Kalkulation Honigpreis

  • Wir bewegen uns definitiv nicht in dem von dir genannten marktwirtschaftlichen Umfeld.

    Kann man in einem Massenmarkt nicht mitmischen - aus welchen Gründen auch immer, ist die strategische Platzierung in einer Nische interessant. Und m.E. geht's genau darum:


    Dt. Honig, regional gesammelt, unverändert gewonnen durch händische Arbeit des Imkerlings ist ein Nischenprodukt!


    Und wenn man in der Nische mit das beste Produkt hat, darf man auch einen adäquaten Preis verlangen. Selbst die Honigangebote im Supermarkt durch die "Honigsammler/-abfüller" sind zumeist höher, als das, was so mancher Hobbyist verlangt. Damit möchte ich nochmal die Preisfindung à la hornet unterstreichen. Damit liegt man ja nicht so falsch.


    Klar gibt es das Billigangebot und genügend Leute, die das erwerben und damit zurechtkommen. Wer jedoch regionale Produkte kauft, weil es ihr/ihm wichtig ist, bezahlt für diese Nische; wer etwas Authentisches aus der Region haben möchte, geht zum Imkerling.

  • Ling kommt von Lehrling, Neuling, Günstling oder Ente scharf und knusprig!

    Klingt jedenfalls gönnerhaft herabsetzend.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang, Häuptling

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Sondern "regional", "hochwertig", "nachhaltig", "bio" oder "ich kenne meinen Imker"

    Aber diese Werte werden auch nicht unbegrenzt mit Geld honoriert. Und es wird ebenso für diese Werte der Preis verglichen.


    Außerdem konkuriert jeder Verkäufer mit den Massenpreisen, egal wie klein der Laden ist, in dem der Honig im Regal steht.

  • Ich habe mich bisher zurückgehalten, aus Gründen

    Mich würde jetzt schon mal interessieren, was deine Intention jetzt ist, dich hier trotzdem mit diesem Link auf das Video zu melden.


    2/3 des Videos beschreiben Dinge, die nicht wirklich neu sind: Wer über den Preis oder die Masse verkaufen will, oder wer selbst so groß ist, dass er das muss, hat auch künftig nur eine Wahl: Wachsen oder Weichen. Nix Neues also, das wird den Bauern vom Bauernverband seit Jahrzehnten eingeredet.

    Auf uns Imker trifft das in der Regel nicht zu bzw. ist es absolut keinem Imker, egal welcher Größe anzuraten, über den Preis zu verkaufen, will er nicht da landen, wo schon die ganz Großen um's Überleben kämpfen.


    Am Anfang ist die Rede von den Margen - bei Massenprodukten oder wenig nachgefragten Produkten im Lebensmittelberei ist sie sehr niedrig, bei stark nachgefragten Produkten liegt sie bei 20-40%. Nach meiner Erfahrung auch mit Kollegen legt die Marge der Wiederverkäufer von Imkerprodukten nahe, dass Honig zu den stark nachgefragten Produkten zählt - also genau das, was ich immer sage: Beim Honig liegt ein Verkäufermarkt vor, kein Käufermarkt, wo nur der Preis zählen würde.


    Im letzten Drittel des Beitrages geht es um bekannte ungute Entwicklungen im Online-Handel und der Umgestaltung durch Überwachungsmaßnahmen und Automatismus. Manches hat vordergründig gute Seiten.

    Abgesehen davon, dass ich noch nicht sehe, wo jetzt der Zusammenhang zu unserer Preisdiskussion ist, wird es noch länger dauern, bis solche Entwicklungen nennenswert bei uns Fuss fassen werden. Und noch länger, bis nennenswerte Anteile unserer Kundschaft da mitmachen.

    Und derzeit erscheint es mir absolut unklar, ob und wie uns das beeinflussen kann - auch ob positiv oder negativ.


    Ich denke, dass wir auch noch sehr lange von dem Gegentrend profitieren werden, der sich mit solchen Entwicklungen zwangläufig einstellt und der bereits besteht:


    Regional, umweltfreundlich, menschlich, nahe am Kunden, Vertrauen, Transparenz etc.


