Hohe Varroabelastung

  • Hallo Miteinander,


    auf meinem Bienenstand gibt es auch ein Volk mit 30 Milben täglicher Totenfall. Allerdings steht dieses Volk immer noch unter dem Einfluss der letzten Schwammtuchbehandlung. 14 Tage später könnte ich den natürlichen Milbentotenfall beurteilen.


    Sollte sich aber vorher noch ein schöner warmer Tag einstellen, möchte ich mir das Brutnest angucken. Wie es aussieht, und ob ich geschädigte Bienen erkennen kann. Wenn ich da echt Desaströses sehen sollte, würde ich mit der Entdeckelungsgabel die Brutzellen aufreissen, um Brutfreiheit zu erzwingen; die Bienen würden über Nacht die Zellen leeren, und am nächsten Tag würde ich behandeln. Entweder mit Oxalsäure oder mit Milchsäure.


    Brutentnahme wäre keine wirkliche Option, so spät im Jahr.


    Das ist der Plan, trocken am Tisch, aber ob ich es dann auch so verwirkliche.....wer kann das wissen ?


    Viele Grüße von Benjabien

  • Danke für die vielen Vorschläge, find ich sehr gut hier.

    Ich habe von anderer Seite - ein sehr erfahrener Imker - noch einen Hinweis bekommen: die MAQS Streifen wären ideal um diese Zeit, aber: leider alle ausverkauft.

    Eventuell zwei Liebig dispenser gleichzeitig mit je 50 ml.

    Von Thymol rät er ab, weil zu wenig Effekt bei diesem hohen Befall.

    Ich werde es mit Oxalsäure sprühen probieren. Hoffentlich klappts.

    Werde hier berichten, hoffentlich ihr auch. Dann wären wir schlauer

  • Eventuell zwei Liebig dispenser gleichzeitig mit je 50 ml.

    Von Thymol rät er ab, weil zu wenig Effekt bei diesem hohen Befall.

    Ich werde es mit Oxalsäure sprühen probieren. Hoffentlich klappts.

    Werde hier berichten, hoffentlich ihr auch. Dann wären wir schlauer

    Wenn man die Beiträge gelesen hat, dürfte sich der Vorschlag mit den Liebig Dingern schon vor dem Niederschreiben erledigt haben. Die Temperaturen passen dafür nicht. Egal ob 1 mit 100 ml oder 2 mit 50 ml. Liest man ein bisschen quer, findet sich der Bericht von einem ausgelaufenen Liebig Dispenser um diese Jahreszeit.

    Der Volkszustand ist ausschlaggebend. Eigentlich müssten die, bei entsprechender Stärke, bis zur Winterbehandlung auskommen.

  • Eventuell zwei Liebig dispenser gleichzeitig mit je 50 ml.

    Solche Tipps kann man noch toppen, indem man eine Grabkerze mit hinzu stellt. Dann stimmt wenigstens die Temperatur.


    Winterbienen, die jetzt durch die Varroa geschädigt sind, heilt man mit keiner AS Behandlung mehr, aber Winterbienen, die fit sind, stresst man damit anständig.


    Für eine Winterbehandlung mit OXS ist's noch zu früh (mutmaßlich).


    Man kann jetzt nicht viel mehr machen, als sich auf die Finger setzen und abwarten, um dann zum richtigen Zeitpunkt eine vernünftige, angezeigte Behandlung vorzunehmen: Bei Brutfreiheit einmal mit OXS beträufeln.

    Wenn du in Österreich oder der Schweiz wohnst, dann leihst du dir einen Bedampfer und verdampfst die OXS - das ist deutlich bienenschonender, als das Beträufeln, was sich positiv auf die Langlebigkeit der Winterbienen auswirken kann.


    Grundsätzlich muss man sagen: Wer die Varroa bis jetzt nicht im Griff hat, ist zu spät dran.

