der eigene Einsatz und die ideelle Belohnung wert ist. Meine Faustformel heißt, Investitions- und lfd. Kosten müssen gedeckt sein und es muss etwas übrig bleiben.


    Da es aber sehr unterschiedliche Jahre gibt und die eigenen Fehler sofort zu Buche schlagen, kann man es nur über Jahre so betrachten.

  • Es ist aber eine müßige Betrachtung von der Kostenseite her; denn den Preis bestimmt der Markt.

    Jein, es sind die Märkte, welche Glabalisierer benutzen, gebrauchen und ...

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)