    Bis meine Wiederverkäufer auf Vollautomation umstellen, bin ich wahrscheinlich schon lange wieder ein Dreivölker-Rentnerimker geworden... ;)


    Also Auenbiene, was wolltest du uns jetzt eigentlich sagen?

  • So ein bisschen Einblick hatte ich vorher schon, aber das ist schon echt gruselig.

    Wir Imker haben jedoch, was die Konzerne nicht haben, den persönlichen Zugang zum Kunden und das ihm damit mögliche Erlebnis mit dem Produkt, seiner Entstehung und dem Erzeuger.

    Wenn wir das mit verkaufen können, dann gibt es auch schon auf Grund des zu geringen Angebotes, sicherlich keinen Grund sich in Richtung Preiskalkulation der sirupgestreckten Varianten zu bücken. Nur die Imker untereinander müssen sich auch gegenseitig etwas vergönnen. Der Kunde der das will, der tut das. Und davon sind genug da, auch in nicht Speckgürteln. Es müssen ja nicht gleich die Tiroler Preise sein, aber das was ein Pfund real vor Jahren gekostet hat, sollte immer noch drin sein. Das was es jetzt in der Erzeugung kostet, sowieso. Ansonsten regelt sich der Preis irgendwann ganz automatisch wieder nach oben, wenn genügend Leute die Lust daran verloren haben, anderen ihr Frühstück mit zu finanzieren.


    Grüße

    Peter

  • Berggeist

    der Kaiser war kein Unternehmer. Wir Imker sind da schon eher welche und können uns, sollte es schneller gehen als erwartet, durchaus auch schnell anpassen, gerade weil wir klein und wendig sind. Jedoch zahlen gerade die "early adopters" einen besonders hohen Preis, um die Ersten zu sein. Muss man als Imker ja nicht unbedingt sein.


    Und vor allem: der Zusammenhang zur aktuellen Preisfindung ist immer noch unklar.

  • Und vor allem: der Zusammenhang zur aktuellen Preisfindung ist immer noch unklar.

    Was schreibt ihr denn pro Beute und Jahr so ab? Ich kam da inkl. Königin und Honigeimer auf ca. 80 Euro. Maschinen hab ich mal extra gerechnet. das hängt ja sehr von der Völkerzahl und welche Technik man nimmt ab.

  • Oft wird (auch hier) so sehr auf den Investitionen rumgekaut, daraus ergeben sich ja die Abschreibungen.

    Wenn man einfach über den Daumen tausend Euro pro Volk als Anlagevermögen einplant, und das kalkulatorisch (fiskalisch interessiert ja kaum jemanden) gemittelt auf zehn Jahre abschreibt (wird in echt wohl deutlich langfristiger sein, denke ich), dann relativiert sich da viel. Pro Kilo Honig bleibt da nicht sooo furchtbar viel.

    Ausschlaggebend für den Preis ist vor allem die Arbeitszeit.

  • Süß. dass die da die Prozent pro Jahr nochmal hinter die Abschreibungsdauer geschrieben haben.


    Oft wird (auch hier) so sehr auf den Investitionen rumgekaut, daraus ergeben sich ja die Abschreibungen.

    Wenn man einfach über den Daumen tausend Euro pro Volk als Anlagevermögen einplant, und das kalkulatorisch (fiskalisch interessiert ja kaum jemanden) gemittelt auf zehn Jahre abschreibt (wird in echt wohl deutlich langfristiger sein, denke ich), dann relativiert sich da viel. Pro Kilo Honig bleibt da nicht sooo furchtbar viel.

    Ausschlaggebend für den Preis ist vor allem die Arbeitszeit.

    (Alle Euro Angaben sind pro Volk und Jahr)

    Bei 70 Völkern komme ich bei den Maschinen tatsächlich auf ca. 20 Euro. Gut, da fehlen dann noch Gebäude, Auto, Energiekosten, aber mit grob 100 Euro scheint man ja gar nicht so falsch zu liegen.

    Sagen wir mit Futter, Medikamenten und Dingen die ich vergessen habe 150? Macht bei einer durchschnittlichen 30 kg Ernte etwa 5 Euro Sachkosten pro kg.