    Aber eventuell ist alles gut bei dir, und es fallen nur die toten Varroen aus den Zellen, weil der Brutumfang reduziert wird und deine letzte AS Behandlung nachwirkt.


    Aber jetzt einfach nix mehr machen und die Bienen in Ruhe lassen.

  • Hat jemand eine Idee, wo der starke Milbenbefall herkommt, und viel wichtiger: was mache

    Es gab mal hier einen fundierten Artikel von Rudi Maurer "Re-Inversion von innen?". Darin wird erklärt, wo die vielen Milben zu dieser Jahreszeit herkommen.

    Die Frage, was man jetzt noch machen kann, ist nicht von der Ferne zu beantworten. Vielleicht ist das Volk bereits unrettbar verloren, vielleicht kann man mit Oxalsäure verdampfen es noch retten. Milchsäue, Ameisensäure, Oxalsäure träufeln sind jedenfalls kontraproduktiv!

  • Hier gibt es die damalige Diskussion:

    und dazu die Originalüberlegungen von Rudi Mauer:

    http://www.immenfreunde.de/docs/milbenwunder-2009.pdf

  • Hallo zusammen,


    ich hatte auch eine recht hohe Belastung mit ca 15 Milben pro Tag.


    Habe nun den rubee Vernebler gekauft und vor 3 Tagen eine 4 Minütige anwedung gestartet. Läuft soweit alles gut. Als Anfänger bin ich mir nun unsicher, ob das inmalige Vernebeln ausreicht oder ob man im Block alle 4Tage Vernebeln sollte, damit es die volle Wirkung zeigt.


    Ich möchte den Biene natürlich auch nicht durch zu häufiges Vernebeln schaden.

    Dadant mod., 2 Völker im Kölner Stadtgebiet. Seit 2021.

  • Im Notfall (wie bei dir @Joe75) ist die Anwendung von Flumethrin eine Massnahme, die man auch empfehlen kann.

    Siehe folgenden Hyperlink zu Wirksamkeit und Sicherheit.

    Das Einbringen von Byvarol-Streifen in das Brutnest oder das Anbringen von PolyVar Yellow-Lochraster vor die Standard-Fluglochspalte ist jeweils sanft, schnell und nachhaltig. Zudem wird eine so genannte, im Imkerlatein, "Reinvasion" genannte Gefahr abgewehrt. In Frankreich, besispielsweise, ist es in sehr weiter Verbreitung und in niederschwelliger Anwendung.

    Aloha ❀ Markus F.

    ✦ Liebe deine Bienen wie dich selbst - Liebe ist Verantwortung eines Ichs für ein Du, hierin besteht, was in keinem Gefühl bestehen kann, die Gleichheit aller Liebenden.

  • Bei späten Behandlungen und sich im Wachs anreichernden Wirkstoffen besteht oft die Gefahr, das bei kaltem Wetter die Streifen nicht nach 4 Wochen entnommen werden- weil man die Bienen nicht nochmal stören und die Verkittung aufbrechen will, sondern den gesamten Winter im Volk verbleiben, sich im Wachs anreichern und so geringschwellig auf die Milbenauslese bis zur Resistenz wirken.

    Main Vater schwört auf Thymovarstreifen nach der ern´te bzw den Ablegern. Wenn vergessen , sind die dann entweder zerbröselt durchs Flugloch oder 3d verkittet/mumifiziert und die ganze Beute riecht nach Thymol.

  • Ich hab auch ein Volk mit 5-10 Milben pro Tag natürlichem Fall. Verneble seit Samstag täglich 3 Min Oxalsäurelösung mit RuBeeOx. Täglich fallen nun ca 40. Werde das fortführen bis entweder nichts mehr fällt oder bis Tag 15 (damit Brutzyklus abgedeckt, zur Zeit aber nur mehr wenig Brut), je nachdem was früher ist. Das Vernebeln schadet den Bienen gar nicht, nur den Milben. Im Dezember brutfrei dann noch 1-2x.